ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 1009

Hochverfügbare Redundanz der G4 Server?

Köstlich, köstlich: auch Fachhzeitschriften machen Spaß!

Autor: bh - Datum: 30.11.1999

"So recht mag man den eleganten Edelrechnern die Serverrolle nicht abnehmen. Mit dem 1 Ghz PowerPC mit zwei CPUs stimmt zwar die Prozessorleistung und die Gigabit-Ethernet-Netzwerkkarte sorgt für den nötigen Durchsatz im LAN. Die Crux liegt in der sicherheitsrelevanten Hardware: Zur Servertauglichkeit mangelt es einfach an der nötigen Redundanz. Hot-Spare-Netzteile, Hot-Plug-Festplatten im RAID-Verbund, zusätzliche Lüfter - all diese essentiellen Komponenten fehlen dem G4 und damit auch Apples Serverlösung. Zu viele Point-of-Failures gefährden die Verfügbarkeit der Daten. Ohne entsprechenden Ausfallschutz kann man daher auch nicht von einer hochverfügbaren Serverlösung sprechen."

WOW - das ist das kurze und knappe FAZIT der Fachzeitschrift IT-Business News, Ausgabe von Ende Januar. Donnerkeil, die nehmen Apples neue Modell ordentlich ins Gebet! Sehen wir es uns näher an: Leistung stimmt, Netzwerk super. "Redundanz" ist nach meinem Verständnis der deutschen Muttersprache immer noch "Überflüssigkeit", und wenn es Apples Rechnern daran mangelt, dann sind sie ja geradezu: notwendig! Geil, was kann sich ein Hersteller besseres wünschen? Die IT-Business News wünschen mehr Lüfter? In den PowerMacs sind jetzt 4 oder 5 drinnen, das ist noch nicht laut genug? Tja, schade wenn man sich in der Intel-Welt schon zu sehr an den Krach gewöhnt hat - in jener Welt, wo schon einfache Prozessoren nach Sekundenbruchteilen rauchen, wenn man den Lüfter bei vollem Betrieb abmontiert. (War damals bei Toms Hardware zu sehen...) Fachlich will ich jetzt den Schnabel nicht zu weit aufreissen, immerhin hänge ich in meiner Freizeit nicht mit schweren Serverjungs rum. Rein sprachlich sind die IT-Business News das beste Beispiel dafür, wie pausenlose Arbeit mit Computern unsere Rede verbiegt - "point of failures" könnte man etwas eleganter umschreiben. Aber was solls, wenn die Herren Redakteure schon mit einer "hochverfügbaren Serverlösung" punkten. Bisher dachte ich immer, daß die Verfügbarkeit etwas mit Lieferterminen zu tun hat - und offenbar "zuverlässig" gemeint ist. Ein ums andere Mal: Sprachblüten erster Güte! Danke an Leser Jörn für die Übermittlung!

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