ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 1013

Überreaktion bei Mac-Freaks?

Wer zu den Quellen will, muß gegen den Strom schwimmen...

Autor: bh - Datum: 30.11.1999

Der Spiegel-Redakteur Michael Stein macht sich in einer aktuellen Kolumne Gedanken darüber, wieso Apple-Freaks die Medien immer massiver angreifen, oft auch ungerechtfertigt. Einige Leser haben uns auf diesen Beitrag aufmerksam gemacht, und in der Tat ist Steins Fragestellung interessant und spannend. Apples Kunden haben tatsächlich einen wesentlich höheren Identifikationsfaktor mit diesem Unternehmen als vergleichbare PC-Hersteller. R. Zapman von CBS MarketWatch hat offenbar ähnliche Erfahrungen gemacht und prägte folgendes schöne Zitat: "Loyalty? On the scale of 1 to 10, where 10 is a suicide bomber, Apple customers rate about a 22." Wieso also? Stein stellt die Frage, erzählt von bösen Taten einiger Überreagierender - kommt aber nie auf die Idee, bei den attackierten Medien selbst nach einem Anlaß zu suchen. Unsere Rubrik MacMediaWatch bietet einen gute Dokumentation, wie dilettantisch hierzulande oft Journalisten arbeiten. Wenn Macintosh-Benutzer tagtäglich solchen Mist lesen müssen, haarsträubende Faktenverdrehungen und oberflächliche Beckmesserei - dann ist es wohl kein Wunder, daß manchmal die Reaktionen etwas heftiger ausfallen. Natürlich ist es schade, daß dann nicht differenziert wird zwischen den einzelnen Journalisten - beispielsweise sitzen bei der Wirtschaftswoche einige sehr kompetente Herren, was das Thema Mac betrifft, nur machen die nicht die Online-Ausgabe - und so muß auch Herr Stein offenbar dem Artikel als Verteidigung vorauschicken: "Hey, ich schreib schon total lang über den Mac! Bitte nicht hauen!" Keine Sorge, die MacGuardians greifen nur dann ein, wenn Lügen über den Mac verbreitet werden - für alles andere haben wir dann schon keine Zeit mehr...

Kommentare