ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 1018

Neuer iMac wird ein Flop!

Knackige Prophezeiungen mit 2,2 Ghz

Autor: bh - Datum: 21.01.2002

Donnerkeil - da glaubt man schon, die Pressenachlese zur MacWorld ist zu Ende und ein paar Leser schicken nochmal was. Ich verneige mich vor unserer kleinen grünen community, bin jedes Mal wieder überrascht, wieviel input da kommt, herzlichen Dank. Zum ersten kommt aus Berlin der Hinweis zum Berliner Kurier - wie uns versichert wurde, das Boulevardblatt für den Osten Berlins. (Publizistischer Mauerfall noch nicht passiert? Schade!) Da wird der Lampen-iMac im Computerteil erwähnt und das Unternehmen vor einem "weiteren faulen Apfel" gewarnt, der die Plattform in Gefahr bringen würde. Okay, von MacOS X muß man offenbar noch nichts gehört haben, und der Hinweis auf den cube ist nun mal naheliegend. Trotzdem: wenigstens sind die Fakten und Zahlen richtig, und das ist in dieser Medienlandschaft nicht alltäglich.

Saftiger - fast schon auf Niveau der Wirtschafstwoche - wird es dann bei vwd.de. Hier schreibt Redakteur Jörg E. Jäger vom mangelnden Sex-Appeal des neuen iMac. "Verlieben ausgeschlossen. Gemeinsam ist beiden Rechnern jedoch, dass sie bereits bei ihrer Markteinführung technisch hoffnungslos veraltet erscheinen. So taktet in dem neuen iMac-Spitzenmodell etwa lediglich eine 800 MHz schnelle CPU, während der schnellste derzeit in der PC-Welt verfügbare Prozessor auf 2,2 GHz kommt." Gleich darauf nimmt er sich wieder etwas zurück, denn auch Experten würden zugeben, daß Mhz kein Indikator für die tatsächliche Arbeitsgeschwindigkeit der CPU sei - aber trotzdem und überhaupt. Der neue iMac wird ein Flop und Recht geschieht es Apple, so ungefähr die Zusammenfassung dieses Beitrages. Verdienstvolle Leser sind bereits in Verteidigungsstellung gegangen und versuchen die Aufklärung des Herrn Jäger. (Fast 17 Jahre nach der Computerrevolution, schon irgendwie eine Leistung.) Immer häufiger bekommen wir Zusendungen mit dem Hinweis: "hab ihm schon geschrieben". Der Geist der MacMarines lebt - we have taken a stand to fight back for the mac! Bitte beachten Sie aber eines: Höflichkeit und harte Fakten sind erstes Gebot, und ein festes Auftreten ist gut. Sofern die Mac-community den Ton wahrt, geben Redakteure schon mal Fehler zu. Jedenfalls hat man sich auch bei der Wirtschaftswoche intern über die Parodie von Michael amüsiert...

Vwd ist übrigens Anbieter von Finanzinformationslösungen, Gesellschafter sind das Handelsblatt, die Frankfurter Allgemeine Zeitung und Dow Jones. Kein Kind schlechter Eltern, aber wenn dieser Artikel ihre Fachkenntnisse wiederspiegelt, dann mach ich doch lieber Pyramidenspiel. Nämlich folgendes: gehen Sie zu ihren Bekannten und überzeugenen Sie sie zum Kauf eines neuen iMacs. Jeder dieser Käufer überzeugt zwei weitere Käufer, und auf lange Sicht steigt damit der Aktienkurs. Alle Analysten, die immer nur ein "hold" vergeben haben, werden gefeuert, ebenso alle Journalisten die Apple nur krankschreiben können. Alle Systemadministratoren die noch behaupten, "Quicktime kann nicht mit Windows im Netzwerk" werden umgeschult zu DSL-Facharbeitern. So machen wir es, ja? Empire strikes back...

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