ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 1042

FAZ-Beitrag: Unfassbare Ahnungslosigkeit über PCs

Ach ja, als Schreibgeräte noch so kuschelig waren . . .

Autor: redakteur - Datum: 12.08.2001

Waren das noch Zeiten, als man seine Artikel auf Schreibmaschinen verfassen konnte, die auf so nette Namen hörten wie "Monica", "Regina" oder "Gabriele" und zu denen ("den lauten Damen mit der flotten Rückholtaste") sich sogar eine persönliche Beziehung entwickeln ließ. Gab es doch einmal ein Problem, tat es ein Farbband, das man für ein paar Mark beim Schreibwarenladen um die Ecke erstehen konnte. So nostalgisch verklärt blickt jedenfalls FAZ-Autorin Sandra Kegel in ihrem Beitrag "Persönlich - Bernds große Stunde: Der PC hat uns geschafft" im Feuilleton der heutigen Ausgabe auf Seite 43 zurück.

Und wie habe sich doch alles geändert: "Heute nehmen wir mit grauen Kästen vorlieb, die "D-Bert" heißen oder "X-Pert", und die unsereins nur Mißtrauen entgegenbringen". Klingt wirklich nach PC - denn Macs sind heutzutage silbern, in Titan-Look oder sogar bunt - und wirken keineswegs misstrauisch. Und solch seltsame Namen haben sie auch nicht. Dass aber der erste PC am morgigen Sonntag vor 20 Jahren "erstmals seinen Bildschirm erhellte", stimmt zwar für den hässlichen Kasten, den IBM damals auf den Markt warf (leider mit Erfolg, wie wir einräumen müssen - aber hier, wenn jemals, sagt die Quantität absolut nichts über die Qualität aus!).
Apple jedoch debütierte bereits 1977 mit seinem "Apple II", inklusive Farbmonitor und bald schon zahlreichen Anwendungen wie vor allem der ersten "Killer-Applikation" VisiCalc, die als Tabellenkalkulation schnell Standard in den Büros wurde. Der Apple III erschien im selben Jahr wie der erste IBM-PC, zu der Zeit war Apple klarer Marktführer auf dem Sektor der "Personal Computer".

Das alles sollte man wissen, wenn man derartige Artikel verfasst und wenigstens am Rande erwähnt haben. Noch einige andere Merkwürdigkeiten lassen sich in dem Beitrag finden ("Dos", "Ram" ???), aber lassen wir es gut sein. In der Print-Ausgabe findet sich daneben in einem großen Kasten ein Foto und die Rede von US-Präsident George W. Bush zur Nutzung von menschlichen Embryonen für Forschung und Medizin. Mag man über ihn sagen was man will, von Computern versteht er was: er ist Macianer und besitzt ein PowerBook Titan. Vielleicht hätte sie mal ihn fragen sollen...

Übrigens: der Artikel lässt sich mit leicht veränderter Überschrift "D-Bert statt Gabriele" auch online nachlesen, wer es sich denn nicht verkneifen kann: hier geht es lang

Kommentare