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ARCHIV :: # 1055

Steve Jobs - 'Großmeister des Brimboriums?'

Der Spiegel tut, was er am besten kann: ätzen

Autor: redakteur - Datum: 09.05.2001

Was die einen als freien und kompetenten Journalismus feiern, finden andere ätzend und ahnungslos. Bei den Artikeln des Nachrichtenmagazins îDer Spiegelî und Spiegel Online kann man sich jeweils aussuchen, was man von einem Beitrag hält.
Was jetzt unter dem Titel Viel Wind um wenig: Willkommen im Tante-Apple-Laden veröffentlicht wurde, ist jedenfalls keine Perle des Journalismus. Sondern reine Stimmungsmache eines Redakteurs, der entweder zu den Leuten gehört, die selbst mit einem Mac arbeiten, wie viele im publizistischen Bereich: Er weiß dann zwar um die Vorteile des Macintosh, macht aber auf betont kritisch, weil das einfach schick ist in manchen Kreisen.
Oder er arbeitet auf einem Rechenknecht mit Windoof und hat dann eh keine Ahnung, was er gerade einmal wieder verpasst. Und dem es offenbar egal ist, dass es wenigstens eine ernst zu nehmende Alternative zum Wintel-Kartell gibt.

Wenn Steve Jobs seine Auftritte gern gurumäßig zelebriert, dann mag man dazu stehen wie man will - ich zum Beispiel finde es unterhaltsam. Ein bisschen Show gehört zu dieser Art Business dazu. Aber îGroßmeister des Brimboriumsî - da sollte sich unser Spiegel-Redakteure das "Brimborium" namens iMac, Cube, PowerBook Titan oder die aktuellen iBooks erst einmal selbst ansehen. Bzw. siehe oben!

Dass Apple-Läden den Computermarkt nicht umwälzen werden, ist klar. Aber für den Mac-Hersteller aus Cupertino ist das ein weiterer Schritt in die richtige Richtung, weil hier zunächst punktuell der Kunden-Kontakt intensiver genutzt und ernster genommen würde. Apple hat nicht umsonst so lange und wieder Gewinn bringend überlebt. Ich jedenfalls freue mich über diese Initiative, die sich hoffentlich in den nächsten Tagen bestätigen wird.

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