ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 1064

"test" vergleicht das iBook SE 466

von Thomas Hartmann

Autor: bh - Datum: 30.11.1999

Hat jemand nach Tokyo ein neues und vor allem schnelleres iBook vermisst? Dann möge er sich mit dem Ergebnis eines Vergleichs von 15 Notebooks in der neuesten Ausgabe von "test" der Stiftung Warentest (Heft 3/2001, ab Seite 20 unter dem Titel "Schiffe versenken", erscheint in diesen Tagen im Zeitschriftenhandel) trösten. Dort liegt das iBook Special Edition 466 nämlich in der Spitzengruppe (Gesamtnote 2,2, in der Computerleistung "gut" mit Note 1,8 , in der Bildqualität sogar "sehr gut", Note 1,2 - gleichauf mit Apple liegt das Dell Inspiron 4000, davor auf Platz 1 nur Toshibas Notebook Satellite 2800 -100 (Gesamtnote 2,1 , also wirklich sehr dicht!).

Ein Überblick zu diesem Test dürfte demnächst auch im Internet erscheinen:

Stiftung Warentest: Untersuchung der Woche

Nachdem in der Vergangenheit die Stiftung Warentest offensichtlich sehr eigene Maßstäbe angelegt hatte und dabei IBM-kompatible Rechner eindeutig bevorzugte (was auch schon Thema war bei Macguardians: MacGuardians macMediawatch), hat sich die Situation zuletzt verbessert (vgl.: MacGuardians MacMediawatch.

So auch diesmal wieder: obwohl auffälligerweise Apples iBook gemessen an der Megahertz-Zahl am wenigsten zu bieten hat (466 Mhz gegenüber mindestens 500 Mhz bei den anderen, der Testsieger Toshiba mit sogar 650 MhZ, allerdings einem Celeron-Chip, ein Gericom Overdose III mit der Gesamtnote "befriedigend" (2,6) verfügt gar über einen Intel Pentium III mit 750 MHz), schneidet es in den meisten Bereichen doch hervorragend ab. Größter Schwachpunkt laut "test": die Spieletauglichkeit. Und, worüber die Tester offenbar nicht hinwegkommen : das fehlende Diskettenlaufwerk. Daran könnte man sich doch endlich gewöhnt haben bei Apple -Produkten!

Dieser Sachverhalt wird jedenfalls gleich dreimal erwähnt, aber immerhin mit viel Lob umgarnt; so heißt es im laufenden Text: "Der Apple ist nicht nur optisch ein Sonderfall . Das iBook unterscheidet sich im Design deutlich von den anderen geprüften Geräten: Es ist eher rund und kann beispielsweise in Weiß mit weißer Tastatur gekauft werden. Pluspunkte gab es für seine Multimediafähigkeiten und die gute Handhabung, es hat aber kein Diskettenlaufwerk". (Seite 25).

In der Gesamtwertung (der Preis wird übrigens angegeben mit DM 4.510,-, die Preisspanne hat die Stiftung Warentest ermittelt mit 4250 bis DM 4.600,-, das dürfte wohl realistisch sein) heißt es schließlich: "Sehr gute Multimediafähigkeiten, schwach bei Spielen, beste Akkuleistung im Test, gut verarbeitet, DVD-Laufwerk, große Festplatte, kein Diskettenlaufwerk (sic!), kleines Display (Anmerkung des Verfassers: die Größten im Test verfügen über 14,1 Zoll, Apples Notebook nur über 12,1 bei allerdings sehr guter Bildqualität, alle Notebooks und das iBook haben ein TFT-Display), nur ein Lautsprecher, Betriebssystem MacOS, Firewire- und Netzwerkschnittstelle " (Seite 24).

Wenn "test" dann noch wohlwollend herausstellt, dass das Apple iBook "in poppigen Farben verkauft" werde, konnten sie ja von den ganz aktuellen iMacs von Tokyo noch nichts wissen, die wohl eher dazu angetan sind, einen auf einen nostalgischen Hippie-Trip mit zu nehmen als die inzwischen fast schon gewohnten iBooks. Wenn man sich deren schwarz-graue Geschwister (sofern dieser Vergleich mit der hässlichen Wintel-Welt einmal erlaubt ist) mit Intel- oder AMD-Chip und Windows-Betriebssystem anschaut (nur Compaq bemüht sich hier ein wenig um zeitgemäßes Design), muten selbst die iBooks noch ein wenig psychedelisch an.

Nimmt man das Abschneiden des iBook SE 466 in "test" und das "sexy" Titan PowerBook zusammen, dann steht Apple trotz aller Kritik und Unkenrufe doch ganz gut da. Oder?!
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