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ARCHIV :: # 1065

Fairness und Frechheit

Wie sich Qualcomm finanziert...

Autor: redakteur - Datum: 12.02.2001

Der Weg, den Qualcomm mit dem "sponsored mode" seiner email-Software Eudora eingeschlagen hat, ist vorbildlich gewesen. Für iMac-Benutzer ist ein Werbefenster vielleicht Ärgerlich, für protzige 19" monitor-User wie mich ist es aber kein Problem. Bei jedem Mailcheck lädt sich ein Bildchen nach, was meiner Meinung nach ein fairer Deal ist, da man dafür ein wirklich gutes email-Programm umsonst bekommt. Irgendwo beginnt aber das Konzept der werbefinanzierten Software frech zu werden - und zwar da, wo Werbung nicht als solche erkennbar ist. Schleichwerbung nennt man das - und im Fernsehen ist es ebenso ärgerlich, aber dort gibt es zumindest im öffentlich-rechtlichen gewisse Grenzen. Bei Software aber sieht die Situation schon ganz anders aus! Wenn beispielsweise das user-interface mit Werbebuttons duchwirkt wird, und der Anwender nicht mehr feststellen kann, was ein programmfeature ist und was nicht. Da beginnt die software mühsam zu werden!

So geschehen in meiner Eudora-taskbar (siehe Bild), wo ich eines Tages (direkt neben dem Eudora-website-button) einen button mit ein paar Blumen drauf vorfand. ICQ oder was soll das sein? Der kurze Testklick öffnet prompt den Browser, geht online und bringt mich zu einer Seite, wo man mir glatt Blumen verhökern will: proflowers.com. Wo leben wir denn?

So nicht, Qualcomm - das ist ja schon so wiederlich, das läßt sich nicht mal bill (neu: ab nun wird er kleingeschrieben) einfallen. Ich finde das schreit nach einem MacGuardians-award für freches Interface-Design. Was sagen die Leser?

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