ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 1082

Macs - überall? Fast überall!

An Apple a day keeps bad temper away

Autor: wp - Datum: 15.08.2000

Arbeitstag so la la, Wetter schlecht, zu Hause quengeln die Kinder, und dann war als einziges das Mitgliedermagazin der Krankenkasse in der Post, normalerweise so prickelnd wie ein Nilpferd im Winterschlaf (oder so ähnlich). Dass es sich dabei um die Techniker Krankenkasse (TK) handelt, hat bisher auch nicht so sonderlich geholfen.

Immerhin, das Titelbild zeigt ein leicht bekleidetes Pärchen am Strand, Rückenansicht (ok, die Krankenkasse muss ja auch auf ihre herzkranken Mitglieder Rücksicht nehmen), das sich gerade - Moment, um was soll es gehen? TK-WebService, aha! -, das sich also gerade wohl irgendwelche Webseiten anschaut. Am Strand? Ein Handy liegt neben dem Computer, na denn. Und dann kommt wirkliche Zufriedenheit beim Betrachter auf, denn viel schöner als weißer Sand und Rücken, die entzücken, ist doch der freundliche Computer, um dessen Bildschirm sich ein breiter weißer Rand mit sommersonnigem orangen Rahmen zieht: Ein iBook, wie wunderbar!

Doch nicht nur das Titelbild, sondern auch das Hauptbild des Inhaltsverzeichnisses und gleich vier weitere Fotos ziert unser kleiner Freund, und wenn es auch keinen Apfel von vorne zu sehen gibt (ist eigentlich innen im iBoo-Deckel wirklich kein Apfel zu sehen, oder wurde der etwa wegretuschiert?), so ist es doch das "zu wissen, es ist Platin"-Gefühl, dass dem Mac-Anhänger den Abend letztlich doch noch versüßt.

Der Mac ist im Aufwind, das ist häufig an überraschender Stelle zu spüren, und sei es nur, wenn es darum geht, einen Computer zu zeigen, der eben doch sehenswerter ist, als das Einheitsgrau oder -schwarz (bei Notebooks) und die Kastenformen irgendwelcher Wintel-Rechner. Ein wenig hatte ich die Hoffnung schon aufgegeben, als selbst IKEA über lange Jahre mit vielen Macs im Katalog, als es mit Würfel und LC-Pizzaschachtel auch schon Apple-Computer waren, die deutlich anders aussahen als all die anderen Mini-Mainframes, die von IBM in gnadenloser Missachtung ihrer attraktiven industriegrauen Farbe auch noch als persönliche Computer auf die Menschheit losgelassen wurden, als also selbst IKEA anfing, Wintel-Boxen im Katalog auf ihre Möbel zu stellen. Spätestens aber, als in der PC-Werbung häufig Mac-Screenshots von den Agenturen in die PC-Bildschirme eingebaut wurden, bekam ich langsam ein besseres Gefühl. Und seitdem es iMac und iBook gibt, stolpert man doch häufig über Macs.

Noch ein paar Beispiele: Im Katalog des Nobel-Büroausstatters topdeq sind kräftig graue G4s zu sehen, mit dem 21-Zoll-Studiodisplay, und dazu noch ein paar iMacs. Und der einzige Computer, den es im ganzen "Wohnen 2000"-Katalog von Flötotto zu bestaunen gibt, ist - natürlich ein iMac, und das ausgerechnet in Grape.

Da bleibt doch die Hoffnung: Irgendwann wird vielleicht auch in Deutschland ein größerer Anteil der Computernutzer merken, dass die Geräte auch Spaß machen können und die Frage nach der Farbe eben doch nicht mehr so unwichtig ist. Obgwohl es heute wieder einen Dämpfer gab: Unter den vielen Screenshots in der aktuellen Ausgabe von LOGIN, einem "Magazin für informatische Bildung und Computer in der Schule", ist kein einziges Mac-Fenster zu bewundern. Traurig - im deutschen Education-Markt, der in den Staaten immer noch einer der klassischen Bereich von Apple ist, spielen Macs eine immer geringere Rolle. Apple Deutschland, erwache!

Die Zeit bis dahin werden wir uns wohl noch ein wenig vertreiben müssen - vielleicht sind Macs demnächst auch in der Bäckerblume, bei medi&zini oder gar in der Lokalzeitung zu bewundern. Augen auf und hingeschaut!

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