ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 1089

Sie sind da!

Autor: wp - Datum: 01.01.1999

Sie sind da! Die Spekulationen haben endlich ein Ende. Die neuen PowerBooks von Apple, Lombard genannt, wurden dieser Tage in Deutschland gesichtet. MacNow hat einen ersten Erfahrungsbericht.

Die Lombards erscheinen wie gewohnt im "Kleinen Schwarzen". Das Gehäuse ist noch eleganter geworden, nämlich leichter, schmaler und stromlinienförmiger. Kleinere Kanten, die beim Wallstreet noch vorhanden waren, sind dem Redesign gnadenlos zum Opfer gefallen. Ein Opfer, das aber kein User beweinen wird. Ein gutes Kilogramm ist so abgespeckt worden. 20% weniger Bauhöhe stehen dem neuesten Sproß von Apple ebenfalls gut zu Gesicht.

Was hat sich aber abgesehen vom Gehäuse getan? Wie bereits bekannt war, sind der serielle und der ADB-Port eingespart und durch zwei USB-Ports ersetzt worden. Alle Anschlüsse sind auf die Gehäuserückseite gewandert. Die Anschlußschutzklappe ist aber deutlich schlechter als im Vorgänger, da man von einer Metallführung auf eine Plastikführung umgestiegen ist und diese an Stabilität und Führungsgenauigkeit erheblich eingebüßt hat.

Nur die PC Card-Slots befinden sich noch auf der linken Seite. Auch hier wurde ein Slot eingespart, was PC Cards des Typs 3 endgültig ausschließt, zumindest intern. Ein Manko ist die nun fehlende Auswurfautomatik für den Slot. Warum diese äußerst praktische Funktion abgeschafft wurde, wird wohl ein Geheimnis bleiben.

Warum kein FireWire-Port integriert wurde, bleibt auch offen. Wahrscheinlich war man bei Apple noch nicht bereit, ein internes Redesign vorzunehmen. Das erklärt vermutlich auch, warum man extern den ADB abschuf, aber intern weiterhin ein ADB-Trackpad und ADB-Tastatur verbaut.

Ein Facelifting haben auch die Tasten oberhalb der Tastatur erfahren. Die Knöpfe für Lautstärke, Helligkeit und Stummschaltung sind auf die Funktionstasten der Tastatur verlegt worden. Lediglich der Einschaltknpof liegt immer noch oberhalb der Tastatur.

Auch der weiße Apfel auf der Display-Rückseite leuchtet deutlich heller als beim Vorgänger Wallstreet. Dies wurde durch das Einsparen einer Abschirmung zwischen Display und Gehäuse erreicht.

Vergeblich sucht man den gewohnten Regenbogen-Apfel. Dort steht nun Macintosh PowerBook G3. Auch die Bezeichnung PowerPC oberhalb des Displays verschwand und wurde durch einen weißen Apfel ersetzt.

Der Schließmechanismus des Displays wurde ebenfalls verfeinert, wobei dieser sich beim öffnen versenkende Mechanismus allerdings gewöhnungsbedürftig ist.

Womit wir bei der Tastatur wären. Diese ist nicht mehr schwarz, sondern nun durchsichtig braun, leuchtet aber nicht, wie man im Promo-Clip des Lombard vermuten konnte. Trackpad und Maustaste sind wie Tastatur im dezenten Braun gehalten. Der Klickwiderstand der Trackpad-Taste ist feiner geworden, was zu einer noch besseren Handhabung führen dürfte. Eine änderung auf der Tastatur, die sich viele PowerBook-User gewünscht haben, ist leider nicht realisiert worden. Für die vermißte zweite Apfel-Taste hat man auch beim Lombard keinen Platz gefunden.

Eine gute Neuerung ist der neue Graphik-Chip mit 8MB VRAM, der sowohl gespiegelte Darstellung auf Display und Monitor erlaubt, als auch eine unabhängige Bilddarstellung auf einem externen Monitor ermöglicht. Eine sehr interessante Möglichkeit bietet der Chip all jenen, die viel mit Präsentationen arbeiten. Das Lombard kann zugeklappt werden und wieder über eine externe Tastatur wieder aktiviert werden. Somit kann eine Präsentation bei geschlossenem PowerBook durchgeführt werden. Ein Feature, das beim Wallstreet nicht vorhanden ist.

Die Leistung der Akkus wurde um gut 60% verbessert, was das Lombard noch attraktiver für den Außendienst macht. Mit zwei Akkus kann man nun etwa 7 Stunden ohne Steckdose arbeiten.

Das Lombard ist ein sehr gutes PowerBook, das ein riesiges Leistungsspektrum mitbringt. Die Prozessoren mit 333 MHz und 400MHz liegen deutlich über den Leistungen der Wallstreets. Den 1MB großen Backside-Cache bekommt man aber nur in der 400MHz-Variante. Eine DVD-Aufrüstung ist beim kleineren Gerät nicht möglich. Beim Wallstreet gibt es zwar nur eine teure Lösung, DVD ist aber generell möglich.

Als Fazit kann man sagen, daß sich in Sachen Graphik und Schnittstellen etwas getan hat. Allerdings nicht genug, um eine Revolution auszurufen.

Produktpflege beschreibt daher am Besten das Lombard. Wer also überlegt, sein Wallstreet zu verkaufen, um Platz für ein Lombard zu machen, sollte sich die neuen Tragbaren aber erst ganz genau anschauen, denn meiner Meinung nach ist es kein Ersatz für ein Wallstreet. Für Neukäufer ist das Lombard allerdings sehr empfehlenswert.

Ein Trostpflaster für alle, die eins der neuen Geräte bestellt haben. 96% der Bestellungen der 333MHz-Variante und alle Bestellungen der 400MHz-Variante können laut Verfügbarkeitsinformation vom 15.6.99 bedient werden.

MacNow bedankt sich bei Herrn Rüdiger Weiß von Apple Deutschland und Teampoint Hannover für die Möglichkeit, das Lombard unter die Lupe zu nehmen.

Kommentare

test

Von: test | Datum: 03.11.2003 | #1
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Von: Karl Schimanek | Datum: 04.05.2004 | #2
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