ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 1095

Die neuen PowerBooks: wirklich innovativ?

Autor: wp - Datum: 15.01.2001

Sie sind also endlich da: die neuen PowerBooks. Im schicken neuen Kleidchen, mit schickem neuem Gedärm. Die nagelneuen tragbaren Proficomputer aus Cupertino sind wieder geprägt von Geraden und Ecken. Zwar furchteinflößend flach, aber eben eckig und geradkantig. Titan ist cool, keine Frage. Aber wo sind die geschwungenen Linien, diese femininen Formen geblieben, die ich an meinem PowerBook nicht erst mit meinem Pismo so lieb gewonnen habe? Weg. Dabei dachte ich, dass seit dem iMac bei Apple die Funktion der Form folge. Wohl falsch gedacht.

Auch die Farben sind wieder verschwunden. Wird jetzt alles so grau wie der G4 und der Cube? Wohin sind die bunten Gehäuse? Schwarz ist streng genommen zwar auch keine Farbe, aber immer noch um Längen besser als Grau. Denn das ist ja fast so schlimm wie beige.

Ein rasant schneller 400- bzw. 500-MHz G4-Prozessor. Den hätte ich gern. Endlich ein Slot-In DVD-Laufwerk. Das wurde ja auch Zeit. Das hätte ich übrigens auch gern. Aber was ist da auf der Rückseite zu entdecken? Nur noch ein FireWire-Port? Kein Audio-In? Super.

Die gesamte Produktpolitik der vergangenen Monate erscheint insgesamt ein wenig verworren. Erst kam die finanzielle Hiobsbotschaft. Dann ein überteuerter Cube. Daraufhin wurden die mäßigen Absatzzahlen der PowerBooks bekannt, was zur Folge hatte, dass kurzerhand die Preise so dermaßen gesenkt wurden, dass jedem Besitzer eines solchen Gerätes jetzt noch schwindelig wurde. Nun sind neue PowerBooks vorgestellt worden, die nicht nur eine Verkaufswelle von Gebrauchtgeräten zu Dumpingpreisen losgetreten haben, sondern auch wie der letzte Rettungsring des Unternehmens des angebissenen Apfels wirken.

Der Biss in die Paradiesfrucht schien auch für Jobs immer saurer geworden zu sein. Kurzerhand zauberte Jobs die PowerBooks und Mac OS X aus dem Hut, alles schon seit langem erwartet. Nun wird sich zeigen müssen, ob der Griff in den Hut wirklich magisch oder doch nur ein Taschenspielertrick war. Der Markt wird einmal mehr entscheiden, ob Apple mit den Innovationen á la Steve auf dem richtigen Kurs liegt.

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