ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 1101

Handspring Visor Shoot-out

Welcher Visor ist besser: Edge oder Prism?

Autor: wp - Datum: 21.09.2001

Zwei wie Terence Hill und Bud Spencer. Der Edge: schlank, drahtig, elegant, schimmerndes Metall, locker im Jackett mitzuführen, aber nur mit einem puristischen Schwarzweiß-Display gesegnet. Der Prism: Griffig, aber zu schwer und zu füllig um die Hüften, um ihn schnell mal aus der Hemdtasche zu ziehen, im robusten aber wenig eleganten Kunststoff-Outfit, dafür aber mit einem durchschlagend scharfen und superhellen Farb-TFT, das im 16-Bit-Modus "Tausende von Farben" darstellt.

High Noon

Nachdem meine geschätzte Gattin sich spontan in den schlanken, silberfarbenen Edge verliebt hat und ihn seitdem als Nachfolger eines "normalen" 8MB-Visor benutzt, schleppe ich mich seit der MacWorld EXPO Anfang diesen Jahres mit einem dunkelblauen Prism ab. Es konnte nicht ausbleiben, dass es in den letzten paar Wochen zum interfamiliären "High Noon" kam: Wer zieht schneller, sorry, ist besser im beruflichen Alltag einzusetzen: Edge oder Prism? Lasst Euch überraschen...

Visor Duell

Gila The Edge:
"Schlank, elegant, handlich. So muss für mich ein PDA sein. Und nicht aus Plaste und Elaste, sondern aus Metall. Gib zu, dass Dein Prism gegen meinen Edge ganz schön alt aussieht..."

Roland The Prism:
"Das sind doch nur Äußerlichkeiten. Was zählt, sind die inneren Werte! Da vergeben sich die beiden nix. Nur, dass mein Prism ein Farb-TFT hat. Lass darauf mal Zap!2016 laufen, und Dir gehen die Augen über..."

Gila The Edge:
"Typisch, selbst auf dem PDA muss ein Ballerspiel für die Argumentation herhalten. Ganz schön DOSig. Hier geht^(1)s aber ums Geschäft. Wenn ich unterwegs bin, brauche ich vor allem eins: schnellen Zugriff auf meine Kundenadressen, Telefonnummern, Terminverwaltung usw. Und zwar ohne mich abschleppen zu müssen..."

Roland The Prism:
"Zugegeben, ein Leichtgewicht ist mein Prism nicht. Aber dafür helle! Die Leuchtstärke des Aktivmatrix-Displays lässt sich so weit hochregeln, dass Du noch aus einem Meter Abstand deutlich erkennen kannst, was auf dem Display drauf ist."

Prism

Gila The Edge:
"Na toll. Genau, was ich im Alltag brauche. Und wie lange kannst Du Deinen Prism zur Taschenlampe machen, bis ihm der Strom ausgeht?"

Roland The Prism:
"Hm, naja. Da gibt's natürlich ein kleines Problem. Könnte ich die Beleuchtung des Displays abschalten, würde er die eingebauten Lithium-Ionen-Akkus nicht so schnell leertrinken. Aber was soll's. Ich stelle ihn eh einmal am Tag in die USB-Ladestation."

Gila The Edge:
"Einmal am Tag. Ah ja. Zuhause ist das schön und gut. Und was machst Du unterwegs? Ich kann mit meinem Edge eine Woche rumfahren ohne nachzutanken! Und ich nutze ihn wirklich intensiv. Übrigens nicht zum Spielen, weißt Du..."

Roland The Prism:
"Grrrmpflll..."

Gila The Edge:
"Haufenweise Adressen, die ganze Kundenkartei, früher papiergestützt und damit ausgesprochen umständlich zu benutzen, insbesondere, wenn sich mal wieder irgendwelche Telefon- oder Faxnummern geändert haben. Ich habe mich aus gutem Grund damals von meinem Filo-Fax getrennt. Wie ein Prism macht so ein Filo-Fax zwar mächtig was her, ist zudem schweineteuer, wiegt aber auch ein gehöriges Pfund. Ist für Hosentasche oder Jackett zu voluminös, beult aus, und mit einem Handtäschchen gehe ich deswegen nicht aus. Und da sich in meiner Branche Adressen, Telefonnummern etc. dauernd ändern (die mittlere Verweildauer eines Art-Directors in einer Agentur liegt unter 2 Jahren!), ist es schon sehr praktisch, wenn man mit einem schnellen Querziehen des Visorgriffels oder sogar notfalls mit dem Fingernagel einen Eintrag löschen kann."

Using the Edge

Roland The Prism:
"Ich widerspreche nicht. Schließlich sind sich Dein Edge und mein Prism in dem Punkt inseitig einig. Die Hardware-Basis, Betriebssystem und Software sind doch identisch, oder?"

Gila The Edge:
"Klar. Aber das interessiert mich weniger. Mir ist einfach wichtiger, was ich damit tun kann. Mein Edge ist mir lieb und teuer als externes Gedächtnis (die Borg lassen grüßen), zum Führen meines Fahrtenbuches und zum Jonglieren mit Terminen. Da zahlen sich auch die im Vergleich zum Palm-eigenen normalen Datebook erweiterten fünf Übersichten des ja bei allen Visor installierten zusätzlichen Datebook+ aus. Sehr praktisch, wenn ich die Kontrolle über die laufenden Jobs behalten muss oder mir bspw. während eines Telefonats mit dem Art-Buying einer Agentur schnell mal einen Überblick verschaffen muss, in welcher Woche noch etwas Luft ist..."

Roland The Prism:
"Mache ich doch ganz genauso!"

Gila The Edge:
"So? Ich sage nur: Zap!2016..."

Roland The Prism:
"Naja, so ein Spielchen in Ehren... Übrigens, DopeWar ist auch nicht schlecht. Läuft auch auf Deinem kümmerlichen Schwarzweiß-Display. Soll ich es Dir rüberbeamen? Ist Dein Infrarot-Port empfangsbereit?"

Gila The Edge:
"DopeWar? Ist das auch ein Spiel? Lass mal sehen!"

Roland The Prism:
"Kommt sofort! Hier. So schnell geht das mit dem Beamen. Einfach im Systemmenü auf 'Beam' klicken, Programm auswählen und mit Anklicken der Beamtaste im Display transferieren. Schwupp! Schon passiert."

Gila The Edge:
"Danke. Mal sehen..."

Hier schließt sich dann eine mehrstündige Diskussionspause an. So simpel DopeWar ist, es ist die pure Spieldroge. ;-) Später dann:

Gila The Edge:
"Das war richtig fies von Dir, mein Lieber. So ein blödes Spiel. Und unmoralisch noch dazu: Als Drogendealer in New York zwischen Bronx, Ghetto, Central Park, Manhattan, Coney Island und Brooklyn hin und her pendeln und mit 8 verschiedenen Drogen versuchen, ein Vermögen zu machen, ohne dabei draufzugehen. Na danke. Aber immerhin, ich habe es auf knapp 41 Millionen Dollar gebracht, bis ich in der Karibik als Rentner endete. ;-)

Roland The Prism:
"Hihihi. Der Effekt ist mir bekannt. Aber Du hast natürlich Recht. Sowohl Dein Edge wie auch mein Prism sind nicht zum Spielen gemacht. Sondern richtige Arbeitserleichterer. Ich habe sogar schon am Erweiterungsslot meines Prism eine Farbkamera aufgesteckt um unterwegs ein paar schnelle Bilder von einem Promotion-Display aufzunehmen, die ich dann zuhause per USB auf den Mac überspielt und in eine Präsentation eingebaut habe. Die Erweiterungsmöglichkeiten sind schon sehr gut."

Gila The Edge:
"Da zahlt mein Edge leider den Preis für das geringere Gewicht und das superflache Design. Ich brauche einen Adapter, um den Springport-Slot zu benutzen. Aber das ist wirklich nur eine kleine Einschränkung im Vergleich zu den sonstigen Vorzügen im Alltag: Alles lässt sich leichter organisieren, das ganze Leben. Nur, irgendwann beschleicht mich dann dieses Gefühl eines gewissen Horrors, wenn ich mir ausmale, was passiert, wenn ich ihn mal verliere, meinen Visor Edge, mein externes Gedächtnis. Auweia, bloß nicht dran denken."

Roland The Prism:
"Oops! Daran habe ich noch gar nicht gedacht. Ich habe zwar alle Daten auch auf dem Mac als Back-up. Aber allein der Gedanke..."

Gila The Edge:
"Und welcher ist nun der bessere Handspring Visor?"

Roland The Prism:
"Ich glaube, wir haben hier versucht, Äpfel mit Birnen zu vergleichen! Wer auf Farbe steht und den Springport-Anschluss mit verschiedenen Erweiterungsmodulen intensiv nutzt - bis hin zur Minifotokamera -, für den ist der Prism eine Überlegung wert."

Gila The Edge:
"Und wer vor allem einen leichten, flachen und perfekt bedienbaren PDA für immer und überall braucht, mit langen Standzeiten ohne Nachladen, für den ist der Edge die erste Wahl!"

The side of the Edge

Roland The Prism:
"Und im Zusammenspiel mit dem Mac sind beide perfekt. Darauf kommt es schließlich viel mehr an. Wenn ich mir vorstelle, einen PDA mit Windows CE benutzen zu müssen und womöglich mit einer DOSe zu synchronisieren..."

Gila The Edge:
"Igitt!"

Beide:
"We don't link to microsoft.com!"

Kommentare

nm,bn

Von: namekhjjkhk | Datum: 16.11.2005 | #1
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