ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 1123

Händler: it's SHOWTIME Apple

Autor: admin - Datum: 14.05.2002

Am 16. Mai findet wieder ein Gespräch zwischen Frank Steinhoff und den Vertretern der Fachhändlern statt. Die miserable Margensituation und anderes haben bewirkt, daß sich drei Jahre nach dem Rücktritt des "Händlerbeirates" wieder eine Interessenvertretung gegründet hat, die mittlerweile für 200 Händler spricht. Wie ist die aktuelle Lage?

Apple hat mit dem eMac auch im lange vernachlässigten Europa eine gute Offensive im Bildungsbereich gestartet. Der auf die Bedürfnisse von Schulen zugeschnittene eMac wird unserem Hersteller höheren Marktanteil bescheren, alle ziehen wieder an einem Strang - dachten Sie wohl. Leider ist der eMac für den kompletten Fachhandel völlig uninteressant - und der Fachhandel macht immer noch mehr als 50% des Umsatzes von Apple DACH. Zur Illustration wieder ein kleines Rechenbeispiel aus unseren zahlreichen Quellen:

Der Fachhändler kauft den kleinen eMac um 1627,- Euro bei einer Backmargin von 480,- Euro. Backmargin ist das, was Apple als "Rückvergütung" dem Händler über das Education Approval Tool (EAT) wieder zurückzahlt. Der Händler kauft also teuer beim Distributor, verkauft zum konkurrenzfähigen Preis an den Endkunden und bekommt von Apple was zurück. Somit darf er eine Menge Papierkram erledigen und erstmal 480,- Euro "zwischenfinanzieren", weil die Rücküberweisungen von Apple ja ihre Zeit brauchen. Aber gut, nehmen wir an der Händler macht genau dies - nach der Rückvergütung kostet der eMac nur mehr 1147 Euro. Wieviel kann der Händler jetzt daran verdienen? Nehmen wir Cancom als Vergleich, denn der größte Versender bekommt ja schließlich keine Sonderkonditionen von Apple - vielfach behauptet, ich wills glauben. Canom verkauft den kleinen eMac inklusive Mehrwertsteuer um 1349,- Euro. Rechnen wir jetzt die 16% Mehrwertsteuer raus, sind wir bei 1162,93,- Euro. Der Differenzbetrag ist die Marge eines Händlers für den Verkauf eines kleinen eMac: 15,93,- Euro genau und damit 1,18% des Verkaufspreises. Um diese fetten 15,93 Euro einstreichen zu dürfen muß der Händler den ganzen Rückvergütungsquatsch über sich ergehen lassen, das Verkaufsgespräch führen und auch noch dem Hersteller Geld borgen? Hallo, können Sie sich das bei einem anderen Hersteller IRGENDEINES Produktes vorstellen? Ich höre die Gegenargumente schon, kommen im Tiefflug "Ja Apple ist eben was besonderes und die Versender schaffen das auch irgendwie". Aber klar, da muß man einfach "puffern können", die Händler müssen eben auf Service spezialisieren - wieviel Service muß man denn verkaufen, um seinem Hersteller zinsenlos Geld borgen zu dürfen? Wieviel muß ich arbeiten, damit ich bitte bitte Macs verkaufen darf? Schlagt mich, beißt mich, kratzt mich - aber laßt mich euch für ein paar Monate Geld vorstrecken und eure Produkte an den Mann bringen, damit ihr 27% Marge erzielen könnt. Für mich sind 1,18% Marge schon okay...

Das ist die Offensive im Bildungsmarkt? So stellt sich Steve Jobs die Tätigkeit seiner Befehlsempfänger ganz bestimmt nicht vor, wenn er davon spricht, daß wir die "restlichen 95%" noch überzeugen wollen. Der Zustand der Vertriebskanäle ist ein Witz, das gesamte System der Rückvergütung ein bürokratisierter Humbug sondergleichen. Die Apple-Führung Deutschland soll die Karten auf den Tisch legen - Taten sind gefragt, Worte hat der community schon Rainer Deichmann im Übermaß gegeben. Talk is cheap. Wir erwarten mit Spannung die Erklärungen der Gesprächspartner nach dem Treffen Apple - Fachhändler am 16. Mai.

Schreiben Sie mir Ihre Meinung - das Thema des dahinsiechenden Einzelhandels geht die ganze community an, ich bin gespannt auf Ihren Beitrag.

Kommentare

Nicht nur Apple, man vergleiche Sony etc.

Von: Mark Koch | Datum: 03.09.2003 | #1
Moin,

das Prozedere ist sicherlich suboptimal. Keine Frage! Aber das geht den Versendern von i386-HW nicht ein bissel besser (hier wird nur in Ausnahmen, in Zahlen 1 (IBM) Studentenrabatt vom Hersteller gewährt). Wenn ein Händler eben ein Studentenangebot macht, dann geht das von seiner Marge ab. Die ist bei PCs nun auch nicht grade hoch (Mischkalkulation, hin oder her). Es bleiben dabei in der Regel auch nur 1-3% Marge, in einzelfällen auch höher, aber immer unter 10%. Ist also nicht nur Apple, der seine Händler schlecht ünterstützt.

Und noch mal generell, all dies (die Margen usw.) sind ja nur so, weil der Markt nicht mehr hergibt. Freie Marktwirtschaft halt. Wer ist denn gezwungen so günstig anzubieten? Und rechnen scheint es sich ja auch, sonst wären die Margen ja größer.

Es ist halt immer Herstellungspreis + Zwischenhandel + Handel bis zum Verbraucher (inklusive aller sonstigen Kosten der einzelnen Instanzen).

Mark

Mein sollte die Dinger vielleicht nicht gerade einzeln verkaufen...

Von: Kabe | Datum: 03.12.2003 | #2
Die Grundidee dahinter ist, an große Institutionen zu verkaufen, und nicht an einzelne Schüler & Studenten - und insofern hinkt der Vergleich anhand des einzelnen Gerätes etwas.

Hier geht es um die Art von Geschäften, wie sie in Amerika gemacht werden, wo hunderte bis tausende von Geräten in einem Deal laufen.
Das solche Deals in Europa aufgrund anderer Strukturen so nur selten abzuschließen sind, hat amerikanische Firmen noch nie interessiert...

Kabe

Apple vs Dealers

Von: Tom Santos | Datum: 08.04.2004 | #3
Well here goes nothing. In the United States, Apple has been treating its' dealers as second class citizens for way too long. Some people have classified our relationships as that of Battered Wives. Many of the dealers are afraid to do anything because of Apple's ability to retaiiate against us. No Allocation, terrible contracts, mis-information and no referrals.

Can it get any worse? Apple has consistently overbilled us in regards to service, parts returns and many other things as well.

Apple quite honestly makes the finest products, but their attitude and actions towards their valued partners is beyond shambles. I for one do not want Apple to fail, but their actions in my opinion are driving them in that direction. How long before they only have 1% of the market? And how long before all dealer contracts are kaput (English/German for Gone/Destroyed).

Dealers, VARs, Consultants and supporters of Apple it is not me against them, it is Apple against what is best for the Mac, or rather Steve Jobs against what is best for the Mac.

Tom

tellonapple.org

Von: Tom Santos | Datum: 08.04.2004 | #4
Anybody willing to help in the translation of the site to German, please contact me. I would be more than happy to work on this for the dealers there. Please contact me.


Tom

Hoffnungsvoll eine gute Übersetzung

Von: Tom Santos | Datum: 09.04.2004 | #5
Vertiefung hier geht nichts. In den Vereinigten Staaten hat Apple
seine Händler als zweite Kategorie Bürger für den langen Weg zu
behandelt. Einige Leute haben unsere Verhältnisse als das der
zerschlagenen Frauen eingestuft. Viele der Händler haben Angst, alles
wegen der Fähigkeit Apple zum retaiiate gegen uns zu tun. Keine
Belegung, schrecklichen Verträge, Fehlinformation und keine
Empfehlungen.

Kann es irgendein falscher erhalten? Apple hat uns durchweg im Respekt
überberechnet, um außerdem instandzuhalten, in der Teilrückkehr und
in vielen anderen Sachen.

Apple bildet ziemlich ehrlich die feinsten Produkte, aber ihre
einstellung und Tätigkeiten gegenüber ihren bewerteten Partnern ist
über Shambles hinaus. I für ein wünschen Apple nicht ausfallen,
aber ihre Tätigkeiten meiner Meinung nach treiben es in dieser
Richtung an. Wie, lange zuvor sie nur 1% des Marktes haben? Und wie
lange vorher alle Händlerverträge kaput seien Sie (English/German
für Gone/Destroyed).

Händler, VARs, Berater und Verfechter von Apple ist es nicht ich
gegen sie, ist es Apple gegen, was für den Mac am besten ist oder
eher Steve Jobs gegen, was für den Mac am besten ist.

Tom