ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 1182

OpenSourcer bei HP gefeuert

Man spricht nicht schlecht von Bill, Du verstehst?

Autor: bh - Datum: 11.09.2002

Die New York Times berichtet, daß Bruce Perens von seinem Arbeitgeber HP gefeuert wurde. Der gute Junge war Projektleiter von Debian und gilt als eine der Lichtfiguren der OpenSource-Szene. Seit zwei Jahren war Perens als Berater für Hewlett-Packard tätig - zum Verhängnis wurde ihm nun sein loses Mundwerk. Denn wissen Sie, liebe Leser: dieser komische Vogel hat doch tatsächlich einigen Kunden erläutert, daß OpenSource für ihr Unternehmen gedeihlicher ist als Microsoft-Produkte. Dann war er auch noch so unklug, eine Kampagne gegen proprietäre Lösungen in der öffentlichen Verwaltung zu starten, Sie verstehen. Das mag Onkel Bill nicht, es ist äh nicht gut. Bruce zollt uns keinen Respekt, wo bleibt der Familiensinn? Ich meine, HP ist seit der Fusion mit Compaq doch der größte Wiederverkäufer von unserer Software, und damit hat man Bruce einfach mal was erklären müssen. Wir haben ihm ein Angebot gemacht, daß er nicht ablehnen konnte... Bruce Perens kann also als erstes Opfer des steigenden Drucks aus Redmond bezeichnet werden. Schön, daß das Kartellverfahren so effektiv war. Microsoft hat ja keineswegs irgendwem je Daumenschrauben angesetzt. Zwar gehört eine gewisse Blauäugigkeit dazu, wenn man meint, seine Unabhängigkeit in Weltkonzernen wie HP bewahren zu können, doch sind diesem Trugschluß schon viele erlegen. Nicht so diese kleine, feine, grüne Seite. Wir behaupten uns seit dreieinhalb Jahren mit wachsender Leserunterstützung im Netz. Ohne Bannerwerbung, keiner verdient auch nur einen Cent mit dieser Seite. Für manche ist es aber Motivation genug, stolz als eine der wenigen Community-Seiten sagen zu können: we don¥t link to microsoft.com!

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