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ARCHIV :: # 1230

OS X stösst auf starkes Interesse in der Forschung

Wissenschaftler unter der Flagge des Apfels

Autor: kai - Datum: 24.08.2002

Auf Slashdot fand ich einen Link auf einen sehr interessanten Artikel im Boston Globe, in dem es um das starke Interesse von Wissenschaftlern an OS X geht.
Unix ist in der Wissenschaft der Standard, aber andererseits hat auch ein Wissenschaftler garantiert nichts gegen eine ausgereifte gut zu bedienende GUI und einen kommerziellen Softwarepool aus allen Bereichen einzuwenden. Zudem lassen sich neue Programme per Project/Interfacebuilder (und gegebenenfalls Cocoa) extrem schnell, einfach und komfortabel erstellen und der Wissenschaftler kann sich ohne von sekundären Aspekten aufgehalten zu werden auf das konzentrieren, was am Programm wichtig ist. Altivec als Vektorrechner ist für die Wissenschaft, wie wir ja spätestens seit Genentech und BLAST wissen, auch ein zukräftiges Argument.
Deswegen ist das Interesse der Wissenschaftler, die ja auch die einzigen waren, bei denen NeXT wegen einigen der o.g. Gründe nennenswerte Erfolge verzeichnen konnte, an OS X gerade sehr gross.

Diejenigen, die es schon im Einsatz haben sind voll des Lobes: "OS X is a better Unix development environment than Linux or Silicon Graphics Irix" sagt Scott Sneddon, ein Forscher bei Genzyme, der chemische Analysesoftware schreibt. "OS X, I think, is the best Unix I've seen come along, ever" sagt Craig Hunter, ein Luftfahrtingenieur bei der NASA, wo gerade SGI IRIX-Maschinen mit Macs ersetzt werden. Craig geht sogar so weit, die G4s mit den CPUs einer Cray gleichzusetzen, was meiner Meinung nach etwas weit geht, es wird allerdings auch nicht gesagt, um welche Cray es sich handelt.

Apple selbst ist von dieser Entwicklung scheinbar etwas überrascht, denn ausser beim Gen-Sequemcing-Programm BLAST, das sie mit Genentech gemeinsam entwickelt haben gibt's da nicht viel, womit Apple diese Zielgruppe umwirbt. Das stört die Forscher allerdings wenig, und so werden munter Xserves gekauft und Softwareproduzenten wie Numerical Algorithms, die z.B. hochoptimierende Fortran-Compiler bauen (Fortran ist nach wie vor der quasi-Standard in der Wissenschaft!) machen ihre Software jetzt (in dem Fall wieder) für OS X. Sehr gut, vielleicht können wir dann -als Nebenprodukt- endlich bessere SpecFPU-Werte für die G4 kriegen (Die Tests der SpecFPU-Suite sind hauptsächlich in Fortran geschrieben!).
Auch Apple selbst zieht kräftig an und liefert auf der Wissenschafts-Sektion von apple.com mittlerweile einen wohlgefüllten Pool an Informationen und Tools für Forscher.
Logischerweise sind Sun und SGI von dieser Entwicklung nicht sehr begeistert. Steve hat jedenfalls nicht gelogen als er damals ankündigte, dass man in kurzester Zeit zum (zahlenmässig) führenden Hersteller von Unix-Boxen werden wird...

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