ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 1239

Aus der Zwischenzeit... part two

Information ist alles..........

Autor: daZ M - Datum: 22.08.2002

Leser Omega führt uns im 2. Teil seiner Serie "Aus der Zwischenzeit" noch ein Stückchen tiefer in die Gedankenwelt eines Apple-Dealers. Viel Spaß beim Lesen! Diskussionen im Forum sind durchaus erwünscht!

Liebe Leserin, lieber Leser,

es gibt viele Möglichkeiten, an Informationen zu kommen. Wahrlich, wir sind einer wahren Flut von News und Storys ausgesetzt. Wenn ich aber mal ganz objektiv, ohne die technisch-wissenschaftlichen Aspekte oder die intellektuellen Meinungen und Analysen einzubeziehen, nachdenke, komme ich immer wieder auf dieselbe Schiene. Diese Schiene führt trotz allen Veränderungen geradeaus. Absolut linear, aus der Vergangenheit kommend, direkt via Gegenwart in die ungewisse Zukunft. Wir versuchen verzweifelt, den Fortschritt zu verstehen, um die zukünftigen Auswirkungen auf unsere Population, sprich das eigene Ego, im Endeffekt in ein kalkulierbares Risiko umzuwandeln. Es geht um Sicherheit! Sicher ist, wer genau weiß, was passiert oder die Konsequenzen zu tragen vermag. In der Computerwelt ist das besonders deutlich. Die Entstehung der Berge ist für uns unvorstellbar, weil wir es nicht selbst erlebt haben. Jedoch ist es beim digitalen Technozeitalter so, dass wir mittendrin stecken. Wir leben diesen Lifestyle und helfen mit, ihn zu fördern. Ein steter Teufelskreis, weil das schlechte Gewissen in unseren Köpfen vertreten ist. Mal mehr, mal weniger...trotzdem schwimmen wir mit und versuchen, uns tagtäglich durch diesen Sumpf zu bewegen. Ich will damit nicht sagen, dass ich Sümpfe nicht romantisch finde! :-)

Nun gut, ich komme vom Thema ab. Thema? hehehehe, ok, die eigentliche Absicht des Artikels knüpft an den vorderen (EiEwiH, Wi, WiDm) an. Es ging um den Geschlechterkampf der Plattformen, und darum, dass dieser eigentlich eh egal ist. Nur erscheint mir eine Frage sehr wichtig. Wie finde ich meine richtige Schiene, um so labern zu können, wie ich es in diesem Text versucht habe, rüberzubringen? Ganz einfach: Man nehme ein Gehirn, versetze es in einen lernfähigen trance-ähnlichen Zustand, und füge eine gute Portion Menschenverstand dazu, und schwuppdiwupp entsteht ein Verständnis, das einem extrem hilft, dem schlimmsten Computervirus, "Frust", entgegenzuwirken. Nämlich, wer mit sich selbst zufrieden ist, kritisiert selten den anderen. Die Rechtfertigung, dass die Zeit nicht vorhanden ist, scheint mir unpassabel. Man hat die Qual der Wahl. Entweder, ich helfe mir selbst oder ich lasse mir helfen, muss aber dafür Kohle abdrücken. Ein großes Problem stellt sich genau hier. Auf der einen Seite steht ein Gigant: der Produzent. Auf der anderen Seite steht die Konsumgesellschaft die das Benzin liefert, diesen großen Motor anzutreiben. Das Hauptübel dieses Systems besteht darin, dass der Produzent aus der Gesellschaft stammt. Und diesem Prinzip folgend, stützt sich das Eine auf das andere.

An der Ladenfront sieht es so aus, dass wir kleinen Fachberater alles versuchen, um den Leuten gute solide Infos weiterzugeben, uns aber auch freuen, wenn jemand nur vorbeischaut, um "Hallo" zu sagen. Trotzdem haben wir den Businessgedanken im Nacken, weil wir wissen, dass dieses Spielchen nur solange läuft, wie der Rubel rollt. Der Kunde hingegen ist dauernd ohnmächtig, weil in vielen Bereichen einfach zuwenig Wissen abgegeben wird. Wissen weitergeben bedeutet Macht abgeben. Wer Macht abgibt, wird arbeitslos......so schließt sich der Kreis.

All diese Gegebenheiten führen zwangsläufig zu dem Misstrauen, das schlussendlich die Computerwelt so verhasst macht. Nur, wo führt uns diese Schiene wirklich hin? Genau dies ist der Knackpunkt. Wir können nicht hellsehen........wir können nur annehmen.....

Ein Freund von mir fragte mich, was diese Serie mit dem Thema Apple zu tun hat. Eine berechtigte Frage. Es hat soviel und ebenso wenig damit zu tun, weil die eigentliche Absicht meiner Texte nicht als wertendes oder meinungsbildendes Medium dienen sollen, (Schließlich machen dies schon alle anderen!) sondern eher ein Echo darstellt, wie ich den täglichen Kampf an der Ladenfront mit den Kunden zusammen bewältige. Wie gesagt, Kritik ausüben ist immer einfach, aber mal die andere Seite beleuchten ist doch mindestens so interessant-ODER???

Früher hatte man zwar länger Zeit, ein Dokument in rein physikalischer Form zu suchen, jedoch war die Fehlerquote wesentlich tiefer. Der Computer als Weltverbesserer? Na ja, heute jedenfalls muss alles schnell gehen, es ist egal wie und wo, wichtig ist das Wann. Die Anfälligkeit der heutigen Systeme ist höher, aber da so viele Netze einander stützen, ist, global gesehen, angeblich alles "besser". Das Chaos ist also doch geordnet? Aber wenn der Tag X kommt? Früher dauerte die Überbringung einer Botschaft Jahre, Monate, Tage. Heute erhalte ich sie in Sekundenschnelle. Und trotzdem höre ich noch heute den Satz:Ñ was ich nicht weiß macht mich nicht heiß... Tja, eine wirklich schwierige Aussage, da wir eh schon zu viel wissen...

Nur, wissen wir das Richtige?


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