ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 1308

Digital Rights: Nun doch private Kopien ?

Eine US Kongressabgeordnete hat einen Gesetzesvorschlag eingebracht, der Kopien erlaubt.

Autor: mike - Datum: 03.10.2002

Der "Digital Choice and Freedom Act of 2002" (DCFA) soll dem Konsumenten die Möglichkeit geben, Digitale Inhalte die geschützt sind, zu geniessen. Der von der Abgeordneten Zoe Lofgren vorgelegte Entwurf sieht vor, dem Käufer digitaler Medien das Recht einzuräumen, private Kopien ebendieser zu ertellen, beispielsweise zur Verwendung im Autoradio sowie sich allfälliger "Beschneidungen" und Schikanen zu entledigen.

Dies steht in krassem Widerspruch zum DMCA (Digital Millenium Copyright act), der in Sektion 1201 beispielsweise feststellt, dass jegliches Umgehen von Kopierschutzmechanismen illegal ist bzw dass deren Umgehen geahndet wird. Es ist müssig zu erwähnen, dass es sich hier um kein faires Gleichgewicht handelt, und das fand auch Zoe Lofgren. Daher hat die gute Dame selbst die Feder in die Hand genommen und unter Anderem folgende Punkte ausgearbeitet:

- Rechtmässige Besitzer dürfen von ihren Medien Kopien zur privaten Verwendung erstellen und diese auf Geräten ihrer Wahl abspielen.

- Konsumenten sollen vor sogenannten "ShrinkWrap" Lizenzen geschützt werden. Solche sind nichtverhandelbare "Akzeptier
-es-oder-gib-es-zurück"-Päckli, manchmal steht da "Windows" drauf;-)

- Schutz der Kunden, indem ihnen erlaubt wird, restriktive Schutzmechanismen zu umgehen, damit das Produkt vollständig genutzt werden kann

- Bringt Flexibilität für die "Rechteinhaber" hinsichtlich der Entwicklung neuer innovativer(!) Wege zum Schutz von Inhalten.

Interessant hierbei ist die Gegensätzlichkeit zum DMCA, fast schon die Dreistheit, mit der dieser Vorschlag aufwartet. Der DCFA 2002 anerkennt auch, dass herkömmliche Methoden dahingehend wirksam waren, dass der Inhalt gebunkerteingeschlossen wird, und auch von einem rechtmässigen Besitzer (Naja, die Herren wollte ja lieber, dass der Inhalt gar nie dem Kunden gehört) nur limitiert freigeschaltet werden kann.

Bleibt abzuwarten, was die AbgehobenenAbgeordneten im EU Parlament dazu meinen und ob der US Kongress dem Entwurf überhaupt folgt.

Kommentare

das EU Parlament hat schon längst reagiert!

Von: Karl | Datum: 03.10.2002 | #1
Die EU hat schon vor längerer Zeit eine Richtlinie erlassen und die nationalen Gesetzgeber sind meines Wissens nach auch nicht untätig gewesen (in D und in A). Aus meiner Sicht wird die Musikindustrie damit noch mehr geschützt, zu Lasten der Verbraucher, versteht sich.

Mehr kann man zB hier nachlesen:
http://www.heise.de/ct/02/08/018/