ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 1311

Fortschritt

und Abschied

Autor: thyl - Datum: 04.10.2002

Es ist soweit, sowohl Palm als auch Sony haben ihre ersten PDAs mit PalmOS 5, und damit mit einem ARM Prozessor, vorgestellt. Die anderen Hersteller werden rasch folgen und damit die bisherige Platform mit Dragonball EZ/VZ Prozessor verdrängen. Damit heisst es langsam Abschied nehmen von einem Prozessor, der Geschichte geschrieben hat und uns nunmehr seit über 20 Jahren begleitet hat. Es ist der 68000 von Motorola.
Eingeführt Ende der 70er Jahre, war er damals der überlegene Prozessor für Kleincomputer, bei weitem besser als der etwa zeitgleich eingeführte 8086 von intel. Während intel sich schon damals mit einer Rückwärts-Kompatibilität (zum 8080) die Chance auf ein moderneres Design verbaute, hatte der 68000 eindrucksvolle Werte: 16 32 Bit Register statt der vier 16 Bitter wie bei intel, alle beliebig verwendbar; 16 MB Hauptspeicher (intel 1 MB) und leistungsfähigere Befehle. Ich erinnere mich noch, wie ich mir als Jugendlicher Prospekte habe schicken lassen und mich fasziniert mit der Architetkur beschäftigt habe.

Es verwunderte daher nicht, dass sich eine ganze Reihe von Firmen dieses Prozessors annahmen und damit leistungsfähige Computer bauten. Zuvordert natürlich Apple, die den 68000 und seine Nachfolger, den 68010, 68020, 68030, und 68040 in den Macintosh einbauten, aber auch Rechner wie Cromenco (UNIX Mehrplatzsysteme), Gepard (ein deutsches Selbstbauprojekt, dass gegen Apple allerdings keine Chance hatte), der MC68000 und natürlich die NeXT Rechner basierten alle auf der 68k Architektur.

Mit der Entwicklung des PowerPC Prozessors schien dann das Ende der Produktreihe gekommen zu sein. Der 66 MHz 68060 kam zwar wohl noch auf den Markt, erlangte aber keine Verbreitung mehr, nachdem sich Apple für den PowerPC und NeXT zunächst für den 88000 und dann auch für den PowerPC entschieden hatten (NeXT kam dann nicht mehr mit einem entsprechenden Rechner, sondern stellte die Hardware-Produktion ein).

Der 68k fristete noch sein Dasein als embedded Prozessor, beispielsweise in Druckern, bevor er auch dafür zu langsam wurde. Und dann kam die damals kleine Firma Palm und baute eine spezielle Low Power Version des 68k, Dragonball genannt, in ihre PDAs ein. Millionen dieser Zwerge wurden verkauft und der 68k erfuhr somit auf seine alten Tage noch einen zweiten Frühling. Nun jedoch ist das Ende der Fahnenstange wohl erreicht, und der 68K hat seinen letzten grossen Auftritt hinter sich gebracht. Leb wohl, alter Freund...

Ob ich mir noch schnell einen Clie NR70 mit Dragonball VZ kaufe? Pff, was soll ich denn mit dem alten Schrott?

Kommentare

Atari

Von: christian saksewitsch | Datum: 04.10.2002 | #1
Wie kann man bei der Aufzählung der Rechner mit 68000er nur den Atari ST vergessen? ;-)

Amiga

Von: Sebastian Harnau | Datum: 04.10.2002 | #2
Und den AMIGA ???
;-)))

Sinclair

Von: c. | Datum: 04.10.2002 | #3
Sinclair QL.

c.

Register

Von: Neider | Datum: 04.10.2002 | #4
Und den 68k 16 GPRs geben, es sind nur 8 GPRs und 8 Adressregister. Aber immernoch ausreichend viele für einen CISC Prozessor :-)

Hoppla, wohl schon zu lange her

Von: Thyl | Datum: 04.10.2002 | #5
Nur acht Register, echt? Aber die sind orthogonal, also alle gleich verwendbar, oder?

Und für Amiga und Atari muss ich mich entschuldigen, ich war wohl zu sehr darauf fixiert, auch ein paar Exoten reinzubringen. Mea culpa.

amiga

Von: darkman | Datum: 05.10.2002 | #6
yep, der beste homecomputer aller zeiten, mein amiga 500 - mit 2,5mb ram, 2. diskdrive und hd!
sorry, wenn amiga halbwegs überlebt hätte (es soll ja ein revival geben, aber das is nimmer das selbe) wär ich heute noch dort zu finden, bei aller liebe zu meinem mac :)