ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 1314

Macs endlich für Unternehmen?

Ich und David Coursey, mein alter Kumpel

Autor: bh - Datum: 06.10.2002

Lange war Ebbe in der Rubrik MediaWatch, aber dann kam ein Leserhinweis (danke!) auf eine Story bei ZDnet. Dieser Beitrag ist frech von der Überschrift angefangen! "Macs nun endlich auch für Unternehmen?" - oho meine Herren, Macs gibt es schon seit längerer Zeit für KMUs, und was man so hört profitieren auch größere Agenturen und Unternehmen im Publishing-Bereich von der leichten Bedienbarkeit des Mac. Meinen Sie die zukunftsträchige Sparte Kohle und Stahl oder welche Unternehmen sind gemeint, die nun endlich Macs verwenden können?
Dem Autor geht es vornehmlich um Jaguar - er findet es gut. Apple hat vor kurzem ein bedeutendes Upgrade für OS X mit dem Namen Jaguar eingeführt, was Branchenkenner als Teil umfassender Bemühungen werten, mit zahlreichen Features aus Windows XP gleichzuziehen. HALLO? Erstens würde ich mal sagen, daß man upgrades nicht einführt, aber Deutschkenntnisse waren noch nie maßgeblich in der Journalistenbranche. Zweitens - wollen wir ernsthaft ein UNIX-System mit einem gerade den 16 Bit entwachsenen Codehaufen vergleichen? Lieber Herr, was sind die zahlreichen neuen features von XP? Eine abgekupferte bunte Oberfläche, für die Microsoft sich mit einer einmaligen Zahlung von gerichtlichen Folgen befreit hat? Aber der Spaß geht weiter: Mein Kollege David Coursey und ich verwenden Jaguar, um dessen Vorteile und Schwächen zu analysieren, und um seine Chancen bei - umständehalber oder aus Überzeugung - mit Windows arbeitenden Benutzern einzuschätzen. Wenn Dich selbst keiner kennt, nenn den Namen eines bekannten Kollegen. Frotteurismus nennt man das, durch das Reiben am Körper anderer Menschen, zB in Menschenansammlungen, einen sexuellen Reiz verschaffen. Nur eben hier keinen sexuellen Reiz, sondern Ruhm, Ehre, Glanz. David Coursey ist einer der bekanntesten Kolumnisten der Szene und da will dieser Autor von ZDnet nicht zurückstehen. Wenn man sich so plump in die Nähe einer Berühmtheit rückt, erweckt man eher den Eindruck, man selbst sei hauptberuflich Bleistiftspitzer der Redaktion. Kein Buddhist käme auf die Idee zu sagen "der Dalai Lama und ich suchen innere Zufriedenheit und Ruhe".
Der Artikel gipfelt in einer alten Forderung von David Coursey - nämlich der Lizensierung von MacOS X für Intel-Rechner. Wer sich ansieht, womit Apple Geld macht, wird diesen Schachzug wie wir für unmöglich halten. Hardware bringt Apple ein Einkommen, mit Software allein wäre das Unternehmen in zwei Jahren weg. Zwei Jahre aber kann Microsoft locker dagegenhalten, mit der Portokasse - also vergessen wir diesen Traum lieber.
Wenn ZDnet gerne ausblenden möchte, daß viele Unternehmen, besonders in der kreativen Branche, mit Macintosh arbeiten, dann ist es ihr Problem. Belehrende Artikel, daß wir jetzt endlich mit Windows gleichgezogen hätten und man deshalb wieder mit uns Schmuddelkindern spielen darf, sollen sie sich aber sparen. Aus der Froschperspektive wird meistens nur gequakt...

Kommentare

Folgendes ging gerade an den Autor raus:

Von: kai | Datum: 06.10.2002 | #1
Zitat:
"Vergleich Latitude - iBook
Als Praxistest habe ich auf der Website von Dell den Preis für eine bestimmte Ausstattung des Dell Latitude-Notebooks abgefragt, dem unter geschäftlichen Anwendern beliebtesten Notebook von Dell. Soweit wie möglich habe ich dabei dieselbe Konfiguration gewählt, wie sie die 1.799 US-Dollar teure Basis-Version des Apple iBook mit einem 14,1-Zoll-TFT-Display, 30 GB Festplattenspeicher und 256 MB SDRAM aufweist. Zu den Kosten für das iBook rechnete ich noch 319 US-Dollar für eine Lizenz von Microsoft Office für OS X hinzu, außerdem weitere 249 US-Dollar für die Verlängerung der iBook-Garantie auf die drei Jahre, die Dell bietet. Bei ähnlicher Grundausstattung bekam ich so das Latitude für 100 US-Dollar weniger, mit einem 15-Zoll-Display statt der 14,1 Zoll des iBook und einem 1,6-GHz-Mobile Pentium 4 statt dem 600-MHz-PowerPC des iBook."

Sehr geehrter Herr Berlind:
Warum denn ausgerechnet das vom Preis/Leistungsverhältnis schlechteste Apple-Notebook zum Vergleich herziehen? Warum Äpfel mit Orangen vergleichen?

Warum nicht das 12.1" iBook mit dem fast deckungsgleichen Latitude vergleichen?
Latitude C400, 12.1", 866MHz P3, 128MB, 20GB HD, Modem, WLAN Antenne eingebaut, kein Office: mit 24x CDROM: 2284 Euro (incl MWSt), mit Combodrive (DVD/Brenner): 2546 Euro
iBook 12.1" CDROM, exakt gleiche Ausstattung, 600MHz G3, incl 3-Jahres Applecare-Protectionplan: 1876 Euro (incl MWSt) bei Apple, kann bei diversen Händlern schon wesentlich billiger gekriegt werden!
iBook 12.1" Combodrive (700MHz G3) incl Applecare bei Apple: 2340 Euro
..nur hat das iBook mit dem dedizierten 16MB Radeon M6 3D-chip der integrierten Intel Shared-Memory Chipsatz-3D-Grafik wohl mehr 3D-Power voraus!
Preisvorteil iBook 600 CD: 408 (!!) Euro
Preisvorteil iBook 700 Combo: 206 Euro

Beim Latitude X200 sieht's ähnlich aus.. Wenn man nun Office draufrechnet hat man 240 Euro zusätzlich bei Dell und 319 Dollar (ihre Angabe) beim iBook. Dass Microsoft keine Office-OEM-Lizenz für Apple anbietet ist allerdings nicht Apples Schuld, immerhin gibt's zum iBook mit Appleworks auch kostenlos eine Office-Suite dazu, die den meisten Ansprüchen absolut gerecht wird!

Dass "die Preise attraktiver" werden müssen kann ich ergo speziell beim iBook so überhaupt nicht sehen! Denn wenn man mit entsprechenden 12.1" Sony VAIOs und IBM Thinkpads (X-Serie) vergleicht zeigt sich ein absolut ähnliches Bild!

MfG,
Kai

Englisch versteht Mr. Berlind besser

Von: Ask | Datum: 06.10.2002 | #2
Kai,

du hast deine Argumentationskeule aber schon auf Englisch an Mr. Berlind geschickt, oder? Ich bin mir nicht sicher, ob sein Deutsch fließend genug ist, um dir folgen zu können... Ich glaube nicht, dass zdnet.de außer den Artikeln ihrer Kollegen auch noch die Leserzuschriften übersetzen ;_)

Ask

Ach, deswegen...

Von: kai | Datum: 06.10.2002 | #3
..war da kein email-link auf der Seite! ;-)
Mist, ich dachte die hätten auch deutsche Redakteure!..
Dann mal schwupps übersetzen..

Ach, deswegen...

Von: kai | Datum: 06.10.2002 | #4
..war da kein email-link auf der Seite! ;-)
Mist, ich dachte die hätten auch deutsche Redakteure!..
Dann mal schwupps übersetzen..