ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 1352

Apple nimmt Cancom an die Leine

Statt "Marktbereinigung" jetzt mal "Aktionärszufriedenstellung"?

Autor: bh - Datum: 17.10.2002

Cancoms Katalog heißt nicht mehr "Mac Solutions", sondern "Media Solution" - und statt den Designrechnern von Jonathan Ive ist der Katalog des Versenders voll mit Hewlett-Packard-Kisten. Ein Verhalten, daß ich meinen Händler nicht durchgehen lassen würde - wer auch PCs verkauft, hängt mir nicht genug am Mac. Für mich ist Macintosh eine Einstellungsfrage, eine Herzensentscheidung und deshalb werde ich lieber von Freaks bedient, die mir nicht den 20 Gb iPod aufschwatzen wollen, sondern auch Ersatzteile für einen Mac Classic besorgen können. Wie Cancoms Entscheidung, der Kundschaft künftig PCs ans Herz zu legen, bei den bisherigen Mac-Kunden ankommt, wird man sehen. Das Unternehmen ließ uns ja wissen, daß man den Mac-Markt keineswegs verlasse, nur dort keine tollen Wachstumschancen mehr sieht. "Those who say it can´t be done are usually interrupted by those doing it." Wer die Visionen des Unternehmens aus Cupertino nicht einmal mehr als Schemen wahrnimmt, der hat wohl auch keinen Platz mehr in dieser Szene.

Hintergrund des Schwenks von Cancom sind die neuen Händlerverträge. In früheren Zeiten sorgte Cancom für ordentliche Stückzahlen, schob massenweise Kisten und Apple Deutschland hatte brauchbares Zahlenmaterial, das man an Cupertino melden konnte. Im Gegenzug sorgte Apple Deutschland für brauchbare Einkaufspreise, auch wenn die Fachhändler und Distributoren maulten. (Der Einkauf bei Cancom war oft günstiger als bei der Distribution - was leider auch einige Fachhändler dazu getrieben hat, ihren Konkurrenten noch größer zu machen.)

Die Neuordnung der Vertriebskanäle ist nicht auf Frank Steinhoffs Mist gewachsen - doch die Handhabung liegt bei ihm. Was bisher zu sehen war, läßt Hoffnung aufkommen. Wer als Fachhändler den neuen Vertrag unterschreibt, wird eingestuft. Qualitätsmerkmale wie Ausbildung der Mitarbeiter, Größe des Geschäfts, Breite des Sortiments werden berücksichtigt und aus diesen Komponenten wird ein Bonussystem errechnet. Qualitätssicherung endlich auch bei Apple, man will Investitionen der Partner damit begünstigen. Weniger hübsch sieht es für die Versender aus, und als solcher hat Cancom wohl zu gelten. Apple sieht ähnlich wie wir keinerlei Vorteile des bloßen Versenders: es wird kaum Beratung geboten und ein Katalog hat noch nie jemanden vom Mac überzeugt. Wer einen Freund für den "digital hub" begeistern will, der wird sich zum Fachhändler begeben und dort Geräte vorführen. Die Dumpingpreise von Cancom sind erfreulich für manche Endkunden, aber ruinieren den Markt, weil kleine Qualitätsgeschäfte ebensowenig überleben können wie Händler, die nicht mit der Zeit gegangen sind. Mit den neuen Verträgen hat Cancom ein Problem: der Umsatz wird durch die Anzahl der Filialen geteilt und sozusagen Größe bestraft, sofern sie nicht zu weiteren Investitionen in die Geschäfte führt.

Man muß hier lobend erwähnen, daß Apple zum ersten Mal in vielen Jahren Rückgrat bewiesen hat. Cancom hat in Verhandlungen seine enorme Marktmacht (größter Mac-Händler Europas) in die Waagschale geworfen und Frank Steinhoff unter Druck gesetzt. Der Geschäftsführer für Deutschland und Österreich muß ja gewisse Stückzahlen erfüllen, sonst wird Paris oder Cupertino ihm die Rute ins Fenster stellen. Im Endeffekt hat Cancom zähneknirschend die neuen Verträge doch unterschrieben, wenn man diversen Berichten glauben darf. Frank Steinhoff hat leadership bewiesen und scheint es ernst zu meinen, wenn er von 200 Apple-Partnern in Deutschland spricht, die seine Wunschvorstellung sind. (Unterschrieben haben bis jetzt circa 150, also müßten noch ein paar dazukommen!) Frank Steinhoff: „Ein neues Partnerprogramm kann nach unserem Verständnis doch nicht dazu dienen, starke Partner noch stärker zu machen und kleine Händler klein zu halten. Das wäre nicht gerecht.“

Damit ist es vorbei mit Dumpingpreisen - möglicherweise kauft Cancom nun über die Distribution günstiger als bei Apple? Die Distribution wird sich jedenfalls schon auf Cancom freuen, die sich in ihrer Blütezeit wenig Freunde gemacht haben. Cancom wird sich im Mac-Markt nun dem tatsächlichen Wettbewerb stellen müssen - nicht mehr billig Kisten schieben, sondern gegen Fachhändler antreten, die Aufwind verspüren. Der Fachhandel hat sich organisiert und kann erste Erfolge verbuchen. Wenn die Händler es schaffen, sich besser zu vernetzen - beispielsweise mit einer Datenbank von Spezialisten ("Ich hab einen Avid-Spezialisten bei der Hand. Brauche aber einen Reason-Zauberer für eine Musikproduktion!"), dann könnten die neuen Verträge für sie ein Erfolg sein. Es wird aber jeder seine ausgetretenen Pfade verlassen müssen, nur mit viel Engagement und Enthusiasmus wird man sich bewähren können. Cancom wird im PC-Markt feststellen, daß man dort nicht auf noch einen Kistenschieber gewartet hat - und im Mac-Markt wird sich die Liaison mit HP vielleicht als Bumerang erweisen.

Die MacGuardians legen Wert darauf, keine Sonderbehandlung zu bekommen. Diesbezügliche Angebote weisen wir immer zurück, wir sind alle normale Anwender wie unsere Leserschaft. Bei uns ist jeder Kundentyp vertreten - der Fachhändler-Fan (wollen Sie raten wer?), der Cancom-Verfechter, der Gravis-Kunde. Allen gemeinsam ist: wir wollen sehen, wie sich der Verkäufer für das Produkt reinhängt. Die Beziehung zum Unternehmen ist zwiespältig, doch das Produkt lieben wir - und genau das erwarten wir auch von unserem Gegenüber. Die Grenzkostenkurve darf Enthusiasmus nicht überdecken, Erbsenzähler und Abzocker gibt es genug - den Freaks eine Bresche! Es amüsiert mich köstlich, daß sehr viele Kollegen die Bedeutung dieser Entwicklungen verschlafen haben - dabei ist das wesentlich relevanter für den Mac-Markt in Deutschland als das Erscheinen des dritten updates für die beta von XYZ in Version 1.2.3.4....

Kommentare

bravo

Von: obelix | Datum: 17.10.2002 | #1
dem ist ja wohl dann nichts hinzuzufügen. ich bin auch einer von den wenigen, die noch wert auf service und support aus der region und ein schwaetzchen beim fachhaendler legen ;-)

apple übernimmt den versand selbst

Von: Bert | Datum: 17.10.2002 | #2
@ Wolfgang: Apple beschneidet mit den Verträgen die Versender. Völlig logisch, denn für Bildungsbereich und andere Segmente hat man selbst Beauftragte und Versender ist man auch - wozu also Cancom das Geschäft überlassen. Die Fachhändler werden in einer gewissen Größe gefördert, nur in den Himmel wachsen sollen sie nicht. Klar wird Apple auch denen manchmal Kunden abjagen. Jetzt geht es aber erstmal darum, das marken- und marktschädliche dumpen von Preisen zu unterbinden. Herzliche Grüße, Bert

Eine Frage

Von: Whopper | Datum: 17.10.2002 | #3
Sachmal, Bert, betest du auch gen Cupertino?

It's the Price Stupid!

Von: Jerry | Datum: 17.10.2002 | #4
Der Grund warum sowenig User auf Apple umsteigen ist schlicht der Preis!!! All dieses Gerede über Beratung, Fachgeschäfte usw. ist unsinn!!!!! Der Markt muss alle Kunden bedienen - die jenigen die Beratung brauchen (aber dann teurere Preise) und die jenigen die keine Beratung brauchen (billigere Preise). Ich verstehe überhaupt nicht wie mann sich freuen kann wenn durch die neuen Händler Verträge noch höhere Preise kommen. Die billigeren Preise von z.B. Cancom sind immer noch teuer und die jetzt noch zu verteuern ist eine Frechheit!!!! Apple schauffelt mit dieser Politik seinen eigenen Grab!!!!!

schon immer PC

Von: swi | Datum: 17.10.2002 | #5
Cancom und PCs - schon lange/ immer

die verkaufen schon ewige Zeiten PCs.
Ihre Geschäfte schimpfen sich immer Systemhäuser etc.
Außerdem hängt Cancom mir MacZone und PCZone (= MultipelZone o.s.ä.) zusammen. Ist wohl sicher noch so. Die Köpfe sind mit Rasenmähern *groß* geworden.

Soviel zur Geschichte.

> cu.swi

…die Preise mal wieder – was sonst

Von: Thomas | Datum: 17.10.2002 | #6
Das mit den Preisen sind doch olle Kamellen.
Erstens stimmt es nicht sehr; verglichen mit anderen Markencompis.
Zweitens: schon mal ein wirklich gutes Design-Sofa gekauft? Das kostet auch bei Ikea echtes Geld. (Ausnahme: das tolle Klippan). Und bei de Sede und Benz und Roset und Cassina ist das aber mal so richtig teuer.
Würde auf einem Mac "Alessi" stehen, dann würde er das Doppelte kosten. Und nicht mal zu Unrecht, denn gute Gestaltung kostet nicht eben wenig (Entwicklung, Fertigung,…)
Und drittens kaufen Menschen PCs, weil der Nachbar auch einen hat. Und damit alle Spiele und Programme kostenlos sind.

Wer einen PC hat, hat auch mindestens zwei gute "Kenner" an der Hand, die ihn einrichten können. Mehr oder weniger gut.

Dass Computer auch (weitgehend) problemlos sein können, glauben die alle nicht. Wir wissens.

Und mal angenommen, "billiger" stimmt tatsächlich:

- Wäre das ein Argument kontra Porsche und pro Lada?

Das Argument kann so nur dann greifen, wenn gleichwertige Geräte preis-verglichen werden!

Dazu ein abschließendes Zitat.
"Im Sommer konnte ich meinen PC tagsüber oft nicht nutzen, weil es ihm zu heiß wurde und er sich abschaltete."

Thomas

Viel zuviel Weltanschauung ...

Von: Lutz | Datum: 17.10.2002 | #7
... praxisnahes Denken ist gefragt. Wer mit seinen Rechnern Geld verdienen will, muss auch sehr genau auf den Preis achten.
Wenn ich Beratung brauche, rufe ich mein Systemhaus an und kaufe dort; wenn ich "nur" einen G4 kaufe, kaufe ich beim billigsten Anbieter. Und das ist oft ein Versender wie Cyberport o.ä. Und jeder Euro mehr für einen Mac fehlt mir am Ende in der Kasse.

Das mit den Design-Sofas oder Luxus Autos stimmt ja aber

Von: ks | Datum: 17.10.2002 | #8
Apple ist nun mal von den Softwarehäusern abhängig. Das ist der große Unterschied.

Es ist mir egal, wo ich den Porsche kaufe - nur günstig muss er sein! ;-)

Von: Rüdiger | Datum: 17.10.2002 | #9
Ich habe heute am 17.10. meinen 8ten Mac vermittelt (Schwiegervater musste d'ran glauben.;-)) - also jemanden zum Kauf eines Macs anstatt eines PCs geraten. Ich bin kein Händler, sondern verdiene seit gut 5 Jahren mit dem Mac mein Geld. Beratung benötige ich schon lange nicht mehr. Die von mir beratenen Mac-Käufer auch nicht. Ich benutze Macs aus Überzeugung, aber ich bin keine Sponsor für Mac-Händler. Meine Einstellung: Der billigste, bei dem ich bei einem Garantiefall den Mac zur Reparatur auf den Tisch knallen kann (Versender sind da also raus), bekommt den Zuschlag. Eine Lizenz zum Gelddrucken habe ich - wie so viele - nämlich noch nicht. ;-)

Apple will ohne Händler mehr verkaufen

Von: Günter | Datum: 17.10.2002 | #10
Ist schon so, der Preis gibt den Ausschlag. Ich bin geschäftlich und privat seit ein paar Jahren Cancom-Kunde - und zufrieden. Vorher war ich beim hiesigen "Fachhändler vor Ort" und brauchte für manche Hilfestellung erst ein Rezept vom Arzt, damit ich überhaupt bedient wurde. Und das berühmte Schwätzchen über den Laden- oder Werkstattisch konnte und kann ich eher in der hiesigen Cancom-Filiale führen. Nachdem im Sommer dieses Jahres die Händler-Debatte bei den MacGuardians geführt wurde habe ich mit einem leitenden Cancom-Mitarbeiter darüber diskutiert: Während acht Wochen hat Cancom damals keine Sonderangebote unterbreitet - vom Fachhändler um die Ecke kam allerdings auch nichts. Den gemütlichen Apple-Laden "um die Ecke" wie Bert ihn kennt, gibts halt nicht überall. Außerdem sehe ich in Apples Politik auch eher den Ansatz, das Hauptgeschäft über Apple eigene Stores abzuwickeln - direkt oder online. Die Händler - ob grosser Kistenschieber oder Krauter um die Ecke - bleiben bei dem Geschäftsmodell ohnehin außen vor. Auf Apples Betriebssysteme, auf die Rechner und auch die Philosophie hinter dem ganzen lasse ich nichts kommen. Was die Jungs aber auf dem Geschäfts-Sektor auf dem europäischen Markt verzapfen geht auf keine Kuhhaut mehr. Erfolgreiche amerikanische Geschäftspraktiken lassen sich bestimmt nicht 1:1 auf Europa übertragen. Und die treuherzige Aussage, dem kleinen Händler bessere Konditionen einzuräumen als dem Massenversender nehme ich den Apple-Kaufleuten nicht ab!

Billigster Händler mit Service

Von: Bert | Datum: 17.10.2002 | #11
Die Einstellung, den billigsten Händler, der dafür gerade noch Service bietet zu nehmen, kann ich gut verstehen. Ich will nichts Schlechtes über die Filialen von Cancom sagen - dort sitzen vermutlich ähnliche Freaks wie hier, und ist gut so. Doch das Unternehmen ist für mich wie jeder andere Versender nicht dem Produkt förderlich.

Untätigkeit bei Sonderangeboten: tja, für den Fachhändler ist es schon schwierig genug, mal ein Vorführgerät auf die Beine zu stellen. Doch auch hier könnte sich mit den neuen Verträgen einiges tun. Herzliche Grüße, Bert

Nichts als aerger - immer diese versandhaendler !

Von: ERNIE | Datum: 17.10.2002 | #12
in meinem leben habe ich mich immer wieder mal zum kauf beim versandhaendlerhinreissen lassen... leider nuetzen mir nette emails und telefonate nichts, wenn ich mit der ware nicht zufrieden bin, oder ewig darauf warten muss (weils nicht am lager ist)....
es war zwar immer interessant im cancom-prospekt zu blaettern, aber gekauft habe ich da NIX....
da geh ich lieber zum freundlichen gravishaendler hier in berlin... da kann ich alles anfassen, nen schwaetzchen mit den mitarbeitern machen, bei dem ich meine kaufueberlegung noch aendern kann...
naja.. eine lockere familaere atmosphaere mit anschliessendem kauf halt...
dafuer zahl ich auch gerne mal 19euro mehr fuer nen powermac, kann ihn aber gleich mit nach hause nehmen...

Ist Vielleicht nur gerecht, die Behandlung!

Von: Dirk | Datum: 18.10.2002 | #13
Cancom hat es bisher nur verstanden mit wenig Service (Internet Versender) und gutem Einkaufspreis (habe ich ausm Internet) im MArkt rumzusauen. Das wollte Apple wohl unterbinden und hat gemäß PunkteKatalog den EK bei Cancom angehoben.
DIe Macpreise.de Preisaktion deutet darauf hin, dass sie wohl Apple rausschmeißen wollen.
Und dann viel Spaß am PC Markt, Ihr Kistenschieber. Achnein, das wart Ihr ja bis jetzt, ab jetzt werden die PC´s zusammengehustet.

So einen Quatsch habe ich noch nie gehört.

Von: Tzunami | Datum: 18.10.2002 | #14
So einen Quatsch habe ich noch nie gehört, Firmen Setzen ehr Markengeräte ein und keine Billigkisten, weil sie Wert auf Support und Produkitvität legen. Denn bei Billig-Computern ist die Gefahr von Hardware und Treiberproblemen höher, und welche Firma will schon bei Hardwareaussfall seinen Rechner zu Aldi zurückschicken, denn das bedeutet Ausfallzeiten und das wiederrum Geldverlust. Darum sind Markengeräte mit Vorort Garantie in vernünftigen Unternemen Gang und Gebe.

Hoi bin ich wieder pubertär ;-)

Von: Bert | Datum: 18.10.2002 | #15
Morgen Leute und danke für die Beiträge. Manchen erscheint es pubertär, daß ich kein Unternehmen mag, daß sich plötzlich auf die PC-Seite schlägt. Tja, ist so. Hat vielleicht wirklich mit dem Absonderlichkeiten des Apple-Kults zu tun, aber der Mac ist mehr als bloß ein Rechner. Wer das nicht auch als Verkäufer so sieht, ist nix für mich. Grüße, Bert

bravo macbeth!

Von: Marcel Röll | Datum: 18.10.2002 | #16
ich kann das gesülze nicht mehr ertragen, erst war es immer das microsoft bashing und jetzt cancom.

und ich bestehe auf den billigsten preis, wenn ich statt 9 g4 10 kaufen kann, dann ist das gleich ein arbeitsplatz mehr! wer meint er hat zu viel geld und wuerde apple oder dem kleinen händler von neben an einen gefallen tun weil er alle 3 jahre 200 euro mehr ausgibt, der soll das weiterhin tun. aber wundert euch nicht wenn kleinere firmen dem mac den rücken zuwenden weil die plattform einfach zu teuer wird. das kann auch nicht im interesse des marktes sein.

Falscher Film?

Von: Grasaffe | Datum: 18.10.2002 | #17
Irgendwie scheinen viele nicht mitbekommen zu haben, was im deutschen Apple-Markt in den letzten 2 Jahren abgegangen ist. Cancom hat definitiv versucht, den Markt zu beherrschen und zu monopolisieren (Gerüchteweise wollten die sogar mal die alleinige Distribution haben!). Ein gesunder Wettbewerb ist ok, wenn aber durch die Marktmacht versucht wird, die Mitbewerber durch eine Niedrigpreispolitik auszuhungern, dann ist das nicht mehr tolerierbar, vor allem nicht von Apple. Mit den neuen Verträgen dürften Preise, die 20% (oder mehr) unter Applestore-Preis liegen, bald der Vergangenheit angehören. Der Preisfächer wird deutlich kleiner werden, so daß es fast keinen Unterschied mehr machen wird, wo ich bestelle.

Zum Thema Vor-Ort-Garantie: laßt uns abwarten, wie das Thema aussieht, wenn die Hersteller-Garantie abgelaufen ist. Bisher sind meine Erkenntnisse hierzu, daß eine solche Garantie in der Praxis ganz anders aussieht, als man es sich vorstellt. In der c't gab es mal vor längerem einen Test dazu, erschreckend kann ich nur sagen (egal op Top-Marke oder Aldi-PC). Kaufmännisch rechnen lässt sich eine solche Garantie nämlich nie, solange sie kostenlos ist.

Die Preispolitik von Apple ist ein ganz anderes Thema, bei in der Branche völlig unüblichen 20-30% Marge...

Und Bert: nur weil Cancom jetzt auch PCs im Katalog bringt, muß ich als Apple denen nicht die Freundschaft kündigen. Es gibt immernoch so etwas wie unternehmerische Freiheit. Ob diese "Neuausrichtung" was bringt, ist eine ganz andere Frage...

Bin mit Cancom bestens bedient

Von: Carlo | Datum: 18.10.2002 | #18
Also alles was recht ist, bei unserem Cancom Händler in Saarbrücken kann man sich als Kunde richtig wohlfühlen. Mit eigener Werkstatt für die evtl. anfallenden Kleinigkeiten, Spitzen-Profi Beratung und immer nett und hilfsbereit. Echte Mac-Freaks eben und trotzdem oder weil, Cancom-Filiale. Habe über die Jahre auch festgestellt, daß bei den Cancom Macs immer alles Original Innenleben ist. Da werden keine Macs ohne Ram oder ohne Festplatte bestellt und die dann mit Billigstteilen nachgerüstet, wie das anscheinend so mancher Billigversender macht, von denen die Macs dann auch meist die schwarzen Schafe in der Familie sind. Mit häufigen Abstürzen und früh verrauchenden Festplatten. Und trotz der Gegenüberstellung im neuen Media-Solution-Katalog steht bei den Mac-Produkten immer: Empfohlene Preisempfehlung des Herstellers. Lassen Sie sich ihr individuelles Angebot unterbreiten. Das finde ich nicht schlecht. Ansonsten mußte es vielleicht bei Cancom mal raus. Die sehen sich nicht als reiner Kistenschieber sondern wirklich als großer Fachhändler mit Top-Leistungen. Und so habe ich Cancom auch kennengelernt. Angesichts der rasanten Entwicklung im PC-Bereich, in Bezug auf die Leistung, sind die Macs einfach viel zu teuer. Ich habe nie einen Mac wegen des Designs gekauft, das kriegt man halt dazu. Aber ich frage mich, ob nicht ein Drittel oder die Hälfte des Preises auf die Carbontechnik der Gehäuse entfällt. Ist zwar nicht schlecht, wenns mal brennt, wie man weiß. Aber wenn ich die Alternative hätte, den gleichen Mac aus ordinärem Stahlblech zu bekommen und den dann preislich nahe einem PC, würde ich den auf jeden Fall dem Carbon-Mac vorziehen. Also mit dem Preisgefüge kann das nicht lange weitergehen. Da denke ich, wird Apple in Europa auch mit der Switcher-Kampagne keinen durchschlagenden Erfolg haben. Und schon gar nicht, wenn sie weiterhin so nachlässig auf die Re-Switcher reagieren. Die haben in der Diskussion meist handfeste Argumente, warum sie nach einem kurzen Mac-Techtelmechtel zurück zu nem PC gewechselt sind. Vielleicht sollten die hochkarätigen Supporter von Apple, während ihrer Lehrlaufzeit, sich mal in den diversen Foren umsehen um dort den Switchern, die Probleme haben, unter die Arme greifen und zwar mit ihrer ganzen Professionalität, anstatt die den motivierten Mac-Amateur-Usern zu überlassen, für die das OS X selbst noch ein größtenteils unerschlossenes Gebiet darstellt.

Bin von CANCOM ziemlich bedient

Von: PMuellerBrueggemeier | Datum: 18.10.2002 | #19
Vor Jahren hatte ich mich mal bei denen gemeldet, es was im Frühjahr 1999, da hatte ich gerade auf den Mac geswitcht. Da bekam ich auch einmal einen Mac-Katalog von CANCOM, das damals noch "The MAC Zone" hieß. Seitdem hagelte es Kataloge, allerdings fast immer der blaue Katalog mit dem DOSenkram. Zahlreiche Anrufe und eMails erfolgten: "!Leute, ich hab nen Mac, mit dem Dosenkram tu ich nix. Also, Kataloge sind ja schön und gut, aber wenn ihr mich schon mit Katalogen zupflastert, dann schickt mir doch gleich den richtigen, den für den MAC." Kein Effekt, weitere Anrufe erfolgten. Weiterhin kamen PC-Kataloge. Noch ein Anruf, Resultat: Diesmal kamen gleich zwei PC-Kataloge, gleiche Adresse, aber unterschiedliche Kundennummern.
Ich denke, ein Unternehmen, das so dämlich ist, daß es nicht mal den richtigen Leuten die richtigen Kataloge zusenden kann (wie ist das erst beim Service???) ist kein großer Verlust für Apple. Sollen sich die Dosenleute damit herumärgern. Es gibt ja auch noch Cyberport und andere....

Wettbewerb = 0

Von: ichschonwieder | Datum: 18.10.2002 | #20
> Cancom hat definitiv versucht, den
> Markt zu beherrschen und zu
> monopolisieren. Ein gesunder
> Wettbewerb ist ok...

Es gibt im Mac-Segment in Deutschland keinen wirklichen Wettbewerb sondern fast nur noch quasi-Monopole in den einzelnen Marktbereichen für Mac. Anders läßt sich dort kaum mehr überleben und es ist außerdem eine direkte Folge davon, daß einfach alle Alternativen weggestorben sind. Weltweit sieht es nur ein wenig besser aus. Vielvalt und Wettbewerb sind definitiv keine Appledomänen.

> dürften Preise, die 20% (oder mehr)
> unter Applestore-Preis liegen, bald der
> Vergangenheit angehören.

Oh toll, da freut sich der Kunde. Endlich politisch korrekt mehr bezahlen dürfen, nachdem man vorher diese unsäglichen Billigangebote wahrnehmen musste kann nun wieder richtig Geld ausgegeben werden. Hurra!

Laut macnews hat Apple im letzten Quartal gute 450.000 Rechner verkauft; Europa macht ca. 20% des Apple-Umsatzes aus und davon ist weniger als ein Drittel Deutschland. Ergo wurden in D ca. 30.000 Rechner verkauft. Nehmen wir mal optimistisch 200 Euro Marge (illusorisch) pro Gerät für den Händler an, so sind das gerade mal 6 Mio Euros, die sich auf eine Menge Händler verteilen sollen? Kann mir keiner erzählen dass mit Apple Hardware eine Menge Geld für Händler zu verdienen ist. Und Service für Firmen kann eigentlich nur eine große Firma (wie Cancom) bieten, dort mag evtl. Geld zu machen sein. Aber die Kleinen können (seit Apple Rechner zu normalen Preisen zu haben sind) kaum mehr Geld verdienen und auch keinen nennenswerten Mehrwert bieten.

200,- Euro Marge

Von: crywolf | Datum: 18.10.2002 | #21
Es ist echt interessant zu lesen was Ihr so alles über den Markt wisst!

Ich mag mich dazu nicht wirklich äußern, nur soviel. Die Marge bei einem Mac-Verkauf dürfte sich im Schnitt bei einem 1/4 der angesprochenen 200,- Euro bewegen, oft sogar noch weit darunter.

Hört endlich auf zu heulen.

crywolf

Ob Microsoft oder Apple... sind beide Illuminaten aber

Von: ks | Datum: 18.10.2002 | #22
es gibt gute und böse.

Microsoft sind die Bösen. Programmieren schlecht, riesen Sicherheitslöcher und alles ist total kompliziert.

Apple denkt sich wenigstens was bei der Arbeit!

Wechsel

Von: aadr | Datum: 20.10.2002 | #23
Das verhalten von Cancom ist doch logisch. Da OS 9.2 zu Grabe getragen wird muß man neben den neuen Rechner noch locker 3000-5000 Euro pro Arbeitsplatz an Programmkosten für OS 10 ausgeben. Da kann man doch gleich wechsen zu XP. Die Vorteil überwiegen dach augenscheinlich, die Rechner sind günstiger, die Treiber sind für viele, günstige Geräte ausgereift und massenhaft zu haben. Warum sich mit als Profi mit einem teuren und nicht ausgereiften System rumschlagen. Da fahrt Cancom genau die richtigen Schiene >> Jetzt wechseln - Zu XP!!