ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 1374

Zank bei den Abgeordneten über OpenSource

Gesinnung macht sich bezahlt... nicht wahr

Autor: bh - Datum: 25.10.2002

Ein Abgeordneter stellt einen Antrag an seine Regierung. Er fordert, daß die Regierung die Forschung unterstützen möge, die im Bereich Cybersicherheit stattfindet - den entsprechenden Unternehmen möge man erlauben, ihre Produkte auch am Markt für Privatpersonen zu verkaufen. Ein Kollege dieses Abgeordneten soll den Antrag einbringen - doch er fügt persönliche Bemerkungen bei, die den Antrag konterkarieren. Abgeordneter Nummer 2 schimpft auf Open Source Software, die das Streben nach Innovation und Sicherheit unterwandere. Nur wenn die Regierung Forschung unterstütze, die nicht unter diesen Lizenzbedingungen stattfinde, die Kommerzialisierung verhinderten, könne diese eine wichtige Ressource für die Software-Industrie sein. Witzigerweise hat Abgeordneter Nummer 2 kurz vor diesem Sperrfeuer ein Gespräch mit dem weltgrößten Softwarekonzern geführt. Über ebendieses Thema der "freien" Software, die der Innovation angeblich so schadet.
Natürlich kein Märchen, sondern bei Onkel Heinz nachzulesen. Tom Davis will die Regierung pro Open Source bitten und Adam Smith fährt mit Microsoft-Argumenten dazwischen, nachdem er mit Microsoft darüber geplaudert hat. In dem Gespräch ging es aber selbstverständlich NICHT um Open Source Software. Gesprochen wurde vermutlich nur über die 33 750 Dollar, die Microsoft für die Wiederwahl von Smith springen läßt. Findet jemand was dabei?

Selbst wenn Open Source sich gegen Innovation richten würde - was hat Microsoft damit zu tun? Hat dieses Unternehmen jemals etwas Neues gebracht? Sichere Software - was hat Microsoft damit zu tun? Die Bloatware des Softwaregiganten aus Redmond ist seit Jahrzehnten löchrig wie ein Fischernetz. Es muß offenbar wieder einmal klar gesagt werden: dieses Unternehmen ist bereits zu groß geworden, die negativen Superlative reichen nicht mehr aus, um Microsoft zu beschreiben. Und das Schlimmste dabei ist: JEDER VON EUCH DA DRAUSSEN, DER DEN INTERNET EXPLORER ODER ANDERE SOFTWARE VON MICROSOFT BENUTZT, SPIELT MIT. Und ich meine damit auch alle Kollegen, damit das klar ist! Spart euch eure kritischen Wortmeldungen, wenn ihr nicht soviel Rückgrat habt, auch konsequent zu handeln. Es gibt keine Software von Microsoft, für die nicht eine vertretbare Alternative existiert. Ich kann das Gewäsch von "gut übernommenes look and feel" nicht mehr hören, mir ist egal ob dort ehemalige Claris-Programmierer sitzen, ich will nichts von Bill Gates generöser Stiftung für BSoD-geschädigte Kinder hören. ES REICHT IRGENDWANN! Wie lange wollt ihr noch zusehen, und abgeklärt über Marktmacht plappern? Es liegt an UNS, diese Marktmacht zu brechen. Macht eure Computer zur MS-freien Zone! Wir sind nicht als komplette Computerplattform zu Unix übersiedelt, um dort weiterhin mit proprietären Formaten und Monopolsoftware weiterzumachen! Es wird Zeit, daß wir uns alle am Riemen reissen, gerade die Mac-Community hat eine bessere Figur abzugeben, gerade wir, wo die Vielfalt Teil der Philosophie ist. Es ist Zeit für ein bißchen Rückgrat.

Um noch mehr Verwirrung reinzubringen: der Pro-Microsoft-Mann ist Demokrat, der Pro-OpenSource-Mann ist Republikaner.

Kommentare

danke BERTRAM !!! ( für die deutlichkeit )

Von: Don Ronaldo del Aqua | Datum: 25.10.2002 | #1
wie recht du hast . . .
im übrigen => der letzte punkt ist in
meinen augen NICHT verwirrend, denn
nur wenn das wirklich grundsätzlich ver-
wirrend wäre . . . wäre genau daß ja
schwarz-weiß-denken . . . oder :-)

adios, don ronaldo del aqua

Hierzu noch ein denkwürdiges Zitat von Richard Stallman:

Von: Kai | Datum: 25.10.2002 | #2
..das meiner Meinung nach leider fast völlig untergegangen ist:

"The purpose of a company is profit, but profit can be made in various ways. Some methods respect the freedom and well-being of others, while some trample other people's rights and lives. When the executives of a company have no principles or scruples to restrain them, it is only natural that they will try the latter methods. It is natural, but that is not an excuse. To accept selfishness as an all-purpose excuse for mistreating others is to reject the whole idea of right and wrong."

Deine Forderung in Ehren, Bert, aber...

Von: Ulrich Kapp | Datum: 25.10.2002 | #3
eine Microsoft freie Zone ist nicht für alle möglich.
Als Web-Application Developer kann ich leider nicht ignorieren, dass über 75% aller verwendeten Browser nun mal eben irgendwelche Explorer aus dem Hause M$ sind.
Wenn ich das täte, hätte ich bald keine Kunden mehr.

Was tue ich also?

Ich teste, trotz meiner Vorbehalte, meine Produkte auf den Plattformen von M$.
Das ist für mich eine Frage des Überlebens.

Gruß,

Ulrich

Einfach Klasse!

Von: Mac O.S. | Datum: 25.10.2002 | #4
Super! Direkt gesagt, aber meiner Meinung absolut korrekt! Iss´ ne ganze Menge Selbstgerechtiggkeit in der Mac-Community dabei und der massive Gebrauch vom Explorer auf der Mac Plattform geht mir auch schon kräftig auf den Geist! Dazu kommt noch Office:Mac !!! Aber OpenOffice kommt ja zum Glück :-)

Und scheiss auf die Prozessor-Problemchen auf der Mac Plattform: Einen M$ PC kauf ich mir nie, niemals ! Blöd nur, dass IBM und Motorola in der TCPA sind :-((( Naja...

Ach Gottchen....

Von: fontelster | Datum: 26.10.2002 | #5
jaja, inhaltlich ist es ja schön und gut. Aber immer dieser polemische Ton! Wieso muss immer in so einem unsachlichen Ton über Microzoff hergezogen werden, wenn es doch genug ARGUMENTE gibt?