ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 1417

Studie: Sicherheitslücken in Betriebssystemen

Wer verkauft hier Fischernetze?

Autor: bh - Datum: 03.11.2002

Das geht runter wie Öl! (Öl trinkt man in manchen Kulturen (Österreich) VOR einem grossen Besäufnis, so geht weniger Alkohol ins Blut und man wird nicht so schnell betrunken. Ob diese Meldung schon ein Besäufnis rechtfertigt?) Eine Studie von MI2G hat zwischen Januar und Oktober 2002 die Anzahl der entdeckten Sicherheitslücken ausgewertet. Das für uns wenig überraschende Ergebnis: Apple und besonders MacOS X sind sicher! Von 1162 Sicherheitslücken entfielen über 500 auf Microsoft - fast 50%. Auf die diversen Linux-Distributionen entfielen immerhin noch 200 Stück. Weniger als 25 Lecks betreffen das MacOS sowie die beiden Unix-Derivate True64 und SCO Unix.
Leider ist die Studie nicht im Volltext verfügbar, genaue Zahlen bleibt man schuldig und die Conclusio des infoweek-Redakteurs ist auch falsch: weil der Mac so einen kleinen Marktanteil habe, gleiche sich das wieder aus: Bezieht man die Marktanteile der einzelnen Hersteller mit in die Kalkulation ein, stehen Windows und Mac in etwa auf gleicher Ebene, was die Zahl der attackierbaren Rechner betrifft. La la la - ich hatte in Mathe immer die Eselsmütze auf, aber heute bin ich Redakteur und rechne fröhlich weiter. Dieses Beispiel muß er mir erst vorhupfen, der Gute. Abgesehen von dem falschen Schluß wäre es noch schön gewesen, MacOS in klassisches und MacOS X aufzusplitten. Oder darüber zu schreiben, welche Lecks nicht in Apples Bereich liegen, sondern in dem Teil des Systems, der BSD-Unix ist... es bleibt noch viel zu tun. Wann wirbt Microsoft endlich adäquat? "Kaufen Sie unser Betriebssystem und Sie bekommen allein in den ersten 10 Monaten schon über 500 patches GRATIS dazu!" - wenn das kein Angebot ist...Dank an die vielen Leser, die uns diesen Beitrag zugeschickt haben.

Kommentare

Was soll das denn...?

Von: cab | Datum: 03.11.2002 | #1
Diie Verbreitung hat doch nicht wirklich was mit Fehlern in der Software zu tun. Auch wenn mehrere leute OS X nutzen würden, wären doch nicht automatisch mehr Fehler im System! Microsoft ist deshalb so "groß" darin, weil die keinen Schimmer von Sicherheit haben und ihre Software so lausig programmieren, dass keiner mehr durchblickt, was wozu gehört.

Classic sicherer?

Von: PMuellerBrueggemeier | Datum: 03.11.2002 | #2
Darf ich aus all dem entnehmen, daß das klassische MacOS immer noch am sichersten ist? Noch ein hervorragender Grund, nicht auf OS X umzusteigen!

@PMuellerBrueggemeier

Von: Rüdiger Goetz | Datum: 03.11.2002 | #3
Hallo

Darf ich aus all dem entnehmen, daß das klassische MacOS immer noch am sichersten ist?

Nein darfst du nicht. Es sagt nur das weniger gefunden und publiziert wurden. Das kann verschieden Gründe haben:

1) Es suchen weniger Leute danach, oder

2) Es ist schwerer Lücken zu finden (weil die
Sourcen nicht offenliegen)

3) Es werden zwar Lücken gefunden aber nicht publiziert (sondern u.U. klammheimlich ausgenutzt).

4) classic MacOS ist sicherer.

Die Wahrheist liegt wohl irgendwo dazwischen.

Was diese Statistik auch unterschlägt, ist die schwere der Fehler. Was isnd u.U. 100 Fehler vergleichsweise harmlos Fehler gegen einen schweren. Letztlich müsste auch dasin die Bewertung einfliessen.

Bis dann

R"udiger

Konkretere Zahlen & nähere Infos:

Von: kai | Datum: 03.11.2002 | #4
gibt's hier

Für dich besonders interessant, Bert: The Mac OS suffered only 31 overt digital attacks, 0.05 percent of the total, even though Apple has about 3 percent of the world computer market share.

Mein Lieblings-Gegenargument zu dem Gerede mit der Verbreitung ist übrigens immer Apache, der mit 60% Marktanteil Marktführer unter den Webservern ist und trotzdem vom wesentlich weniger verbreiteten IIS locker um ein vielfaches geschlagen wird was Hacks angeht! ;-)