ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 1433

Auf den Input kommt es an...

...ist doch Logitech, oder?

Autor: wp - Datum: 06.11.2002

Spielt die Größe eine Rolle? Könnte man ernsthaft meinen, wenn beinahe täglich Angebote in die Mailbox flattern, wie gewisse gute Stücke mit einigen zusätzlichen Zentimetern ganz neue Selbstwertgefühle (neben den diversen anderen) vermitteln sollen. Bei den MacGuardians ist das natürlich mal wieder alles anders. Der Mainstream hat uns noch nie interessiert, lieber wenden wir uns deutlich von ihm ab. Und auch wenn es um das Befingern von Mäusen und das Streicheln von Balls geht, haben wir unsere eigene Meinung. Wo es doch optische Mäuse und TrackBalls sind, und wo die auch noch aus der Schweiz kommen (und da ist es ja bekanntermaßen um Mäuse immer besonders gut bestellt - weil die Schweizer so viel Käse machen, darum natürlich). Da ist vielleicht die kleinste Maus die größte Augenweide, und mit dem Ball ohne Schnürchen läuft das Tracken wie an demselben. Verwirrend? Überraschend? Interessant? MacGuardians-like eben! Roland Müller hat sich der Input-Gimmicks von Logitech angenommen und schreibt "Of Mice and (Track)Men".

Puh. Kaum habe ich meinem G4 Cube erfolgreich 1GHz-Beine gemacht, stapeln sich vor mir auf dem Tisch sechs leckere Eingabeteile von Logitech zum Test.

Logitech in Boxes

Es sind dies (von links nach rechts): die iFeel Mouse (optisch, USB), der Cordless MouseMan Optical (optisch, Funk), der TrackMan Wheel (optisch, USB), die Marble Mouse (optisch, USB) und trotz des Namens ein Trackball sowie der Cordless TrackMan Optical (optisch, Funk) und für die MacMobilisten als Sahnestück für unterwegs der Mouseman Traveller (optisch, USB). Tja, eine Menge Konkurrenz also für den Kensington Trackball, der sich seit meinem letzten Eingabegerätetest als mein Standardtool bewährt hat.

Logitech in a Row

Kabelsalat oder Funkfeuer?

Nichts gegen Apples fabelhafte optische Maus. Aber sie vergrößert genauso den Kabelsalat auf dem Schreibtisch wie mein Kensington-Trackball. Insofern liegt es auf der Hand, dass ich mit besonderem Interesse die beiden Logitech "Cordless"-Lösungen begutachtet habe. Bereits auf den ersten Blick fällt die wirklich sehr gute Kunststoffverarbeitung auf. Passgenauigkeit und Oberflächenfinish lassen - übrigens bei allen sechs Kandidaten - nichts zu wünschen übrig.

Logitech Cordless

Die beiden handschmeichelnden "Funkeier" werden mit handelsüblichen AA-Batterien bestückt, um sie sende- und empfangsbereit zu machen, während der Receiver per USB-Kabel an einen freien Port des Rechners oder besser noch an ein extern stromversorgtes USB-Hub angeschlossen wird.

Receiver

Ich muss gestehen, dass mich ganz subjektiv der direkte Vergleich zwischen meinem Standard-Trackball und dem TrackMan Optical besonders interessiert hat. Beide liegen von der Ergonomie gleich gut in der Hand. Eines ist aber beim Bewegen der Logitech-Kugel schon vorab erkennbar: Der TrackMan Optical läuft wesentlich leichter, reibungsloser, ja irritierend schneller als der Kensington!

TrackMan Optical

Es gelingt mir, um das vorweg zu nehmen, erst nach mehreren Tagen, ihn zu "bändigen". Und das hat schlicht damit zu tun, dass die Feinmotorik der Hand einige Zeit braucht, um sich von dem einen Eingabemedium auf das andere umzustellen. Tipp also: Zeit lassen! Es wird in jedem Fall ein paar Tage dauern, bis Ihr Euch auf einen derart widerstandslos laufenden Trackball umgestellt habt! Bei der optischen Funkmaus MouseMan Optical geht das zweifellos schneller.

Die Software macht's!

Für alle OS X User unbedingt empfehlenswert ist es, sich direkt von der Logitech Support-Seite die aktuellste Version der Treibersoftware "Logitech Control Center" herunterzuladen. Auch wenn eine CD mit PC- und sonstigen Treibern sowie ein Leaflet beigepackt sind.

Logitech Control Center

Das Control Center installiert sich unter "Sonstige" in den OS X Systemeinstellungen und hat es tatsächlich in sich: Die Software erkennt automatisch, welches Logitech-Teil angeschlossen ist. Sehr intelligent!

Logitech Intelligence

So konnte ich mittels des übersichtlichen Belegungsmenüs den insgesamt sieben Tasten plus Scrollrad des TrackMan Optical in Sekunden folgende Funktionen zuordnen: Klick, Befehlstaste plus S, Befehlstaste plus Q, Scroll up und down, Doppelklick und Direktwahl meiner beruflichen Website http://www.duesenschrieb.de/. Nach kurzer Eingewöhnungszeit hat das mir als klassischem Tastaturkürzelverweigerer einen doch sehr deutlichen Geschwindigkeits- und damit Produktivitätsgewinn gebracht!

Logtitech Settings

Nach nunmehr knapp 4 Wochen TrackMan-Nutzung habe ich mir das Teil deshalb gekauft. Es löst also meinen Kensington-Trackball hiermit ab!

Und der Rest der Truppe?

Was ich für den TrackMan optical sagen kann, gilt gleichermaßen auch für den Rest der Truppe von Mäusen und Trackballs: Exzellente Verarbeitung, superweicher Lauf mit sehr hoher Auflösung, durch das optische Abtastprinzip wenig bewegte und damit schmutzempfindliche Verschleißteile, deutliche Druckpunkte der Tasten, gute Ergonomie zumindest in meinen eher kleinen Händen - für Bärenpratzen sind eh Mäuse eher geeignet als Trackballs - und insbesondere bei den beiden funkbefeuerten Kandidaten weniger sichtbare Kabel rund um die Tastatur. Apropos Funk: Beim Test fiel mir auf, dass die Reichweite, über die noch ein einwandfreies Signal zwischen Receiver und Maus bzw. Trackball übertragen wird, deutlich mehr als die von Logitech angegebenen 25 cm beträgt. Ich habe je nach Ausrichtung des Receivers bis zu 50 cm gemessen!

Ansonsten gilt, dass sich jeder User vor Kauf unbedingt einen haptischen Eindruck verschaffen sollte, ob ihm nun der TrackMan Optical, der TrackMan Wheel (dessen Daumenbedienung des Balls nicht mein Ding ist!) oder die Marble Mouse eher liegt. Das ist und bleibt eine ganz subjektive Erfahrung, über die man nicht streiten kann. Und zu der ich auch keine objektive Empfehlung abgeben kann. Vielleicht noch ein Wort zu den beiden Desktop-Mäusen, bevor ich mich der kleinen Reisemaus annehme: Die iFeel Mouse kann im Gegensatz zum funkgesteuerten MouseMan Optical auch von Linkshändern gut bedient werden. Während letzterer auf Grund der guten Ergonomie und des erfreulich niedrigen Gewichts seinem MS-Pendant meiner Meinung nach vorzuziehen ist. Übrigens auch vom Preis, soweit ich mich erinnere. Aber da kann sich gerne jeder selbst im Internet schlau machen. ;-)

TiBook meets Reisemaus

Als berufsbedingter TiBook-Arbeiter bin ich wie viele der Leser dieses Usertests schon eine ganze Weile auf der Suche nach einer kleinen, kompakten und auch optisch einigermaßen passenden USB-Maus für unterwegs. Scheint, dass ich sie jetzt gefunden habe. Der MouseMan Traveler von Logitech erfüllt eigentlich alle Kriterien, die ich erwarte.

Traveler in Disguise

Das beginnt bei dem mitgelieferten Lederetui, das mit ziemlich durchdachten Innereien glänzt. Nämlich mit einer Halteschlaufe, lösbar per Druckknopf, um das zusammengerollte USB-Kabel im Etui zu fixieren sowie einer kleinen Etui-Seitentasche, in der der USB-Stecker des Kabels verschwindet.

Traveler Bag

Da hat mal einer richtig nachgedacht, scheint mir! Das gewölbte Metallblech (leider nicht aus Titan!) der 2-Tasten-Maus mit Scrollrad liegt trotz der kompakten Maße gut in der Hand. Auch hier wird optisch abgetastet, was der Präzision sehr dienlich ist. Und das Einzige, was ich mir vielleicht wünschen würde, wären etwas stärker abgerundete Seitenteile. Das war's dann aber auch schon.

Traveler in Action

Das Fazit: subjektiv, parteiisch, abhängig

Kompliment! Eine ausgereifte Truppe präsentiert uns Logitech da. Insbesondere die beiden funkgestützten Teile imponieren. Ebenso wie der ausgereifte Treiber für OS X (bei mir unter 10.2.1 getestet). Kein Wunder, dass Logitech im PC-Bereich mittlerweile Platzhirsch ist. Kensington wird sich sehr anstrengen müssen, um "in unserem Teil der Welt" dagegenhalten zu können! Wie auch immer: Profitieren werden wir, die User. Und genau so soll es doch sein, oder?

Kommentare

hihi

Von: Bertram | Datum: 06.11.2002 | #1
King of teaser.... einmalig Wolfgang. ROTFL, Bert

reichweite!

Von: dave | Datum: 06.11.2002 | #2
ich glaub ich hatte ne richtantenne in meiner maus, dabei handelt es sich um die graue cordless wheelmouse von logitech, es warn mehr als 5m, die noch eine einwandfreie reaktion zuließen.!!!
ich hab die maus als fernbedienung auf meinem nachtisch liegen und der is mindestens 3 meter vom computer weg!
best regards.

Mouseman Traveller ist eine dreitastebmaus !

Von: Rüdiger Goetz | Datum: 06.11.2002 | #3
Hallo,

Eine Anmerkung zum MouseMan Traveller (und wohl den meisten anderen Logitechmäusen). Es sind Drei-Tastemäuse. Das Scrollrad funktioniert
als mittlere Maustaste (wichtig unter Linux ! und mit USB-Overdrive z.T auch unter MacOS (X)).

Leider leiert das Scrollrad (zumindest bei meinem alten Pilot Wheel) mit der Zeit aus, sodass beim Klick auf die mittelere Maustaste
vorher noch Das Dokument um eine Seite wegspringt. Sehr ärgerlich beim Surfen oder Editieren (Paste liegt unter X11 auf der mittleren
Maustaste).

Bis dann

R"udiger

Batterien - Wie lange halten die?

Von: Gerd M. Hofmann | Datum: 06.11.2002 | #4
Wieviele Stunden gehen die Funkteile mit einem Batterie- oder Akkusatz? Die Folgekosten sind hier völlig vergessen worden...

ich habe hier eine MouseMan Optical Cordless am iBook

Von: Yosemite | Datum: 06.11.2002 | #5
und bei dieser reichen die beiden batterien seeeehr lange... ich brauche das iBook täglich und nicht immer auf vorteilhaften oberflächen.

wie lange die batterien halten kann ich im moment noch nicht sagen, da das iBook nicht von mit ist und ich nicht weiss wie lange die batterien schon drin sind. auf jedenfall hab ich das book jetzt schon seit über 1 1/2 monaten und die batterie neigt sich langsam dem ende zu...

zu der reichweite. habs soeben auch ausprobiert. der sender lag hinter dem monitor... auch 5m entfernt konnte ich noch problemlos die maus bedienen...

@Gerd

Von: Roland | Datum: 06.11.2002 | #6
Mein neuerworbener Cordless Optical TrackMan läuft seit ca. 6 Wochen. Keine Ahnung, wann die Batterien leer sind. wenn sie wider erwarten kein volles Jahr halten sollten, werde ich NiMH-Akkus einsetzen. Insofern sind die Folgekosten nicht "vergessen" worden. Ich konnte sie schlicht nicht erfassen ;-) Werde aber bescheid geben, wenn der Saft nachlässt, versprochen!

w/kind regs (Roland Dr. Frankenmac" Mueller)

Traveller - so wenig Kritik

Von: Marc | Datum: 06.11.2002 | #7
Ich finde die Traveller-Maus gelinde gesagt schlecht.
Das Scrollrad ist zu grob, der benötigte Druck auf die Tasten zu hoch und der Preis sowieso.
Fazit: Werde das Teil hoffentlich bald los sein.

traveller

Von: daniel | Datum: 06.11.2002 | #8
@marc: habe auch schon seit einiger zeit eine traveller-mouse und bin sehr zufrieden. finde es angenehm, dass sowohl tasten als auch scroll-rad einen gewissen widerstand haben. dann klickt man nicht aus versehen und das scrollen ist präziser.

gruss
daniel

Treiber für X wesentlich schlechter als OS9-Treiber

Von: Martin Girschick | Datum: 06.11.2002 | #9
Also der OSX-Treiber ist einfach ärmlich. Die OS9-Version konnte Applikationsspezifsche Einstellungen verwalten, was meiner Meinung nach essentiell ist. Ich werde USB-Overdrive mal testen.

Nicht getestet wurde die neue MX700 (optische Funkmaus mit Akkulader), die werde ich mir demnächst mal anschauen.

Hat jemand den Logitech Presenter schon mal am Mac ausprobiert?