ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 1444

Verliert der Staat gerade seine letzte Macht?

Das Wort zum Sonntag von Pater Deling

Autor: kai - Datum: 11.11.2002

Im Angesicht von TCPA und Palladium, .NET und weiteren Online-Identity-Bemühungen stellt sich mir langsam die gaaanz grosse Frage:
Sind wir auf dem Weg in eine vollkommen Konzern-gesteuerte Gesellschaft? Sicher hat die Wirtschaft schon lange extrem viel Macht, aber trotz allem Lobbyismus und allen Abhängigkeiten (Steuerzahlungen von Konzernen, Arbeitsplätze, Knowhow etc) hatte der Staat und seine volksgewählten Vertreter bis jetzt immer noch das letzte Wort. Sicher mögen viele Entscheidungen verdächtig Konzern-freundlich ausfallen, aber die Demokratie garantiert wenigstens eines: Dass die Entscheidungen und Entscheidungsprozesse wenigstens öffentlich sind! Bundestagsdebatten sind öffentlich, Politiker sprechen öffentlich und beziehen Stellung zu etwas, es gibt trotz allem immer noch den Dialog mit der Wählerbasis durch die entsprechenden Kanäle (schonmal eine Partei angemailt? Da kriegt man sogar meistens eine Antwort! Daran könnte sich so manche Firmen-Webseite ein Beispiel nehmen!). All dies ist bei den Konzernen nicht gegeben. Bestes Beispiel ist TCPA: Ein "Geheimbund" der hinter verschlossenen Türen die "Legislative" der nächsten Computergeneration festlegt. Völlig unter Ausschluss der Öffentlichkeit, die nichtmal über die Mitglieder Bescheid weiss! Das freie Spiel der Kräfte ist selbst im colbert-dominierten wirtschaftsdirigistischen Europa eine heisse Kartoffel, die man als Politiker nur ungerne anfasst. Erschwerend kommt hinzu, dass die Entwicklung im Computerbereich dermassen rapide abläuft und sich die Spielregeln und Technologien quasi täglich ändern, so dass kein Politiker die Zeit und Musse hat, sich mit dem Thema so umfassend auseinanderzusetzen, wie dafür eigentlich notwendig wäre. Die Computer-Aktivitäten des Staates beschränken sich weitgehend darauf, "Material-Zulieferer" für die Wirtschaft zu sein und Armeen von drögen M$ Office- & Visual Basic/C++-Zombies durch Umschulungsmassnahmen, Schulen, VHS-Kurse und neue Lehrberufe zu züchten, allein ein grosser Teil der staatlich geförderten Universitäten leisten erbitterten Widerstand und versuchen, umfassendes, nicht-Herstellerspezifisches Computerwissen zu vermitteln und setzen auch stark auf Linux - warum? Weil dort oft Leute in Entscheidungspositionen sitzen, die einen Blick für's grosse Ganze haben und die sehen, wohin der Hase läuft. Aber selbst hier ist M$ kräftig am bohren, wie viele Unis kennt ihr, die in den letzten Jahren auf "Windows=Standard" umgeschwenkt haben nach einem sehr vorteilhaften M$-Angebot?
Zurück zum Thema: Der Staat hat im Computerbereich seine legislative & exekutive Rolle völlig verpasst! Es wurde im Computerbereich dem amerikanischen Vorbild gefolgt, das ja das allgemeine unregulierte "Free Markets"-Prinzip der USA repräsentiert. Die Folge: Ein Monopol und massig Probleme damit und mit seinen Produkten! Das amerikanische Modell hat versagt, und der Rest der Welt der diesem gefolgt ist steht jetzt genau so dumm da!

Wir sind doch bekannt als das Land der Regeln & Vorschriften, für jede unwichtige Kleinigkeit gibt es DIN-Normen, Vorschriften und Anforderungskataloge! Nur im Computerbereich nicht! Wenn mein Computer mein Vehikel ist und das Internet meine Strasse, wo ist da die verpflichtende "Strassenverkehrsordnung" für Webseiten und Dateiaustausch? Wo ist mein "Software-TÜV" der mich vor fehlerhaften und unsicheren Programmen schützt? Sicher - im Strassenverkehr geht es vielleicht um Menschenleben, im Computerbereich eher selten (in diesen Bereichen herrschen dann auch ganz andere Spielregeln!), aber es ist ja nicht so, als würde es nur im Strassenverkehr verpflichtende Regeln geben!
Meine Bitte an den Staat ist also: Bevor irgendwelche suspekten Geheimbünde aus einem fremden Land (dass mir in letzter Zeit auch noch immer fremder wird!) die "Gesetze" für meine Computerzukunft festlegen macht ihr es lieber! Dann ist es wenigstens öffentlich einsehbar und demokratisch diskutierbar! Bitte nicht falsch verstehen: Gerade ich bin alles andere als ein Freund von Vorschriften und Gesetzen und ich bin der Letzte, der "Zucht & Ordnung" schreien würde, aber ich sehe der Realität einfach ins Auge und erkenne, dass wir in einer ziemlich verfahrenen Situation stecken und sich das ganze in Zukunft noch massiv verschlechtern wird wenn der Staat nicht endlich aufwacht und das Ruder wieder in die Hand nimmt bzw. wenigstens so tut als ob er das täte!
Ich stelle mir das ungefähr so vor: Der Staat legt Qualitätsstandards für Software fest und Standards für Datenaustausch, sprich: Dateiformate, Protokolle, APIs. Diese sind dann verpflichtend. Die zu erwartenden Beschwerden der Softwareindustrie wegen massiv gestiegener Entwicklungskosten könnte ich nur begrenzt gelten lassen, denn eine derartige Qualitätskontrolle gibt es meist intern sowieso schon, nur eben für die firmeneingenen proprietären Techniken. Ausserdem gibt es sowas bei Konsolenspielen schon immer, wenn auch nicht von staatlicher Seite sondern von Seite der Konsolenhersteller. Opensource könnte dazu beitragen, hier zusätzlich Entwicklungskosten zu sparen. Was Steve Ballmer "Krebs" nennt nenne ich "die Befreiung von der Notwendigkeit, das Rad ständig neu zu erfinden". Die EU-weite Opensource-Initiative ist hier schonmal ein guter Anfang. Ach ja: Opensource, Freeware und Shareware bis zu einem gewissen Preis sollten nicht diesem Gesetz unterliegen, weil dies sonst die florierende vorherrschende Do-it-Yourself-Softwarekultur abtöten würde! Nächster Punkt wäre eine Online-Identität. Diese sollte im Sinne des Datenschutzes nicht verpflichtend sein (will ich, dass jede windige Seite weiss, wer ich bin? Ich kann im Laden auch einkaufen, ohne meinen Ausweis vorzulegen!), sollte aber für die Dinge, wo es notwendig ist vom Staat kontrolliert werden, wie ein elektronischer Ausweis, denn den realen Ausweis muss ich auch nur in einigen wenigen Föllen vorlegen, um mich zu identifizieren!
Ich traue den zuletzt angesprochenen Job keinem Konzern zu, schon gar nicht M$ aber auch nicht Sun, Apple oder sonstwem! Dies sollte Sache des Staates sein!
Sicherlich wird solch eine Legislative die Entwickung im Computerbereich verlangsamen, aber ehrlich gesagt fände ich das ganz okay. Wohin eine zu schnelle Entwicklung führen kann sahen wir ja alle sehr deutlich am Platzen der dot-com Blase. Diese langsamere Entwicklung wäre jedenfalls ein Preis, den ich gerne zahlen würde für stabile bugfreie Software, die standardkompatible Dateien erzeugt und mit der ich keine Probleme habe, ausserdem hätte wohl kaum jemand was dagegen, wenn sein Computer ein paar Jahre länger halten würde! ;-)
Das grösste Problem das ich dabei sehe ist die Globalisierung! Konzerne können global handeln, Regierungen nicht! Und damit das ganze effektiv wäre, müssten es die meisten Regierungen beschliessen!
Ein weiterer Unterschied zwischen Staat und Wirtschaft, dem ich jedem ans Herz legen will ist, dass der Staat per Definition auch soziale Ziele hat, die Wirtschaft kennt so etwas nicht! Alles, was die Wirtschaft an sozialen Dingen tut ist eiskaltes Kalkül: Gute PR kriegen, Mitarbeiter motivieren usw. Mit grösseren Problemfällen wie Sozialhilfeempfängern oder chronisch kranken Leuten, die die Hälfte ihrer Lebenszeit im Krankenhaus verbringen würde sich kein Konzern abgeben! Allein deswegen müssen wir verhindern, dass die Konzerne noch mehr Macht kriegen als sie jetzt sowieso schon haben, denn in einer konzern-gelenkten Welt wie sie William Gibson oder andere Cyberpunk-Sci-Fi Autoren beschreiben will ich nicht leben.
Ich weiss, dass es dafür wahrscheinlich schon viel zu spät ist, aber man wird ja wohl noch träumen dürfen... Was haltet ihr von meiner Idee?

Kommentare

Na ja. . .

Von: Stefan | Datum: 11.11.2002 | #1
ganz so schwarz würde ich es mal nicht zeichnen. Sicherlich stimmen die Überlegungen in einigen Bereichen, aber gerade im sozialen Bereich leisten doch einige, große Unternehmen doch einiges. Z.B. Bosch, Mercedes-Benz etc. Klar, das betrifft nur die Angestellten und dient u.a. auch der Motivation, aber die chronisch Kranken u.a. Problemfälle kann leider nur der Staat versorgen.

Die Lösung, wie du oben beschreibst klingt für mich fast als Weltumspannenden Kommunismus! (Wurde immer gerne auf der Uni diskutiert ;-) )
Denn nur hier wäre eine "soziale" Einstellung ALLER instanzen vorstellbar. Solange es demokratische Regierungen gibt, wird es auch schlupflöcher geben!
Was man bräuchte wäre eine Positiv-Liste an Zugelassenem, und nich eine Negativ-Liste wie bisher.

mehr staat... ich weiß nicht!

Von: Bert | Datum: 11.11.2002 | #2
also dieser ruf nach "mehr staat" klingt nicht gut in meinen ohren... denn wir haben gerade durch ZUVIEL Staat verlernt, daß es letztendlich auf UNS als Konsumenten ankommt. Wir haben die Wohlfahrt dem Staat überlassen und Mitgefühl und Solidarität ein wenig verlernt - diesen Fehler sollte man nicht nochmal machen. Jetzt auch in der Computerbranche den Staat noch stärker als bspw. im Kartellrecht einzubinden, halte ich für falsch. WIR müssen uns auf die Hinterbeine stellen - es gibt keine größere Macht als die unserer Geldbörsen... Bert

Lieber Kai,

Von: zeno | Datum: 11.11.2002 | #3
sagtest du nicht vor kurzem noch, der Wähler hat alles in der Hand und repräsentative Demokratie sei das non plus ultra?.
mfg z e n o

Interessanter Wandel

Von: Steffen | Datum: 11.11.2002 | #4
Von einer guten, lesenswerten, amüsanten und engagierten Mac-Site über den Umweg einer strikten Microsoft-Hate-Site jetzt zu einem Kommunismus-Organ?

Och bitte - findet Eure Wurzeln wieder.

Klares Ziel

Von: m55k | Datum: 11.11.2002 | #5
meiner meinung nach war und ist es das ziel der/einiger kapitalisten
A: Alles nicht angepasste wird eliminiert.
B: Der Kapitalismus wird als weltweite regierungsform durchgesetzt, alle anderen sind terroristen.


Ist das denn wirklich der Ort dafür?

Von: Steffen | Datum: 11.11.2002 | #6
Bei aller Liebe zur Diskussion, aber ist eine Seite wie die MacGuardians wirklich der richtige Ort für derart schwergewichtige politische Themen? Ich meine ja nur: Diskussionen über die Grundlagen und Folgen des Kommunismus und Kapitalismus sind keine Themen, bei denen man mit "ich finde halt, es wäre besser, wenn..." sehr weit kommt. Artikel und Kommentare weisen bisher doch eher darauf hin, dass Autor wie Leser von dem Thema schnell etwas überfordert sind. Bringt doch lieber wieder mehr coole Mac-Themen, das ganze Microsoft-Gebashe und diese Open-Source-Rhetorik der jüngsten Vergangenheit ist bei anderen Sites besser aufgehoben.

Genau!

Von: RollingFlo | Datum: 11.11.2002 | #7
Man kann Steffen ja wohl wirklich nur vollstens zustimmen.

Deßhalb verkneife ich mir auch jeden weiteren Kommentar.

Lieber Zeno:

Von: Kai | Datum: 11.11.2002 | #8
Wo soll ich das bitte gesagt haben? Ich kann mich jedenfalls nicht an ein Statement von mir zu dem Thema erinnern!

Bert:

Von: Kai | Datum: 11.11.2002 | #9
Das ist ja alles schön und gut, aber die Geldbörsen der Leute haben eben ein 95%-Monopol wie M$ gezüchtet!...

Die breite Masse ist nun mal dumm und will verarscht werden! Und in vielen Bereichen übernimmt der Staat die Verantwortung und schützt die Bürger davor, von der Industrie zu arg verarscht oder übervorteilt zu werden! Verpflichtung, Minutenpreise für 0190-Hotlines anzugeben, Verfplichtung, Werbungen, die als Artikel missverstanden werden könnten mit "Anzeige" zu kennzeichnen, mit dem TÜV werden die Leute vor Autos oder Geräten geschützt, die eine Gefahr für die Allgemeinheit werden könntem, es gibt einen Verbraucherschutz der gegen Betrug am Kunden vorgeht usw!..
Warum also übernimmt der Staat in diesem Bereich keine Verantwortung und schützt den Bürger?
Das Problem ist: Die Computerindustrie verlässt gerade ihren "Sandkasten" und dringt in Bereiche vor, die bisher eine Domäne des Staates waren! Stichwort: elektronischer Ausweis! Wenn das so läuft wie geplant stellt uns nicht der Staat sondern irgendwelche Firmen, die wir überhaupt nicht kennen und zu denen wir kein Vertrauen haben in ein paar Jahren die elektronischen Ausweise aus, die mit der zunehmenden "Digitalisierung" des Alltags immer wichtiger und unverzichtbarer werden! Dies ist meiner Meinung nach ein echtes Problem weil damit eine der letzten wichtigen Staatsdomänen untergraben wird! Bin ich echt der einzige, der das so sieht?

aktuelle kompetenzen besser wahrnehmen

Von: Bert | Datum: 11.11.2002 | #10
ad Steffen: diese Seite wird von Leuten gemacht, die über allerlei schreiben, was ihnen am Herzen liegt. Das kann Augstein sein, das kann Cancom sein, das kann der 11. September sein und manchmal ist es eben auch grundlegendes zum Thema Kapitalismus. Keine Blattlinie, und die Leser müssen sich nicht auf jeden Artikel einlassen - aber den gelebten Pluralismus hier akzeptieren.

ad Kai: schon richtig, daß einige Kompetenzen des Staates untergraben werden. Nur das kann für mich im ersten Schritt nur heissen: die aktuellen Kompetenzen besser wahrnehmen. Beispielsweise soll der Rechnungshof jeder öffentlichen Stelle auf die Finger hauen, die sich nicht allein aus Kostengründen Linux überlegt. Aber ob ich jetzt zusätzliche Staatskompetenzen fordern will? Die Freiheit des einzelnen ist mir wichtig und heilig und zu viel Staat lähmt alles - nicht nur Software-Monopole, sondern auch aufkeimende Alternativen... wie würde eine staatliche Stelle mit OpenSource-Sachen umgehen? Das verändert sich doch dauernd, das kann man nicht abheften, das kann man nicht lange bearbeiten weil es schon längst anders aussieht... iiiiih. Herzliche Grüße, Bert

Find den Artikel gut

Von: Mac O.S. | Datum: 11.11.2002 | #11
Warum kam aufeinmal eigentlich Kommunissmus auf ??? Habe ich in letzter Zeit schon öfter mitbekommen bzw. drüber disskutiert, dass etwas gleich mit dem Kommunismus in Verbindung gebracht wird. Warum denn eigentlich ??? Naja...

Ich finde die Gedanken von Kai gut und richtig. Der einzelne Konsument ist nicht doof, die Masse zuweilen schon! Und außerdem ist es für ein einzelnes Unternehmen manchmal leichter, die Masse zu manipulieren, als umgekehrt. Gerade, wenn Ein Unternehmen so viel Macht bekommt und auch bekommen will, wie eben M§. In einem Unternehmen machen sich relativ wenige Leute Gedanken und es entscheiden auch Wenige. Die Masse macht sich nicht unbedingt immer Gedanken und auch nicht unbedingt so tiefgreifende. Es sind nur immer Wenige, weil sich auch eben eine geringe Anzahl Menschen zu einem Thema tiefgreifende Gedanken macht! Die Leute sind nicht doof, nur welche Anzahl interressiert sich schon für M$´ Geschäftsgebaren??? Mal abgesehen davon, dass sich die Leute am liebsten (siehe Macuser) über Computer überhaupt keine Gedanken machen wollen. Also ich finde, dass ein Instrument, wie der Computer und ein Medium wie das das Internet nicht vollständig dem Willen der Unternehmen und damit auch eventuellen Auswüchsen des Ganzen ausgesetzt sein sollen. Der Computer gehört und passt inzwischen bei vielen schon zum Alltag, was die Unternehmen auch profitabel zu nutzen wissen. Es darf nicht sein, das sich demnächst eine Infrastrucktur entwickelt, die ausschließlich den Willen der Unternhemer unterworfen ist!

Ooooch bitte....

Von: Steffen | Datum: 11.11.2002 | #12
Nur kurz, weil es einer ja sagen muss und obwohl ich eigentlich überhaupt keine Lust habe, mich mit Kai auseinander zu setzen, weil es - wie immer - vollkommen verschwendete Zeit ist (und ich habe wirklich keine Lust hier "als Kais Aufpasser" zu fungieren, wie Bert (?) schon einmal unterstellte). Aber gut, ich habe ja gerade zehn freie Minuten und ich schätze diese Web-Site hier sehr (oder habe es mal getan) und Ihr regt die Besucher doch immer zur Mitarbeit und Reflektion an. Bitte sehr ;-)

> Nennt mir bitte....

Kai, Dir sollte man am Besten überhaupt nichts nennen; jeder Kaktus ist offener für fremde Meinungen und Standpunkte. Du hörst nämlich nicht auf die Argumente sondern nur auf die Schlagworte Deines Gegenübers, zu denen Du dann wohlklingende Antworten für Dein Publikum bastelst (manche sagen dazu Phrasen). Daher ist jeder Diskussion mit Dir in dieser Form hier vollkommen (so richtig vollkommen, im Sinne von 100%, von absolut, von ohne jede Ausnahme...) sinnlos. Ich hatte Dir ja schon per E-Mail einmal eine Diskussion außerhalb des Forums angeboten, weil mich Deine Meinung interessierte (auch, oder gerade weil ich sie für falsch halte), aber ohne Publikum willst Du Dich wohl nicht artikulieren. Schade. Ich bin einmal (zweimal, dreimal... irgendwann lerne sogar ich dazu) darauf reingefallen, aber im Endeffekt ist Dein Verhalten zutiefst destruktiv und autoritär und das ist einfach nicht mein Stil.

Zum Thema Kompetenzen (auch der Besucher) nutzen: Ich könnte jetzt aus dem Stehgreif stundenlange Referate über Politik, Gesellschaft und vor allem politische Philosophie halten, das habe ich nämlich relativ erfolgreich studiert, sowie ebenfalls extensive Studien über Deinen (Kai) Kommunikations-Stil anfertigen (dass, und wie interessant dieser ist und wofür er als Beispiel dienen könnte, habe ich ja schon einmal erwähnt; das habe ich nämlich ebenfalls studiert) aber wie ich schon weiter oben gesagt habe, halte ich dieses Forum aus den schon genannten Gründen ganz und gar nicht für einen geeigneten Ort dazu (was ja leider in der Folge meines Beitrages auch eindrücklich bewiesen wurde...). Nicht, dass ich jemandem das Wort, die Meinung oder die Meinungsäußerung verbieten möchte - Gott bewahre - es erscheint mir nur sehr unpassend.

> Aber ich find's interessant zu sehen, wie schwarzweiss einige Leute hier denken!.

Sagst gerade Du? Entschuldige, dass ich lache... Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.

> McCarthy wäre stolz auf euch!

S.o.; Beleidigungen, Fremdbestimmung von Äußerungsbedeutungen und ein paar halbgare Brocken Allgemeinbildung wirken auf den ersten Blick zwar wie echtes Wissen, aber...

> Die breite Masse ist nun mal dumm und will verarscht werden!

Das ist Arrogant. Treffender gesagt ist es sogar menschenverachtend. Wie tief kann es jetzt noch gehen?

Für mich ist die Sache damit erledigt; so lange sich der aktuelle Trend fortsetzt, habt Ihr keine Kommentare mehr von mir zu befürchten. Ich hoffe, Ihr MacGuardians findet wieder zu Eurem früheren rebellischen Charme zurück und verbeisst Euch nicht zu sehr weiter in diese Scheuklappenrichtung verachtet und beleidigt Eure Leser nicht mehr pauschal.

Laut und sympathisch (für einen MacUser) habe ich Euch in Erinnerung. Zur Zeit seid Ihr nur laut. Was mich zum endgültig letzten Punkt führt: Ihr habt keine Blattlinie? Das ist Ansichtssache. Die lauteste Stimme zeichnet die Linie einer Publikation - und zur Zeit gefällt mir dieses destruktive Geschrei gar nicht. Sehr schade, denn was habe ich diese Site geschätzt...

Genug. Alles wichtige ist gesagt.
Respekt und Grüße an *alle* die hier arbeiten und schreiben.

Steffen

Peace, but one thing...

Von: RollingFlo | Datum: 11.11.2002 | #13
Also jetzt schreibe ich doch etwas längeres:


Kai schrieb:
"Die breite Masse ist nun mal dumm und will verarscht werden!"

das ist genau der elitäre Mist, der Mac User so unbeliebt macht, und nebenbei äußerst pubertär. Mit dieser Einstellung brauchst Du dich nicht wirklich wundern, wenn manche Leute beim ersten Lesen eine staats-gläubige Einstellung Deinerseits wittern.

Ich finde es schon okay, daß diese Seite allerlei Themen behandelt, versteht mich da nicht falsch. Aber wenn man schon politisch wird, muß der Artikel einfach mehr auf den Punkt sein als dieser hier, der den Eindruck erweckt, kai wollte sich mal auskotzen.

Da reicht es nicht Binsenweisheiten kundzutun (à la "Die Wirtschaft hat keine soziale Ziele"), nein, alles Gute das Firmen tun ist nur PR! Sowas geht doch an der Realität vorbei. Nicht immer nur auf MS schauen....



Zum eigentlichen Thema:

1."Elektronische Identität": D war ja, wenn ich mich richtig erinnere, das erste Land, daß ein Gesetz zur elektr. Signatur verabschiedet hat. Das war ein guter erster Schritt, leider ist der Durchbruch nicht gekommen. Aber immerhin kann man hier und da seine Behördengänge übers Internet abwickeln (zumindest teilweise).
Ich stimme zu, daß hier noch Entwicklungsbedarf besteht.
Passport&co. müßten zumindestens stark kontrolliert werden.


2. Deine Ideen für Software-Lizenzierung finde ich abenteuerlich und undurchführbar. Ich installiere was ich will, nicht das, was irgendein Ministerium für richtig befindet.

Gütesiegel, Einstufungen usw., und eine strenge Überprüfung der Software bei behördlichem Einsatz - das sind Dinge, denen ich zustimmen kann.

Schnittstellen und Protokolle "zu verstaatlichen" würde ohne Zweifel den Fortschritt immens verlangsamen. Vielleicht erinnert sich noch mancher hier an die "guten alten Zeiten", als die Telekom noch Post war.

Ich will's nicht nochmal erleben.