ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 147

Abschlußbetrachtung Umsteiger

von Edmund Berndt

Autor: bh - Datum: 18.06.2002

Die ersten sieben Tage wurden nun veröffentlicht, liegen nun auch schon zwei Wochen zurück. Zeit für mich, ein wenig Resümee zu ziehen. Was hat mich gestört, was hat mir gefallen, was würde ich ändern, und schließlich: wie gefällt es mir in der Mac-community?

Ich möchte meine Schlußbetrachtung teilen: Hardware (mit Zubehör etc.) und Software/Bedienung.
Das iBook als solches (zur Erinnerung: iBook 14" mit G3 600 Mhz, 256 Mb Ram, 20 GB HD, ComboDrive) findet nach wie vor meine Zustimmung. Sehr sauber verarbeitet, voller pfiffiger Details und einfach "schnuffig". ƒrgerlich ist nur die Notwendigkeit eines Zusatzkabels für den Video Ausgang (wurde - glaube ich - beim neuen Modell geändert) sowie das Fehlen der zugegeben veralteten RS232. ƒrgerlich auch deshalb, weil mit dem UNIX System unter dem Xer auch den Unix-Bastlern aus dem Elektroniklager eine Möglichkeit geboten wird - und diese nutzen die Serielle nach wie vor. Aber vielleicht will Apple auch gar nicht dort hin, ist okay. Auch daß keine Tasche, und sei sie noch so primitiv, im Lieferumfang dabei ist, stört mich. Auch der Netzstecker, so cool er sein mag, erscheint mir etwas zu filigran. Muss man hier wirklich einen 3,5mm Klinkenstecker aus dem Kopfhörerbau verwenden? Ansonsten ist jedoch alles sehr durchdacht. Vom "atmenden" Ruhezustandslicht, bis zum versenkten Verschlusshaken.

Nun zur Bedienung bzw. der Software: Grund für diese kleine Serie war, Euch altgedienten Apple Usern zu vermitteln, wie es einem Neuling beim Umstieg geht. Viele sind sich anscheinend in Ihrer Intelligenz beleidigt vorgekommen, oder haben sich einfach nur gedacht: "Mein Gott, was ist das für ein DAU und warum muss ich das lesen?". Das war gut so, denn es zeigt wie betriebsblind man werden kann. Es zeigt auch weiters, daß man als Umsteiger an den kleinen Dingen scheitert und hier meist als Neuling keine Hilfe erwarten kann. Ganz im Gegenteil: Man wird eigentlich nur verspottet.

Ich empfinde das Arbeiten mit dem Apple als ausgesprochen angenehm. Die Bedienung ist, sobald man sich daran gewöhnt hat, einigermaßen simpel. Störend wirkt sich eigentlich nur aus, daß man viele Dinge einfach anders gewöhnt ist. Und ja, ich gestehe: Die zweite Maustaste fehlt mir nach wie vor. (Nicht nur Dir, Edi. Apple-Maus mit RAD! Bert) Seltsam finde ich, daß einige Programme wie zum Beispiel auch iTunes mit der zweiten Maustaste einfach leichter zu handhaben sind. Hier ist sich Apple anscheinend seiner eigenen Philosophie nicht sicher. Kontextmenü mit einer Maustaste?

Ein wenig nervend sind auch die oft vorgeschlagenen Lösungsansätze: Also im 9er war das so.... Das will ich nicht hören. Als Umsteiger will ich eigentlich nur die Bedienung von einem neuen System lernen und sicher nicht die eines zweiten, das als Auslaufmodell zu bezeichnen ist. Diese Hilfestellungen sind wohl schwierig für eine community, die gerade selbst mit der Umstellung auf MacOS X befaßt ist. Zusammenfassend muss man jedoch sagen: die Bedienung ist einfacher als die einer Dose.

Trotzdem kann ich einem "normalen User" (kein DAU, aber auch kein Registry-Kenner und File Schupfer) nur sehr bedingt zu einem Umstieg auf Apple raten. Wenn man nämlich keinen guten Freund, Bekannten, etc. hat, der einem über die ersten Tage hilft ist man ziemlich aufgemschmissen. Und es ist nicht jedermanns Sache, sich als DAU oder infantiler Trottel beschimpfen zu lassen. Die Probleme beginnen mit der mühsamen Importierung von Kontakten, die für jemanden, der SW nur anwendet, kaum durchführbar ist. Hier fehlt dringend ein Tool, das Outlook pst Files auslesen kann, oder ein Mail Client bzw. ein Adressbuch, das die Datenmengen auch verwalten kann. Nicht von M$, bitte! Auch im Internet funktionieren einige Dinge nicht, oder nur eingeschränkt, (Dies beginnt bei avi Files, die sich Quicktime hartnäckig weigert abzuspielen und endet bei diversen chat-Seiten, die weder in Netscape, IExplorer noch mozilla laufen). (Die Video-Probelem sollten mit Quicktime 6 der Vergangenheit angehören...) Sicherlich sind diese Probleme mit irgendwelchen Tricks zu lösen, aber "usability" heißt etwas anderes.

Für versierte User jedoch, die bereit sind, sich mit dem neuen System intensiv auseinanderzusetzen und aus der M$-Welt wegwollen, ist der Umstieg auf ein iBook (bei einem geplanten Laptopkauf) sicher eine sehr gute Alternative. Für den kompletten Anfänger schließlich ist dies, sofern er die hohen Grundaustattungskosten tragen will, sicher sehr geschickt. Denn welches System man nun neu lernt, ist vom Aufwand her dann schon egal.
Ich habe also große Freude an dem Teil. Gehöre jetzt sozusagen dazu, wenngleich ich mich bei der vorherrschenden Diskussionskultur manchmal frage, ob ich das will. Abschliessend jedoch ein großes Dankeschön für alle möglichen Lösungsansätze, die zum Teil wirklich sehr geholfen haben.

Mit freundlichen Grüßen,
euer Umsteiger Edi

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