ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 1483

Studie sollte Apple ein Zeichen sein

Mehr Engagement für das Mobile Klassenzimmer ist gefordert

Autor: dk - Datum: 25.11.2002

Wie eine aktuelle Studie der Gütersloher Bertelsmann Stiftung ergeben hat, lernen Schüler mit Laptops besser als Kinder, die keine Computer im Unterricht benutzen. Durch den Umgang mit Computern seien die Schüler selbständiger mit dem Unterrichtsstoff umgegangen und hätten mehr aus eigenem Antrieb gelernt, sagte projektleiter Detlev Schnoor. Rund 400 Schüler des Evangelisch Stiftischen Gymnasiums in Gütersloh hatten drei Jahre lang an dem Pilotprojekt teilgenommen. Mit dieser Studie liege zum ersten Mal in Deutschland eine systematische Auswertung von Laptop-gestütztem Unterricht über mehrere Jahre vor.

Seit 1999 erhielten drei siebte Klassen zu Beginn des Schuljahres Laptops, während die Parallelklassen ohne die mobilen Computer lernten. Wissenschaftler der Freien Universität Berlin begleiteten das Projekt, werteten die gewonnenen Daten aus und untersuchten die Auswirkung der Computer auf die Lernkultur sowie die Leistung und Computerkompetenz.

Die deutlich verbesserte Kompetenz im Ungang mit Computern beeindruckte die Wissenschaftler. Während in den Klassen mit Computern fast kein Unterschied im Computerwissen von Jungen und Mädchen nachzuweisen war, waren in den Klassen ohne Computereinsatz die Jungen in allen Bereichen überlegen.

Besonders im Umgang mit Texten und Informationen sei eine Zunahme des intensiven Beschäftigens zu verzeichnen gewesen, so die Lehrer. Auffallend wären auch die besseren Resultate in den Fächern Deutsch und Mathematik gewesen. Der Unterricht mit den Computern war zudem schülerzentrierter und stärker individualisiert. Lehrer und Schüler waren sich einig, daß das Lernen interessanter und anschaulicher geworden sei.

Diese Studie sollte Apple ein Zeichen sein, sich noch mehr, wenn überhaupt einmal merklich, an Schulen und Universitäten zu engagieren. Das Mobile Klassenzimmer ist zwar als solches eine nette Sache für die Image Broschüre, doch das verstärkte Werben und Bemühen um den Einsatz im Unterricht sollte Apple forcieren. Denn nun werden die Argumente für das Mobile Klassenzimmer frei Haus geliefert. Jetzt heißt loslegen! Nicht wieder den Markt und die Gelegenheit verschlafen! Apple, do you read me?!?!

Kommentare

Wunder

Von: Ein Freund | Datum: 25.11.2002 | #1
Man muss sich manchmal eh wundern, warum sich Apple so wenig präsent zeigt. Weder die Schulen noch die Universitäten werden umworben, obwohl es gerade an den Unis viele Nutzer gibt, die "keine Lust haben, sich mit Rechnern zu beschäftigen" - also Kunden, die einen einfachen, gut funktionierenden Computer wollen. Wo sind die Apple-Tage an den Unis? Wo sind die Prospektbeilagen oder Werbespots in Kino und/oder Fernsehen? Nur mit Mund-zu-Mund-Propaganda und hier und da ein Apple-Store in den USA wird nicht reichen. Mehr Präsenz, bitte!

Siehe auch: Schulen ans Netz

Von: roser | Datum: 25.11.2002 | #2
Hatte vergangenen Sommer das Vergnügen, mich mit einem Lehrer aus Lübeck über das Projekt: Schulen ans Netz zu unterhalten. Die Kosten waren irrsinnig!!!!, und die Rechner (wir wissen um die Pflegebedürftigkeit bestimmter Betriebssysteme ungenannter Hersteller aus Redmond, stehen verlottert nach einem Jahr, fast unbrauchbar in der Ecke, da ja auch kein Lehrer in der Lage ist de Dinger zu warten (seit wann muß ein Rechner gewartet werden, die laufen doch immer :-). Falls der Bundesrechnungshof endlich mal gründlich arbeiten würde (dürfte), dann könnte er die imensen Vernetzungskosten dieses Projektes gegenüber WLAN klarstellen und sollte Apple dann noch Interesse an Umsatz haben, so gäbe es eine gute Zukunft für "Das Mobile Klassenzimmer".

Apple...die tun was

Von: macman | Datum: 25.11.2002 | #3
Apple ist nicht untätig. In einem mega-projekt, wo über 1000 Schüler (inzwischen sind es 4000) eines Landkreises (jetzt drei) in Niedersachsen ein Laptop (welch ekliges Wort, besser klingt ibook) bekommen sollen, ist Apple als Partner aufgeführt. Dies bedeutet z. Zt.: Apple beteilgt sich an der Ausschreibung und bis Anfag Dezember sollen die ersten Angebote vorliegen.
Wenn man sich das Konzept anschaut, dann spricht viel für Apple: Die Eltern beteiligen sich mit 1000 EUR an diesem Projekt. Diese Summe kann auf mehrere Jahre hin abgezahlt werden, ein Fond für soziale Hartefälle wird eingerichtet. Ein solch ähnliches Angebot gibt es ja auch schon von apple in England. Schaut man sich die technischen Anforderungen für das Projekt an, so kann am Ende nur ganz klipp und klar das kleine Ibook stehen.
Aber, dies sind Empfehlungen. Den Schulen bleibt am Ende die Entscheidung, welches OS sie ihren Kids zumuten wollen selbst überlassen. Es kann also zu Koexistenzen kommen. Das Ganze wird auch noch pädagogisch umrahmt, so das, wenn als Apple den Coup landen sollte, das Mac OS X in der ersten Schülerbank sitzt,


Bis dahin

macman


as tun die

Von: Wurlitzer | Datum: 25.11.2002 | #4
Trotz des Engagements an Schulen sollte doch die Präsenz von Apple höher sein. Ich sag nur "keine switch Werbung " in Europa. Aber was dann? Nix!! Weil Apple Rechner Verkaufen sich von selbst oder wie?
Trotz alle Apples die man Täglich im TV sieht weiß doch der normale PCUser nicht mal was das für Dinger sind die er da sieht.
Zum anderen achtet ein nicht MacUser auch nicht auf jeden Mac den er in der Werbung sieht.
Gruß

demogeräte

Von: Bert | Datum: 25.11.2002 | #5
Einer der Knackpunkte ist: DEMOGERÄTE für Schulen. Solange Apple nicht mal den Wertverfall (AfA) auf sich nimmt und die Schulen was ausprobieren läßt, wird nichts geschehen. Nur ein paar bewundernswerte Einzelkämpfer kriegen den Wireless Classroom an - die Zahlen sind aber insgesamt ziemlich traurig. Gruß, Bert

Apple macht was..

Von: Ruediger | Datum: 25.11.2002 | #6
.. so mein Eindruck.
Die Veranstaltung an der Ruhr-Uni (siehe Bericht diese Woche) ist KEIN Einzelfall.
Kennt man den Einsatz des nicht gerade personalstarken Education-Teams, muss man vielmehr eher den Hut ziehen, wieviel in diesem Jahr an interessanten Projekten realisiert wurde. Wir in der Community können diesen Trend nur unterstützen und Apple mit dem positiven Feedback zeigen, dass es angebracht ist, das Engagement auch weiterhin, trotz schlechter Wirtschaftslage, zu forcieren(Über 2003 hinweg). Motzen ist echt nicht angebracht Punkt
Außerdem: Entscheidender Faktor dabei wird der Mut zu gesteigerten Ausgaben sein, wenn Andere nur von Kostenersparnis schreien in der Branche. Diesen Mut muß man erst einmal aufbringen, wenn Masszahlen im Unternehmen eigentlich das Gegenteil aus betriebswirtschaftlicher Sicht erfordern.
Wir wären schlecht beraten, wenn wir (in Parallele zur heutigen öffentlichen Diskussion in Wirtschaft + Gesellschaft) als Macianer auch noch das "schlecht" machen, was Apple bisher auf die Beine gestellt hat.


Apple an der Uni

Von: Ein Freund | Datum: 25.11.2002 | #7
Das Personalproblem kann man dahingehend eindämmen, wenn man sich die Apple Center an der Uni zu Nutzen macht. Dort sitzen doch Studenten und Dozenten, die Ahnung haben und sich sicher auch gerne für ihren "Lieblingshersteller" einsetzen. Wäre doch eine Idee, oder?

Apple tut was?!

Von: Dirk | Datum: 26.11.2002 | #8
Lieber Rüdiger,

Apple tut meiner Erfahrung nach gar nichts. Sie sind nicht präsent. Vielleicht ist deren "Education Team" wirklich gut unterwegs, aber es fängt doch schon bei der fehlenden Medienpräsenz an. Keine Werbung in Deutschland, die wirklich einprägsam ist seit Think Different. Dafür haben sie damals riesige Leinwände vorm Hauptbahnhof aufgebaut und die Spots den ganzen Tag laufen lassen. Heute gibt es nicht einmal Übersetzungen der Switch-Spots. Super… Apple Europa und speziell Deutschland ist einfach Brachland… Staub und Sand werden auch irgendwann zu Stein, wenn das Zeug nur lang genug im Hof rumliegt…