ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 1512

What's New, Pussycat?

MacOS X 10.2 in den Rachen geschaut

Autor: wp - Datum: 04.12.2002

Ob Tiger Tom Jones auch einen Mac hat? Immerhin ist der iMac die Sex Bomb unter den Computern, und mit Jaguar (f)haucht ein Artgenosse des Tiger den Apfelchips ihr UNIX-basiertes Leben ein - zumindest bei den early adopters, Katzenfreunden und Pelzfetischisten unter den Mac-Usern. Mangels persönlicher Bekanntschaft mit dem walisischen Barden lässt sich obige Frage nicht so schnell klären. Aber egal, wer braucht schon Tom Jones, wo es doch Ingmar Wenz gibt, Kollege von Macinplay und guter Freund der Macguardians. Er hat sich der Apfelmieze angenommen, ihr das Fell auch mal gegen den Strich gebürstet, tief in den Rachen geschaut und sie ein paarmal durch diverse Reifen springen lassen. Diese Dressur hat er ohne Blessur überlebt und lässt seinen Eindrücken und Erfahrungen nun in einem Bericht für MacReview freien Lauf.

Mac OS X ist ein Thema, dass in der Mac-Community seit Jahren heiß diskutiert wird. Zu Anfang war jeder noch begeistert, schließlich ist wirkliches Multitasking und Speicherschutz etwas, was jedem etwas bringt. Nachdem Apple dann ankündigte, Carbon zu erfinden und eine Classic-Umbegung zu integrieren, so dass alte Programme ohne Modifikation weiter funktionieren bzw. ohne allzu große Umstände portierbar sind, war die Freude um so größer.

Dann zelebrierte die Community einen wichtigen Meilenstein in der Geschichte von Apple - die Apple Expo 2000 in Paris. Während die neuen iBooks und die ATi Radeon nicht gerade unwesentlich waren, war das Highlight der Keynote eine öffentliche Beta-Version von Mac OS X, die sich auf der Messe zum Verkaufsschlager Nummer 1 mauserte. Ich erinnere mich noch gut an den Anblick dieser Menschenmenge, die bis zu anderthalb Stunden warteten, nur um die Zukunft ihrer Lieblingsplattform in Händen halten zu können.

Nach der Installation am heimischen Mac erlebte so mancher eine große Überraschung - Mac OS 9 war viel schneller und viele Features des alten, ach so komfortablen Betriebssystems, die Benutzer lieben gelernt hatten, gab es in Mac OS X plötzlich gar nicht mehr. Fast einig war man sich über die Stabilität der neuesten apfeligen Kreation. Doch glücklicherweise ruhte sich Apple nicht zu lange auf seinen Lorbeeren aus und entwickelte Mac OS X auf Basis des vielfach erhaltenen Feedbacks weiter.

Ende August war es endlich soweit. Die neue Version 10.2, die in einer im Jaguar-Fell gehaltenen Packung ausgeliefert wird, soll viele Ungereimtheiten ausräumen, Features von Mac OS 9 zurückbringen und bereits Gutes verbessern.

Mac OS X 10.2 enthält so viele Neuerungen, dass es den Rahmen dieses Artikels sprengen würde, alle im Detail zu besprechen. Jedoch werde ich mir Mühe geben, die wichtigsten Neuerungen und Verbesserungen vorzustellen.

Die Oberfläche

Auf den ersten Blick fällt die überarbeitete Benutzeroberfläche ins Auge. Apple verfolgt damit weiterhin die Strategie, alles simpler und eleganter zu gestalten. Jedes einzelne Interface-Element wirkt optisch flacher und eleganter.

Es ist schön zu sehen, dass Apple es nicht bei der bisherigen Oberfläche bewenden lässt, sondern einen Schritt in die richtige Richtung macht und sich der aktuellen Zeit und den aktuellen Gegegenheiten der Industrie anpasst.

Leider ist die neue Oberfläche nicht perfekt, denn im Zuge einer solchen Renovierung hätte ich mir sachgemäße Feinarbeit erwartet, was auch die Bereinigung von Fehlern im Interface von Mac OS X 10.1 beinhalten würde. Einen bekannten und für Leute mit Liebe zum Detail störenden Fehler hat Apple nicht beseitigt. Und zwar ist in jeder Carbon-Anwendung beim Klicken auf den unteren Pfeil einer doppelten Scrollbar noch immer links und rechts am oberen Rand des Pfeiles ein Stück weggebrochen. Apple hat sich um so viele Details gekümmert - wieso nicht um dieses?

Der Finder

Ein großes Dilemma war bisher der Finder von Mac OS X. Die Verbindung zur iDisk war zum Nebenhergehen langsam, von Zeit zu Zeit hat der Finder aufgegeben und nicht selten dachte man sich, dass das alles doch noch ein Stück intuitiver und cleverer lösbar sein müsste. Gerade auf diesem Feld haben sich die Entwickler bei Apple viel Mühe gegeben und das Ergebnis ist lobenswert.

Erstmals bietet der Finder die Möglichkeit, seinem Namen Rechenschaft zu tragen: Dateien können nun auch wirklich gefunden werden, und zwar über eine eingebaute Funktion, die sich im Test als sehr praktisch und auch als sehr schnell erwies. Der Weg über den schlecht carbonisierten und unkomfortablen Sherlock ist nun nicht mehr nötig - glücklicherweise. Auf Sherlock gehe ich weiter unten noch mal ein.
Durch die neue Suchfunktion lässt sich über ein Feld in der Symbolleiste auch direkt nach Dateien in einem bestimmten Ordner suchen. Ist man z.B. auf der verzweifelten Suche nach einem Programm im überfüllten Programme-Ordner oder nach einer Schrift unter tausenden von Schriften, so dürfte dieses Feature viel Arbeit abnehmen.

Wie viele wissen, gab es in Mac OS X 10.1 außerdem einen Pfeil, um zum letzten Ort zurück zu springen, in Mac OS X 10.2 gibt es nun auch einen, um sich wieder vorwärts zu bewegen. Neben diesen praktischen Neuerungen gibt es auch ein paar Verbesserungen für Käufer des neuen .mac-Paketes. Endlich wurde das Browsen auf der iDisk deutlich verschnellert, sodass nun von wirklicher Benutzbarkeit die Rede sein kann. Tja, sobald Apple Geld verlangt, scheinen sie sich auch Mühe zu geben...

Systemeinstellungen

Möglichst viele Einstellungsmöglichkeiten wünschen sich vor allem Freaks. Mit Mac OS X 10.2 ist Apple aber nicht nur Wünschen von eingefleischten Usern, sondern auch Wünschen von Einsteigern und Profis entgegen gekommen und bietet mehr Möglichkeiten als je zuvor an. Ein sehr praktisches Feature ist z.B., dass die Stufe der Textglättung eingestellt werden kann. Da sich TFTs und CRTs nunmal grundsätzlich unterscheiden, lässt sich so die für den Monitor beste Glättung aktivieren.

Daneben arbeitet Apple weiterhin hart daran, Unix-Features eine Oberfläche zur Verfügung zu stellen, sodass auch Normalsterbliche etwas mit ihnen anfangen können. Dazu zählt in Mac OS X 10.2 die Konfiguration der integrierten Firewall und die Möglichkeit zur Benutzung des integrierten Routers, womit auch die langersehnte Airport Softwarebasestation ihren Weg ins OS zurückfindet.

Für .mac-Käufer steht im Bereich Internet nun eine Übersicht des aktuellen Speicherplatzes der iDisk zur Verfügung. Außerdem lassen sich hier Zugriffsrechte für andere Benutzer einstellen.

Das sind nur drei Features der vielen, vielen neuen Funktionen, die sich jetzt einstellen lassen. Insgesamt sind die Neuerungen in den Systemeinstellungen ein willkommener Schritt, da sie dem Benutzer mehr Möglichkeiten geben, das System den eigenen Wünschen anzupassen. Vielerorts kamen nicht unbedingt neue Funktionen hinzu, sondern es wurde einfach aufgeräumt, intuitiver gestaltet und simplifiziert.

Mail

Obwohl ich nicht gerade als der größte Fürsprecher Microsofts bekannt bin, habe ich bislang Microsoft Entourage benutzt. Da ich aber auf Grund meines hohen Bekanntheitsgrades jeden Tag sehr viele Spam-Mails bekomme, habe ich mich entschieden, auf das integrierte Programm Mail umzusteigen. Dieses enthält in der neuesten Version einen Junk-Mail-Filter, der die ungewollten E-Mails abhalten soll - einer Impfung gegen einen Virus ähnelnd.

Auch wenn sich Mail im Test als vollwertiges, stabiles und komfortables E-Mail Programm erwiesen hat, liegt der Teufel wie immer im Detail. Bestimmte minimale, aber für mich wichtige Funktionen fehlen Mail bislang, so dass mein Alltag bisher noch erschwert wird. Wie zu allen kritischen Themen, habe ich hier Feedback an Apple abgesetzt. Hoffentlich nimmt sich jemand bald diesen störenden Problemen an.

Der Junk-Mail-Filter hat mich sehr beeindruckt. Nach knapp zwei Wochen Testzeit werden kaum noch E-Mails fälschlicherweise als Junk gekennzeichnet. Wahrscheinlich werde ich irgendwann in den nächsten Wochen vom Trainings- in den Automatik-Modus wechseln, sodass Junk-Mail automatisch in einen separaten Ordner verschoben wird und nicht mehr meinen Maileingang zumüllt. Apple hat gut daran getan, einen so mächtigen Filter einzubauen, gerade in der heutigen, von Werbung geplagten Zeit ist er ein bedeutendes Verkaufsargument. An der Geschwindigkeit und an bereits erwähnten kleinen Details sollte trotzdem noch gefeilt werden. Wer die Mühen nicht scheut, sollte sich Mail einfach mal für eine Woche anschauen und dann beurteilen, ob sich ein Umstieg lohnt oder nicht.

Verbesserungen en gros und en detail

Sobald man Mac OS X 10.2 etwas länger nutzt, werden schnell kleine Details bemerkt, die das OS deutlich aufwerten. Ein gutes Beispiel ist die Anwendung Preview. Während es in der alten Version noch eher unbedarft alle Arten von Bildern öffnen konnte, ist Version 2.0 bereits deutlich mächtiger. Bei einem PDF-Dokument wird z.B. ein Drawer eingeblendet, in dem sich Thumbnails der einzelnen Seiten befinden. Das Zurechtfinden in solchen Dokumenten ist jetzt wirklich simpel.
Solche und viele weitere Detailänderungen und neue Funktionen fallen mit der Zeit in fast allen beigelegten Programmen auf.

Performance, Performance, Performance

Das war der Leitspruch für Mac OS X 10.1. Auch wenn der Geschwindigkeitsunterschied zum originalen Mac OS X gewaltig war, sehnten viele immer noch einige Features von Mac OS 9 herbei. Da mein iMac eine Geforce 2 MX sein Eigen nennt, müsste Mac OS X 10.2 geradezu fliegen - dachte ich mir jedenfalls in meinem jugendlichen Leichtsinn. Dem war leider nicht so. Der Unterschied zu 10.1 ist fast unmerklich - auch das Argument, dass nun das Öffnen eines Fensters weniger den Prozessor belastet und damit Programme, die im Hintergrund laufen, mehr Performance nutzen können, zieht nicht. Es wäre besser, wenn sich das Fenster einfach schneller öffnen würde.

Von einem großen Geschwindigkeitsanstieg durch Quartz Extreme ist leider nicht zu sprechen. Eventuell braucht man dazu einfach einen schnellen Bus, das hoffe ich jedenfalls. Ob der Fall bei Besitzern älterer PowerMacs mit neueren Grafikkarten anders liegt, kann ich mangels Hardware nicht beurteilen.

Lokalisierung mal richtig - immerhin fast

Calculator hieß das nette kleine Programm, mit dem in 10.1 noch simple Berechnungen vollzogen werden konnten. In Jaguar wurde es nicht nur erweitert, es heißt zumindest bei deutscher Sprachbeinstellung jetzt auch anders, nämlich Rechner. Das mag unwesentlich klingen, jedoch zeigt sich hier ein wichtiges neues Feature. Der Name eines jeden Programmes kann jetzt lokalisiert werden. Bisher war das schlichtweg nicht möglich. Das Gleiche gilt anscheinend auch für Ordner, schließlich heißt es bei einem englischen Account 'Utilities', in einem deutschen aber 'Dienstprogramme'. Fast alle Ordner wie Users, Desktop, Documents, Movies, usw. konnten mit Hilfe der neuen Möglichkeiten an die jeweilige Landessprache angepasst werden.

Leider pfuschten die Apple-Entwickler bei der Implementierung etwas. Aktualisiert man nämlich bei der Installation von Mac OS X 10.2 sein vorheriges OS, wird die Übersetzung im privaten Ordner nicht vollzogen. Erst durch Anlegen eines neuen Accounts und Übertragen der Daten in diesen, werden die Features in voller Gänze genutzt.

Neben dieser nützlichen Funktion ist die Rechtschreibprüfung endlich mehrsprachig geworden, sodass deutsche Worte nicht länger als falsch angesehen werden, wenn man in TextEdit oder Mail einen Text schreibt.

Power under the hood

Sehr viele Neuerungen finden sich in Jaguar vor allem unter der Oberfläche. Apple zieht mit aktuellen Unix-Updates mit, erweitert bestehende Komponenten und fügt sogar Unterstützung für neue Standards ein. Unter anderem finden sich darunter GCC 3.1 und FreeBSD 4.4, die das OS schneller, stabiler und sicherer machen. Weiter wurde OpenGL im Zuge der Implementierung von Quartz Extreme drastisch verbessert. Während die Performanceverbesserungen nicht so außerordentlich ausgefallen sind, wie eigentlich erwartet wurde, kamen vor allem eine Reihe neuer Funktionen hinzu. Darunter fallen auch die langerwarteten (und für Doom 3 benötigten) Pixel und Vertex Shader, wie auch Full Scene Anti Aliasing für manche ATi- und Nvidia-Grafikkarten.

Das ist aber bei weitem nicht alles. Da Apple versucht, Industriestandards durchzusetzen, wurde Unterstützung für einige neue Standards in Mac OS X 10.2 eingebaut. Nennenswert sind hier vor allem Rendezvous und SyncML. Ersteres ermöglicht es, andere Geräte, die IP-basiert angesprochen werden, ohne jegliche Konfiguration zu finden. Sie identifizieren sich automatisch, so dass der Computer weiß, dass es sie gibt und was er mit ihnen anfangen kann. Trotzdem müssen keine IP-Adressen ausgetauscht werden. HP, Lexmark und Epson haben bereits begonnen, diese Technologie in ihren Druckern einzubauen, und in Zukunft werden noch viele Hersteller mit ihren Produkten nachziehen. Apple selbst hat bereits iChat und einige andere Systemkomponenten mit Rendezvous-Unterstützung versorgt, sodass auch Anfängern möglich ist, ein Netzwerk ohne großen Aufwand komfortabel nutzen können. Im Test funktionierte diese Technologie leider nicht besonders gut. Bei Kombination eines Airport- und Ethernet-Netzwerkes wurden andere Computer im Netzwerk nicht gefunden. Im Internet finden sich mittlerweile sehr viele Berichte von verzweifelten Anwendern, die ähnliche Probleme mit Rendezvous haben. Hoffentlich bessert Apple diese Schlampereien schnellstmöglich aus.

SyncML hat auch mit dem Verbinden zu Geräten zu tun, allerdings in einem etwas anderen Sinne. Es richtet sich an Handys, die, mit Bluetooth ausgestattet, mit dem Computer verbunden werden sollen. Fast jedes bisher auf dem Markt erhältliche Bluetooth-Handy unterstützt auch SyncML. Sofort Gebrauch machen kann man davon, indem z.B. ohne weiteres die Adressen vom Adressbuch mit einem Mobilfunktelefon abgeglichen werden. Sobald iSync und iCal veröffentlicht sind, gilt das Gleiche auch für Kalender.

Auch 18 Monate nach der Veröffentlichung stehen für viele Drucker und Scanner noch keine Treiber zur Verfügung. Durch die Implementierung von CUPS, einem neuen System zur Ansteuerung von Druckern, wurde der Weg zu praktisch beliebig vielen Druckertreibern aus der Linux-Gemeinde geebnet. Das dürfte wohl auch der Grund sein, warum Apple knapp 360 MB Druckertreiber mitliefert. Falls Ihr Drucker auch nach Installation dieser Treiber nicht zum Leben erweckt wurde, sollten Sie einen Blick auf diese Website werfen. Mit dem dort vorgestellten Tool gimp-print werden sehr viele Drucker unterstützt, die sich bisher noch nicht gut mit Mac OS X angefreundet hatten. Auch Scanner können jetzt über das Programm "Digitale Bilder" (Benutzern von Mac OS X 10.1 auch als Image Capture bekannt) angesteuert werden. Bisherigen Berichten zu Folge werden teilweise auch Scanner unterstützt, für die es bislang noch keine Mac OS X-Unterstützung gab.

Zu guter letzt wurden auch die eingebauten Audio-Features in einem Maße verbessert, dass Programme wie Logic oder Steinberg endlich in einer Mac OS X nativen Version erscheinen können.

Sherlock 3 - Finden im Netz einfacher denn je

Sherlock machte es sehr einfach, im Internet nach Informationen zu suchen. Sherlock 2 brachte eine bessere Oberfläche und die Möglichkeit, eigene Plug-Ins zu schreiben. Die neueste Version macht nicht alles anders, aber doch immerhin eine ganze Menge. Am Auffälligsten ist, dass die Suche nach Dateien auf der Festplatte nicht mehr über Sherlock läuft, sondern über den Finder. Anstatt dessen und der bisherigen Dienste werden nun verschiedene Internet-basierte Suchdienste angeboten. Somit lassen sich schneller Auktionen über eBay finden, Bilder mit Lycos und gettyimages sowie Flüge. Falls mal ein ausländisches Wort nicht ganz bekannt ist, lässt es sich mit Hilfe des über Systran laufenden Plug-Ins übersetzen. Es werden sehr viele Sprachkombinationen angeboten, die den Grundbedarf bei weitem decken sollten.

Das Konzept hinter Sherlock 3 ist ein Griff in die Zukunft, denn es ist komplett Internet-basierend. Die Plug-Ins werden beim Aufruf direkt von Servern aus Cupertino geladen. Dadurch ist ständige Aktualität gewährt, jedoch macht dieses Verhalten Modem-Benutzern einige Schwierigkeiten. Leider dauert es auch bei meinem DSL-Zugang zu lange, bis ein Plug-In geladen ist.

Inwiefern die Plug-Ins zu einem späteren Zeitpunkt auch an europäische Gegebenheiten angepasst werden, ist noch offen. Z.B. das Plug-In zu eBay fragt nur ebay.com und keine europäischen Auktionen ab, die integrierten Lexika erklären nur amerikanische Begriffe, usw. Es wäre sehr erfreulich, wenn Apple deutsche Dienste suchen würde, die in das Angebot von Sherlock passen. Als weiterer Dienst würde mir da auf den ersten Blick (oder Biss? D. Red.) pizzaservice.de einfallen, die sich bisher als sehr zuverlässig und engagiert erwiesen haben.

Inkwell - Großes Engagement im DTP-Bereich oder nutzlos?

Die Qualität der Handschrifterkennung des Newton gilt bis heute als unerreicht, so dass sich Apple entschied, eine noch bessere Version von dieser in Mac OS X 10.2 einzubauen. Das klingt zunächst überraschend, doch Apple scheint sich wirklich etwas dabei gedacht zu haben. Es gibt nicht wenige im DTP-Sektor Beschäftigte, die einen Großteil ihrer Arbeitszeit mit einem Zeichenstift in ihrer Hand und einem Grafiktablett auf ihrem Tisch verbringen. Angenommen man ist nun beim Zeichnen und will sich nur kurz Notizen machen, ist es sehr störend, zur Tastatur zu wechseln um zu tippen. Deutlich angenehmer ist es, die Notizen in jegliches Eingabefeld per Stift zu schreiben. Inkwell ist sogar lernfähig, so dass es mit der Zeit kaum noch Schreibfehler geben dürfte. Dieses Feature klingt nicht nur zukunftsweisend, sondern könnte den Arbeitsalltag von Grafikern, Layoutern und Leuten dieser Alt extrem vereinfachen und komfortabler gestalten.

Fazit

Das Update zu Mac OS X 10.2 ist sehr umfangreich, insgesamt deutlich umfangreicher als der Sprung von Mac OS X 10.0 zu 10.1, wobei dort ja der Schwerpunkt auf der Performance lag. Trotzdem ist der wirkliche Funktionsunterschied nicht allzu groß, denn in Mac OS X 10.2 ging es anscheinend hauptsächlich darum, bisherige Ungereimtheiten auszuräumen und bereits Gutes noch zu verbessern. Das ist wahrscheinlich auch der Grund, wieso sich OS 10.2 deutlich runder anfühlt und insgesamt fertiger und kompletter als bisherige Versionen zu sein scheint.

Am Preis lässt sich trotzdem noch Kritik üben. Es gibt nicht wenige Leute, die den Umstieg auf Mac OS X erst nach dem Update zu 10.1 gemacht haben und folglich auch erst danach ihr Paket kauften. Wenige Monate später bereits Geld für eine Version zu verlangen, die zwar viele Neuerungen, aber auch viele nötige Verbesserungen bringt, erscheint mir etwas dreist. Ein Update-Preis wäre meiner Meinung nach deutlich angemessener und käuferfreundlicher gewesen.
Folgenden dezenten Hinweis möchte ich mir in diesem Zusammenhang erlauben: Schüler und Studenten bekommen 10.2 im Education Store mit Rabatt, und zwar für knapp 100 Euro - gut gemacht, Apple.

Kommentare

Quartz Extreme wird unterstützt, wenn...

Von: Kristian | Datum: 05.12.2002 | #1
... der Mauszeiger einen leichten Schatten hat!

(kein Scherz!)


Zum Artikel:
Ich finde, dass "Preview" unglaublich langsam ist, insbesondere das Erstellen der Thumbnails dauert zirka 2 Sekunden pro Thumbnail.

Und was die Audiofunktionen betrifft, würde mich mal interessieren, ob es diesbezüglich irgendwo eine tiefergehende aber dennoch anschauliche Einführung gibt. Das Programm heißt übrigens nicht "Steinberg" sondern "Cubase"...

Gruß,
Kristian

Inkwell lernfähig ?

Von: Jess | Datum: 05.12.2002 | #2
Im Artikel heisst es, dass Inkwell lernfähig sei.
In der c´t steht, dass es nicht lernfähig sei und auch von
Apple habe ich darüber noch keine Information gesehen.
Wer weiss genaues mit Quellenangabe ?

Gruss, Jess

Nicht viel neues

Von: Gunnar | Datum: 06.12.2002 | #3
Ich will ja hier nicht rumnörgeln aber ganz aktuell ist der Artikel wohl nicht mehr ("Sobald iSync und iCal veröffentlicht sind, gilt das Gleiche auch für Kalender.") und auch wurde meiner Meinung nach der Katze nicht besonders tief in den Rachen geschaut. Ich hatte mir etwas mehr von dem Artikel erhofft, nach der vollmundigen Ankündigung. Schade.