ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 1567

EU: Schlag gegen Druckerindustrie

Endlich: Am vergangenen Mittwoch stimmte das EU-Parlament

Autor: mike - Datum: 21.12.2002

Noch ist der Ausgang dieser Sache nicht sicher, aber das EU Parlament hat sich durchringen können, die "Elektroschrott" Richtlinie anzunehmen. Die meisten der Regelungen treten bis Sommer 2005 in Kraft, wobei es sich vornehmlich um Sammlung, (Wieder-)Verwertung und Finanzierung von elektronischen Altgeräten handelt.

Unter "5. Produktkonzeption von Elektrogeräten" steht zu lesen:

Ausdrückliches Bemühen des Parlaments war die Förderung von Wiederverwendung und Recycling. Dies steht im klaren Widerspruch zu Praktiken einzelner Hersteller, durch den Einbau von verschiedenen elektronischen Vorrichtungen ("clever chips") die Wiederverwendung oder das Recycling der Geräte zu verhindern. Insbesondere Tintenstrahlpatronen für Drucker wurden mit solchen Vorrichtungen versehen, um eine Wiederauffüllung zu unterbinden. Um solche Praktiken zu verhindern, wurde ein neuer Artikel in den Text der Richtlinie aufgenommen. Dieser sieht vor, dass bereits bei der Produktion von Geräten auf eine erleichterte Demontage und Verwertung abgezielt werden sollte. Insbesondere technische Vorrichtungen, welche die Wiederverwendung von Altgeräten verhindern, sollten vermieden werden.

Das heisst, in absehbarer Zeit gibt es keine Tintenpatronen mit Chip mehr, weil der Chip das Recyceln verhindert! Arg treffen wird das alle Hersteller der Tintenkleckser, aber am meisten HP, da diese Firma am stärksten von allen auf die Patronenverkäufe angewiesen ist (Anteil der Abteilung für Consumer mit Patronen und Toner am HP Umsatz: >50% und damit > 10 Mia. $).

Ein kleiner Wermutstropfen bleibt möglicherweise: Die Preise der Drucker werden wohl wieder steigen, nicht nur um die Ausfälle mit den Patronen auszubügeln, sondern auch weil die Hersteller nunmehr verpflichtet werden, für die Entsorgunng ihrer Produkte aufzukommen. Immerhin haben sich Electrolux, HP, SONY und Braun diese Woche in Brüssel zu Gesprächen zum Thema "Gemeinsame Entsorgung" getroffen.

Kommentare

Canon

Von: iAlex | Datum: 21.12.2002 | #1
Wird ja mit deren Single Ink System nur Grinsen, weil da ist ja kein Chip auf dem Tank und bei denen ist leer auch wirklich LEER.

Also ...

Von: Tutlex | Datum: 21.12.2002 | #2
jetzt schnell kaufen ;-)

Endlich!

Von: Mikel Päpke | Datum: 21.12.2002 | #3
Mochte die alten Patronen nie wegwerfen! Für die Natur ist kein Pfennig zu viel. Endlich gehts der Wegwerfindustrie an den Kragen! Vielleicht werden die Patronen dann auch größer...

Chip bleibt, nur wird die Patrone jetzt teurer

Von: Daniel | Datum: 21.12.2002 | #4
Und was, wenn die Hersteller jetzt einfach Chips einbauen, die sie (und nur sie) zurücksetzen können? Wiederverwendbar sind die Patronen dann natürtlich, man muß sie halt an den Hersteller schicken ...

... und weil man dann die Verschlüsselungs-Logik für den Befehl ja schon in der Patrone hat, könnte man auch gleich noch trustworth printing einführen - der Drucker akzeptiert nur noch Patronen, die über den Verschlüsselungschip verfügen. Natürlich nur, um den Verbraucher vor mangelhaften Fremdhersteller-Produkten zu schützen.

Leider erhöht der Chip die Patronenkosten geringfügig und zur Tinte kommt bei der Auffüllung auch noch Arbeitszeit und Versand.

Willkommen im 21. Jahrhundert.

Beispiel mein Epson SC980

Von: Luxo G4 aka Mr. Mike | Datum: 21.12.2002 | #5
Habe mir aus irgendwelchen Gründen letztes Jahr einen Epson 980 gekauft. Der war etwas teurer als doe "normalen" Stylus 740er oder so, naja ich wollte einen der etwas schneller wäre und besser verarbeitet (*dreamer...).

Wie dem auch sei vor knapp 2 Monaten ging dann mal die Tinte aus und ich merkte, dass ich die Patronen nur in Mac Geschäften finden konne, da der Drucker wohl nicht für den MainStream PC User gedacht war. So geh ich zum Mac Dealer und erblicke auch die entsprechende Patrone.

Zum "Spass" vergleiche ich einige Packungen, als ich merke dass Epson die Anzahl Milliliter angibt.

Meine Patrone fasst 34ml und kost 60 CHF.
Für den 740er sind es knapp 2/3 dieser Tintenmenge für 54CHF!

Quer durchs Band: Je billiger der Drucker, desto weniger Tinte pro Geld. Ganz alte Drucker wie der Stylus XL kriegen die Tinte gleich Deziliterweise zum Vorzugspreis. Da dachte sich Epson wohl, wenn einer noch ernsthaft einen XL verwendet, ist er eh nicht interessant für uns, soll er die Tinte halt haben *ggg*

Beispiel HP

Von: Rüdiger Goetz | Datum: 22.12.2002 | #6
Hallo,

Ich musste kürzlich für einen HP 960c die schwarze Tinte nachkaufen. Und nach länegrem Suchen fand ich sie auch. 42 ml für 30 Euro.
Mit einem 920c oder 940c (ca 30 Euro billiger)
hätte ich Patronen mit 15 ml für 35 Euro nehmen müssen. Mag sein, dass der 960er etwas verschwedrischer mit der Tinte umgeht, aber trotzdem hat man wohl beim ersten TInmtenkauf den Mehrpreis des 960er bereits raus,

Ergo beim Druckerkauf auch immer auf die Tintenpatronengrößen gucken (wobei man da natürlich innerhalb eines Herstellers vergleichen kann)

Bis dann

R"udiger

Ich sag immer nur Canon

Von: iAlex | Datum: 22.12.2002 | #7
Da kommt man von den Patronen her immer billiger weg. Ausserdem ist das Single Ink System sehr brauchbar.

@Canon

Von: halessa | Datum: 29.12.2002 | #8
Yo, kann ich nur zustimmen. Ich arbeite in der Firma mit einem Epson der nur &%*ARGL§?! ist, privat hatte und habe ich immer auf Canon gesetzt und bin damit immer zufrieden gewesen.