ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 1592

Computerbranche immer noch im Abwind

Besserung in Sicht?

Autor: lars - Datum: 05.01.2003

Jeder schreibt darüber und Zahlen belegen die Flaute, die seit zwei Jahren die Computerindustrie heimsucht.
Aber wie sieht es nun wirklich aus? Ist auch in 2003 Flaute angesagt oder erholt sich die Branche? Wenn man sich überlegt, daß die Computerindustrie vor noch nicht allzu langer Zeit an Wachtumsraten von über 15% gewöhnt war, dann muß man sich doch überlegen, woran es liegt, daß auf einmal die Kundschaft keine Rechner mehr benötigt. Laut Statistik sind weltweit über 180 Millionen Computer über 3 Jahre alt. Zwei Drittel des Absatzes wird durch die öffentliche Hand und Unternehmen generiert. Wohl eine Folge des Millennium-Hypes. Die Unternehmen haben sich ganz und gar auf das 2K-Problem fixiert, Soft- und Hardware aktualisiert und damit die auf das Jahr verteilte Nachfrage mit einem Schlag auch für die dann kommenden Jahre gekillt. Die privaten Haushalte haben ihr Geld im letzen Jahr lieber in Konsolen, DVD-Player und Digital Kameras investiert. Dies wird sich evt. auch erst in der Mitte des Jahres ändern. Gartner und IDC gehen von einer 7 bis 8-prozentigen Steigerung des Wachstums in 2003 und 11 Prozent Zuwachs in 2004 aus. Von zweistelligen Wachstumsraten wird man sich aber wohl erst einmal verabschieden müssen, wie ich finde. Allerdings wird der gesteigerte Absatz wohl zu Lasten der Marge, also der Händler gehen. Der Schrauber um die Ecke wird kaum mehr billigere Rechner zusammenschrauben können, als der Hersteller selbst anbietet oder man bei MediaMarkt und Co. erhält.
Einzige Gewinner in diesem Spiel sind Dell und M$. Microsoft konnte seinen Gewinn in 2001 um 13% steigern, obwohl der PC-Absatz erstmals seit 16 Jahren rückläufig war. 2002 stieg zwar im dritten Quartal der PC-Umsatz um vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr, die Erlöse Microsofts kletterten jedoch um 26%, in der Windows-Gruppe sogar um 33%. Dies sollte doch ein klares Zeichen für alle alternativen Hersteller sein.
Was mit Apple in diesem Jahr geschieht,hängt ganz davon ab, wie die Rechner im Vergleich zur "Konkurrenz" dastehen werden. Wenn Apple den Hintern nicht hoch bekommt (es sind ja auch die Zulieferer), ggf. von Moto zu IBM wechselt oder sich durch konstantes ignorieren der User-Wünsche (ich sage nur Windtunnel G4 und schadhafte PowerBooks) die Kunden vergrault, dann wird es ein stetiger Weg nach Unten und der Aufprall hart.

Kommentare

so oder so?

Von: gui | Datum: 05.01.2003 | #1
vielleicht ist es der erfolg apples, dass die so genannten consumer verstärkt überhaupt nachdenken was sie brauchen. statt immer mehr - war ja noch nie das motto apples - kaufen "die leute" vielleicht sächelchen, vor dessen konsumption die götter nicht ganz so viel schweiß gesetzt haben. nicht zuletzt ist das die botschaft von iXyz, ob hart oder weich. dumm für apple, wenn sie den erfolg eines paradigmenwechsels - zum wiederholten male - nicht für sich verbuchen könnten...