ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 1620

Go north, young man!

Neues aus der North Hall

Autor: wp - Datum: 10.01.2003

Ganz schnell, denn mittlerweile sind wir hier mit den Berichten unseres Teams in San Francisco ein wenig im Verzug: Hier ist der gestern versprochene Bericht von Gila und Roland aus der North Hall des Moscone Centers, die sie schon im kalifornischen Vorgestern besucht haben. Mit PhillyShilly, dem möglicherweise hässlichsten Mac-Zubehör aller Zeiten und einem Ding mit nicht ganz so digitalem Hub (deutsch ausgesprochen). Viel Vergnügen!

Frei nach dem alten Goldrausch-Slogan aus Kaliforniens wilderen Tagen haben wir uns aufgemacht, die Schätze der North Hall zu heben. Zuvor jedoch stand bereits früh morgens der Pflichtbesuch bei "Demoboy" Phil Schillers "Feature-Presentation" an. Olle Phil war angetreten (worden, von seinem Chef nämlich), all die wunderbaren Features von OS 10.2.3 nochmal erschöpfend zu präsentieren. Was dann stattfand, war bei weitem nicht so dröge wie in solchen Fällen zu befürchten. Denn Phil hatte praktischerweise Ken Bereskin zur Hand, Apples Mann für das Unix unter OS X. Und der führte dann vor, wie sauber X11 seit 10.2.3 in das Betriebssystem integrierbar ist. Eine Freude für alle Linuxer und Unixer.

X11

Natürlich war auch Quartz Extreme ein großes Thema. Das mit eingeschaltetem Compositing Meter und CPU-Meter seine Performance beweisen durfte.

QuEx

Anschließend folgte der Kracher der Veranstaltung. Nach Security, Mail, Safari (300.000 Downloads innerhalb der ersten 24 Stunden!!!) und diversen Developer Tools für Unixer gab im Rahmen der beliebten "Hidden Gems" - Apples eigener subjektiver Auswahl weniger bekannter OS X Software - ein Apple-Manager heiße Gitarren-Riffs on stage zum Besten. Über eine italienische Software namens AmpliTube, die nichts weiter erforderte, als eine E-Gitarre per Kabel an den Audio-Eingang eines gängigen Powermacs oder -books anzuschließen und schon über die Stereoanlage (oder die Stage-Anlage beim nächsten Gig) über 1260 Presets jeden beliebigen Gitarrero-Stil und Amplifier-Sound von Hendrix bis Metallica zu produzieren. Ein echtes 99 Dollar Software-Juwel aus Italien, wo ja schon immer die "Grande Illusione" zuhause war.

AmpliTube

Nach dieser einstündigen Schillerschen Sondervorstellung begaben wir uns dann endlich in die North Hall der EXPO. Rolltreppe runter.

North Hall runter

Und dann Blick nach links.

North Hall rein

Dort finden sich traditionell die kleinen feinen Anbieter und all jene, die zwar nicht die teure Kohle für einen Megastand abdrücken können, aber oft sehr kreative Produkte anbieten. So heißen wir herzlich einen neuen CPU-Upgrader willkommen: GigaDesigns mit ihrem G-celerator mit 5 verschiedenen bestens wärmeableitenden (Reinkupfer-Kühler!) 800 und 1000MHz-Platinen. Der Witz daran: Alle sind mit variabel einstellbarer Bus-Taktung ausgestattet.

Giga Board

Gleich dahinter finden wir einen alten Bekannten vom letzten Jahr wieder: Den per Mac ferngesteuerten Kletter-Roboter aus Lego-Steinen mit Pitsco Dacta Schnittstelle. Mindstorm per Mac also. Immer noch ein Hingucker.

LegoBot

Ein paar Schritte weiter stolpern wir über den Stand von Motionbuilder, einer Software zur sehr schnellen und einfachen Entwicklung flüssiger und realistischer Animationen im 3D-Raum.

Motion Builder

Ebenso flüssig bewegten dann auch wir uns im 3D-Raum einen Stand weiter zu AcoustiLock. Ja, in der Tat, das ist genau das, wonach es klingt: Eine extreme, radikale und endgültige Lösung aller hechelnden, jaulenden, fauchenden PowerMacs, die G4 Cube verwöhnte User mit Lautstärke nerven. Also Leute, vergesst die Ventilatoren-Umrüstung!

Acoustilock

Hier kommt die vielleicht nicht schönste - im Gegenteil, die hässlichste! - aber auch die wirksamste Ruhigstellungsmaßnahme der Mac-Geschichte. Ein Blick ins Innere zeigt leider nur Schaumstoff und zwei üppige 120mm-Ventilatoren, nicht aber das ausgefummelte Heatpipe-System, das die Hauptarbeit unternimmt.

Acoustilock 2

Am anderen Ende der Halle erfreuen wir uns dann endlich an einem Produkt, das auch etwas fürs Auge bietet (nein, keine knapp berockte Hardware-Presenterin!). Sondern ein wirklich gelungener Arbeitstisch für uns freischaffende Macianer.

HubTisch

Der Clou daran ist die Kurbel darin: Damit lässt sich nämlich selbst von zartester Frauenhand die Arbeitshöhe stufenlos und bis Stehpulthöhe verstellen. Sauber!

HubTischKurbel

Das versöhnt uns dann sogar mit dem Poster des Herstellers Bretford, der sich qua Formulierung hier sehr offensichtlich an Steves Digital Hub Strategie dranhängt. ;-)

Bretford Poster

Zuletzt und bevor wir für diesen zweiten Messetag Schluss machen, werfen wir noch einen Blick auf die diesmal ziemlich üppig ausgefallene Gaming Area der MWSF. Von dort werden wir am Freitag ausführlicher für Euch Game-Freaks berichten (gell, Ingmar!?).

Gaming Area

Jetzt ziehen wir uns erst mal wieder zum Ausruhen zurück und wünschen Euch allen im winterlichen Deutschland... na ja, wir wollen uns nicht wiederholen. CU!

Euer rasant grünes MG-Außenteam aus San Francisco.

Kommentare

$99?

Von: MattK | Datum: 10.01.2003 | #1
AmpliTube scheint echt ein cooles Programm zu sein, allerdings für $399 und nicht $99, laut http://amplitube.com

@ MattK

Von: Clickibunti | Datum: 10.01.2003 | #2
http://amplitube.com/Main.html?ATLive
;-) Richtig lesen ... Grüße aus Hamburg

Ne - AmpliTube Live! war gemeint

Von: JCBone | Datum: 10.01.2003 | #3
http://amplitube.com/Main.html?ATLive

99$

$99!

Von: Zaggo | Datum: 10.01.2003 | #4
Das vorgestellte Programm war "AmpliTube Live!" und kostet (laut http://amplitube.com) tatsächlich $99/?99. Für $399 bekommt man AmpliTube (ohne "Live!") und wohl mit zusätzlichen Features.

Ok sorry

Von: MattK | Datum: 10.01.2003 | #5
Alles klar, das ist ein super Preis. Muss ich gleich meinem Bruder sagen, dann muss er sich kein Effektgerät kaufen.

ui

Von: Ingmar | Datum: 10.01.2003 | #6
Ich bin peinlich berührt und freue mich auf einen ausführlichen und sicherlich sehenswerten Spieleartikel :)

Compositing Meter und CPU-Meter

Von: fox_rc | Datum: 10.01.2003 | #7
Wie kommt man an die Tools: Compositing Meter und CPU-Meter?
Habe gesucht aber nichts gefunden.

Compositing Meter

Von: Pepi | Datum: 10.01.2003 | #8
Der CPU Meter ist nichts anderes als das Programm CPU monitor welches in jeder Standardinstallation von Mac OS X in den Dienstprogrammen|Utilities befindet.

Das Compositing Meter und das QE-Tool sind Apple interne Utitlites die leider nicht rausgegeben werden (dürfen). Hab ich schon versucht...