ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 1685

Apples X11: Mehr als nur ein netter Download

Apple schielt auf den Unix-Workstationmarkt

Autor: kai - Datum: 30.01.2003

Richard Kerris, Chef der Entwicklertechnologie-Sparte von Apple, seines Zeichens Ex-Alias-Mitarbeiter und somit die treibende Kraft hinter der Portierung von Maya auf OS X erzählt auf Cnet etwas über Apples X11-Server, von dem sie mehr oder weniger still und heimlich nach der Keynote eine Beta veröffentlicht haben (und welcher scheinbar ein paar Probleme mit Pfaden hat!)... Apple will mit ihrem X11 (was übrigens mittlerweile schon 100.000 mal heruntergeladen wurde!) die Attraktivität der Plattform für Unix-Workstationbenutzer steigern, wovon es übrigens laut Cnet immerhin satte 30 Mio weltweit gibt. Sprich: Sun, IBM, HP und SGI. Dabei soll helfen, dass der Mac gleichzeitig alle Vorteile einer Mainstream-Plattform bietet: DVD-Unterstützung, vergleichsweise sehr billige Hardware, M$ Office, WLAN, Laptops, Internet-Streaming-Unterstützung etc! Viele dieser User müssen 2 Rechner parallel betreiben, einen für eben jene Mainstream-Aufgaben und gleichzeitig ihre Workstation. Dies ist natürlich sehr Kosten-, Platz- und Administrationsintensiv, und da will Apple die Lösung sein. Per X11 sollen die Anwendungen auf den anderen kommerziellen Unices sehr leicht zu portieren sein, was den Umstieg noch erleichtern soll, Richard nennt es eine "Brücke" zu OS X. Zu diesem Zweck umwirbt Apple gerade die Softwarehersteller im CAD/mCAD und Wissenschaftsbereich sowie im "höheren Bildungsmarkt" (was immer das auch bedeuten mag!).
Sicher, da gäb's ja auch noch Linux als Alternative, aber es geht ja hauptsächlich um den Desktop, und dass Apple in Sachen Desktop, Usability und Enduser-Eignung (noch) kräftig mehr zu bieten hat als Linux sollte offensichtlich sein.
Diverse Analysten sehen diese Ambitionen übrigens sehr optimistisch, und erste Umsteigerberichte hören sich ja auch sehr enthusiastisch an.
Nichtsdestotrotz muss Apple um ihre Attraktivität zu steigern meiner Meinung nach aber auch ein paar Dinge fokussieren und optimieren, die in den entsprechenden Bereichen wichtig sind: BLAS, die Bibliothekt für lineare Algebra, die in der Wissenschaft sehr oft genutzt wird, richtig gute auto-vektorisierende Fortran-Compiler und in die Spec-Bresche muss man halt auch endlich mal springen und in SpecCPU und SPECviewperf passable Werte (oder überhaupt erst mal irgendwelche!) abliefern bevor man ernst genommen wird!..

Kommentare

... noch ...

Von: May | Datum: 31.01.2003 | #1
>...dass Apple in Sachen Desktop, Usability und Enduser-Eignung (noch) kräftig mehr zu bieten hat als Linux sollte offensichtlich sein.

*hüstel* nur gut das Linux auch schon seit jahren nicht in die Pötte kommt. Das "noch" liegt wohl zunehmend daran, das die Qualität von Apple-Software stetig sinkt.

mfg
may

@red. und @may

Von: kaos | Datum: 31.01.2003 | #2
>"höheren Bildungsmarkt" (was immer das auch bedeuten mag!)

heisst wohl unis und hochschulen aber die studis und nicht die wissenschaftler

> das die Qualität von Apple-Software stetig sinkt

hmm... wie hiess die bombe noch gleich? fehler -11? ich weiss es nicht mehr. mein MOX ist zu stabil um solche dinge zu wissen. was war mein altes mail programm? claris wie noch? ach was... ich denke die bahauptung die software von apple würde schlechter ist blanker unsinn

Qualität von Apple-Software sinkt?

Von: sandro | Datum: 31.01.2003 | #3
Sehe ich genau andersherum. OSX ist, bei allen vorhandenen Mängeln, in Stabilität und Flexibilität dem 9er um Längen überlegen. Das allerdings noch einige Usabillity Dinge daran zu tun sind, finde ich nicht weiter Verwunderlich wenn man denkt wie "jung" das System ist.
Und über die ganzen iApps muß man wohl in Punkto Usabillity und Qualität keine großen Worte verlieren.

Also wenn OS X dem 9er so überlegen ist, wo muss dann WinXP sein?

Von: rafi | Datum: 31.01.2003 | #4
unmessbar :-)