ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 1779

Power970-Blades von IBM zur CeBit

More GHz, too!

Autor: kai - Datum: 27.02.2003

Unser Oheim informiert, dass IBM zur CeBit erste Power970-Blade-Server-Prototypen (hier gibt's ein Bild des Prototypen - Vorsicht! 2MB Pressefoto!) vorstellen will. Weitere freudige Kunde neben der verfrühten Vorstellung gibt's in Sachen Taktung zu berichten, denn statt wie ursprünglich geplant 1.8GHz bei der Auslieferung gibt's jetzt bis zu 2.5 GHz, laut IBM "der bisher schnellste PowerPC". Jetzt bleibt nur noch zu hoffen, dass wir diesmal nicht wieder auf nem falschen Dampfer sind wie damals bei Motorolas G5!.. Wer mehr über den Power970 lernen will sollte mal hier hin gucken, ein sehr interessanter Designansatz der -wenn richtig genutzt- die Vorteile von Pentium 4 (Wenig parallele Units aber schnell taktbar) und G4 (langsamer Takt aber viele parallel fütterbare Units) in sich vereinigen kann. Diese Fünfer-Gruppierung von Befehlen ist jedenfalls sehr eigenwillig, dazu wird's auf jeden Fall gute Compiler brauchen um das Ding wirklich auszulasten! Würde mich interessieren, wie performant das Ding mit PPC32-Legacy-Code ist!..

Update: Entgegen einigen Vermutungen wird laut Pressemeldung von IBM der Power970 noch in 0.13 mikron gefertigt, allerdings Kupfer/SOI. Die weit höhere Taktung ist also nicht auf einen Shrink zurückzuführen! Mehr als interessant ist auch, dass IBM ihr "VMX"-SIMD jetzt auch offiziell "Altivec(tm)" nennt bzw nennen darf!

Kommentare

Kommentar 1

Von: Thyl | Datum: 27.02.2003 | #1
Meinungen:
-Die Taktung bis 2.5 GHz bedeutet aber nicht, dass der Prozessor sofort damit zu haben ist, kann auch Marketing Hype sein.

-Ich glaube nicht, dass wir beim G5 auf dem falschen Dampfer waren. Alle Informationsquellen zusammengefasst, sieht es vielmehr so aus, als ob Motorola den G5 zurückgezogen hat. Es scheint aber Testboards gegeben zu haben, es gab auch mal eine Roadmap, wo das Ding (als 75xx) auftauchte, und immerhin gibt es die damals angekündigte Kernarchitektur für den embedded Bereich (8250 oder so).

-Wäre ja lustig, wenn nach dem ganzen Geschimpfe über den P4 (gerade von PowerPC Anwendern) und der Notwendigkeit hochoptimierender und hochkomplexer Compiler nun mit dem 970 dasselbe in der PowerPC Welt Einzug halten würde. Vielleicht ist man mit der konventionellen Technik jetzt am Ende. Die längeren Queues bei den höheren Takten erfordern halt ihren Preis und jetzt muss man die Kisten halt irgendwie beschäftigt halten:-)

- Wäre jedenfalls schön, wenn wenigstens irgendein halbwegs bezahlbarer Konkurrent zu den in den letzten 3-4 Jahren total davongeeilten x86 CPUs auftauchen würde. Das Rennen AMD gegen intel war ja nicht wirklich spannend. Und selbst die echten RISC Renner waren ja größtenteils schon abgeschlagen, wie MIPS 14000 oder SPARC.

Scheint, als ob IBM...

Von: ks | Datum: 27.02.2003 | #2
den 970er gleich im 0.9µm Verfahren fertigt :D

Intel will ja erste 90nm P4s Q3/ 2003 ausliefern.

Wär auf jeden Fall cool.

1.2GHz ca. 10W

Somit könnte Apple die gesamte Produktlinie auf 64bit umstellen.

Ich glaube, daß G5 Projekt ist noch nicht gestorben. Wenn man Gerüchten glauben mag, lag das Problem am Herstellungsprozeß und dies könnte doch Ende 2003 gelöst sein?

Das entfernen des 75xx auf Motorolas HP, könnte auf Wunsch Apples passiert sein, damit:

a) die Gerüchte aufhören
b) die HW Verkäufe nicht noch mehr einbrechen
c) Apple/ Motorola den G5 "sterben" lassen können

Soviel ich weiß, wird ja nicht mal der 85xx ausgeliefert.

Wie es auch immer aus geht, hoffe ich, daß Steve irgendwann auch was über Motorolas G5 Projekt erzählt

Heisst das jetzt, dass im Sommer erste PPC970 Macs kommen könnten?

Von: Scrunch | Datum: 27.02.2003 | #3
Ist das total abwegig, da es viel länger dauert einen solchen Chip in die Massenproduktion zu geben, oder kann IBM das bis zum Sommer hinbekommen, ohne dass die CPUs unbezahlbar teuer werden?

Hmm...

Von: RollingFlo | Datum: 27.02.2003 | #4
Wie kai richtig anmerkt, ist es doch am interessantesten, wie schnell das Ding bei 32bit PPC-code ist. Denn ohne passende Anwendungen bringt 64bit überhaupt nix, u.U. schadet es sogar... soweit ich mich da auskenne, wohlgemerkt, und das heißt nicht viel. Aber das Tolle am hammer ist doch eben, daß er, anders als andere, auch sehr gut mit 32bit-code zurecht kommt, oder?

Also, für die Zukunft Apple's wäre der 970er sicher äußerst wichtig, aber da müssen wir jede Menge Geduld haben, bis a) der Prozessor in den Macs ist und b) die passende Software da ist (MacOS X ist da ja wohl das kleinste Problem, oder?).

Aber noch ein Gerüchtekochen zum Schluß:
Angeblich werden ja bei Apple jede Menge Programmiertätigkeiten gemeldet. Könnte es sein, daß da einige relevante (neben den iApps, die kommen ja eh, also neues Office, FinalCut etc., etc., pp.) 64bit-Programme in der Mache sind, um gleich loslegen zu können?
Würde doch Sinn machen, denn wenn man auf andere warten muss, ist das immer Mist, siehe Quark...


32Bit? kein Problem

Von: Jackintosh | Datum: 27.02.2003 | #5
Es gibt bei arstechnica einen interessanten Artikel dazu. 32Bit-Apps werden mit geringen Leistungsverlusten ausgeführt, nur das OS muß anscheinend als 64Bit App kompiliert sein. Wenn es mit einem Neukompilieren getan ist, ist der Umstieg ja kein Problem, von den Vorteilen kann Apple dann peu a peu profitieren.

Ja, das ist klar!..

Von: Kai | Datum: 27.02.2003 | #6
Dass er 32bit-Code ausführen kann ist logisch, auch nativ ohne Emulation a la Itanic, nur:
Wie wird die Performance sein? Bestehender Mac-Code ist auf G3 und G4-CPUs optimiert (die ja intern fast gleich sind bis auf Altivec), und inwiefern sich dieser Code in diese lustigen Fünfergrüppchen des Power970 "verteilen" lässt ist fraglich! ;-)
Es geht auch aus dem Arstechnica-Artikel nicht hervor, was genau in der Dispatch-Stage passiert und inwiefern der Power970 die Instruktionen denn jetzt genau "einsortieren" kann, wohl deswegen, weil IBM dazu wahrscheinlich selbst keine genaueren Informationen rauslässt, weil sowas schon langsam in die Rubrik "Betriebsgeheimnis" bzw "Patente" fällt! ;-)

Aber sehen wir's mal so: Selbst wenn die Fünfergrüppchen alle nur mit je einem Befehl gefüllt sind ist das Ding wohl allein dank seines Taktes schon ziemlich schnell, und je mehr die Fünfergruppen bei zunehmender Optimierung durch Compiler "gefüllt" werden umso schneller wird das Ding!

Wird IBM überhaupt genügend produzieren?

Von: Alexander G. Schilp | Datum: 27.02.2003 | #7
immerhin ist etzt schon etwas klarer für welche Rechner IBM den PPC 970 verwendet. Neben den Blades werden wohl auch die bisher mit Power3 ausgestatteten Workstations in den Genuss von mehr Power kommen.
Daß könnte IBM denn an Stückzahlen evtl. schon genügen! Apple bräuchte ja Stückzahlen in millionenhöhe. Ob dies IBM überhaupt an KApazitäten geplant hat?
Immerhin hat man bei IBM ja auch die Auftragsfertigung für den (wohl letzten) Alpha übernommen und es gibt auch Gerüchte, daß IBM bei der Fertigung von AMD's Opteron mitmischen könnte.

Alexander

Alexander:

Von: Kai | Datum: 27.02.2003 | #8
Ein paar Dinge gibt's da allerdings zu bedenken:

1) Warum ausgerechnet Altivec? ;-) Hat IBM noch nie verbaut!

2) Sicherlich wird IBM den 970 auch als Ersatz für den alten Power3 nehmen und ihn wie diesen in seine AIX/Linux-Workstations, Blades sowie in ihre Supercomputer verbauen, aber:
Je mehr IBM von den Chips verkauft, umso mehr lohnt es sich natürlich weil die Entwicklungskosten amortisiert werden. Und Apple verbaut ein vielfaches an Chips im Vergleich dazu, was IBM an Power3s verbaut (hat)! Ich glaube nicht, dass einem Hersteller gewisse Stückzahlen "schon genügen", wenn IBM so denken würde, haben sie das Prinzip von Angebot und Nachfrage nicht ganz kapiert! ;-)

IBMs Fabs und Fertigungsprozesse sind nun wirklich erste Klasse und können denen von Intel locker das Wasser reichen, vergiss nicht, dass IBM Pionier bei Kupfer und SOI war (bzw ist! ;-), weil sie's ja auch erfunden haben! Also denke ich nicht, dass es hier Probleme mit der Yields (wie z.B. bei den ersten G4) geben wird!
Die Tatsache, dass das Ding jetzt 'mal eben' mit 700 MHz mehr als ursprünglich geplant vorgestellt wird spricht doch eigentlich schon Bände, oder? ;-) Ich glaub auch nicht, dass es mit Kapazitäten Probleme gibt, IBMs hat soweit ich weiss neben echt guten Yields ziemlich dicke Fabs die einiges ausspucken können, jedenfalls genügend, um die Nachfrage nach einer Apple-Workstation zu befriedigen!..

@Kai

Von: Alexander G. Schilp | Datum: 28.02.2003 | #9
richtig, IBM hat in der Ferigung ganz klar die Nase vorne. Da ist man seit Jahren Klassenprimus. Daß der PPC970 zum angekündigten Zeitpunkt auf den Markt kommt ist auch sehr sehr sicher.

Beim Power3 und Power4 haben IBM die Nachfrage aus dem eigenen Hause bisher auch genügt. Es ist ja auch die Frage welchen Preis man erzielen kann. Konzernintern sicherlich mehr als mit Apple. Eine Auftragsfertigung bringt schließlich auch Geld, und es gibt bei IBM auch Interesse an AMD's Opteron. Warum da die schnelle Verfügbarkeit nicht durch Auftragsfertigung sicherstellen?

Die eingebaute SIMD Einheit macht den PPC 970 für Apple wohl sehr interessant. Nur eben nicht nur für Apple.

Bei der ganzen Kaffeesatzleserei glaube ich eher daran daß Apple bei Motorola bleibt. Mit 2 CPU's von Moto wird man wohl leistungsmäßig eher vor 1xPPC970 liegen. An 2x PPC970 glaube ich aufgrund des hohen Strombedarfes kaum.

Nächstes ahr um diese Zeit wissen wir vielleicht schon mehr

Alexander

Nachfrage "genügen":

Von: Kai | Datum: 28.02.2003 | #10
Da sind aber ein paar Faktoren, die man nicht ausser Acht lassen darf:

a) Wie lange hat IBM von Power3 zum Power970 gebraucht? Und wie kurz wird es vergleichsweise sein von Power970 auf die Power5-Workstationsversion? Sicherlich rentiert sich das irgendwann für IBM, aber je mehr sie verkaufen umso schneller amortisieren sich die Entwicklungskosten und umso schneller können sie neue Versionen entwickeln!

b) Wenn IBM wirklich Intel Paroli bieten will brauchen sie auch eine Massen/Consumer-CPU, die sie in grösseren Stückzahlen verkaufen! If you're in Rome, do like the Romans do heisst es, d.h. mach's wie Intel: Mit dem Geld und Knowhow aus Consumer-CPUs deine High-End-CPUs querfinanzieren und verbessern! Und als reiner High-End-CPU-Hersteller kann man gegen das Itanium-Konglomerat glaub ich längerfristig nicht bestehen... INQ hat wohl schon recht, das grosse Rennen wird Intel gegen IBM sein in den nächsten Jahren!

@Kai

Von: Alexander G. Schilp | Datum: 01.03.2003 | #11
selbstverständlich wird IBM auch Intel Konkurenz machen, aber andererseits wird man weiterhin Intel-CPU's verbauen.
Ich glaub nicht daß IBM im Consumerbereich von x86 weggeht. Wenn von Intel weg, dann hin zu AMD.
Daß Interesse am Opteron ist bei IBM ja da.

Nächstes Jahr werden wir ja wissen welcher Kaffeesatz leistungsfähiger ist. Deiner oder meiner!
;-)

Alexander

Scheiss Seite

Von: #c1n[0# | Datum: 17.11.2005 | #12
Diese Seite ist total scheisse