ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 1803

Apples Patent-Portfolio durchleuchtet

Geschützte CI und mehr

Autor: kai - Datum: 05.03.2003

John Kheit hat auf The Mac Observer in den letzten Tagen 2 Artikel (Teil 1, Teil 2) geschrieben, in denen er einen genaueren Blick auf Apples Patent-Portfolio (oder zumindest einen Teil davon) wirft. Die Sache mit dem Papierkorb (selbst wenn es nur die spezielle Version davon ist!) ist ähnlich sinnlos wie das Patent auf Themes, das Apple vor 2 Jahren zuerkannt bekommen hat. Sollten sie das (oder noch so einiges mehr, z.B. das Cronjob-Interface) jemals einklagen wollen wird ihnen die "prior art" nur so um die Ohren fliegen.
Interessant finde ich, dass Apple den iPod- und das Powerbook-Design sowie den Cube und das iBook-Design patentiert hat. Das könnte erklären, warum es trotz der enthusiastischen Resonanz immer noch keine anderen mp3-player mit dem genialen Jogwheel gibt! Aber wenn ich Gericom wäre, würde ich spätestens jetzt mal mit meinen Anwälten telefonieren..
Es gibt auch einiges interessantes im Portfolio, das durchaus innovativ ist und eine Patentierung rechtfertigt, z.B. den Schreib/Lesekopf der Festplatte parken wenn das Gerät merkt, dass es gerade herunterfällt oder die vor ein paar Monaten schon erwähnten Gehäuse mit Feedback-Beleuchtung. Flau im Magen wird's dem Mac-Fan bei dem DRM-Patent auf Watermarking, aber im Angesicht des aktuell diskutierten Apple-Musikdienstes und der zugrundeliegenden Argumentation "Musikindustrie macht nur mit DRM / Windows Media-Bedrohung / Apple hat iPod & iTunes im Marketingfokus" ist dies nachvollziehbar, es steht also ausser Frage, dass sowas wie DRM leider auch auf den Mac kommen wird (gab ja auch schon vorher Meldungen in die Richtung!), es bleibt jetzt nur die Frage, inwiefern Apple das forcieren wird bzw. wie tief sie's integrieren werden. Da Apple nicht solches Interesse an einer totalen Gängelung und Kontrolle ihrer User wie M$ hat (Wir denken an die .NET-Strategie, das erklärte Ziel "Software as a service" und diverse hochproprietäre lizenzierungspflichtige Technologien wie WMA! Was gibt's bei Apple da? Offene Standards!) und da sie ausserdem ihr Geld hauptsächlich mit der Hardware verdienen glaube (hoffe?) ich, dass sie hier nicht mehr als nötig machen. Eine radikale Änderung wie TCPA halte ich immer noch für uninteressant und kontraproduktiv aus der Sicht von Apple und denke, das Apple das nur integrieren wird, wenn es gar keine andere Möglichkeit gibt.

Kommentare

gibts einen neuen Newton?

Von: GRAVIS is Scheisse | Datum: 05.03.2003 | #1
Steve Sakoman wechselt von Palm zu Apple

Nein

Von: Kai | Datum: 05.03.2003 | #2
Newton-Gerücht #35874395783457979843

glaub aber schon

Von: GRAVIS is Scheisse | Datum: 05.03.2003 | #3
was würde sonst Steve Sakoman bei Apple wollen? Es wird wohl der iPod werden mit schicken Zusatzfeatures.

Das kann er wollen

Von: morpheus | Datum: 05.03.2003 | #4
Der Wehchsel von Palm zu Apple macht dann Sinn, wenn man es der der Warte betrachtet, das er anfangs auch an der Handschrifterkennung des Newton gearbeitet hat und eines der Enkel dieser nun Inkwell in OS X ist. Bei einer Weiterentwicklung dieser Technologie ist es nur Logisch diese von ihm mit voran zutreiben!

Ein PDA is kein MP3 Player!

Von: ks | Datum: 05.03.2003 | #5
Ein Apple PDA ist so überflüssig wie ein Kropf.

Aus Apples Sicht würde das bedeuten:"Außer Spesen nichts gewesen".

Patente

Von: Mister Mike | Datum: 05.03.2003 | #6
Da ich besagte Patente auf meinem Server abgelegt habe - neben anderen von Apple (aber nicht allen, es sind zuviele):

Die Patente beziehen sich fast auschliesslich auf mit den Gehäusen verbundene Konvektions-Systeme.

Zwar war das PowerBook 100 damals das erste der Welt, dass die Tastatur sozusagen hinter dem TrackBall oder der nunmehr Platz findenden Handablage hatte...

Denkt einfach daran, dass diese Patente gemessen an der Branche, sehr alt sind. Die wirklich interessanten Patente findet man oft gar nicht (da nicht publiziert) oder kurz vor Erscheinen des entsprechenden Produktes.

Es handelt sich dabei um "Patent Applications" im Gegensatz zu den hier vorgestellten "Patent Issues", die sozusagen an Apple erteilt werden, während eine Applikation nur das Begehren Seitens Apple stellt.

Apple bastelt zB an einer neuen Spracherkennung, die mit 2 Microphonen arbeitet und die Sprachfilterung bereits in der Hardware integriert ist. Dies kann man finden, wenn man die Patent-Datenbanken nicht nach Apple durchsucht (die haben mehrheitlich Lawyer-Firmen die das tun, da verpasst man alles), sondern nach Apple Mitarbeitern (*hint *hint)

Apple ist es einmal passiert, daß auf Grund verschlafener

Von: Carlo | Datum: 06.03.2003 | #7
Patentanmeldungen MS einfach nachmachen konnte, was bei den Usern gut ankam. Obwohl dann in langwierigen Gerichtsverfahren Apple die Rechte zugesprochen wurden, gings trotzdem aus, wie das Hornberger Schießen. Argument: Der wirtschaftliche Schaden wäre zu groß, da mitlerweile weltweit jeder PC-User mit der neuen tollen GUI arbeitet. Wie das wieder entfernen? Das will Apple sicher nicht wieder erleben. Deshalb braucht sich niemand zu wundern, wenn Apple selbst den neuen Papierkorb rechtzeitig patentieren läßt.

Apple-PDA

Von: HeikO | Datum: 06.03.2003 | #8
Ein neuer Newton wäre schön und würde auch auf dem Markt einschlagen und kurzfristig (Design + Preis) etwas Aufmerksamkeit verursachen.

Für sehr viel wahrscheinlicher halte ich ein Apple Smart-Phone und einen aufgemotzen iPod.

HeikO