ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 182

Einmal das Bug-Abo mit Versicherung, bitte!

Die besten Sachen gibt es immer vom Marktführer...

Autor: bh - Datum: 06.06.2002

Die Financial Times Deutschland hat sich in der Vergangenheit nicht mit Ruhm bekleckert, wenn es um korrekte Berichterstattung zum Thema Macintosh ging. Da verlassen wir uns doch lieber auf Patenonkel Heinz. Doch neulich kam was schönes bei der FTD - über die neue "Software Assurance" von Microsoft. Wörtlich zitiert: Das neue Verfahren trägt den Namen "Software Assurance" (Software-Versicherung). Dabei geht es nicht um eine Versicherung gegen mögliche Programmierfehler oder Sicherheitslücken in den Microsoft- Programmen, sondern um das Recht, im Vertragszeitraum sämtliche neue Versionen einer Software zu beziehen. Schließt ein Kunde beispielsweise eine Software Assurance für das Büro-Programm Office XP über drei Jahre ab, kann er sämtliche neue Versionen einsetzen, die in diesem Zeitraum von Microsoft auf den Markt gebracht werden. Aber es wäre nicht Microsoft, wenn da kein Haken wäre - mit Altruismus ist noch keiner der reichste Mann der Welt geworden. Nach dem 31. Juli können die Besitzer von Microsoft-Programmen keine der bislang üblichen Software-Upgrades, eigentlich verbilligte Neu-Versionen, mehr erwerben. Wer die Frist verstreichen lässt, muss künftig jedes neue Microsoft-Produkt zum Vollpreis kaufen, egal ob er Vorgängerversionen besitzt oder nicht. Damit bezahlt er bis zu 45 Prozent mehr für den Umstieg auf eine neue Software. Nein, das hätten wir uns nicht gedacht. Läßt das Geschäft mit Betriebssystemen ein wenig nach, Herr Gates? Müssen wir daher mehr Geld aus den Office-Kunden quetschen? Der Krug geht solange zum Brunnen, bis er bricht... und eine Auffangschale namens MacOS X wird bereitstehen. Es heißt nicht umsonst "the computer for the rest of us". (Dank an Leser Michael für den Tip!)

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