ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 1928

Gedanken der Leser - Ostermontag

Geistigere Kost als Treiber-News...

Autor: bh - Datum: 21.04.2003

Der Hase liegt im Pfeffer, die Eier sind hoffentlich alle gefunden und das Sodbrennen nach der ganzen Schokolade läßt nach. Der Ostermontag scheint mir geeignet, um der werten Leserschaft einen langen Text zuzumuten - Leser Marcus (the reader formerly known asThyrfing) räsoniert über das Leben, den Computer und unser allgemeines hamsterhaftes Hetzen im Laufrad. Wer den Luxus der Freizeit hat, nehme sich eine Viertelstunde Auszeit. Lesen und dann selbst ein wenig weitersinnieren....
Es sind jetzt sage und schreibe ca. 14 Jahre ins Land gezogen, in denen ich mich mehr oder weniger regelmäßig mit einem Computer, kurz PC, rumärgern musste.
Ich schreibe extra ärgern, denn wenn ich jetzt einmal einen kleinen Blick in Richtung "Straße aus der ich gekommen bin" werfe, habe ich mich die meiste Zeit mit diesen Dingern fürchterlich rumgeärgert.

Na gut, erst mit Erfindung dieser kleinen, mal grossen, Rechenwunder, sind uns andere Möglichkeiten im Leben entstanden. War das immer gut?
Ich wage hier nicht eine Antwort auf die Frage zu geben, denn im Moment sitze ich auch an einem Compi und haue diesen Text in den Speicher.

Natürlich haben alle Neuerfindungen eine gute und eine schlechte Seite. Ähnlich einem Medikament, das zwar die Kopfschmerzen bekämpft, aber im gleichen Atemzug die Leber angreift und ein wenig Darmbluten verursacht.
Da gibt es sogar noch mehr Übereinstimmungen, denn die Nebenwirkungen eines Medikamentes nehmen die Meisten einfach so hin (chronisch Kranke haben natürlich keine Wahl) und Leben mit den Nebeneffekten.
Mit der Entwicklung des Computers hat erst auch keiner nach den Nebenwirkungen gefragt. Die Sache war einfach zu grandios um sie in Frage zu stellen.

Das Vertrauen in bestimmte Bequemlichkeiten ist riesig, so durfte das Pharma Unternehmen Bayer auch ein paar Leute mit einem Medikament hinraffen. Grosse Folgen hat das ja nicht gehabt, denn die Pillen aus Leverkusen werden immer noch verkauft und, was noch viel schlimmer ist in meinen Augen, vorbehaltlos geschluckt.
Aber so ist es wohl, wir schlucken in uns rein, was uns geboten wird. Auch im multimedialen Bereich ist es nicht anders. Hauptsache der Spassfaktor und Adrenalinschub stimmt.

Ja wirklich, das scheint in der heutigen Welt einfach alles zu sein, was wir noch zu erwarten haben. Selbst in den tiefsten wirtschaftlichen Krisen, in Einklang mit einem Angriffskrieg (mehr werde ich darüber nicht erzählen, denn was es zu sagen gab, wurde gesagt), wo in einem fernen Land anscheinend eine neue Seuche ausbricht, schafft es unser geliebtes Fernsehen die ganze Nation zum Lachen zu bringen. Selbst der Präsident der USA wird in einer neuen Sketch Serie angeboten, frei nach dem Motto:" Worüber wir lachen, können wir nicht hassen."
Die Nachrichten aus der Welt erledigen den Rest, direkt nach dem Kindermord hat Jennifer Lopez ein Orangenhaut-Problem.
Es ist Wirklichkeit geworden, die Manipulation der Gehirne ist öffentlich, jeder darf zusehen und sich beteiligen, am Massenwahnsinn. Vielleicht ist es übertrieben so zu denken, aber darauf will ich später noch zurück kommen.

Natürlich kann ein jeder "frei" entscheiden mit welchen Medien er sich konfrontiert, aber die Idiotie gibt es ohne zu fragen bei jedem Kabelanschluss mitgeliefert. Wir haben die freie Wahl aus ca. 30 Kanälen? Ich habe nicht nachgezählt, es lohnt sich nicht, Einer dümmer als der Andere. Ah, da ist ja noch der Satellitenreceiver, ich wette, die einzig brauchbaren Sender sind in einer Sprache, die keiner von uns so richtig versteht, oder nicht? Die zeigen doch bestimmt immer gerade den Film den wir immer schon sehen wollten, aber leider mit französischen Untertiteln und dänischem Originalton, oder so. Zum Glück kann unsere Fernbedienung alle Geräte im Zimmer auf einmal steuern, so bleiben wir dann mit den Popcorn auf dem Sofa und zappen durch die Kanäle, um am nächsten Tag dann doch Premiere zu bestellen, weil es da ja gerade ein super Sparangebot gibt. Hurra!

Bezahlt man jetzt eigentlich die Bundesliga schon per Lastschrift? Lohnt sich der Weg ins Stadion nicht mehr, weil meine Augen nicht zu verschieden Blickwinkeln am anderen Ende das Rasens ausgeklinkt werden können?

Ja, ich hätte es fast vergessen, im Stadion kommt bestimmt so ein Arsch und stellt sich mit seiner Fahne direkt vor meine Nase und ich verpasse das beste Tor des Tages, nee, da Lobe ich mir doch meinen Computer mit Fernsehkarte und Videoschnittkarte und super Software, mit der kann ich sogar die Werbung von Krombacher aus dem Spiel schneiden, dann ist das ja wie Live (Life). Das alles war so spottbillig, die nächsten 250 Stadionbesuche habe ich damit gespart, bzw. ersetzt.
Mit einem Fussballspiel kann man die Kumpels im Internetcafe nicht mehr begeistern, die haben bestimmt gerade den heißesten und neuesten Film von KaZAa heruntergeladen. Naja, das dauert doch nur 1-3Tage, dafür ist die Qualität manchmal auch richtig schlecht, dann versuchen die das glatt nochmal, irgendwann haben die doch schon Glück. Manchmal gucken wir dann trotzdem die schlechten Filme, Hauptsache wir haben ihn als erste gesehen. Da stehen die Miezen doch drauf.
Jeden Samstag treffen wir uns zu einer OpenLan Party, jeder darf mitmachen, aber he, die Kiste Bier bleibt draussen, wir brauchen in den nächsten 3 Tagen nur Kaffe und Cola, einige Steroide und oder coole Aufputschsachen, sowie Strom und davon jede Menge.
Zum Glück leben wir in einem zivilisierten Land, da kann jeder Strom haben soviel er will, sogar Ökostrom gibt's hier. Kostet ein bisschen mehr, leider kann ich den Leitungen nicht nachfahren, damit ich mir sicher bin, dass ich ein guter Mensch und Umweltschützer bin. Die Cocadosen auf keinen Fall wegschmeißen, da ist doch jetzt Pfand drauf, wegen der Umwelt, oder?

Leider sind auf der Party nicht so viele Raucher, denn diese Menschen verdienen meine Hochachtung, egal was der Staat ihnen antut, egal wie hoch die nächsten Steuern auch sein werden, ihr Vergnügen lassen sie sich nicht nehmen. Ist doch auch nicht schlimm, wenn in ca. 15 Jahren keine Krankenkasse mehr einen Raucher versichert, so alt werden die ja nicht.

Irgendwie komme ich mir auf der Lanparty richtig jung vor, obwohl, es scheint niemand älter als 17 zu sein. Ok, da ist die Herausforderung für mich auch größer, die Jungs und Mädels sind bestimmt viel schneller am Abzug als ich, vor allem war ich nicht bei der Bundeswehr, da fehlt mir die Routine des Tötens ein wenig.
Wow, einige sehen ihrem Gegenstück auf dem Bildschirm echt ähnlich, zumindest was die Leichenblässe angeht, Detailtreue wie bei der Grafikkarte.

Ich vergaß, die Jungens waren nicht einmal bei der Bundeswehr, warum sind die so verdammt schnell und skupellos? Ich verstehe, die Blässe kommt wegen fehlendem Sonnenlicht, denn wer gut töten möchte, oder nur gewinnen, muss lange üben.
Gut das unsere Schulen da ein Einsehen mit den armen Kindern haben, die langen Schultage werden konsequent durch fehlende, bzw. nicht vorhandene Lehrer verkürzt. Das heißt, daddeln bis der Arzt kommt.
Das wichtigste der Mathematik kriegt doch schon bei Alien vs. Predator beigebracht. Wer schön die Toten mitzählt, kennt hinterher wenigstens das Grundgerüst unseres Zahlensystems. Mit viel Glück sehen die Kinderchen auch mal ein Prozentzeichen oder hören den Begriff "Durchnittl. Trefferquote" am Rande. Das können die später im Beruf gut brauchen, manchmal besteht die Welt der Erwachsenen nur noch aus Quoten und prozentualen Anteilen.

Man, was würde ich geben, wenn ich es auch so einfach gehabt hätte. Meine Eltern haben mich zum bis zum 10. Schuljahr gezwungen, doch danach war ich so unselbstständig, da habe ich die Schule noch 2 Jahre länger als meine Kumpels besucht. Verdammt, die hatten alle schon Kohle in der Tasche, während meine Privatschule das ganze Taschengeld mit verbraucht hat. Selbst Heute, Jahre später kriegen meine Kumpels, die mit der Schule nie etwas am Hut hatten ihr Geld einfacher als ich, die gehen ab und zu in ein Haus mit einem riesigen A obendrauf und kommen grinsend wieder raus.
Manchmal Schäme ich mich ob meiner Unwissenheit im Leben. Warum habe ich mich nicht gegen meine Eltern durchgesetzt, warum gehe ich 5 Tage in der Woche in ein Büro für 7-10 Stunden täglich, warum bezahlt mir keiner meine Tapeten, meinen Strom, meine Miete, meine kaputte Waschmaschine, mein Bier, meine Kippen, meine Wäsche? Was mache ich falsch?

Ok, meine Ansprüche sind wohl etwas zu hoch, wer wirklichen Luxus will sollte sich mit dem Leiter des Sozialamtes anfreunden.
Es ist ja auch eine gefährliche Sache, wenn man sich mit seiner kleinen Sozialhilfe einen Computer zulegen will. Wenn der Händler mist ist und hinterher keinen Service bei Defekten bietet, ist der finanzielle Rahmen schnell erschöpft.

In der Anfangszeit der Computerbranche war die Auswahl des Händlers des Vertrauens ein Spiel mit dem Feuer. Viele kleine Läden verkauften die Giganten der Zukunft für richtig viel Geld an die Mutigen unter uns. Und die Entwicklung hatte kein Erbarmen mit unserem Bankkonto. Erst Datasette, dann Diskette direkt im Anschluss eine Festsette, äh, Festplatte, immer größere Festplatten. Es gab keine Grenzen für uns, nur für den netten Zweigstellenleiter.
Mit der richtigen Konfiguration konnten wir sogar ein paar Piepser aus der Wunderkiste holen. Ach, war das schön. Ja, damals hatten die Bauteile noch Qualität, das sah man schon an den Abmaßen. Schöne dicke Festplatten, die Disketten, 5 und 1/4 von einem ganzen Zoll. Gut das die Amerikaner diese Maßeinheit haben, in Zentimeter wäre die Zahl ja viel langweiliger gewesen.
Das lustige an der Sache war, oder ist, immer wenn ich gerade das Beste vom Besten in die Wundertüte eingebaut habe, da gab es schon etwas viel viel besseres. Das konnte gar nicht war sein, zeitweise stieg ich nach dem Einkaufen aus dem Taxi , da war das super Teil in der Tüte schon wieder alt. Aber mal ehrlich, wir haben uns nicht unterkriegen lassen, bis heute sind wir immer die Ersten die der Industrie die neuen Teile aus den Regalen reissen. Immer ein kleiner Gewinner.

Selbst die horrenden Preise für Speicherchips, als diese Fabrik abgebrannt ist, haben uns nicht schrecken können. Nein, immer rein, nur das Beste war (ist) gerade gut genug. Und die Hardwareindustrie dankte es uns mit immer besseren und schnelleren Teilen. Ok, bei der rasanten Geschwindigkeit, mit der die armen Leute produzieren müssen, kann natürlich der eine oder andere Fehler passieren. Niemanden stört es, bis heute, wenn die super Soundkarte das ganze System unbrauchbar macht. Die Karte ist klasse, nur irgendein Treiber für irgendeine Highspeed-Schnittstelle, die gnadenlos Unterstützt wird, ist doof programmiert. Nächste Woche gibt's den neuen Detonatortreiber, der schaltet die in der Werbung angpriesenen Funktionen ab, dann läuft auch die Soundkarte wieder.
Gut das man sich um uns kümmert, denn wer will denn seit Erfindung der grafischen Oberfläche noch etwas mit der Programmierung zu tun haben?
Bei den Preisen können wir doch auch eine gute Unterstützung erwarten?

Leider konnte ich mir wegen meiner Arbeitszeit nie einen Rechner bei Aldi oder Lidl kaufen, nach meinem Feierabend lagen da nur noch ein paar alte Möhren und CD-Rohlinge herum. Ich bin mir nicht sicher, ob die Dame mit dem Hubwagen mir meine Fragen zu dem Detonator oder Fritzchip beantworten könnte.
Doch was soll's, wir sind alle im Internet, da brauchen wir keine ausgebildeten Fachkräfte für unsere Fragen, die beantworten die 12 Jährigen im Heise-Forum weitaus besser als die nette Dame beim Eierkartoon sortieren.
Ich hoffe nur, der neue Speicherchip verhindert nicht meine Einwahl ins Internet, aber Infineon bürgt für Zuverlässigkeit, oder?

Am Ende meiner traurigen Reise sitze ich jetzt in meinem Wohnzimmer, vor meinem iMac, höre mit meiner Stereoanlage meine CD's, die ich von meinem Geld, von meinem Konto, verdient mit meiner Arbeitskraft, gekauft habe.

Ich glaube, genau das ist der Grund warum ich nie den Leiter des lokalen Sozialamtes kennengelernt habe. Es mögen mir alle verzeihen, die ich hier unberechtigter Weise vor den Kopf stosse, aber es ist ein Trauerspiel in diesem Land.
Eigentlich in dieser Welt, denn so wie es im Moment mit der Welt aussieht, sollten wir wohl froh sein, das kaum jemand in Deutschland verhungern muss, der nicht will.

Manchmal wünsche ich mir die gute alte Zeit zurück, als wir alle wussten das Popmusik scheiße ist, als Modern Talking nicht den ganzen Tag auf irgendeinem Kanal singen durften, als Derrick noch vor John Wayne seine Anweisungen an Stefan gegeben hat.

Irgendwie war die Zeit in den Achtzigern ehrlicher, zumindest hat man uns nicht öffentlich für blöde erklärt und hinterher versucht Quoten zu bekommen, was für Quoten auch immer.
Es gab noch diesen heiligen Samstag, als alle nach einer arbeitsreichen Woche in der Disco zusammen hockten und von AC/DC über Destruction, Judas Priest, Metallica, Motörhead, Iron Maiden, Menowar, Misfits, ZZTop und ZedJago alles zum Anlass nahmen die Köpfe vom Stress freizuschütteln.
Und alles hatte einen Flaire von Ehrlichkeit.

Ich beneide meinen beiden Kinder nicht um das Erbe dieser Welt.

Danke das ihr mir zugehört habt, es war ein wenig übertieben und vielleicht auch verletzend für einige (wer sich angesprochen fühlt?), aber es war ehrlich, meine Meinung und mein Gefühl für diese Zeit.

Marcus Jüngling (formerly known as Thyrfing)

Kommentare

mediendroge

Von: Bert | Datum: 21.04.2003 | #1
ich würde auch sagen, dass es damit zu tun hat, von welchen medien wir uns anstacheln lassen. kann von glück reden, denn ich bin ohne fernseher aufgewachsen und habe noch NIE in einem haushalt mit einem derartigen ding gelebt. insofern nur zeitungen (jede menge) und web, auch nicht ausgewogener, aber eine spur aktiver im konsumverhalten - man muss sich immer mal wieder selbst von der mediendroge lösen....gruß, bert

früher war halt alles besser...

Von: Dirk | Datum: 21.04.2003 | #2
Ich scheine auch in deinem Alter zu sein (Jahrgang 66, geprägt in den 80ern), und ich hatte mal geglaubt, dass dieses dumme Lamentieren eine Sache der vorhergehenden Generationen wäre. Aber anscheinend kann man auch den verspießten, vom Kalten Krieg und Atomangst verseuchten 80ern noch hinterhertrauern, bloß weil man damals jung war. IMHO sind die Zeiten nicht schlechter, nur anders geworden. Warum versuchst du nicht einfach, das Beste vom Heute zu finden, statt dem Guten von Gestern nachzujammern (und das Schlechte auszublenden)?
- Aber vermutlich hast du in einem Recht: "Es ist ein Trauerspiel in diesem Land." In diesem Gejammere erkenne ich die derzeitige Stimmung: Nur schauen, was mies ist, die guten Nachrichten werden gar nicht erst gebracht.
An die Redaktion: Warum setzt ihr solch geistigen Dünnpfiff hier in den redaktionellen teil der Seite?
Gruß, Dirk

Also mir,...

Von: cab | Datum: 21.04.2003 | #3
War Schule fast immer schon zu blöd! Die Art, in der man versucht, den Kindern etwas beizubringen ändert sich bei vielen Lehrern das ganze Leben nicht. Begeisterung wecken auf Wissen können nur sehr wenige. Meinen Wissensdurst konnte noch keine Schule stillen, den mußte ich mir immer schon selbst aneignen. Computer und sonstige neue Technologien bilden dabei nur ein Randgebiet. Entweder wird stur auf Grammatik und immer wieder gleiche Aufgabentypen rumgehackt, oder einem wird lustlos irgendwas vorgeworfen und wenn mans nicht gleich versteht, dann ist man zu faul und zu blöd dazu. Fragen sind im Prinzip erwünscht, aber praktisch hat man keine Zeit, darauf näher einzugehen. Lieber werden die kleinen Fehler der eh schon guten korrigiert, damit diese dann nächstes Mal noch besser sein können.
Interesse, Können und Phantasie waren schon immer unerwünscht, stattdessen lieber alles stur auswendig pauken und genauso hinschmettern!

Ich bin und war fast der einzige in meiner Altersklasse, von denen, die ich kenne, die richtig viel lesen, Arte und Phoenix kennen, Panorama oder ähnliches schauen, sich in Politik auskennen und leidenschaftlich diskutieren können und habe in dieser Richtung schon als Ersatzlehrer dienen können. Abseits vom "Gebraucht werden" war ich immer als ein Außenseiter verschrien, der sich für so doofes Zeugs interessiert und mit dem man kaum "vernünftig" reden kann.

über gesellschaften und ihre veränderungen

Von: kaos | Datum: 21.04.2003 | #4
ich grüsse dich,

du klagst. und du klagst an. eine mentalität, die wie man sagt in deutschland leider sehr traditionell geworden ist. aber man soll die traditionen ja beibehalten. :-)

gesellschaften verändern sich. das haben sie aucch in den 80ern gemacht. und sie werden es weiter tun. heute ist das medien verhalten auf eine grosse selektivität ausgerichtet. du musst selber filtern was du sehen willst. ob du damit nun mehr weisst und siehst als früher ist von dir abhängig. die möglichkeiten sich zu informieren sind heute viel grösser, doch zugleich ist der aufwand sich zu informieren auch viel grösser. du kannst dir heute von jedem ort auf der welt ein relativ gutes bild machen. da hilft dir das fernsehen, die zeitung, professionelle websites aber auch weblogs. auch das wird sich wieder verändern. wie weiss ich auch nicht - aber wir werden es sehen. natürlich wird es entwicklungen geben, die man als "alter mann" dann schrecklich findet. ich erinnere nur mal so an ubiquitious computing und fragen der kommunikation, überwachung etc. aber für die kinder die in diesen gesellschaften aufwachsen werden, ist diese technologie, diese gesellschaft dann normal. wer diese technologien dann verteufelt wird einfach nur noch alt sein - veraltet halt.

ich kann mich da wirklich einem meiner vorredner (bzw. vorschreiber) anschliessen. die dinge sind nicht schlechter, sie sind nur anders. wertungen sind (zumindest aus einer nicht habermasschen/rawlsschen perspektive) nichts absolutes sondern menschengemacht. von mir, von dir, von der gesellschaft. wenn etwas nach deinen werten schlechter geworden ist, dann ist ds für dich richtig - aber eben auch nicht mehr.

gruss,
noch schöne ostern,
kaos

Schule & unsere aktuelle Welt & neue Medien

Von: Ingmar | Datum: 21.04.2003 | #5
Hallo alle miteinander,
nach Bertrams letzter "Weihnachtsrede" bin ich sehr skeptisch an diesen Beitrag rangegangen. Marcus hat mich allerdings doch sehr positiv überrascht. Der Artikel ist stellenweise etwas überzogen und insgesamt versuche ich als Berufsoptimist immer das beste aus meiner Situation zu machen und trotzdem finden sich in diesem Text viele wahre Worte.

Zum Thema neue Medien möchte ich beitragen, dass es tatsächlich sehr viel Mist im Fernsehen gibt. Ich habe mir vor kurzem die erste halbe Stunde der neuen Sendung mit Bushs Kopie angesehen und muss sagen, dass das noch nicht mal auf dem Niveau vom richtigen Bush ist. Wenn abgetriebene Minister mit Presseheinis streiten und der Präsident versucht, seine Zeit zu ordnen, ohne dass er nur irgendetwas hinbekommt, stelle ich mir etwas distanzierter schon die Frage, wie viele meiner Mitmenschen wohl solche eine Sendung sehen werden. Ich selbst habe viel TV gesehen. Von Prinz von bel Air über King of Queens, bishin zu fast jeder Simpsons-, Futuruma-, Southpark- oder StarTrek-Folge und ich muss sagen, dass sehr viel dabei war, wo ich meine Zeit vernünftiger hätte einsetzen können.

Ich beneide somit Menschen, die ohne Fernseher aufgewachsen sind, bisher habe ich nur positive Erfahrungen mir solchen Leuten gemacht.

In der Schule werden bei uns neue Medien eher klein geschrieben. Sie werden eingesetzt, die meisten Schüler können mit ihnen umgehen, aber sie verbessern, wenn sie denn benutzt werden, nicht den Unterricht, oft verlangsamen sie ihn eher.
Ich habe mich auch so manches Mal gefragt, wie sehr ich den Mathematik-Unterricht wirklich noch brauchen werde und doch ist mir gerade z.B. bei wirtschaftlichen Prozessen aufgefallen, wie wichtig ein gutes mathematisches Denken ist. Sicher, vieles wird man nie wieder sehen, doch ein gutes mathematisches Abstraktionsvermögen und ein gutes logisches Denken wird nie schaden.
Insgesamt habe ich daher meinen Schluss aus der Schule gezogen, dass es für mich nicht darum geht, meine Allgemeinbildung zu erweitern, sondern meine Fertigkeiten und damit bin ich bisher sehr gut zurecht gekommen.

Bei uns in der Schule ist der Umgang mit Raubkopien ebenfalls nicht gerade eingeschränkt, doch die Arbeitsmoral ist, verglichen mit meinen bisherigen Schulerfahrungen, auf einem recht hohen Niveau und ich denke auch, dass das bei den meisten angehenden Abiturienten so ist.

Das Bild eines Schülers am Ostermontag
Ingmar

@Dirk & kaos und alle die meinen ich jammere

Von: Max | Datum: 21.04.2003 | #6
Hi Leute,
also seid ihr der Meinung, wir müssten die Augen zu machen und alles was man uns anbietet so nehmen wie es kommt?
Medien filtern, objektiv filtern? Die sind doch schon durch die subjektive Meinung eines Jounalisten für uns vorgekostet. Da bleibt nicht mehr viel, aber einen "Bild am Sonntag Leser" wird das nicht stören.

Natürlich gibt es viele Sachen aus der "alten" Zeit die mir, und anderen, fehlen, aber ich jammere nicht, ich will einfach nur zeigen an welchen Stellen es heute meiner Meinung nach nicht läuft.

Der Text ist an den meisten Stellen vollkommen überzogen damit bestimmte Sachen in den Fokus geraten.

Mir auch klar das jeder selber entscheiden kann und muss mit welchen Informationen er sich auseinandersetzt, aber wie will man das entscheiden, wenn niemand den Mund aufmacht und sagt was wirklich Scheisse ist.
Woher sollen wir wissen welche Sachen schlecht für uns sind, wenn wir nicht darüber Reden?

Genau das wollte ich damit bezwecken, und ihr zeigt mir, was für einen Nachholbedarf wir haben.

Und glaubt mir, ich fühle mich nicht zu alt für diese Generation, aber ich manchmal fühle ich mich schuldig...

Dem Fernsehen sei Dank, unsere Kinder können nicht mehr lesen, brauchen sie ja auch nicht, Peter Klöppel liest vor. :-(

Zeigt mir die wirklich guten Nachrichten, nur eine, die einen Menschen interessieren kann und die gut ist.
Da werden wir ja sehen was für euch wichtig ist. Evenuell ist das für mich nicht wichtig, und für andere wiederum wichtig, aber deswegen sind wir Menschen, weil wir unterscheiden können (sollten).

Zum Text selber:
Ich habe dafür keine Nachrichten studiert oder Statistiken durchgewühlt. Er ist einfach aus dem Bauch heraus entstanden, mit dem Wissen, was um mich herum passiert, mit den Gedanken die mir in den Kopf kommen, wenn ich die Nachrichten von heute sehe.
Ich bin kein Pessimist und erhebe auch keinen Anspruch auf Allwissenheit, aber ein Körnchen Wahrheit ist darin.
Alle die nicht mit Scheuklappen durch das Leben rennen können sehen, wie die Medien die Menschen immer mehr für dumm verkaufen.
Letztes Beispiel: Krieg im Irak, mittendrin statt nur dabei, die Devise von allen privaten Sendern......

"Frueher war alles besser".. haaehhh ?!

Von: ERNIE | Datum: 21.04.2003 | #7
faengt man an deinen bericht zu lesen, denkt man... "na mal sehen, was jetzt kommt".. dann kommts ganz "anders, als man denkt"...
in teilbereichen stimme ich dir dann zu...
die letzten saetze vermitteln dann aber wieder den eindruck, du bist ein alter selbstmitleidiger "frueher war alles besser"-typ....

fuer mich sind die 80er jahre der abschaum des letzten jahrhunderts...
wiederliche mode, Loewenmaehnen-Frisuren (schuettel !), boygroups (ja, sowas gabs da auch schon) und schlechte musik im allgemeinen,
"aetzende" (grins) TV-Serien wie Miami Vice.
:-)
also waren die achziger kein stueck ehrlicher oder schoener !

und "frueher war alles besser" haben die eltern-/grosseltern-generationen wohl auch schon zu neandertalterzeiten gesagt :-D

na, wann war ich wohl "jung" ? :-)

@scrunch: den letzten satz haettest du dir lieber kneifen sollen. auf der schule, auf der ich damals war, gab es alle drei "reifestufen" (nein, KEINE gesammtschule, sondern wirklich alle schulzweige in einem gebaeudekomplex). daher kann ich dir sagen: so elitaer, wie gymnasiasten tuen, sind sie (meist) definitiv nicht. im gegenteil musste ich feststellen, das viele (nicht alle) abiturienten sich nur durchgemogelt haben (z.b. mit hilfe von spickzetteln, o.ae.).
oder sie mussten sich wochenlang in ihrem zimmer zum lernen einschliessen (hinterher ist doch eh alles wieder vergessen)
das hat meiner meinung nach wenig mit einem gehobenen interlekt zu tun :-)

@Cab: meinst du, dass du dann wirklich der ideale ersatzlehrer bist ? viel wissen heisst nicht, dass du interesse wecken kannst... (vermutlich GENAU DAS problem, was viele lehrer haben, wie du ja schon selber andeutest)

x x x
Ich muss das ganze gejammer aber gleich mal auf apple-user beziehen. :-)
bei den alt-eingesessenen apple-fans hoert man doch immer wieder mal so sachen wie "immer diese neuerungen, das mach ich nicht mehr mit !" o.ae.
bei solchen ausbruechen kratze ich mir immer nur am kopf.
schaut man sich die timeline (z.b. bei apple-history.com) mal an, wird man feststellen, dass es schon immer jedes jahr nahezu gleich viele neuerungen bei apple gab.
auch beim schimpfen mancher auf OSX ("so langsam") kann ich nicht zustimmen.
es mag sein, dass osX auf einem alten G3 nicht so flott laeuft, aber nun frage ich: "mit welchem OS ist der G3 denn damals ausgeliefert worden ?" ...und, "schonmal OS8 auf nem 68040 installiert ?"

Und die Moral von der Geschicht:
1. aenderungen lassen sich nicht aufhalten.
2. es ist alles eine frage der perspektive.

:-)

Formen wir nicht die Umgebung in der wir leben ?

Von: Joker | Datum: 21.04.2003 | #8
Mit unseren Vorlieben unseren Ansprüchen unseren Äusserungen mit all dem wie wir unser Leben gestalten.
Und jetzt kommt das Problem das die Gesellschaft die Schnittmenge dieser verschiedenen Vorstellungen darstellt.
Und tut mir ja leid wenn dein Plan nicht mit dem Plan der Mehrheit übereinstimmt.
Meiner auch nicht.Aber so long take or leave it.Solange man geistig etwas beweglich bleibt sollte das kein wirkliches Problem darstellen.Und zu der Medienwirkung:Bedürfnisse welche nicht latent vorhanden sind lassen sich auch mit noch so grossen Aufwand nicht wecken.
Klar frage ich mich: Tut das Not das ein Kindermord eine Woche lang die Schlagzeilen nicht nur der Boulevardpresse bestimmt.Es hilft keinem es befriedigt nur Bedürfnisse (nach Greuel,nach "ein Glück es ist nicht mir passiert" oder was auch immer),aber die Mehrheit will das sonst würde sie die Zeitung nicht kaufen und ruckzuck währen solche Meldungen wieder da wo sie bei genauer Betrachtung auch hingehören.Aber wenn man das alles aus der Entfernung betrachtet so kommt man unweigerlich zu dem Schluss(jedenfalls ich):Die Vergangenheit als Ort der Träume taugt nix.Und das nicht nur wegen F.R David, VoKuHiLa,Caro Kaffee(oder wahlweise ImNu) und ähnlichen scheusslichen Sachen.Sondern weil Stillstehen während sich der Rest bewegt genau zu einigen von Dir beschriebenen Symptomen führt.Abschliessend würde ich sagen gesunde Neugier, Skepsis und Experimentierfreude sind die besten Mittel um mit der jetzigen Welt im Einklang zu leben .
Gruss Jochen

@Ernie

Von: Max | Datum: 21.04.2003 | #9
Jaja, der alte selbstmitleidige "frueher war alles besser"-typ....

Ich bin kein langhaar Hippie der zu Hause die alten Platten hört und mit dem Joint in der Hand nach der Jugend jammert.

Im Gegenteil, ich sitze hier und betrachte die Welt aus einer Sicht, die mir in den 80ern verdeckt war. Vor allem weil ich damals selber noch ziemlich grün hinter Ohren war...

Deine Kinder, oder dein Kind ist wie alt? Es wird er Tag kommen, da musst auch du entscheiden welche Sendung dein Kind schauen soll oder nicht. Genau dann wirst auch du dich fragen, weil du dann alles mit anderen Augen siehst, war das schon immer so, zeigen die immer so einen Mist?
Wenn du das nicht tust, hat die Medienlandschaft an dir und den deinen wieder ein paar willige Opfer gefunden.

Veränderungen lassen sich nicht aufhalten!
Genau, mit solchen Sätzen auf gar keinen Fall, aber wennn dein Kind alt genug ist und die Welt richtig wahrnimmt wirst auch du die "Vogel-Strauss-Taktik" beiseite legen und mit aller Macht versuchen dein Kind vor den Einflüssen von Aussen zu beschützen. Vetraue mir, das ist eine Eigenschaft die alle Eltern (noch) haben sollten.
Leider fallen immer mehr dieser Spass-Gesellschaft zum Opfer und die, die wirklich nicht alles für Klasse halten werden, wie weiter oben, für "geistigen Dünnpfiff" gehalten.

Eine Frage noch: Bestehen alle deine Probleme aus Apple Computern und deren OS? Schau doch mal aus dem Fenster, es gibt auch etwas anderes.

Nix für ungut, aber es erweckt so den Eindruck ;-)

Huch?!

Von: Maxefaxe | Datum: 21.04.2003 | #10
Egal was man vom Artikel hält, polarisiert er doch irgendwie und regt zu ausschweifenden Diskussionen an, ein Faktum welches mir in mehreren Mac-Foren immer wieder positiv auffällt.

Ich selbst bin bald 26, also ein Kind der 90er die ich im Gegensatz zu jetzt und den 80ern sehr schätze. Bis 1997 gabs viel unterschiedliche neue Mucke. Seither kam kaum neues(Xte Boyband und Pseudo-Hip Hop-Audgüsse). Klammotten waren geschmackvoller und zurückhaltener (in der Tendenz!! Neue Hosen die wie dreckig aussehen gabs nicht) und politisch war alles geschmeidig; Ende des Kalten Krieges, Waffenstillstand in Israel (lang ist's her), Wachstum, warme Sommer blabla...

Diese Macken hat wohl jeder durch seine Jugend. Akzeptierts, die Zeiten sind vorbei, ich will nicht in 20 Jahren mit Bierbauch auf ein Faith no More-Reunion-Konzert gehen müssen (hoffentlich kommts nicht so weit)

Zum Thema Mathe & Co: Ich selbst war mäßig in Mathe und mochte es überhaupt nicht. Rückblickend denke ich nicht darüber nach ob ich Integrieren können muss, oder mein Alltag voll von Vektorrechnung ist, sondern ob es mein Denken geschult hat, ob es mir hilft selbstständiger und geplant Probleme zu lösen. Schade das es zu meiner Zeit cool war Mathe nicht zu können und mit Beschiss gerade so durchzukommen. Ich hoffe für alle Schüler, das sich dies geändert hat auch wenn sie drunter leiden mögen wie ich damals. Bleibt locker, die Schulzeit ist noch längst nicht der Ernst des Lebens, die harten Prüfungen kommen erst nach Führerschein und Abitur, gewiss.

jaja - ich liebe diese aussagekräftigen subjects

Von: Bert | Datum: 21.04.2003 | #11
es wärmt einem das herz, wenn ein paar kerle auch am ostermontag bereit sind, im web einigermassen zivilisiert miteinander zu debattieren. der beitrag von marcus sollte ja nun nicht zum dogma erhoben werden, sondern anregen. schönen tag mit sonnenschein! gruß, bert

Wann denn sonst

Von: Max | Datum: 21.04.2003 | #12
wenn nicht am Ostermontag..:-)

an Maxefaxe

Von: Rudolf | Datum: 21.04.2003 | #13
"Rückblickend denke ich nicht darüber nach ob ich Integrieren können muss, oder mein Alltag voll von Vektorrechnung ist, sondern ob es mein Denken geschult hat, ob es mir hilft selbstständiger und geplant Probleme zu lösen. Schade das es zu meiner Zeit cool war Mathe nicht zu können und mit Beschiss gerade so durchzukommen. Ich hoffe für alle Schüler, das sich dies geändert hat auch wenn sie drunter leiden mögen wie ich damals. Bleibt locker, die Schulzeit ist noch längst nicht der Ernst des Lebens, die harten Prüfungen kommen erst nach Führerschein und Abitur, gewiss."

Als Mathe- und Physiklehrer kann ich nur sagen: Die in Ihrem Artikel dargestellte Sichtweise ist genau richtig. Das Denken wird geschult!
Leider hat sich in den Köpfen der Kinder nicht, rein gar nichts geändert. Mathe nicht zu können ist immer noch cool. Die Erwartungshaltung ist noch größer geworden, selbst etwas tun zu müssen ist oberunkühl.
Wenn ich noch einmal vor der Berufswahl stünde: ich würde nicht mehr Lehrer werden. Dieser Beruf ist MEGAOUT! (Kein Ansehen in der Gesellschaft, faul, zu viel Geld, nur Ferien... es kotzt mich an!)

Jugend, Mathe und andere Grausamkeiten

Von: Falko | Datum: 21.04.2003 | #14
Auch wenn das sicher die meisten kennen:

"Unsere Jugend ist heruntergekommen und zuchtlos. Die jungen Leute hören nicht mehr auf ihre Eltern. Das Ende der Welt ist nahe." (altägyptischer Text)

"Die Jugend liebt heute den Luxus. Sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt mehr vor älteren Leuten und diskutiert, wo sie arbeiten sollte. Die Jugend steht nicht mehr auf, wenn Ältere das Zimmer betreten. Sie widersprechen ihren Eltern und tyrannisieren die Lehrer." (Sokrates)

On Topic:
Sorry, Marcus - mit deinem Text hab ich nach den ersten drei Sätzen aufgehört. Vielleicht bin ich zu sehr Kind der Mediengesellschaft und habe nur noch eine Aufmerksamkeitsspanne von 160 Zeichen, oder es liegt daran, daß ich auf die 30 zugehe. Nachdem ich das Feedback gesehen habe, bin ich nochmal durch den Text gestampft. Und bin dann ausgestiegen, als auf die Spiele geschimpft wurde.

Es langweilt mich, wenn ein Essay so übertrieben und provokant daherkommt - und das Fazit letztlich so banal ist.

Als aktiver Nostalgier erinnere ich mich auch gerne an die netten Seite der 80er und alles, was die Zeit ausgezeichnet hat. Besonders die medialen Erzeugnisse haben mich beeinflußt - Bücher, Filme, Spiele. Damals hatte man 4 Fernsehprogramme, heute 30. Wo ist dabei der Rückschritt? Natürlich ist auch mehr Müll dabei, aber hatten wir in den 80ern etwa Nonstop-Qualitäts-TV? Und würde ich ernsthaft eine der heutigen Spielekonsolen für ein NES zurücktauschen wollen? Verflucht, nein!

Ich habe als Kind am TV die ganze Filmgeschichte nacherlebt. Damals hat mich "King Kong" als Schwarzweiß-Klassiker in den Bann gezogen, und heute freue ich mich kindisch darauf, wie wohl die Version von Peter Jackson aussehen wird. Wer von der Vergangenheit schwärmt, hat oft verlernt, für die Gegenwart zu schwärmen.

Und Mathe ... Mathe IST uncool. War es immer, wird es immer sein. Mal ehrlich - Mitschüler, die Mathe mochten, wurden aus Prinzip verprügelt, oder? ;)

OT OT OT

Von: ich | Datum: 21.04.2003 | #15
guckt mal auf maccentral.com!!!

apple laedt zum plausch am 28.04. - was da wohl kommt???

@Rudolf

Von: Max | Datum: 21.04.2003 | #16
Mit so einer Sichtweise willst du doch nicht ernsthaft behaupten du bist Lehrer?
Lehrer war als Beruf schon immer Out, das hat sich mit Sicherheit nicht geändert. Einzig die Einstellung der Lehrer hat sich (augenscheinlich) geändert. Aufgeben ist ja auch der einfachste Weg und die Schuld immer den Schülern in die Schuhe schieben, das kotzt mich an.
:-(
Falls das noch keiner aus dem Text lesen konnte: die Kinder sind so wie wir sie gemacht haben.
Ich habe nicht die Kinder angegriffen, weil sie nicht mit Mathe oder dem Lesen zurechtkommen, es ist unser System, das es erlaubt, das die Kinder nicht rechnen und lesen wollen.
Ich habe in diesem Sinne mal mit einem Lehrer meiner großen Tochter diskutiert.
Da ich in meinem Umfeld immer mehr Kinder kennenlerne, die nicht in der Lage sind einen Text flüssig, bzw. ganz durch zu lesen, weil sie sich nicht konzentrieren können, habe ich mal einen Lehrer nach den Ursachen gefragt.
Die Antwort:
Ist doch nicht schlimm das sie nicht lesen können, dafür haben sie andere Qualitäten....

So, jetzt wollen wir mal den nächsten Pop-Star wählen, eine der wichtigsten Sachen überhaupt.

also... nur mal so ne frage

Von: kaos | Datum: 21.04.2003 | #17
vol all denen die behaupten die schüler von heute machten nichts und könnten nichts... wieviele dieser leute waren (a) in den letzten 10 jahren in einer schule (b) haben kinder die gerade zur schule gehen (c) labern nur scheisse?

ich bin an der uni und sehe tagtäglich den vielbeschworenen nachwuchs und um ehrlich zu sein: so schlecht ist er eben doch nicht! klar können nicht alle mathe. aber es können auch nicht alle französisch oder englisch! aber die englisch lehrer sagen sich halt, was solls, der rest macht mit und lernt es auch, wer nicht will muss auch nicht. aber die mathelehrer haben leider leider den anspruch das göttliche zentrum des schulischen wissens zu verkörpern. und an diesem anspruch kann man nur scheitern! es gibt eine welt ausserhalb der zeichen und das gilt eben nicht nur für die diskurstheorie der germanisten sondern auch für die mathematik. man kann auch ohne mathe ganz gut leben. natürlich ist mathe hilfreich und schult das logische denken - aber man kann sich sogar logisches denken auf anderen wegen aneignen. leider ist dieses forum durch seinen bezug auf computer dafür prädestiniert, dass die meisten leute eben mathe können. aber man kann auch dann mal einen blick über den tellerrand werfen...

also noch eine zweite frage an alle mathe genies... waren eure noten denn in allen fächern so gut wie in mathe? wo wart ihr schlecht?

ciao
kaos

achja und ps an max. früher waren die medien auch gefiltert. sogar die wochenschau war das schon. heute hat man aber mehr auswahl. man muss eben nur auswählen wollen.

Es hat sich so gut wie nix geändert

Von: Thomas | Datum: 21.04.2003 | #18
In meinen Augen (65 geboren), hat sich nicht viel geändert.
Ob die Jugend CD Roms tauscht oder Kasetten oder LP´s ist unerheblich. Ob sie irgendwelche Gewalt am Computer erlebt oder John Rambo zuschaut wie er hunderte massakriert ist unerheblich.
Die politischen Probleme haben sich auch nicht groß geändert. Wir haben die DDR anektiert(Ich wähle dieses Wort bewußt), der Kapitalismus hat gesiegt ansonsten gibt es immer noch alle 2 Jahre eine Rentenreform und sonstige Korrekturen.

Ich kann mich auch noch genau erinnern wie mir immer erzählt wurde, dass die Schüler früher viel besser waren als meine Jahrgänge, auch da hat sich nichts geändert, die Kinder werden mit einem aufgeblähten und oft sinnlos zusammengestelltem Lehrplan durch die Schule gequält.
Es verrecken noch genausoviele Menschen weil sie nix zum fressen haben als in den 80er, auch da hat sich nichts geändert, obwohl wir mal "we are the world" sangen.
Was sich geändert hat, ist das ich zynisch geworden bin.
Was sich auch geändert hat, ist dass in den Medien jegliche moralischen Schranken gefallen sind "Only the Hell is the limit" und dies dann mit nem beschissenen Komentar zur Informationspflicht begründet wird. Eine Art "VerBILDung der Medien".
Ganz wichtige Änderung die mir noch dazu einfällt: Der Spiegel ist bunt geworden und die Artikel kürzer, wahrscheinlich wie unser Interesse für ein Thema, denn das nächste wartet schon.
Außerdem kommt mir heute irgenwie alles oberflächlicher und seichter und gleichgültiger vor als früher, aber dies kann auch an meinem fortgeschrittenem Alter liegen.
Gruß
Thomas





Interessante

Von: Terrania | Datum: 21.04.2003 | #19
Diskussion. Wir leben in einer Informationsgesellschaft. Nur blöd, daß Information nicht gleich Wissen ist. Und es spielt auch keine Rolle heutzutage, ob Mathe cool oder uncool ist. Ich sage meinen Praktikanten beim Vorstellungsgespräch nur eines: Schule war locker. Da gibts nämlich Noten von 1 bis 6. Mit 4,0 (=ausreichend) kann ich mich durchs Leben schlagen. Im richtigen Leben ist leider alles digital. Da gibts nur 0 oder 1. Entweder Du kriegst den Job, den Auftrag, was auch immer, oder Du kriegst ihn nicht. Es interessiert NIEMANDEN, ob Du eine 1,5 gehabt hättest, wenn derjenige, der den Deal macht, die 1,4 hatte. Lehrer zu sein ist schwer? Ja, das kann ich mir vorstellen. Denn es ist wirklich schwer, den Narr zu mimen, nur damit ein paar schlecht erzogene Kiddies, deren Eltern sich einen Teufel um sie scheren, uncool Mathematik, Deutsch oder irgendwas lernen. Denn das Leben ist FOLGENLOS geworden. An der Spitze steht, wie man den anderen übern Tisch ziehen kann. Wie man viiiel Geld verdient, wie man als nobody ein Superstar wird. Leistung? Der BOSS-Parfum Arsch sagts Dir ins Gesicht: Wozu? Nö Leute. In einer Welt, in der es keine grundlegende Werte mehr gibt, ist so eine Diskussion leider obsolet geworden. Anstand, Ehrlichkeit - was soll'n das? Kann ich damit GELD verdienen? Eher nicht. Also weg damit. Und die Medien tun ihr übriges dazu. Klar haben wir 30 und mehr Kanäle. Das sind dann halt 27 Kanäle mehr mit Scheisse. Das hat alles nichts mit den 80ern zu tun, oder den 70ern. Wer sind denn die Leute, die heute die Volksverdummung auf die Spitze treiben? Unsere Alt-68er. Die Kommunarden. Die haben die Lektion ihrer Spießerväter mehr als verinnerlicht, und den Turbo in den "Kapitalismus" gebracht. Max, ich versteh Dich, hab ich Dir ja schon geschrieben. Allerdings hätt ichs mit 20/25 auch nicht zur Kenntnis genommen. Man wird eben älter. Und dann sieht mans einfach distanzierter. Ich hätte den kleinen Essay hier nicht gepostet - nicht weil er schlecht ist, sondern weil er zu Irritationen bei genau denen führt, die drüber nachdenken sollten. Lass Dich nicht entmutigen.

@Terrania

Von: Max | Datum: 21.04.2003 | #20
Na, eine Irritation ist doch schon etwas, wo die Leute mal die Denkmaschine anmachen....;-)

Du bist einer der Wenigen die verstanden haben, Danke!

@terrania

Von: kaos | Datum: 21.04.2003 | #21
sei mal ehrlich... ist dass die welt in der du lebst? jedeb tag? kein freundliches wort? kein lächeln? kein schönes wetter?

gruss kaos

hehehe (und @max)

Von: ERNIE | Datum: 21.04.2003 | #22
smile... nein, ich nehme dir das nicht uebel ! um deine erste frage zu benatworten: mein sohn ist 5monate alt.
ja, auch jetzt schon schuettel ich beim zappen durchs fernsehprogramm den kopf... und ich schau mir auch nicht so einen bloedsinn wie Deutschlaender sucht den superstar (smile) an.. und solche CDs kaufe ich schon garnicht. - mal ganz nebenbei: gibts bei uns nurnoch SUPER-Stars oder auch noch ganz "normale" Stars ?! :-)

du siehst also, auch ich bin nicht mit allem einverstanden, was so auf unserem planeten geschieht (jetzt sag nicht, mein horizont haette sich lediglich ums TV-Programm erweitert.. aber noch mehr hier aufzuzaehlen wuerde wohl den rahmen sprengen).

wie dem auch sei, da mach ich gleich mal eine ueberleitung zu...

@maxefaxe: hem ich glaube du hast die fruehen 90er wohl aus deinem gedaechtniss gestrichen ! dezente, feine klamotten gabs ende der 90er...
anfang der 90er waren zerrissene hosen durchaus noch modern (nur eben nicht als "Stone-Washed"). wir haben hohe Nike-Schuhe mit sehr lockeren schnuersenkeln und weite, roehrenfoermige "Pash"-Hosen getragen. auch die Levi's 501 (mitte der 90er) wurden im bereich der schuhe leicht eingeschnitten, damit die hosen mehr ueber den hosen haengen... :-)

zu Mathe : ich denke das ist recht subjektiv... durchmogeln musste ich mich zum glueck nicht, obwohl ich kein ass war... aber das gabs wohl auch schon immer: der eine hats mehr drauf, der andere weniger :-)

@rudolf: lach... troeste dich vorurteile gibt es wohl bei so gut wie allen berufsgruppen
("leute im blaumann sind primitivlinge", "buerokauffrauen trinken den ganzen tag kaffee und spielen solitare", "friseure sind eh dusselige schwatztanten" usw.)

@falko: hehe, ganz deiner meinung, genau dass meinte ich (abgesehen davon, dass ich den text sofort komplett gelesen habe).

nur weil ich mich nicht gegen alles sperre, bin ich doch kein konsumgeiler ignorant ! :-)

ignoranten sind nur die leute, die ein "dagegen"-aufkleber auf ihrem auto haben.
vor allem, weil diese einstellung irgendwie sehr viele leute diese einstellung haben.
dieser pinguin-auto-aufkleber ist somit der absolute hohn. real waere, wenn der pinguin ein "dafuer"-schild in den haenden halten wuerde.... (der waere wenigstens ehrlich) :-D

Witzig...

Von: Olli S. | Datum: 21.04.2003 | #23
Habe so einen Text auch mal in einem Forum losgelassen, aber ich habe ziemlich schnell gemerkt, dass ist ja alles gar nicht so. Man steigert sich da hinein, aber in Wirklichkeit sieht man das viel zu eng. Hatte das vor ungefähr 2 Jahren, aber da war ich auch unzufrieden und habe jetzt die notwendigen Konsequenzen gezogen - schwupps! gings ganz schön steil bergauf und man sieht alles gar nicht mehr verbissen. Jedenfalls war's bei mir so...

Gruß, Olli

@ terrania

Von: Bonobo | Datum: 21.04.2003 | #24
>Wer sind denn die Leute, die heute die
>Volksverdummung auf die Spitze treiben?
>Unsere Alt-68er. Die Kommunarden. Die haben die
>Lektion ihrer Spießerväter mehr als verinnerlicht,
>und den Turbo in den "Kapitalismus" gebracht.

Sas ist das denn fuer ein peinliche Verallgemeinerung?

So'n Bloedsinn. Immer noch sauer auf Mama und Papa? Mag ja vielleicht in Deinem Fall berechtigt sein, hilft bloss nicht weiter.

Schau Dir mal 'n paar echte "Alt-68er" an, und nicht bloss... na egal.


Grunz,

Tom

@Bonobo

Von: Max | Datum: 22.04.2003 | #25
echt super Beitrag!!

"Schau Dir mal 'n paar echte "Alt-68er" an

Grunz"

Vor allem dieses "Grunz" hat dir einen realen Touch verliehen..;-)

Hab ich nicht anders erwartet ...

Von: Terrania | Datum: 22.04.2003 | #26
@ kaos: nomen est omen? Trotzdem: Ich hab ne Menge Spaß unter anderem an der Tatsache, daß ich SELBST was geschaffen habe, und andere dran teilhaben lasse! Da kannst Du sicher sein. Nur solche Leute die sich so geben wie Du kommen in meinem Leben eigentlich nicht vor ("Spiel nicht mit den Schmuddelkindern ...")
@ Bonbobo "Mr. Grunz": Dazu sind meine Eltern denn doch ein bißchen zu alt. Aber ich glaube eher, Du weißt gar nicht wovon Du redest. Macht nix. Ignoranz paart sich seit jeher mit Hochmut (siehe Amiland)! Mach weiter so. Trotzdem: WER ist denn ein ECHTER Alt-68er Deiner Meinung nach???
@ Olli S.: Ja, wahrscheinlich hast Du Recht. Stimmungen spielen eine große Rolle. Allerdings gibts da doch nicht nur ent- oder weder, sondern durchaus sowohl als auch, gell kaos?

Gabs in den 80igern schon als TV-Serie...

Von: Jörn | Datum: 22.04.2003 | #27
.. hiess damals Max Headroom (Kleine Linksammlung dazu ist hier: http://www.techtv.com/maxheadroom/ ) und keiner von uns - also von denen, die heute alt und damals schon geistig aufnahmefähig waren (*g*) - hätte wohl geglaubt, dass das heutige Mediengeschehen die Fiktionen von Edison Carter, Theora Jones und den anderen Charakteren so weit übertreffen kann. Oder sollte man sagen: untertreffen? Denn besser ist es ja nicht geworden, eher schlimmer....

Darauf muss ich antworten

Von: Rudolf | Datum: 22.04.2003 | #28
@MAX
"Mit so einer Sichtweise willst du doch nicht ernsthaft behaupten du bist Lehrer?"

Ja, MAX, ich behaupte ernsthaft, dass ich Lehrer bin. (Und nach den Aussagen von meinen Schülern und Eltern nicht gerade der allerschlechteste.)

"Lehrer war als Beruf schon immer Out, das hat sich mit Sicherheit nicht geändert."

Diese Behauptung ist falsch.

"Einzig die Einstellung der Lehrer hat sich (augenscheinlich) geändert."

Diese Behauptung ist ebenso falsch. Es hat sich auch die Einstellung der Schüler und der Eltern und der Schulämter geändert.

"Aufgeben ist ja auch der einfachste Weg und die Schuld immer den Schülern in die Schuhe schieben, das kotzt mich an."

Ich habe nicht von Aufgeben gesprochen, sondern davon dass ich diesen Beruf nicht noch einmal wählen würde. Und dass ich ihn nicht länger für attraktiv halte.
Mit keinem Wort habe ich die Schuld immer auf die Schüler geschoben.
Und im Übrigen lade ich dich ein, eine Woche zu mir in den Unterricht zu kommen und natürlich auch selbst zu unterrichten. Dann kannst Du dir ein Bild von de Sache machen.

@terrania

Von: kaos | Datum: 22.04.2003 | #29
hmm... entweder dein beitrag ist bissig oder ich überinterpretiere da mal wieder was. anyway. nomen est omen? nun da hast du wohl recht. nicks wählt man ja nicht ohne grund. was du aber wiederum mit terrania kommunizieren willst weiss ich nicht. und warum ich zur schmuddelkinder ecke gehöre weiss ich auch nicht. ich verstehe eh nicht ganz was dieses "so leute die sich so geben wie du" soll. mein einwand war auf deinen doch sehr dunkel gezeichneten beitrag bezogen: eine welt in der werte, freunde etc. gar nichts mehr bedeuten. ich glaube auch, dass es dinge gibt, die so funktionieren - einmal abgesehen davon, dass auch das wohl immer schon so war. ich glaube aber eben auch, dass in vielen bereichen - und damit meine ich eben nicht nur meinen schönen kleinen elfenbeinturm - werte aber auch leistung noch etwas zählt. wenn du das - also dieses dunkle bild, welches du beschrieben hast - so nicht lebst, dann soll es somit auch gut sein.

ich wünsche eine schöne nachostern zeit,
gruss,
kaos

@Rudolf

Von: Max | Datum: 22.04.2003 | #30
Ich will mich hier nicht streiten ob der Lehrer als Beruf schon immer out war oder nicht. Ist auch völlig irrelevant, weil unser Staat ein übriges tut, um die meisten jungen Leute vom Studieren abzuhalten. Mein Bruder hat gerade sein Biologiestudium abgeschlossen, daher weiß ich auch was man da mittlerweile für Schwierigkeiten haben kann.

Die Einstellung der meisten Lehrer hat sich geändert, natürlich auch die Einstellung aller anderen Beteiligten, beim Schulamt hat sich z.B. das zur Verfügung stehende Geld geändert. Die Einstellungsänderung ist doch aber eine Wirkung der Gesellschaft. Die Gesellschaft ändert sich, dann ändert sich der Rest auch.
Wenn du als Lehrer zu mir sagst, dass dein Beruf für dich nicht mehr attraktiv ist, dann muss ich antworten, dass du fehl am Platze bist. Deine Verantwortung in deinem Beruf ist viel höher als meine je sein wird, du bildest unsere Nachfolger aus. Irgendwann wird sich deine Einstellung auf deine Schüler übertragen, dann hast du verloren.
Das kann vielleicht bei den Denkenden einen positiven Effekt haben:"Hey, der hat keinen Bock auf den Scheiß, aber der beißt sich durch!"
oder so:"Wenn der schon keinen Bock auf den Scheiß hat, warum sollte ich mich dann noch anstrengen?"
Ich tendiere zur zweiten Möglichkeit, die meisten wählen den "einfacheren" Weg.
Das ist natürlich super weit hergeholt und völlig übertrieben, aber denkbar.

Wenn ich dir unrecht getan habe, ok, tut mir leid, aber aus deiner ersten Aussage konnte ich nichts anderes herauslesen, als das du einer der Lehrer bist, die in Klasse kommen und Lese- oder Schreibaufgaben verteilen, jeden Tag, jede Stunde..

Die Kinder haben keinen Bock auf die Schule, weil ihnen in der Zukunft keine Perspektive mehr geboten wird (ausser bei BigBrother reich werden), wir alle tun zu wenig und lassen uns von der Medienwelle in eine Zukunft treiben, die nur noch aus zuckenden Lichterblitzen besteht, damit unser Gehirn befriedigt wird.

Wenn dein Feedback aus der Klasse und den Eltern so gut ist wie du hier sagst, Respekt und weiter so, vor allem niemals aufgeben..

Gruß
Marcus
;-)

@ kaos

Von: Terrania | Datum: 22.04.2003 | #31
Jo. Der vorhergehende 1. Beitrag war bissig. Das ist richtig. Wenn ich schreibe, daß Ehrlichkeit nix zählt, dann heißt es eben nicht, daß es bei mir nix zählt. Und die Schmuddelkinder: Da sollte man zumindest von Wolf Biermann schon mal was gehört haben. Wie gesagt: Information ist leider nicht gleichbedeutend mit Wissen. Und leider hat sich unsere Gesellschaft zum Nachteil entwickelt. Du mußt nur mal eben Nachmittags Privatfernsehen schauen: Illustre Typen, Star für eine Stunde, die auf der untersten Schublade auf sich reinhauen, zu Belustigung Roms (=WIR). DAS hat es wirklich so früher nicht gegeben - man hat das aus Geschmacks- und ethischen Gründen nicht getan. Bestenfalls im Glasscherbenviertel in Deiner (und meiner) Stadt. Jetzt ist es Salonfähig zwischen 13 und 17:00. Und die Kids schauen rein, und hauen dem nächsten eins aufs Maul, wenn er nicht spurt - weil im TIVI ist es ja genauso. Dämmerts langsam worauf ich hinauswollte, und Max genauso? Verrohung der Sitten, Verrohung des Alltags etc. Da soll man dann seine Kinder erziehen? Die halten Mom und Dad doch völlig für plemplem, denn die Realität (TIVI), zeigts, daß es anders ist - IST es anders?
Und @Rudolf: Lehrer können nicht das richten, was Eltern versäumt haben. Sie stehen meines Erachtens auf verlorenem Posten. Aber deshalb aufgeben? Nö. Mitnichten. Jetzt grad erst recht! Dazu gehört eben auch unmißverständlich die Grenze aufzuzeigen. Ohne Grenzen? Siehe oben.
Ach Mathe: Ich habe in den letzten Jahren desöfteren mitgekriegt, wo meine Defizite in Mathe liegen. Bei 3D-Programmen ist es beipielsweise nicht schlecht, wenn man die eine oder andere Formel parat hat, um gewisse Dinge zu programmieren. Aber das am Rande.

Also ..

Von: Falko | Datum: 22.04.2003 | #32
@ Marcus

"Die Kinder haben keinen Bock auf die Schule, weil ihnen in der Zukunft keine Perspektive mehr geboten wird (ausser bei BigBrother reich werden), wir alle tun zu wenig und lassen uns von der Medienwelle in eine Zukunft treiben, die nur noch aus zuckenden Lichterblitzen besteht, damit unser Gehirn befriedigt wird."

Genau solche Platitüden haben verhindert, daß ich deinen Text lesen wollte. Medienwelle, zuckende Lichtblitze usw - kennst die Bücher von Werner Glogauer? Die dürften dir gefallen. Unschuldige Kinder werden Opfer der bösen Medien. Abhilfe? Ganz klar: Verbote.

Ich bin examinierter Literatur- und Medienwissenschaftler. Und ich kann es nicht mehr mitansehen, wie Kinder und Jugendliche als reine Auftreff-Fläche mit mediale Auswüchse gesehen werden. Nach meiner Erfahrung ist die junge Generation immer die medien-kompetentere und bettet Medien wesentlich bewußter und effektiver in ihr Leben ein. Zu keiner Zeit macht man sich mehr Gedanken über die Welt in der man lebt, als in der Teenagerzeit, wenn man seinen Platz noch nicht gefunden und definiert hat. Medien sind ein Teil des Alltags, bestenfalls hilfreiches Werkzeug, schlimmstenfalls Ablenkung. Sie prägen eine Gesellschaft, aber sie sind nicht für die Gesellschaft verantwortlich.

So schlimm kanns ja nicht sein,...

Von: Maxefaxe | Datum: 22.04.2003 | #33
..wenn an diversen Stellen über die Medienwelt gestritten wird. Ist die Selbsterkenntnis doch unumgänglich zur Veränderung.

Meinem Eindruck nach sind Jugendliche heute wieder viel politischer und kritischer als zu meiner Zeit vor 10 Jahren. Das Szenario mit der verrohten Jugend gibts es solange wie die Menschheit, da wirds ja schon statistisch Eng mit der Wahrheit dieser These. Momentan stehen wir halt an der Weggabelung, so weitermachen oder abbiegen, aber nicht wissen wohin die Reise geht. Bei allem gemeckere, wer von uns hat wirkliche existentielle Nöte?

Die meisten von uns leben wie die Maden im Speck und merken es nicht einmal. Wer Armut und echte Sorgen nicht kennt oder noch nie gesehen hat (Hunger, Verfolgung, Folter, Ächtung etc.) macht sich halt selber seine Micky-Maus-Problemchen. Leiden scheint ein menschliches Grundbedürfniss zu sein :-/

naja... @erdmännchen

Von: kaos | Datum: 22.04.2003 | #34
ach hoer mir doch auf! schlägereien auf dem pausenplatz gabs schon als mein vater in der schule war. und das war definitiv vor 68. bloss weil die deutschen "kids" sich in "türkendeutsch" unterhalten weil es angeblich "cool" ist und irgendwelche ghettoblaster-"gangs" auf der strasse "abhängen" sind diese kinder ja nicht für die gesellschaft verloren. viele meiner alten klassenkameraden die man üblicherweise wohl mit begriffen wie "siffer" oder "hänger" bezeichnet hat, sind heute fleissige bankangestellte etc. klar sieht man gewalt im fernsehen - und man sieht wohl auch zuviel davon. aber eine kurze durchsicht von grimms maerchen zeigt mir, dass es da auch schon so war. da gibt es ein paar nette arbeiten über dieses thema. viele psychologen meinen kinder bräuchten gewalt um ihre funktionsweise und auch ihre grenzen zu sehen und zu verstehen. nicht jeder "quake-daddler" wird zum massenmörder. klar: es gibt immer hässliche einzelfälle. aber wenn man eure texte liest meint man jeder 12-jährige rennt mit einer kalasch durch die strassen. vielleicht bin ich einfach zu abgestumpft um eure grossartigen "einsichten" zu verstehen. vielleicht habt ihr aber auch bloss eure perspektive verloren. ein 16 jähriger der "'ey mann" sagt statt "guten tag herr ..." ist noch keine bedrohung der öffentlichen sicherheit.

ps: ich kenne nur das kinderbuch mit den schmuddelkindern... ich weiss aber nicht wie der autor heisst. aber wenn du schon so schreibst:

>Nur solche Leute die sich so geben wie Du kommen in meinem Leben eigentlich nicht vor

oder:

>Da sollte man zumindest von Wolf Biermann schon mal was gehört haben.

(waehrend du dich ueber den sittenverfall beschwerst) dann denke ich kann ich nochmal eine erklärung verlangen - der form wegen versteht sich.

höflichst sich verabschiedend,
die hand zum gruss erhoben,
kaos

@falko

Von: kaos | Datum: 22.04.2003 | #35
danke - endlich mal ein beitrag mit substanz

mfg,
kaos

Werner Glogauer?

Von: Terrania | Datum: 22.04.2003 | #36
Der Glogauer von der Uni Augsburg. Naja, den halte ich persönlich für peinlich. Kein Mensch sagt im Übrigen was davon, daß Daddeln schädlich ist. Hasch ist auch nicht schädlich, und ne ganze Menge mehr auch. Fernsehen soll schädlich sein? Nö. Hamburger essen? Nö. Süßigkeiten? Nö. Biertrinken, Alkohol? Nö. Nur wenn ichs übertreibe, dann wirds schädlich. Da wird man dämlich in der Birne, Alkoholiker, wiegt 120 Kilo etc.etc.etc. Wir reden hier nicht vom Ottonormalverbraucher bitteschön, der weiß wo die Grenzen liegen, weil er eine Erziehung genossen hat. Wir reden von den Auswüchsen, und die nehmen zu. Wers nicht zur Kenntnis nehmen mag - schön. Max nimmts zur Kenntnis, denkt drüber nach. Ich auch. Ach ja, und man darf sich nur über Mißstände aufregen, wenn man mitten drin sitzt? Wenn man wie die Made im Speck lebt? Neenee! Dazu fällt mir dann doch nix mehr ein. Es wird nicht besser, deshalb klink ich mich erst mal aus!

Schmuddelkinder und Biermann? Lied ist von Degenhart

Von: Thomas | Datum: 22.04.2003 | #37
Das Lies spiel nicht mit den Schmuddelkindern ist von Franz Josef Degenhart einem Liedermacher. Dies war eine Kunstform in den 70er bis Anfang der 80er. Reinhard Mey, Georg Danzer, Ambross, Ulrich Rosski sind einige vertreter dieses Genres. Texte oft politisch und mit tollem Wortwitz angereichert.
Was Biermann mit Schmuddelkindern zu tun hat, weiß ich auch nicht!
Gruß
Thomas

Fehler im Beitrag!!

Von: Max | Datum: 22.04.2003 | #38
Schwerwiegender Fehler im Text:

Es soll Heißen:
Und die Änderung in etwas Besseres fängt bestimmt nicht mit irgendwelchen Verboten an, die man den Jugendlichen auferlegt.


@Terrania

Von: Falko | Datum: 22.04.2003 | #39
"Wir reden hier nicht vom Ottonormalverbraucher bitteschön, der weiß wo die Grenzen liegen, weil er eine Erziehung genossen hat. Wir reden von den Auswüchsen, und die nehmen zu. Wers nicht zur Kenntnis nehmen mag - schön. Max nimmts zur Kenntnis, denkt drüber nach. Ich auch."

Würde mich mal interessieren, wie du zwischen dem "normal verrückten" Ottonormalverbraucher und dem "erziehungslosen" Auswuchs unterscheidest ... und vor allem, ob "Mißstände zur Kenntnis" nehmen nicht einfach nur eine Paraphrase für "über die Welt jammern" ist, wie es jeder beim Zeitungslesen gerne tun möchte.

@ Max

Von: Falko | Datum: 22.04.2003 | #40
Mein Hinweis auf Medienwissenschaft sollte nur verdeutlichen, daß ich so ziemlich alles zu dem Thema gelesen habe und die 08/15-Medienkritik nicht mehr sehen kann. Recht hab ich deswegen nicht, aber wenn ich an einer Maschine rumschrauben müßte, würde ich es auch lieber einem gelernten Maschinenschlosser überlassen. ;)

"Hast du noch immer nicht verstanden, dass ich in keiner Weise die Kinder angegriffen habe, das dieser Text vollkommen überzogen ist und nur auf das erbärmliche Mediengewimmel hinweisen soll, dass alle die daran teilhaben, langsam verblöden läßt.
Willst du etwa abstreiten das diese komischen Talkshows keinen Einfluss auf die Psyche haben?"

Das streite ich aber ab. Das Weltbild, daß jedes Medienerzeugnis unmittelbar und ungefiltert auf die Psyche wirkt, akzeptiere ich nicht. Medienwahrnehmung und -wirkung hängt sicher mit Bildung und Erziehung zusammen, aber der allergrößte Teil der Menschheit weiß immer noch zwischen Realität und TV zu unterscheiden.

Das Stichwort heißt Medienkompetenz. Die muß man erlernen und weitervermitteln - um das Mediengewimmel zu entwirren.

Ergänzung

Von: Falko | Datum: 22.04.2003 | #41
Gerade fällt mir noch was ein:

Wie heute mit Medien umgegangen wird, das erinnert an die Diskussion und Welt-Wahrnehmung gegen Ende des 19. Jahrhunderts, als die Industrialisierung die Gesellschaft und die Umwelt nachhaltig verändert haben. Davor haben sich genügend Leute verschlossen und die heile Welt von früher herbeigesehnt. Genau so, wie wir keine prä-industrielle Zeit wiederbekommen werden, wird keine prä-mediale Zeit zurückkehren, in der sich die Menschen besser verstanden haben, die Familien sich am Kamin noch was erzählt haben und es noch richtige Sommer gab. ;)

Falko, wo willst Du eingentlich hin???

Von: Terrania | Datum: 22.04.2003 | #42
Das sind die Diskussionen, die fruchtlos bleiben. Ich lass mich ja gerne von Argumenten überzeugen, aber sorry, auf sowas reagiere ich ziemlich allergisch. Wenn ich das Ganze jetzt umdrehe: Ist also so ziemlich eine geile Welt, wo nix verbessert, verändert oder sonst was gehört? Denn das hör ich da raus! Wenns so ist: schön für Dich - mir langt das so nicht. Was soll ich mich über die Amis im Irak aufregen? Geht mich doch nix an, solange ich tanken kann. Oder ein paar Morde in Nigeria. Oooch nö. Ist auch nicht so prickelnd, im TIVI läuft gerade Superstar. So, sorry, hört sich das an. Und was kaos angeht: Auf "Hey Alter" reagiere ich übrigens gar nicht, wenn ich auf der Straße angemacht werden. Schlechte Erziehung? Mit der muß ich mich in meinem kurzen Leben nicht auseinandersetzen - und einen Arbeitsplatz könnte jemand mit schlechter Erziehung bei mir sowieso nicht kriegen, warum auch? Soll er "Alter" sagen soviel er will - er kriegt halt dann nicht das, was er will.
Ach ja, es geht nicht ums Jammern. Aber wenn schon eine bloße Bestandsaufnahme wie "Jammern" betrachtet wird - was soll das Ganze dann überhaupt?
Schmuddelkinder und Degenhart: DAS STIMMT! Da hab ich mich glatt vertan. Trotzdem ist der Text ok. Und um den gehts.

@Terrania

Von: Falko | Datum: 22.04.2003 | #43
Ist schon OK - ich will nirgendwo hin. Richtige Diskussion in der Kommentarfunktion oder Foren ist sowieso problematisch. Bei nem Kaffee zusammensitzen wäre wirklich besser.

Marcus hat ja schon geschrieben, daß sein Text bewußt überzogen war - ich könnte mich jetzt darauf zurückziehen, daß meine Beiträge genauso extrem die Gegenposition eingenommen haben. ;)

Der Text war keine Bestandsaufnahme - so etwas wäre objektiv. Aber der Text ist eine reine subjektive Darstellung, was erlaubt ist - ist ja ein Kommentar, keine Reportage. Ich fühle mich nur nicht wohl, wenn solche Wahrnehmungen gleich zur Weltsicht aufgeblasen werden. Es ist leicht, beim Anblick der RTL-Nachrichten (und direkt dahinter "Explosiv") nur noch kopfschüttelnd dazusitzen und zu murmeln: "Die Welt wird immer verrückter." Aber das muß ja keiner machen.

@Falko

Von: Max | Datum: 22.04.2003 | #44
Da stehen wir beide an verschiedenen Flußufern...

"Medienwahrnehmung und -wirkung hängt sicher mit Bildung und Erziehung zusammen, aber der allergrößte Teil der Menschheit weiß immer noch zwischen Realität und TV zu unterscheiden. "

Die Betonung liegt auf "Bildung" und "noch".

Ich kann meine Argumente nicht wissentschaftlich untermauern, da ich kein "Medienexperte" bin, aber ich sehe doch ziemlich genau was um mich herum passiert. Und dieses Bild zeigt mir etwas anderes als du mir zeigen möchtest.
Die Aussage, das die Sendungen nicht auf die Psyche, zumindest nicht ungefiltert, wirken, konnte auch nur von einem Medienwissentschaftler kommen.
Ich stehe nicht mit Medien in Verbindung, so wie du, aber ich sehe was diese sogenannten Medien uns zeigen wollen. Ich sehe auch in meinem Umfeld wie dieser ganze Mist auf die Kinder und Jugendlichen wirkt.

PS: Auch wenn ich "nur" Schlosser bin, darf ich mir meine Meinung bilden, dafür brauche ich definitiv keinen Medienexperten, der mir sagt ich soll das den Experten überlassen. Wenn dir meine 08/15 Kritik nicht passt, kommentier sie doch erst gar nicht, sie ist für dich nicht relevant, du siehst viel klarer als ich.

Behaupte du nur schön weiter das die Medien nur auf die ungebildeten Einfluss ausüben, das ist doch mal eine fundierte Aussage von dir, oder haben etwa alle Menschen durch die Medien den gleichen Bildungsstand und das gleiche Verständniss?
Wer vermittelt denn deiner Meinung nach die Medienkompetenz? Medienexperten, weil die Anderen nicht in der Lage sind das alles zu verstehen?
Nein mein Lieber, so nicht.

@Falko noch mal

Von: Max | Datum: 22.04.2003 | #45
"Es ist leicht, beim Anblick der RTL-Nachrichten (und direkt dahinter "Explosiv") nur noch kopfschüttelnd dazusitzen und zu murmeln: "Die Welt wird immer verrückter." Aber das muß ja keiner machen."

Du hast es nicht verstanden: Ich schaue kein RTL oder Explosiv um dann die Welt zu beurteilen, ich schaue diese Sendungen überhaupt nicht um mich zu informieren, meistens schaue ich weg....
So einfach ist das nicht!

Kaffee.

Von: Terrania | Datum: 22.04.2003 | #46
Da hast Du Recht, Falko. Beim Kaffee gings besser. Ich hab mich hier nun auch reingesteigert. Was solls. Zwischen zwei html-Desings und einem langweiligen Rendering ist das ne interessante Abwechslung. Aber eine echte Diskussion kommt da leider nicht zustande ...

Kaffe II

Von: Max | Datum: 22.04.2003 | #47
Vielleicht treffen wir uns ja alle in Bonn :-)
Da soll es auch Kaffe geben....

Flußufer

Von: Falko | Datum: 22.04.2003 | #48
Ja, wir stehen an verschiedenen Flußufern. Und an verschiedenen Flüssen.

Max, ich verbiete dir deine Meinung nicht. Wenn ich nicht an solchen Diskussionen ein großes Interesse hätte, würde ich mich sowieso raushalten.

Ich bin mir nicht sicher, ob wir mit einer dreistelligen Anzahl an Kommentaren mehr Klarheit schaffen. Wer das auf direkter Ebene weiterführen möchte: falko@macnews.de

Nur noch kurz zu deiner Frage, was Medienkompetenz vermittelt: Mit anderen (vor allem Kindern) über das reden, was die sehen. Nachhaken, wie sie das wahrnehmen. Ihnen erklären, wie Reportagen, Nachrichten und Filme gemacht werden. Ist ja kein Geheimnis mehr.

Jeder, der aus dem Kino kommt und über den Film redet, statt mit der Schulter zu zucken und in die Kneipe zu gehen, ist medienkompetent.

Falko! Max!

Von: Terrania | Datum: 22.04.2003 | #49
Ich sitz leider in München. Aber was Falko da sagt: Mit anderen drüber reden! Das ist doch genau da wo wir uns treffen. Darum gehts doch. Nicht unkommentiert lassen, sondern aufklären. Ohne dabei dogmatisch zu sein. Dann springen die grauen Zellen auch in die richtige (kritische) Richtung.

Hrmpf

Von: Max | Datum: 22.04.2003 | #50
Ich muss jetzt erstmal einen Gang zurückschalten, bei diesem Thema bin ich immer schnell auf 180....
Ich gehe jetzt Kaffe kochen, das wir hier die Lösung finden habe ich auch nie erwartet (welche Lösung überhaupt??).

Ich habe meine Meinung kundgetan und sie verteidigt, weiter geht's jetzt nicht, da wir doch sehr verschiedene Sichtweisen haben.
Alles andere wird jetzt peinlich und dumm, aber ich melde mich mal per Email, da könnte der Baum doch noch Früchte tragen
:-))
Gruß
Marcus

Lipobay

Von: André | Datum: 22.04.2003 | #51
Hallo Marcus.

"Das Vertrauen in bestimmte Bequemlichkeiten ist riesig, so durfte das Pharma Unternehmen Bayer auch ein paar Leute mit einem Medikament hinraffen."

Wenn kranke Menschen Medikamente nehmen müssen, hat das mit Bequemlichkeit nichts zu tun. Ich nehme mal an, du spielst hier auf Lipobay an. Das wirft man nicht einfach ein, sofern man mal ein wenig Kopping hat.

Im übrigen bitte einmal den Suchbegriff "Lipobay" in Google eingeben und studieren. Nicht unreflektiert wiederkäuen, was andere ... och, war das nicht ein Bestandteil deiner Reflexion?

Bayer darf keine Menschen vorsätzlich töten (so hörte sich das bei dir an), sie wollen das nichtmal, wetten? Der Lipobay-Skandal hatte und hat enorme Folgen für Bayer! Das Medikament wird seit 2001 _nicht_ mehr vermarktet!

Falls du nicht Lipobay meinst, vergiss diese Zeilen.

"Aber so ist es wohl, wir schlucken in uns rein, was uns geboten wird."

Mit Sicherheit nicht, aber ich kenne euch ja gar nicht ;-)

Netten Gruß, André

@Andre

Von: Max | Datum: 22.04.2003 | #52
Hi, da hast du Recht, wer krank ist muss, der hat keine Wahl, steht aber auch in meinem Text!
Ich bin nur der Meinung, dass viel zu oft die Symptome anstelle der Ursachen bekämpft werden.
Immer mehr Menschen haben immer mehr Krankheiten, aber die Ursachen liegen meist schon in den Medikamenten die wir als Kinder bekommen haben. Viren und Bakterien haben die unangenehme Eigenschaft mit der Zeit resistent zu werden. Ich sitze hier praktisch an der Quelle, mein Brüderlein macht gerade seinen Doktor in der Biologie.
Das war mehr eine Anspielung auf die Leute, die mit ihren kleinen Wehwehchen zum Onkel Doktor rennen und für jeden Schnupfen ein Antibiotikum verlangen. Dadurch züchten wir uns nur selber Multiresistente-Erreger.
Schau mal nach China -SARS-, ich persönlich kriege langsam Angst, bei den Zahlen die dort veröffentlicht werden...

Und noch einen Tipp, nicht immer alles persönlich nehmen, ich kenne dich auch nicht..;-)
Gruß
Marcus

@Andre wg. Lipobay

Von: Max | Datum: 22.04.2003 | #53
Natürlich nimmt keiner dieses Zeug nur so zum Spaß, aber als Hersteller solcher Medikamente habe ich alle Möglichkeiten zu betrachten, ob dieses Medikament nicht doch gefährlich ist.
Das wurde hier nicht getan und hat mein persönliches Vertrauen in die Medizin stark erschüttert.
Zum Glück bin ich sehr selten mal krank, denn ich tu mich schon immer sehr schwer mit dem Einnehmen der Medizin.

Aber, wie Falko schon bemerkt hat, dies ist meine persönliche subjektive Einschätzung und muss für alle anderen keine Gültigkeit haben.

;-)

Noch ein PS an Andre

Von: Max | Datum: 22.04.2003 | #54
Als der Lipobay Skandal in den Schlagzeilen erschien habe ich selber gerade 8 Monate im Krankenhaus zugebracht, vielleicht deshalb meine Reaktion darauf.

Natürlich will Bayer niemanden umbringen!

@Max

Von: André | Datum: 22.04.2003 | #55
Hallo Max

"aber als Hersteller solcher Medikamente habe ich alle Möglichkeiten zu betrachten, ob dieses Medikament nicht doch gefährlich ist."

Völlig richtig, und das tun die auch, müssen sogar jährlich etliche Millionen Tiere ihr Leben dafür lassen (anderes Thema). Leider leider gibt es ein "Restrisiko", so fies sich das jetzt auch anhört. Es ist eben alles nicht so einfach, wie uns das die Medizin vielleicht selber immer vermittelt.

Den großen Vorwurf, den man Bayer machen muß, ist, dass sie nicht schnell genug die Alarmglocken volle Pulle geläutet haben, als sie einen Verdacht hatten. Auf der anderen Seite stehen ca. 50 Millionen kranke Menschen, denen (richtig verabreicht und eingenommen!) Lipobay durchaus geholfen hat. Es gibt sogar viele Ärzte, die Lipobay vermissen (weiß ich aussem Fernsehn ;-)).

Lies mal das hier: http://gesundheitstipps.wicker-kliniken.de/naturarzt/lipobay.html Auch ne interessante Meinung

"Das wurde hier nicht getan und hat mein persönliches Vertrauen in die Medizin stark erschüttert."

Kann ich zu gut verstehen. Auch bedingt durch deinen Krankenhausaufenthalt (8 Monate? Hammer!!!) verliert man den Glauben. Es geht auch hier andersrum. Eine mir sehr vetraute Person würde ohne moderne Medizin schlichtweg nicht mehr leben.

Allein aus diesem Grund versuche ich die Dinge von zwei Seiten zu betrachten. Hier der Raffzahn Pharmaindustrie, der über (Tier)leichen gehen kann/muß (?), dort die Mediziner, die wirkliches, edles Interesse daran haben, der Menschheit zu helfen. Und das auch tun. Frag dein Brüderlein ;-)

"Ich bin nur der Meinung, dass viel zu oft die Symptome anstelle der Ursachen bekämpft werden."

Auch richtig, deswegen gibt es auch heutzutage mehr Krankheiten als vielleicht vor zweihundert Jahren. (Ein Diabetiker wäre früher daran gestorben, heute kann er mit seiner Krankheit leben. Ist aber immer noch krank!) Glaube mir, würde man immer die Ursachen kennen, würde man diese bekämpfen. Es stimmt, dass nicht immer richtig daran geforscht wird.

"Das war mehr eine Anspielung auf die Leute, die mit ihren kleinen Wehwehchen zum Onkel Doktor rennen und für jeden Schnupfen ein Antibiotikum verlangen."

Das ist wohl auch so. Obgleich der Trend ja Anti-Antibiotikum ist.

"Und noch einen Tipp, nicht immer alles persönlich nehmen, ich kenne dich auch nicht..;-)"

Aber jetzt schon was besser ;-) Ich nehm's auch nicht persönlich, nur sind es andere Dinge, die mich pessimistisch in die Zukunft schauen lassen. Nicht der biertrinkende, Feinripunterhemd und Ballonseidejogginghose tragende Sozialhilfeempfänger vor der Kiste. Nicht das MP3-tauschende, drogensüchtige, counterstrikezockende Pickelgesicht mit Spracharmut. Schau nochmal raus. Es gibt da tatsächlich was fernab der Klischees. Ja, es blitzt da ein kleiner Funken Hoffnung auf ;-)

So, ich muß mir jetzt noch den Rest Simpsonsbildung reinpfeifen.

Liebe Grüße, André

Das ist der Skandal

Von: Max | Datum: 22.04.2003 | #56
"Der Grund: Das Risiko, dass der Cholesterin-Senker bei gleichzeitiger Einnahme von Medikamenten mit dem Werkstoff Gemifibrozil Muskelgewebe zerstört, hatte sich als wesentlich höher herausgestellt, als noch bei der Zulassung angenommen."
Dies ist ein Ausschnitt aus einem Artikel.
Nun, wenn ich ein Medikament zulasse, dann nehme ich keine Wirkungen an, dann kenne ich sie!

@Andre:
Du hast natürlich Recht, ohne Medizin würden viele nicht mehr Leben (ich auch nicht) trotzdem klage ich das System an.
Viel zu oft wird an den verkehrten Stellen gespart, auf der anderen Seite kriegen und verlangen manche Leute die unmöglichsten Medikamente von ihren Ärzten.
Es ist die Art, wie mit der eigentlich sehr guten Sache umgegangen wird. Es ist ein Trauerspiel, dass Firmen, die der Gesundheit aller dienen sollen, sich mit der Wirtschaft auseinandersetzen müssen.
Wenn Geld ins Spiel kommt ist es mit der Hilfe so eine Sache...
Ich habe da sehr gute Erfahrungen gemacht.

Und mit den "mehr Krankheiten" meine ich bestimmt keine Diabetiker die überleben.
Ich verweise nochmal auf SARS, oder die vielen mutierten Grippeviren, die mit der falschen Medikation gezüchtet werden (wurden).

So, jetzt ist gut..;-)

Shit, die Simpsons sind bestimmt schon zu Ende....

Ja

Von: Max | Datum: 23.04.2003 | #57
Im Prinzip wollte ich genau das ausdrücken, habe aber wohl für einige etwas zuviel übertrieben, mit Absicht.

Mir fehlt ja auch die Wortgewandheit eines Internetjournalisten ;-)

Verfall / Verfallen

Von: Falko | Datum: 23.04.2003 | #58
Ich bin auch schon in den 80ern dem Fernseher, den Computerspielen und den Büchern verfallen. :) Immerhin verdiene ich heute mit alledem auch mein Geld - wozu ich heute kaum in der Lage wäre, wenn ich dauernd an die frische Luft gegangen wäre. :D

@Kai

Von: André | Datum: 24.04.2003 | #59
Zini??? Igitt. Klar sind wir da rausgegangen! Das fanden doch selbst zurückgebliebene Erstklässler scheiße ;-) Bei Captain Future läuft mir zwar jetzt auch ein Tränlein der Rührung über die Wange, nur - mal ehrlich - worin unterscheidet der sich genau von den heutigen Japanmassenproduktionen? War der nicht genauso blöde?

Der Unterschied ist bestimmt, dass heute direkt mehrere hundert dieser Blöden auf die Kleinen einschlagen.

Mit dem weniger draussen spielen liegt vielleicht auch an dem Umstand, sich der Gefahr auszusetzen, prompt überfahren zu werden. Meine damalige Umgebung kommt auch nicht so romantisch daher. Baumhäuser habe ich nie gebaut. Gespielt haben wir hauptsächlich auf dem LKW-Parkplatz hinterm Haus (war aber geil). Fürs Dammbauen war der Rhein zu breit. Und wenn man mal mit den nackten Füßen rein ist, waren die sofort ölig, Mutti hat geschimpft und paar Tage später gab's ne Blutvergiftung.

Was Bildung angeht: Ehrlich gesagt waren wir hier "früher" alle ziemlich deppert. Lese ich meine alten Deutschhefte durch, treibt's mir die Schweißperlen auf die Stirn. Ausgefeilte Orthowas?kenntnisse waren null vorhanden, außer bei dem Typ, der den ganzen Tag mit angezogenem Anorak in der Klasse saß, dafür während der Pausen aber ziemlich hinhalten mußte. (Was wohl aus dem geworden ist? Selbstmörder? Amokläufer? Mann, waren wir Arschlöcher!)

Vorgehalten wurde uns auch stets unsere Comicsprache, fällt mir gerade ein. Harald Schmidt hat das mal in einem seiner ersten Programme schön veralbert. In den achtzigern!

Große Unterschiede zu früher sehe ich also nicht so, außer das alles noch schwurbeliger geworden ist. Vielleicht aber nur für uns ältere? Vielleicht, weil die eigene Vergangenheit mit Abstand gesehen noch immer die beste ist, man zumindest meist das Beste behält?

Wir waren früher kackfrech zu allem und jeden. Werde ich heute von so ner Rotznase angemacht, kriege ich die Motten. Ja hat der denn gar keinen Respekt vor mir? Schließlich bin ich einen ganzen Meter größer und breiter und spreche mit tiefer, lauter Stimme. Sogesehen kann ich mich selbst nicht ausstehen.

Du triffst es im deinem letzten Absatz. "Fast". Es gibt die Pendelbewegung, nur je nach Gemütsverfassung nehmen wir die vielleicht nicht wahr. Hier spielen derart viele Kinder auf der Straße, dass die mir manchmal beinahe auf den Sack gehen. Versteht man ja seinen eigenen Fernseher nicht. Meine Nichten und Neffen (von 4 bis 22 alles vertreten) lehren mich auch anderes. Früher war's Visual BASIC, heute HTML, oder ActionScript, oder was weiß ich.

Gebt den Kleinen ne Chance. Die schaffen das. Am ehesten mit unserer Hilfe.

Klar, sobald dann wieder ein Zlatklo oder noch haarsträubender ein Haudenlukas über den Bildschirm kaspert, möchte man nur, dass alles schnell vorbei geht.

Gruß, André

Danke, André

Von: Falko | Datum: 24.04.2003 | #60
Klasse Beitrag! Wunderschön formuliert, gekonnt zwischen Vernunft und Sarkasmus balanciert, die Peitsche des klaren Intellekts in der einen und die Clownsmaske in der anderen Hand.

An alle:
Ich lese die Macguardians fast seitdem es sie gibt, und ich bin immer noch gerne hier. Auch wegen solchen Schlagabtauschen. Weiter so!

André:

Von: Kai | Datum: 24.04.2003 | #61
"Bei Captain Future läuft mir zwar jetzt auch ein Tränlein der Rührung über die Wange, nur - mal ehrlich - worin unterscheidet der sich genau von den heutigen Japanmassenproduktionen? War der nicht genauso blöde?"

Durch den Soundtrack! ;-) Ganz ganz klar!..
Es ging mir ja auch nicht darum, dass das Kinderprogramm damals höherwertig war, sondern einfach nur nicht genug da war um den ganzen Tag vor der Glotze zu hängen!

..und war zur Hölle heisst "schwurbelig" bitte? ;-)

Falko und Kai

Von: André | Datum: 24.04.2003 | #62
@Falko

"die Peitsche des klaren Intellekts". Geil. Das häng' ich mir auf. Vor allem zeige ich's allen meinen Deutschlehrern, die damals ganz ganz sicher waren, dass mir sowas nie einer sagen wird. ;-) Tja, hätten die nur mal an uns geglaubt.

@Kai

Der Soundtrack? Okay, gebongt.

Schwurbelig? Na, halt schwurbelig. :)

Im übrigen schließe ich mich Falko an. Sehr sehr schön hier. So ganz anders. Komisch, hab's erst vor kurzem entdeckt.

Liebe Grüße, André

Ich bin Otto, der Gummimensch

Von: Falko | Datum: 24.04.2003 | #63
Übrigens:

Der Soundtrack von Christian Bruhn wurde nur deswegen gemacht, weil das Material des Synchronstudios nur eine Tonspur hatte - also Originalmusik und japanische Sprache.

Außerdem sind die Folgen für die deutsche TV-Ausstrahlung stark gekürzt worden. Aus 4 japanischen Folgen wurden in Deutschland 3. Außerdem ist die Reihenfolge völlig falsch.

Hat es uns gestört? Haben wir Handlungslöcher bemerkt? Ich glaube, nein. Dafür war der Herrscher von Megara viel zu cool.

DAS wäre doch mal ein Thema für Ostern gewesen, oder? ;)

Deutschlehrer und Stil

Von: Falko | Datum: 24.04.2003 | #64
Ach ja, noch was, André:

Wir hatten's ja schon mit den Lehrern hier. Aber wenn einem Deutschlehrer erzählen wollen, was guter Stil ist - weghören! Der SF-Autor Harlan Ellison hat über gute Texte mal gesagt: "Man muß die Musik hören." Dabei können Rechschreibung und Orthographie völlig falsch sein, entscheidend sind Klang und Farbe - die Musik eben. Und das hat nichts mit blumigen Adjektiven zu tun.

Captain Future:

Von: Kai | Datum: 24.04.2003 | #65
Ja, ich weiss. Ist übel, dass z.B. der Teil mit CFs Kindheit völlig geschnitten wurde schmerzt! Und eine Folge (60 min) haben sie gar nicht synchronisiert (oder stimmen die Gerüchte, dass die zwar synchronisiert, aber nie ausgestrahlt wurde wegen der fixen Anzahl Slots, die das ZDF CF eingeräumt hat?)
Naja, immerhin war "das Geheimnis der sieben Steine" ungekürzt! ;-)

Wegen sowas liebe ich edonkey einfach! Wie lange habe ich auf offiziellen Kanälen nach dieser Serie gesucht? Wir haben hier sogar Fernsehsender direkt angeschrieben oder auf eBay ultraschlechte VHS-Kopien für 80 Mark ersteigert!

Zum Thema Ausbildung

Von: Sally | Datum: 07.07.2003 | #66
In der heutigen Zeit ist es schwierig einen Ausbildungsplatz zu bekommen. Besonders in den Bereichen der Büroarbeit. Es möchten viele sich nicht mehr die Hände schmutzig machen. Deswegen ist dieser Berufszweig restlos überlaufen. Aber es ist ja auch ein guter Job. Man hat geregelte Arbeitszeichten( von 8.00 Uhr bis 17.00 Uhr) eine Stunde Mitatagspause, sitzt im warmen und man hat soviel Kaffee wie man trinken kann.
Der Beruf Bürokauffrau ist ein vielseitiger Beruf wie sie lesen.
Ich z.B. habe ca. 50 Bewerbungen geschrieben bis ich einen Ausbildungsplatz bekommen habe. Meine Freundin hat nur 3 Bewerbungen geschrieben und einen Ausbildungsplatz bekommen (allerding als Hotelfachfrau).
Ich möchte allen Mut machen die sich dieses Jahr bewerben möchten. Auch wenn Sie 100 Bewerbung schreiben müssen. Sie werden bestimmt einen Ausbildungsplatz bekommen.Allerdings muss auch das Zeugnis stimmen, deswegen lernt,es lohnt sich.
Viel Glück

(Ps: dieses Komentar musste ich aufgrund einer Schularbeit schreiben.)