ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 2005

München bleibt an der Kette - Pinguine unerwünscht!

Der Pakt Das Abkommen mit dem Teuf den freundlichen Herren aus Redmond

Autor: kai - Datum: 21.05.2003

Die ursprünglich so vielversprechende europaweite Initiative "Linux in die Ämter" stellt sich nach und nach (zumindest in Deutschland) als Farce heraus. Neuester Schwank in der Seifenoper mit dem Pinguin als dummem August in der Hauptrolle: München. Es ist natürlich so gekommen wie ich befürchtet habe: München droht mit Linux-Umstieg und macht ein bisschen Rambazamba, M$-Supersalesman Steve "Schwanensee" Ballmer kommt vorbei und verhandelt und schwupps, schon werden die grossen Rabatte gewährt und Windows ist auf einmal die billigere Lösung! Vergessen sind die Reden vom alles abtötenden Monopolisten, den man nicht unterstützten darf und von der Abhängigkeit, in die man sich begibt; nichts weiss man mehr von der Gleichberechtigung, der Offenheit und der Wahlfreiheit, die nur Opensource ermöglicht! Vorbei ist's mit dem Wirtschaftsstandort Deutschland/Europa, den man per lokal entwickelten und gemeinsam genutzten Opensource-Programmen kollektiv fördern und so das Geld im Lande halten kann um der amerikanischen Dominanz einen Gegenpol zu liefern! Sicherheit und Immunität gegen das riesige Spektrum der M$-basierten Hacks und Exploits scheint auch nix mehr zu zählen! "Längerfristig denken", was heisst das? Keine Ahnung, fragen wir doch mal Münchens OB Christian Ude und Kollegen (Schreibt, Leute, schreibt! Am 28.Mai wird die finale Entscheidung getroffen, vielleicht können wir ja noch was bewirken!)..

Billig regiert die Welt, und wie so oft ist der deutschen Seele der momentane Füllstand des Bankkontos wichtiger als in die Zukunft zu rechnen und zu sehen, dass man nach einigen Jahren unterm Strich deutlich billiger wegkommt (Siehe: Marktanteil Apple in Deutschland).
Ironischerweise beansprucht in ihrer Propaganda M$ diesen TCO-Vorteil für sich, und das nur kurz nachdem sie mit Lizenz 6.0, die das übliche "Überspringen" von Windows/Officeversionen nicht mehr erlaubt die Kosten der meisten Kunden mal eben locker verdoppelt haben! Aber das ist ja nicht das erste Mal, dass M$ an der Realität diametral entgegenstehenden Wahnvorstellungen leidet, ich hab schon desöfteren lesen müssen, dass sie sich selbst ernsthaft als "innovativ" und Windows als "fortschrittlich" und "sicher" beschreiben!..

Microsoft richtet sogar schon Sonderfonds zur Linuxbekämpfung ein, und IT-Teams die den Umstieg auf Linux testen flehen mittlerweile sogar laut The Register die Presse an, nichts davon zu schreiben weil sie Angst haben, dass Joachim "Sharpshooter" Kempin vorbeikommt und sie mit Kugeln tanzen lässt oder dass Brian "The Tattoo" Valentine eine Horde zwielichtiger tätowierter M$-Presales vorbeischickt, die sie bei ihren Vorgesetzten schlecht machen und Sand ins Getriebe kippen.

"Hey, wir stellen auf Linux/Staroffice um, aber psst, streng geheim, sag bitte niemandem was davon, sonst kommen sie um uns zu holen!"... Nur eine Firma mit $40 Milliarden Barreserven (täglich zunehmend) kann weltweit solche Ängste verursachen!

Mehr zum Thema bei der SZ, auf Heise und (wieder sehr empfehlenswert!) dem Spiegel.

Kommentare

Es ist schlimm, sehr schlimm...

Von: derdomi | Datum: 21.05.2003 | #1
dass eine Firma, die ja wohl genug Kohle scheffelt solche Methoden anwenden muss um im Geschäft zu bleiben. Da fragt man sich wieviel Vertrauen die Herren aus Redmond in ihre eigenen Produkte haben.

warum linux?

Von: nico | Datum: 21.05.2003 | #2
warum linux? ich hätt halt gesagt man stellt die ganze stadt auf macs um. die haben doch bekanntermassen die gerinste tco - oder hab ich mich da verlesen?

naja auf mich hört ja hier keiner.

ganz einfach - von linux hat man schon gehört...

Von: booster | Datum: 21.05.2003 | #3
... das soll so ein Betriebssystem sein (wasauchimmer das wieder ist)

Mac? - Kann man das Essen?


... erlebe ich leider, auch nach über 6 Millionen verkauften iMacs und mehr "Fernsehauftritten" als alle anderen Rechner, immer wieder.

Warum kein Mac:

Von: Kai | Datum: 21.05.2003 | #4
Weil dann nicht nur -wie bei Linux- alle Spezialsoftware portiert werden muss sondern alle Rechner neu gekauft werden müssen! ;-) Linux läuft grösstenteils auf den vorhandenen!

Macs kann man nur schwer "umstellen", nur, wenn sowieso komplett neue Hardware ansteht würde das Sinn ergeben!

Geld regiert die Welt

Von: Shabassa | Datum: 21.05.2003 | #5
Wie üblich hat die günstigste Variante gewonnen. Die Qualität ist nebensächlich, deshalb braucht Apple da gar nicht erst anfangen, solange die Preise nicht annhähernd da mitkommen.

S.B

@Kai

Von: Kilian | Datum: 22.05.2003 | #6
Heutzutage sollte man wenn möglich sowieso die meiste Spezialsoftware die mit Administration/Büro zu tun hat als Betriebssystemunabhängige Softwarelösung implementieren. Es ist nie eine gute Idee, sich von einem Betriebssystem zu abhänging zu machen.

Und solange das ganze auf Apache, PHP, SQL, Perl oder auch Java etc. basiert, sollte man eigentlich gänzlich die wahl haben, auf was man das ganze einsetzt, auch bei Client/Server Lösungen...

Diese dämmlichen Politiker!!

Von: AppleKing | Datum: 22.05.2003 | #7
Also nicht nur das sie die Wirtschaft ruinieren sondern auch noch mit dem Teufel selbst die Knebelverträge eingehen,wo Apples MacOS X wirklich eine gute Lösung und Linux immer noch die bessere Alternative auf DOSen ist.. Kommen diese Politik-Dummschwätzer auf hirnrissige Ideen... Ein echte Bayer würde sagen: Wer hat den denen ins Hirn gschissa?

Hallo Deutschland!

Von: Thyrfing | Datum: 22.05.2003 | #8
Würde der Bayer an sich nicht sagen " Wer hoat den dene ins Ghirn gschissn?"

Ist ja auch egal, die billig Lösung siegt.

Ach ja, Herr Schröder, wenn sie den Bürgern dieses Landes, nach dem Teuro auch noch die Märchensteuer und dergleichen erhöhen, dann hauen sie sich die komplette Kaufkraft dieses Landes in den Eimer. Dann haben sie Angebot ohne Ende, dass keiner mehr nutzen kann, der Geldfluss ist hinüber und die Wirtschaft kommt nicht mehr in's Rollen.

Thyr, blutiger Wirtschaftsanfänger