ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 2193

Us-Kongress rügt Supercomputer-Strategie

und Europa gesellt sich in die Riege der Entwicklungsländer

Autor: thyl - Datum: 17.07.2003

Diese Meldung auf TecChannel finde ich bedrückend. Da kritisiert der US-Kongress die Strategie der National Science Foundation (NSF) bezüglich der von den USA gekauften Supercomputer. Sind die Dinger zu teuer? Sind Steuermittel in Prestigeobjekte verschleudert worden? NEIN. Der Kongress meint, man müsse MEHR Mittel in die Supercomputer der USA stecken, da Japan mit dem Earth Simulator bereits zum zweiten Mal die Liste der schnellsten Supercomputer anführt. MEHR! Und Europa? Weit abgeschlagen dümpeln die europäischen Rechner vor sich hin, hauptsächlich die Wettervorhersagen halten noch ein bisschen die Fahne hoch, und das sind alles US-Rechner. Aus der eigenständigen Entwicklung von Supercomputern hat sich Europa schon lange verabschiedet. Und was ist mit der Entwicklung europäischer CPUs? Warum wird das F-CPU Projekt nicht unterstützt? Wieso räumt ein ganzer Kulturkreis freiwillig eine Schlüsseltechnologie und verschwindet ins Glied der armen Konsumenten? Wir werden zunehmen uninteressanter als Markt, vgl. eingedeutschte Versionen von Mac-Spracherkennungsprogrammen oder die europäischen Versionen des Sharp Zaurus PDA, die gerade eingestellt worden sind.

Kommentare

Wie wahr...

Von: conjoint | Datum: 17.07.2003 | #1
Wenn man doch bedenkt, dass einige Basisinventionen aus Europa stammen. Zumindest Top-Physiker, Mathematiker etc. werden in Europa verschrekt und von den USA dankend aufgenommen. Und dann heisst es...Entdeckung, Erfindung in durch die USA...

Entdeckung, Erfindung in durch die USA...

Von: martyx | Datum: 17.07.2003 | #2
das ist das microsoftsche prinzip.

;-)

Wo ist denn Intel...

Von: conjoint | Datum: 17.07.2003 | #3
...dort mit seinen Prozessoren vertreten. Jedenfalls nicht sonderlich gut für den größten Hersteller der Welt. Aber das war/ist ja klar.

Und Verctorrechner sind zum Teil ganz gut vertreten...oder war es gar die Nummer Eins...?

Was ausser Wetter ...

Von: hubi | Datum: 17.07.2003 | #4
... haben wir Europäer denn noch zu berechnen ?
Aus allen anderen "Schlüsseltechnologien" ziehen wir uns zurück, Atombomben bauen wir keine, Kryptologie ist bei unseren Nachbarn zur linken fast verboten, und Erdbeben gibt es auch nicht wirklich.
Und zum anderen sind wir halt nicht die Nation Europa, sondern eine Ansammlung von Machtgeilen, die nicht wirklich zusammenarbeiten wollen, weil Sie ja dann einen Teil der Macht verlieren könnten.

Einen Earth Simulator zu schlagen bedarf :
a) einer Aufgabe (?)
b) eine Menge Geld

Und was die CPU Entwicklung angeht ist der Zug wohl abgefahren...

Hubertus Krogmann

Wenn erstmal die gesammteuropäischen Wahlen kommen

Von: Cyrus Mobasheri | Datum: 17.07.2003 | #5
dann wird der Rechner der die Stimmen Auszählen muss der Schnellste sein müssen.
Denn eine Stimme aus Belgien zählt ja einmal genauso viel wie jede andere, dann aber beim zweiten hinsehen doch noch soviel wie es Beliger insgesammt gibt, im vergleich zum Resteuropa.

CPU Entwicklung abgefahren

Von: Thyl | Datum: 17.07.2003 | #6
Ach, apropos CPU-Entwicklung. Was kostet wohl die Entwicklung einer Hochleistungs-CPU de novo? Soviel wie zwei total veraltete Eurofighter? Oder wie drei? Ist halt die Frage, ob man sein Geld in Uraltmilitärprojekte investiert oder in Zukunftstechnologien.

Prozesstechnologie ist teurer, klar, aber es gibt da durchaus noch Know How und Anlagen in Europa, zB. bei Speichern.

wozu supercomputer?

Von: Bert | Datum: 17.07.2003 | #7
Aufgabe für Earth Simulator?

Hm.

o 42?
o Fjorde berechnen

bitte kreuzen Sie an.

Prozess-Technologie

Von: Patrick | Datum: 18.07.2003 | #8
Vor kurzem gab es einen recht interessanten Artikel in der c't zur Prozesstechnik und der kommenden EUV-Lithografie. Hier wird sehr viel Schlüsseltechnologie in Europa entwickelt, teilweise in weit reichenden Joint Ventures (die Entwicklungskosten sind katastrophal hoch).

Ohne Europa läuft auch in den USA nix

Von: Alexander G. Schilp | Datum: 18.07.2003 | #9
die Amis brauchen jede Menge Europäer die bei ihnen drüben Forschungsarbeit leisten. Wenn man nicht genügend eigenen Nachwuchs hat lockt man eben mit günstigen Konditionen.

Diverses tolles Zeug was die denn nachher zusammenschrauben wird vorher auf Maschinen gefertigt welche in Europa (sehr oft Baden-W.) entwickelt und hergestellt wurden.

Oder nehmen wir doch mal das Kultobjekt Harley. Da tat man das gleiche wie die GM-Tochter Opel beim Zafira. Man ließ bei Porsche entwickeln.
Dies nur mal so als Beispiel von denen es hunderte gibt

Alexander