ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 2219

Ganz Seattle ist besetzt... Ganz Seattle?

Noch ein Lesetipp: Omnigroup als moderner Gallier

Autor: flo - Datum: 23.07.2003

Nein, das hier ist eigentlich keine News im herkömmlichen Sinn. Aber als MacGuardian mit einem sehr speziellen Verhältnis zum Mac und einem ebenso speziellen Verhältnis zu bestimmten Software-Firmen aus Redmond muss man auch einfach einmal auf Artikel hinweisen, die zeigen, dass wir (bzw. unsere Haltung) nicht alleine auf der Welt sind: Macnews verweist in ihrer Morgenausgabe auf dieses Portrait der Firma Omnigroup in der Seattle Times. Omnigroup ist uns allen bekannt durch den Browser Omniweb, weitere Tools wie OmniGraffle oder der OmniOutliner liegen den PowerBooks und -Macs als Bundle-Version bei. Der Chef Wil Shipley stammt noch aus der NeXT-Welt und lässt uns mit einigen Statements in dem leider recht knappen, aber unterhaltsamen Artikel das Herz in die Höhe springen: "Shipley freely admits his hatred for all things Microsoft. [...] This thing is a huge carnivore and you're sitting there trying to pick the bits of food from between its teeth. One day it's going to get you." Ja, nennt mich kindisch, aber sowas liest man doch einfach gerne ;) Das hier auch: We don't link to Microsoft (das wollte ich schon immer mal schreiben).

Kommentare

Harhar! ;-)

Von: Kai (MacGuardians) | Datum: 23.07.2003 | #1
Das gute ist: Langsam sickert die Erkenntnis zum Volk durch! ;-)
Wenn jetzt auch auf Spielkonsolen und PDAs M$ ganz gross ist und wenn wegen Lizenz 6.0 die Leute langsam kapieren, was "Abhängigkeit von einem Hersteller" heisst und wie teuer das letztendlich werden kann kommt langsam ENDLICH Bewegung in die Sache..

Die grösste Ironie ist eigentlich, dass der Staat weltweit ausgerechnet hier ein Vorreiter zu sein scheint, "Linux-Verhandlungs-Drohtaktik" hin oder her (der Staat war in Computerdingen der Wirtschaft immer Jahrzehnte hinterher!)...

wie gefährlich es ist sich von einem Hersteller abhängig zu machen

Von: Cyrus Mobasheri | Datum: 23.07.2003 | #2
Ich dachte genau darum geht es bei Apple.
Alles aus einer Hand, und dadurch immer einen Schuldigen wenn etwas nicht funktioniert.
Jetzt muss ich Lesen das ein Softwarehersteller der gerade mal ein OS und ein Office marktberherschend verkauft das Problem ist.
Für mich war das Problem bei PCs immer dieser Flickenteppisch aus verschiedenen Herstellern, wo keiner Verantwortung für das Zusammenspiel übernehmen wollte, und die Schuld grundsätzlich beim anderen Lag.
Ja was denn nu
Ist alles aus einer Hand ein Segen oder ein Fluch.
Und ist Apple der große Konkurent, oder die Monokultur schlecht hin.
Ich meine Computer, Tastatur, Maus, Bildschirm, OS, Software, Internetservices, Music Store, iPod, Photopublisher, Ladenverkäufer, DvD Rohlinge Hersteller, und jetzt auch noch Web Cams alles die selbe Firma, und dann wird immer gegen Monokultur geschimpft.
Dabei ist doch genau das der Segen bei Apple
Gut man kann statt dem OS Linux Nutzen, man kann statt dem Bildschirm einen von FOrmac oder sonst einem hersteller nehmen, man kann, die Maus die Tastatur durch Logitech ersetzen, ...
Aber wer macht das schon, wir machen uns doch freiwillig abhängig von Apple.

rtf...

Von: DrWatson | Datum: 23.07.2003 | #3
Nur können rtf und erst recht Plain Text (ASCII) nicht immer das Word-Doc auch so darstellen, wie es denn als doc aussähe. Und der HTML-Export... *hust*. Desweiteren wird .doc ja von MS nicht gerade als Arbeitsdatei proklamiert, sondern als "Austauschstandard". Wozu auch sich um ein Austauschformat kümmern "wenn ja eh jeder Word hat". Ja danke. Die Bedingung bei der Biologischen Fak. der Uni Muc für Diplomarbeit lautet im Übrigen ".doc". Sinnvolle Angabe, sie sollten vielleicht dazuschreiben, dass sie nur Office 98 haben. Bullshit. Dummheit der User? Maybe. Forciert vom Hersteller? Sicher!
Ich habe auch nicht umsonst "mit Einschränkungen" bei iMovie geschrieben (eben mit den Projektdaten im Hinterkopf). Aber wenn der Film fertig ist kommt da sicher keiner auf die Idee, die Projektdatei zu verschicken, oder? Nein, sondern immer den Film.

Dummheit lässt sich auch forcieren. Das MS-Quasi-Monopol tut dies.

Ursprünglich war das endformat die gedruckte Seite

Von: Cyrus Mobasheri | Datum: 23.07.2003 | #4
Ähnlich wie bei iMovie ist doch die Gedruckte Seite das endprodukt.
evtl wird word auch mit dem Distiller oder Quark weiterverarbeitet, aber was soll den .doc für ein Format sein. .PSD ist ja auch kein fertiges format und wenn man es in ein JPEg umwandelt verliert man auch tranpsarenzen Ebenen etc.
Deswegen ist PSD trotzdem kein Tauschformat. Und wenn manche Unis Blöd oder von MS bezahlt sind, dann sagt das noch immer nichts gegen das Produkt.
Gegen das Produkt zu sein gibt es viele Gründe, aber .doc ist einfach nicht als Austauschformat gedacht, auch nicht von MS. Und ich wüsste nicht wo die so tun als sollte es so verwendet werden.
Die Dummheit der User ist nicht die Schuld eines Raffgierigen unternehmens das diese zu versielbern weis, sondern eben diese Unis, die solche vorgaben für Diplomarbeiten machen.
Ganz Nebenbei was soll das für ein Fachbereich sein?! haben die selber keine Diplomarbeiten schreiben müssen?!
Ich dachte man nimmt dazu grundsätzlich Latex!
Ist Latex ein Austauschformat?

PSD:

Von: Kai (MacGuardians) | Datum: 23.07.2003 | #5
PSD, obwohl es kein offenes Format ist, ist wenigstens wesentlich besser dokumentiert als .doc! Es gibt ne Vielzahl von Programmen von Fremdherstellern, die PSDs (mit Layern!) fressen, GIMP kann's, Paintshop Pro kann's, DVD Studio Pro kann's, Shake kann's und andere wohl auch..

Monokultur != Monopol

Von: Cyrus Mobasheri | Datum: 23.07.2003 | #6
ich sag ja nicht das M$ eine Existenzberechtigung hat, und ich Stelle auch nicht in Frage das M$ seine Marktsituation unfair ausnutzt und gebremst werden muss, aber Monokultur ist doch ein Mac System trotzdem defakto eher als ein PC System.
Die Xbox mal außen vor gelassen.
Natürlich ist es die Beste Monokultur auf dem Markt aber trotzdem eine Monokultur.
Und genau aus dem Grund habe ich mich auch für Apple entschieden.
Monokultur ist doch was anderes als Monopol.
Monokultur ist auf ein System bezogen, Monopol ist auf den Markt bezogen.
M$ hat ein widerwärtiges Monopol in relativ wenig Produktsparten.
Ein Applesystem ist üblicher weise eine Monokultur aus sehr vielen einzelnen Komponenten unserer Lieblingsfirma, die aber nur einen kleine Marktanteil einnimmt

So oder so

Von: Thyrfing | Datum: 23.07.2003 | #7
Apple lässt doch alle Möglichkeiten für den Datenaustausch offen. Darüber muss man doch gar nicht diskutieren. Jetzt hält hier sogar PDF den Einzug, wieviel Formate benötigt man denn noch um kompatibel zu werden?
Demnächst hören wir: Der Mac ist nicht kompatibel, er kann kein .doc lesen. Genau, ein Glück auch!

Thyr

Besetztes Seattle

Von: cs | Datum: 23.07.2003 | #8
Seattle ist sowieso nicht bloss MS. Es aebiten auch noch mehrere hundert Mitarbeiter von Adobe dort...

Ach ne - die gehören für Euch ja auch zu den Bösen.

;-)

@cs

Von: flo (MacGuardians) | Datum: 24.07.2003 | #9
Moin cs,

die Überschrift kam mir nach dem Lesen des Artikels in den Sinn, gerade als Shipley die Anekdote mit der Microsoft-Frau zum Besten gab ;)

Adobe ist nicht nur böse, schließelich verdanke ich denen die Software, mit der ich Geld verdiene ;) Vor allem sitzen die hauptsächlich nicht in Seattle, sondern in Kalifornien. Wer zählt schon Nebenstellen ;)

DRM und all das Zeug

Von: beni | Datum: 25.07.2003 | #10
Ein wichtiger Unterschied zwischen Apple & M$ sehe ich in der Politik bezüglich DRM (digital rights management). Während M$ alle User als potenzielle Diebe & Hacker ansieht und Programme / Formate gegen eine einfache Benutzung herstellt, ist bei Apple eine möglichst einfache Benutzung immer noch etwas vom wichtigsten . Ich hoffe das bleibt auch immer so (was Apple betrifft!).

Ich habe nicht behauptet das Apple ein Monopolist ist

Von: Cyrus Mobasheri | Datum: 25.07.2003 | #11
Ich habe im gegenteil auf den Unterschied zwichen Monopol und Monokultur hingewiesen.
Apple hat kein Monopol, das ist ja wohl jedem Klar.
Bei Macusern herscht dennoch oft eine Monokultur.
Das ist ja auch nichts schlechtes. Sich nur mit dem besten auszustatten, und oft kommt das beste halt von Apple.
Also nochmal Apple ist kein Monopol, aber meistens besteht ein Macsystem aus Monokultur. Da die meissten Komponennten aus dem Hause Apple sind.
Ich hoffe es ist jetzt endlich jedem Klar worauf ich hinweisen will.