ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 2328

Bruce Tognazzini meets OS X

Früher war alles besser!

Autor: kai - Datum: 07.09.2003

MacNews hat in ihrem Sonntagsinterview diesmal einen hochrangigen Gast: Bruce Tognazzini, einer der ursprünglichen MacOS-GUI Designer äussert sich zu MacOS X und seiner GUI.
Ein sehr lesenswertes Interview, weil es aufzeigt, wie unfähig Leute sein können, über ihren eigenen Schatten zu springen und welche Dimensionen das NIH-Syndrom ("Not Invented Here") annehmen kann. Offensichtlich ist "Tog" unfähig, ein anderes Bedienparadigma als das von ihm konzeptionierte als gültig anzuerkennen. Einiges der Kritik kann man ja durchaus noch nachvollziehen, aber teilweise wird's dann so abstrus und zum blossen Selbstzweck, dass man nur noch den Kopf schütteln kann. Das Dock hasst er jedenfalls immer noch und Windows XP findet er mittlerweile ganz toll und glaubt, dass M$ Apple eingeholt hätte.
Persönlich kann ich nicht nachvollziehen, wie benutzerfreundlich eine Taskleiste ist, in die man immer noch kein Drag & Drop machen kann, wie toll bedienbar und gut für die Orientierung die "Gruppierung" von 6 offenen Browserfenstern (IE kann keine Tabs! Toll, Tog!) in ein Pull-Up-Menü mit 6 Einträgen mit der Bezeichnung "Internet Explo..." sein soll und wie man da was wiederfinden soll ("Ein Wort ist mehr wert als 1000 Bilder" okay, aber was ist, wenn's 1000 mal dasselbe Wort ist, Tog?), was es für die Usability bringt, auf markierte Dateien bei Drag & Drop einen radialen Transparenzverlauf zu legen, durch den man die Dateinamen nicht mehr lesen kann und wie motorisch intuitiv für den grossen UI-Designer Pulldown-Menüs sind, die nach Belieben ihre Einträge und Struktur ändern. Und die Assistenten findet der Herr Tog auch supi! Ehrlich gesagt würde ich als dummer Anwenderseele sagen, dass Assistenten den User massiv auf einige, von M$ ausgesuchte Tasks einschränken, dass diese Tasks sowieso oft genug nicht das enthalten was man machen will und dass die Assistenten nur ein indirektes Zugeständnis sind, dass der Rest der GUI so unverständlich und unintuitiv ist, dass ein unbedarfter User sowieso niemals damit klarkommen würde! Aber Tog ist ja schliesslich ein UI-Guru, der weiss es besser! Einerseits beschwert er sich darüber, dass man unter OS X nicht mehr die Ordner nach Belieben umbenennen kann, aber unter Windows hat er das scheinbar noch gar nicht probiert! Viel Spass mit hart codierten Pfaden in der Registry! ;-) Und wie benutzerfreundlich ist es, dass ich eine Minute suchen muss um rauszufinden, wie ich eine simple IP einstelle? Früher war das unter Windows Systemeinstellugen -> Netzwerk -> TCP/IP für Netzwerkkarte", heute ist das entweder ein bescheuerter Assistent, der sowieso nicht das bietet, was man will oder versteckt in 10 Untermenüs und RECHTSKLICKS! So was "Unwichtiges" wie das Hardware-Kontrollfeld findet man übrigens NUR noch über Rechtsklick auf Arbeitsplatz, was besonders dann interessant ist, wenn das Plug & Play wieder mal (immer noch!) versagt hat und Karte X für Karte Y hält und Karte X auch nach Installation der Treiber für Y nicht aus dem System entfernt!
Die "dezenten" Farben bei XP findet er sicher auch supi, aber das Antialiasing von OS X ist hingegen böse und kommt direkt aus der Hölle! Die Behauptung mit dem Kontrast und der Lesbarkeit hört sich für mich nach 100% Schwachsinn an: Ein schwarzer Text ist auch mit Antialiasing noch schwarz und nicht grau! Das mag vielleicht für Schriften gelten, die ca. 6 Pixel hoch sind, und ei der daus: Man kann ja in OS X einstellen, ab welcher Schriftgrösse Antialiasing stattfindet! Das hat der Herr Tog in seiner hochqualifizierten Kritik wohl übersehen, wie so viele Dinge (Springloaded Folders z.B.).

Meine Erfahrung im persönlichen Umfeld zeigt, dass OS X ironischerweise für Windows-User leichter zu bedienen und begreifen ist als Windows XP mit seiner sehr bunten und sehr unintuitiven Mischung aus Aktionen, Assistenten und Controlpanels, wo man nie weiss, was jetzt genau passiert wenn man auf irgendwas draufklickt!

Und kann mir mal jemand erklären, was so unglaublich schlimm daran ist, dass der Papierkorb im Dock ist? Wie benutzerfreundlich ist es denn, wenn ich erst den Screen von Fenstern freimachen muss um irgendwas wegzuschmeissen, weil ich den Papierkorb nicht sehe?
Kann mir jemand erklären, warum Tog Apple kritisiert, dass sie den Programswitcher (mit seiner "hohen Informationsdichte"!) entfernt haben und wie derselbe Mensch im selben Absatz gegen das Dock schimpfen kann?

"Gut" sieht für Tog Apples Zukunft nur aus, wenn sie seine Bedienparadigmen wieder implementieren oder andere Konzepte aus seiner Zeit endlich umsetzen (Piles). Immerhin gibt er zu, dass Exposé eine gute Idee ist, aber wenn er das geleugnet hätte hätte er sich wohl vollends der Lächerlichkeit preisgegeben.

Kritik ist sinnvoll und gut gegen die Stagnation, und wir wissen alle, dass gerade Apple oft genug Kritik vertragen kann. Aber was "Tog" hier abliefert ist eine traurige Show. Seine Ex-Kollegen Bruce Horn und Jef Raskin trauen sich wenigstens, wirklich mal neue Ansätze zu verfolgen (Jef noch viel mehr als Bruce!) und ausserhalb ihres bisherigen Rahmens zu denken, aber Tog scheint das nicht zu gelingen...

Ich liebe mein Dock und würde es für nichts in der Welt wieder hergeben! Und die "Dock-Laola" schaltet sowieso jeder mit weniger als 30 Programmen im Dock nach ein paar Tagen mit einem simplen Mausklick aus, was einiges von Togs sowieso schon nicht mehr zeitgemässer Dock-Kritik "nullifiziert"! Das Dock ist jedenfalls das #1 Feature, das ich vermisse, wenn ich mal wieder unter körperlichen Schmerzen gezwungen bin, unter Windows zu arbeiten.. So, und jetzt viel Spass beim OS9-vs-OSX-Flamewar! ;-)

Kommentare

Stimmt!

Von: no more tog | Datum: 07.09.2003 | #1
Endlich bringts mal einer auf den Punkt! Dieser Tog ist doch ein Troll!

Endlich

Von: Sven | Datum: 07.09.2003 | #2
durfte ich letzte Woche an der Arbeit meinen G4 von OS 9 auf X "switchen". Für ordentliches Arbeiten wurde ihm auch gleich etwas mehr RAM zugebilligt und ich muss sagen, dass ich sehr zufrieden bin. Von wegen langsamem Interface, wie es X immer vorgeworfen wird, kann ich hier nichts nachvollziehen. OS X hebt einfach die Laune. Meine Kollegen haben mich jedenfalls schon von weitem am breiten Grinsen erkannt, das ich gar nicht mehr abstellen konnte *g*.
Mehr muss ich eigentlich gar nicht sagen - den Raubkatzen gehört bei Apple die Zukunft, und das ist gut so. Wer einmal umgestiegen ist, will nicht mehr zurück!

Ach ja,

Von: Sven | Datum: 07.09.2003 | #3
bei der Maschine handelt es sich um einen G4/500 mit jetzt 512 MB, also schon ein etwas betagterer Rechner.

Von wegen Flamewar ;)

Von: Paso | Datum: 08.09.2003 | #4
Ich habe mein 9er System geliebt (natürlich auch die vorhergehenden) und doch: Seit ich X zum ersten Mal installiert und gestartet hatte wollte ich nicht mehr zurück!
Anfangs gab es sicher noch einige Abstecher ins 9er und bis zum heutigen Tag habe ich es bootbar auf meiner Platte, kann mich allerdings nicht mehr daran erinnern, wann ich das letzte Mal Classic gestartet, geschweige denn unter 9 selbst gebootet hätte...

--
Read fscklog:
[Link]

Ansichtssache

Von: Alexander G. Schilp | Datum: 08.09.2003 | #5
der eine hält dies für gut, der andere bevorzugt was anderes.

So wie Hardcoremacies über alles andere was nicht von Apple kommt ja gerne Rotz und Galle spuken gefällt anderen halt das eine System von Apple besser als das andere. Aber sowas wird halt bei den wahren Macies nicht immer gerne gesehen.

So sind sie halt.... manche Menschen

Alexander

@ElRhodeo

Von: pal05 | Datum: 08.09.2003 | #6
Das diese gruppierung nicht ganz sinnlos ist bestreitet ja keiner, jedoch ist diese Feature komplett falsch gelöst in dem jedes mal "Internet Explorer - Titel" steht.
Das kostet Platz...

4 Monate Augenbrei sind erstmal genug

Von: Yian | Datum: 08.09.2003 | #7
ich habe 4 monate lang mit OSx X10.2 kataloge, anzeigen, webseiten, filme, datenbanken etc. pipapo produziert. An die zähigkeit (867 MDD) hatte ich mich gewöhnt, das gefühl das erste mal einen mac zu bedienen (und alles falsch zu machen) war nach einer weile fast verschwunden (alltime-macuser seit 1993) Eines tages kam die streichholzuhr, 2 dateien waren fehlerhaft, "reparieren beendet" heißt jedoch nicht "erfolgreich". Also wieder streichholzuhr. System im arsch, no way out, platte formatieren, doch lieber wieder mit System 9 arbeiten.

Mac OS 9: Plötzlich lese ich wieder ganz unangestrengt und ohne kneistern die bildschirmschriften, menues ploppen einfach so auf. Ich klickke in eine dateiliste und treffe (anstatt das OS X noch umsortiert und das fasche getroffen wird). Ich vermisse zwar so einiges, aber bestimmt nicht den kitschigen trägen augenbrei von OS X (wer kommt eigentlich auf die idee eine bold-schrift in weiß mit weichen schatten als iconbeschriftung zu verwenden, oder ein rotes herz für den user-ordner, oder bunte pillen für das fenster- ey man iss doch auch designer). iMovie2 ist einfach schnell, iMovie3 (x-native) ist ein träges bugteil geworden - wird das jetzt immer so sein?. Safari ist schnell? Und warum ruckelt das fenster beim verschieben?!? Also ich bin eher enttäuscht worden, wo ist denn der ganze fortschritt *für mich*?

Das ganze OS X ding ist etwas für die heimnutzer geworden, und die ganzen switcher sind ja nun mal ausgeblieben. Also für wen soll diese Aquasuppe gut sein?

Deswegen kommt ja Panther

Von: Ich war MacZeit | Datum: 08.09.2003 | #8
>4 Monate Augenbrei sind erstmal genug

von: Yian - am 08.09.03 um 10:47:28 Uhr
<

Die Entwicklung von OS X ist noch nicht beendet, das müsste doch jedem schon aufgefallen sein. Es muß noch einiges an Gehirnschmalz in dieses System investiert werden, bis es wirklich alle Wünsche erfüllen kann. Wie soll Apple das sonst machen. Wer erinnert sich noch an Fehler 11? War auch nervig. Die verklärte Sicht auf OS 9 ist kontraproduktiv.

@ uli 07

Von: johngo | Datum: 08.09.2003 | #9
Ich empfinde es einfacher, bei einer Dreitastenmaus mit der rechten Taste ein Datei in den Papierkorb zu befördern, als mit der Mac-Maus "plus" irgendeiner zusätzlich zu drückenden Taste (welche war das noch?) diesen Befehl auszulösen.

Und tatsächlich bin ich vor 2 Jahren endgültig vor Apples-Ein-Tasten-Maus-Lösung geflüchtet! Warum? Weil es nicht stimmt, das eine Ein-Tasten-Maus leichter zu bedienen ist, während die Anwendungen aber "gleichzeitig immer komplexer" werden.

Apple wird sich wohl demnächst auch eine zusätzliche Taste gönnen. Alles andere entspricht "nicht mehr" der allgemeinen Auffassung einer Computer-Usability!

Gruss

johngo

über tote...

Von: mattin | Datum: 08.09.2003 | #10
"Die verklärte Sicht auf OS 9 ist kontraproduktiv."

über tote soll man doch nichts schlechtes sagen ;))

früher war alles besser hört man doch immer wieder. z.zt. ist die DDR und halt OS9 ganz toll gewesen :)

@johngo

Von: Ole | Datum: 08.09.2003 | #11
Auf meinem Linux-Rechner lösche ich auch mit der rechten Maustaste, auf MacOS X mit Shortcut. Wüßte nicht, warum ich da einen rechten Mausklick simulieren sollte. Komme mit beiden gut klar und ich liebe meine Ein-Tasten-Maus auf MacOS X.

Achtung, Achtung, Achtung! Dies war eine persönliche Meinung des Autors! Der Autor will nicht, daß alle Menschen dieser Erde die Ein-Tasten-Maus mögen oder die Drei-Tasten-Maus ablehnen. Offen gesagt geht es ihm ziemlich schlank am A..... vorbei, welche Maus die anderen benutzen. ;-)

@ johngo

Von: uli07 | Datum: 08.09.2003 | #12
Sollte die Hersteller in der Regel eine Siebentastenmaus anbieten, wird sie der Markt ebenso annehmen. Warum sollte der Nutzer auch eine mit weniger nehmen, wenn er mehr bekommen kann.
Es ist trotzdem nicht der Richtige Weg ein komplexes Werkzeug wie einen Computer mit einen komplexen Eingabewerkzeug einfacher bzw. besser machen zu wollen.
Wenn Apple diesen Vorteil nutzen will (wie oben beschrieben) kann die Firma hier auch keine Kompromisse eingehen.

Natürlich nimmt jeder die mit dem mehr (Tasten, Scrollräder) - besonders wenn ich nicht weiss, das die mit dem weniger an sich sinnvoller wäre.
Aber, für das was du machst ist es vielleicht besser, mit mehren Tasten.
- kannst du ja auch.

@ uli07

Von: johngo | Datum: 08.09.2003 | #13
Nicht, das wir uns falsch verstehen: Ich bin grundsätzlich für ein einfach zu bedienendes System. Und ich habe ca. 10 Jahre die Ein-Tastenbedienung geliebt und auch verteidigt. Aber ein System besteht auch aus den Applikationen und ein Hersteller muss einen Einklang zwischen diesen und dem System herstellen. Und da Apple mittlerweile reihenweise die Programme einlobt, die aber auch gar nichts von der klassischen Apple-Philosophie (Shake, Maya etc.) mit sich rumtragen, sollte Apple dies auch im System berücksichtigen. Maya zum Beispiel ist voll auf die Bedienung von 3 Tasten ausgelegt. Ebenso werden Computer-Guis mit klompexer Bedienung immer mehr auch den Alltag bestimmen. Und es ist (von mir aus leider) nicht so, das die Menschen immer das einfachste und cleanste als ihren Standard erheben. Ich glaube, das Apple bald eine andere Maus rausbringen wird. Und wenn nicht, dann glaube ich, das Appple darunter leiden würde.

Bezogen auf die Vergangenheit hatte Apple sehr konkrete Vorstellungen, wie ein einfaches Next-Generation-GUI der Zukunft aussehe sollte. Diese Studien der Ende 80iger und Anfang 90iger haben nur sehr wenig gemein mit dem nun tatsächlich vorherrschenden Systemrealitäten.



Gruss


johngo

"Die verklärte Sicht auf OS 9 ist kontraproduktiv."

Von: Yian | Datum: 08.09.2003 | #14
>"Die verklärte Sicht auf OS 9 ist
> kontraproduktiv."

bitte den kommentar richtig durchlesen: die *klare* sicht auf *scharfe* Bildschirmschriften unter OS 9 im gegensatz zum Brei unter X. Was ist daran verklärt? Doch wohl eher die euphorische Sicht auf OS X.

>über tote soll man doch nichts >schlechtes sagen ;))

lässt sich aber verdammt leicht durch Neustart des Macs zum (verlängerten) Leben erwecken...

mattin schrieb:
>früher war alles besser
>hört man doch immer wieder.
>z.zt. ist die DDR
>und halt OS9 ganz toll >gewesen :)

hab ich so garnicht nicht gesagt, du Wendehals =8-O

@kai

Von: ElRhodeo | Datum: 08.09.2003 | #15
Beim PC-Mozilla ist standardmäßig der Mausrad-Klick für die Tabs eingestellt, also benutze ich das auch. Geht gut.

Wobei man natürlich sagen kann, daß keine Sau Mozilla benutzt, damit hättest Du dann ziemlich recht.

@ kai

Von: johngo | Datum: 08.09.2003 | #16
Da kann ich überhaupt nicht mehr folgen!
Verstehe ich Dich richtig? Der unbedarfte Pc-User hat unreflektiert (einfach nur mehr ist automatisch besser) immer zu den 3-Tasten-Mäusen* gegriffen! Und der gewiefte Mac-User hat durch sein Kaufverhalten klar gestellt, das er keine 3-Tasten-Mäuse braucht? Ist das so richtig?


Ich glaube, dein Brille taugt nicht, zur realen und neutralen Beurteilung der Welt!



*3-Tasten-Maus steht für alle Varianten von Mausschaltern. Denn auch ein Scrollrad kann man als Taster benutzen. Du hast es erkannt und doch unbedingt auf dem begrifflichen Wort rumgeritten. :)

uli07:

Von: ElRhodeo | Datum: 08.09.2003 | #17
Das finde ich erfreulich (denn eigentlich mag ich Mozilla recht gerne, auch wenn er nicht alles richtig darstellt und lange zum Start braucht). Aber richtig viel Marktanteil ist das ja immernoch nicht.
Wieso ist denn das Mozilla-GUI so mies?

zu Mozilla

Von: uli07 | Datum: 08.09.2003 | #18
Wenn man bedenkt das der IE insgesamt sonst bis zu 95% Marktanteil hat, sind 15% auf einer der populärsten deutschen Internetseiten geradezu sensationell.
Wobei die Entwicklung, wie man dort ja auch lesen kann, gerade erst richtig losgegangen ist.
z.B. bei heise.de hat Mozilla/Netscape 26% - ist aber auch eine Freak Seite und die Zahlen kaum auf normale Nutzer übertragbar - aber eine ähnliche Entwicklung
---
"auch wenn er nicht alles richtig darstellt"
nicht er stellt sie falsch dar, sondern die Seiten sind falsch gebaut.
Siehe Markanteilentwicklung - es wird in Zukunft auch immer weniger passieren.
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Mozilla sieht so aus wie es aussieht, weil Netscape schon immer ein Programmpaket war. Jetzt wo sie sich getrennt haben, wird Mozilla Einzelprogramme anbieten.

Mit mieser GUI meinte ich insbesondere dieses Programmpaket. Deshalb gibt es auf der GUI im Browser überall Knöpfe für z.B. Mailfunktionen , Einträge für den Composer, Optionen für Chatfunktionen.
Viel zu viele Dinge, die mit der aktuellen Aufgabe z.B. browsen nichts zu tun haben, aber das Interface unübersichtlich machen, die Einstellungsoptionen sind deshalb auch extrem komplex, für Normalanwender deutlich übertrieben und kaum zu überschauen.

Fall es dich weiter interessiert
siehe:
[Link]
Er hat Camino/Chimera und Firebird/Phoenix erfunden und schreibt auch warum, hauptsächlich also wegen einer besseren GUI. Am besten im Archiv mit dem alten Eintägen anfangen.

jetzt ist er bei Apple, zu Safari schreibt er hier etwas:
[Link]

Das GUI von OS X...

Von: Marcel_75 | Datum: 08.09.2003 | #19
> Das ganze OS X ding ist etwas für die heimnutzer geworden, und die ganzen switcher sind ja nun mal ausgeblieben. Also für wen soll diese Aquasuppe gut sein?

Wenn Apple es in zukünftigen Versionen von MacOS schafft, dem Anwender mehr Freiräume bei der Konfiguration und Gestaltung von OS X und seinem GUI einzuräumen, sollten es noch mehr "Switcher" werden, als es eh schon sind!

Was mit solchen zusätzlichen Möglichkeiten leider einhergeht ist der Verlust einer übersichtlichen und auch für den Otto-Normal-User einfach zu konfigurierenden "Systemeinstellung".

Als "Zwischenlösung" wäre ein auswählbares "OS 9 Skin" für das GUI sicher schon ausreichend.

Ansonsten überwiegen die Vorteile von OS X gegenüber OS 9 und Vorgängern dermaßen, dass ich es eigentlich nicht nachvollziehen kann, wie man dem "alten System" noch so hinterhertrauern kann.

Einzig und allein recht hohe Investitionskosten für einen Umstieg von OS 9 auf OS X bezüglich Hard- und Software ist und bleibt für manche Selbständige ein schlagkräftiges Argument...

@MetaVampire

Von: Marcel_75 | Datum: 08.09.2003 | #20
ich hätte es nicht besser formulieren können - Du sprichst mir aus dem Herzen!!! :-)

uli07:

Von: ElRhodeo | Datum: 08.09.2003 | #21
Komisch, dann hab ich, glaub ich, schon ein neueres GUI (ich hab auch bei der Installation nicht das klassische angewählt), und das ist sehr übersichtlich. Die ganzen anderen Programme gibt's nur über das Menü Fenster.

Ach ja, ich benutze die PC-Version, vielleicht ist die Mac-Ausgabe irgendwie anders.

@ ElRhodeo

Von: uli07 | Datum: 08.09.2003 | #22
"nicht das klassische angewählt"
Das GUI Design bzw. die Optik, meine ich auch nicht.
Mit dem PC kann man auch nur den Brower installieren - beim Mac gibts nur alles oder nichts.

Firebird (der vorläufige Projektname) bzw. Mozilla-Browser ist (wird) deutlich einfacher, schneller ingesamt ein viel besserer Browser.
siehe auch:
[Link]

@ mattin @ kai

Von: johngo | Datum: 10.09.2003 | #23
Ihr seht das so! Aber es ist nicht so!
Nehmen wir z. B. Maya, Sketchup unter OSX. Diese Anwendungen sind auf die Nutzung von 3 Tasten (bzw. 2 plus Scroll-Klick) voll ausgelegt. Die gesamte Applikationspoberfläche richtet sich nach diesem Mauskonzept.

Und das mehr als 90% aller Computernutzer einfach nur das - nicht dem Markt entsprechende - Mauskonzept nutzen, weil nichts anderes da ist? So ein Unsinn! Wo unterscheidet sich denn dann eine Maus von anderen Gegenständen? Denn dann könnte ich ja auch sagen, das die Masse der Menschen ein zu grossen Fernseher haben und ein zu grosses Auto benutzen.
Denn ein kleiner Fernseher und ein kleines Auto sind nachweislich ergonomischer. Und unsinnige Dinge, wie einen elektrischen Fensterheber gibt eh die Industrie vor.

Sorry, wenn die Menschheit keine 3 Tasten-Maus gewollt hätte, dann hätte sie die letzten 10 Jahre nicht überstanden. Sie hätte vielleicht existiert - aber sie hätte nicht überlebt!

Gruss

bla

Von: mattin | Datum: 10.09.2003 | #24
"Sorry, wenn die Menschheit keine 3 Tasten-Maus gewollt hätte, dann hätte sie die letzten 10 Jahre nicht überstanden."

die 3 tasten maus beinhaltet ja auch die 1 tasten maus, also warum sollen sich die leute aufregen? sie benutzen dann halt nur eine taste. das hat doch gar nichts mit der diskussion über die mindestanzahl von tasten zu tun :)

@ mattin

Von: johngo | Datum: 10.09.2003 | #25
O.k.! Wie würde denn folgende Frage Deiner Meinung nach ausgehen? Alle Computeranwender dieser Welt würden gefragt werden - das wenn sie sich für ein Mauskonzept vollkommen entscheiden müssten - welches sie denn nun wählen würden.
Bist Du der Meinung die Menschen würden auf die zwei Tasten verzichten? Bist Du der Meinung Optionen ( wie eben die zusätzlichen Tasten) machen grundsätzlich keinen Sinn?

Natürlich gibt es auch reine Ein-Tasten-Anwender unter den Drei-Tasten(Scroll)-Besitzern. Woher aber habt ihr die Gewissheit, das die Masse die zusätzlichen Tasten eigentlich nur "akzeptiert" und nicht vielleicht doch nach den zusätzlichen Features schielt?

Habt Ihr umfassende Erkenntnisse / Umfragen etc. zu dem Thema?

Solange die Verkäufe und die Entwicklung der Programme eine ANDERE SPRACHE sprechen (es gibt immer Features für die zusätzlichen Tasten), so lange spricht alles für eine "Mehr-Tasten-Maus"!

Gruss