ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 2346

Renderman für G5

Eine Heimkehr

Autor: thyl - Datum: 12.09.2003

Pixar hatte ja den Gedanken bereits kommuniziert; jetzt haben sie aber recht flott die Verfügbarkeit von Renderman Pro Server für MacOSX auf dem G5 verkündet; wenn auch erst für Ende des Jahres (komische "Verfügbarkeit"). Renderman gab es unter NeXTSTEP bereits Anfang der 90er und man kann daher mit einer gewissen Berechtigung sagen, dass Pixar damit auf diese Plattform zurückkehrt.

Eine gute Nachricht, vor allem für uns alte NeXTSTEP-Anwender. Langsam gewinnt MacOSX einen Funktionsumfang zurück, den NeXTSTEP so etwa vor 8-10 Jahren hatte. Fehlen nur noch Fax-Dienste, Webster, ein Indizierungstool (die Funktionalität ist schon da), ein Cocoa-Finder, der funktioniert, ein funktionierender Installer/Deinstaller, vertikale Menus, Verwaltungswerkzeuge, mit denen man arbeiten kann, und noch'n paar Kleinigkeiten.

Kommentare

Die gute alte NeXT-Zeit

Von: mbs | Datum: 12.09.2003 | #1
Da stimme ich voll zu. Ich hatte vor einiger Zeit Gelegenheit, mit einem ehemaligen NeXT-Arbeiter, der jetzt Senior Engineer bei Apple in Cupertino ist, zu sprechen.
Ein "Finder, der auch funktioniert" stand auf seiner Wunschliste auch ganz oben und er hat die selbe Wortwahl benutzt.

finder?

Von: m | Datum: 12.09.2003 | #2
versteh ich nicht...
was funktioniert am jetzigen finder nicht?

cocoa finder?

Von: nimm2 | Datum: 12.09.2003 | #3
ja was läuft nicht, und wieso genau sind soviele leute scharf auf einen cocoa finder?

Sagt mal,

Von: ks | Datum: 12.09.2003 | #4
is der Finder in Panther nicht Cocoa?

Frage

Von: comical ali | Datum: 12.09.2003 | #5
was von deiner wunschliste koennen wir denn mit panther abhaken?

was ist webster? was sin vertikale menus?

Panther hat leider...

Von: Maxefaxe | Datum: 12.09.2003 | #6
noch einen Carbon Finder.

Viele Leute versprechen sich von einem Cocoa Finder besseres Multitasking. Gerade beim Netzwerkzugriff wartet man momentan immer bis sich Volumen zurückmelden.

Solange blockiert der FINDER momentan, was wirklich ätzend sein kann.

auch nicht so toll

Von: Bernhard Nahrgang | Datum: 12.09.2003 | #7
ist wenn man über airport auf' iBook zugreift, das volume nicht abmeldet und das ibook zuklappt...

oder mal die prozessorauslastung beim kopieren großer dateien im finder beachten, da geht nicht mehr viel.

Cocoa-/Carbon-Finder

Von: Leo | Datum: 12.09.2003 | #8
„Viele Leute versprechen sich von einem Cocoa Finder besseres Multitasking” (Maxefaxe)

Das ergibt keinen Sinn. So sehr ich Cocoa gegenüber Carbon als API schätze, Carbon kann (auf unterer Ebene) alles, was Cocoa kann (oft sogar mehr). Es ist nur viel umständlicher.
Viele Leute gehen davon aus, dass Cocoa das „native” API für Mac OS X ist und Carbon der „Aufsatz” (das unterstelle ich dir nicht). Es ist in gewisser Weise eher umgekehrt.
Dass der Finder nicht vernünftig gethreaded ist liegt nicht an der Verwendung des Carbon-APIs an sich.

...noch'n paar Kleinigkeiten

Von: Marvin | Datum: 12.09.2003 | #9
Ich hätte da auch noch ´nen kleinen Wunsch: mehr Speed! Mit was für Prozessoren waren nochmal die Next-Schachteln ausgestattet? 68k30?

@Bernhard Nahrgang

Von: ks | Datum: 12.09.2003 | #10
"oder mal die prozessorauslastung beim kopieren großer dateien im finder beachten, da geht nicht mehr viel."

Das hat sich in Panther deutlich verbessert!

Noch ne Frage

Von: ks | Datum: 12.09.2003 | #11
Wenn der Finder zu NEXTStep Zeiten so gut war, warum ist er es in X nicht mehr??

Ist Steve so vergesslich?

@ks

Von: Sören Kuklau | Datum: 12.09.2003 | #12
Huh? NeXT Step hatte natürlich keinen Finder, es hatte ja sicherlich auch kein HFS(+). NeXT Step hatte den Workspace Manager (oder so). Der hatte zwar die gleiche Aufgabe, konnte aber weit weniger, als der heutige Finder es kann (bzw. können sollte).

NeXT Screenshots?

Von: RETRAX | Datum: 13.09.2003 | #13
Hi!

ich würd mir gern mal NeXT Step näher anschauen. Kann man irgendwo Screenshots einsehen? beim googeln bin ich nicht so recht fündig geworden...


P.S.: gibts noch eine Website zur firma NeXT?

Gruss

RETRAX

[Link]

NeXTstep anschauen

Von: Bonobo | Datum: 13.09.2003 | #14
Falls jemand hier in der Lueneburger Heide wohnt und den Weg nicht scheut, herzlich willkommen.

Ich muesste meinen alten Cube wohl erstmal abstauben und die Katzenhaare heraussaugen. Vielleicht laeuft er auch gar nicht mehr. Dann brennt er sicher gut :-)

Dann bitte auch noch ein altes NeXT-XD-ROM-Laufwerk mitbringen, damit wir das letzte NeXTstep draufspielen koennen (3.2?)... wenn ich die CDs noch finde.

Keine Lust mehr? Auch OK :-)

Vielleicht sollte ich die olle Kiste ver-eBayen...

Na egal.


Herzlichst,

Tom

Tom:

Von: Kai (MacGuardians) | Datum: 13.09.2003 | #15
Das mit dem verbrennen des Magnesium-Gehäuses scheint ja ganz und gar nicht leicht zu sein! ;-)
Ich hoffe für dich, dass du ausreichend Temperatur auf genügend grosser Fläche dafür herkriegst sollte das der einzig übrige Zweck deines Cubes sein! ;-)

to: Bonobo

Von: Mark | Datum: 13.09.2003 | #16
Gib' den NeXT-Cube so wie er ist an mich weiter - Preis VHB...

NeXTStep anschauen

Von: Jörn (Mac-TV) | Datum: 13.09.2003 | #17
NextStep und die entsprechende Hardware wird in Kürze beim "2. grossartigen Retro-Sonntag" bei Mac-TV zu sehen sein, wenn alles klappt. Ich schätze, dass es innerhalb der nächsten vier Wochen stattfindet. Auch alten Macs und weiterer verblichene Hardware wird man dort begegnen.

/Werbeblock aus.

@ Mark

Von: Bonobo | Datum: 13.09.2003 | #18
>Gib' den NeXT-Cube so wie er ist an mich
>weiter - Preis VHB...

VHB??? Eine Verhandlungsbasis muesste ICH ja erst mal nennen, ne? ;-)

Scheint so, als ob ich das Dingens doch mal testweise bei eBay 'reinsetzen sollte... oder vielleicht mal kucken, wie die Preise dafuer so sind. Will doch noch mal reich werden und das wieder gutmachen, was ich damals beim Wuerfelkauf falsch gemacht habe.

Ausserdem habe ich noch einen Classic 2 und einen Color Classic... die behalte ich aber. Heh. Und den Wuerfel behalte ich wohl auch und verdiene mich in zwanzig Jahren damit dumm und daemlich. OK, man kann ja mal traeumen. Immerhin gab's davon wohl mal 50tausend.

Und wenn ich bedenke, dass ich damals noch fuer 8 KiloMaeuse die NeXTdimension Farbgrafikkarte gekauft habe, ich Traeumer... aber gottseidank habe ich sie noch rechtzeitig fuer 5 KDM wieder loswerden koennen. Wenig spaeter haette sie mir niemand mehr abgenommen.

Hach ja. NeXTstep war echt geil.

Ich hatte vorher einen Atari und habe an der Uni mit Mac gearbeitet.

Also Mac auf Atari emuliert (erinnert sich noch jemand an "Frankie says: No more Piracy!"? :-D ).

Aber dann gab's die Gemini-Shell zusammen mit der Mupfel fuer den Atari, also geile starke GUI UND Kommandozeile.

Da war fuer mich klar:

Nach dem Atari musste es ein Mac sein.

Aber nach Atari und Gemini/Mupfel kam fuer mich nur noch NeXT in Frage.

Also mal schnell mein Erbe verheizt :-S

Aber das wolltet Ihr jetzt alles gar nicht wissen, ne? :-)


Tschuessing und Gruesse aus der feucht-kuehlen Heide,

Tom

total OT und bloeder Test (einfach ueberspringen)

Von: Bonobo | Datum: 13.09.2003 | #19
Tom schrieb [quote] blah blubber [/quote]

muss doch mal schauen, ob das geht. Oder war da was mit spitzen Klammern hier im Gegensatz zum Forum...

Kommentare

Von: Thyl | Datum: 13.09.2003 | #20
@Marvin: aktuellste Hardware für OPENSTEP/intel: AMD XP 3000+

@KS: war wohl Propaganda für Carbon (seht, mit carbon kann man richtige Programme schreiben, äh hoppla)

@Bonobo: aktuelle Version: OPENSTEP/mach 4.2 Patchlevel 4, Mitte 1997

@RETRAX: guck mal [Link]

@ Thyl

Von: Sören Kuklau | Datum: 13.09.2003 | #21
Merkwürdig, dass sich bei Programmen wie iTunes niemand beschwert, dass die in Carbon geschrieben sind.

Da hilft Cocoa nicht viel

Von: xl | Datum: 13.09.2003 | #22
Der jetzige Finder ist einfach Müll, da würde eine Cocoa Version nicht viel drann ändern.

Das Ding gehört meines Erachtens komplett neu geschrieben - egal ob in Carbon oder Cocoa. Ich habe auch noch nie so richtig verstanden, was sich manche Leute von Cocoa Software so alles erwarten.

Finder-Hass:

Von: Kai (MacGuardians) | Datum: 13.09.2003 | #23
Ich find es faszinierend, wie sich Leute in etwas reinsteigern können! ;-)

Okay, das mit den gemounteten Volumes/FTP-Servern und dem Beachball und der CPU-Auslastung beim Kopieren IST albern, aber deswegen ist noch lange nicht der komplette Finder "Müll" oder muss komplett neu geschrieben werden!

Die unterschwellige Behauptung ist, dass der alte Finder besser war. Darf ich mal eben daran erinnern, dass es von nem FREMDHERSTELLER das Fruitmenü gab, weil das Apfelmenü manchmal den Desktop geschrottet hat? Darf ich daran erinnern, dass der Finder mit seinen File-Dialogen das komplette System blockiert hat, was einfach nicht nötig war (Adobe hat's mit ihren eigenen Dialogen gezeigt, dass es auch unter OS9 anders geht!). Darf ich an "rebuild Desktop" erinnern, was immer mal wieder nötig war (geht das in OS X überhaupt und wenn ja, wie macht man's?)? Der OS9-Finder war allgemein in seinem Funktionsumfang in einer komplett anderen, TIEFEREN Liga anzusiedeln wie der OS X Finder! Immer diese Verklärung des Vergangenen!...

Cocoa

Von: Jorge | Datum: 14.09.2003 | #24
Hat aber noch weitere Vorteile, soviel ich weiß kann man Cocoa-Programmfeatures systemweit nutzen (d.h. einzelne Features eines Programms in anderen Programmen oder dem Finder nutzen, ähnlich den Audio Units, die jeder Audio-Applikation zur Verfügung stehen). Mit Carbon würde das auch gehen, ist aber ein höherer Programmieraufwand.

Jedes Cocoa-Programm bietet (im Gegensatz zu Carbon) standardseitig:

- das Schriftauswahlfenster
- die Möglichkeit Icons aus der geöffneten Titelleiste eines Fensters auf den Desktop ziehen
- die Möglichkeit ein Symbol auf ein Programm ins Dock zu ziehen und damit alternativ zu öffnen
- das Dienste-Menü (siehe oben)
- Tricks mit der Symbolleiste

Beispiel Cocoa/Carbon

Von: Thyl | Datum: 15.09.2003 | #25
Ich gebe Euch ein konkretes Beispiel, nämlich die Anzeige von Datei-Infos.

Finder (Carbon): Zur Anzeige klickt man auf Ablage->Informationen einblenden. Es erscheint ein Fenster mit den Infos. Wenn man zu einer anderen Datei Infos haben will, muss man die Befehlsfolge wiederholen, die entsprechende Routine im Finder wird neu gestartet, es erscheint ein zweites Fenster mit Infos u.s.w.. Nach zehn Dateien hat man entweder 10 Info-Fenster oder muss welche wegklicken. Das sieht sehr nach einem prozedurelen Problem aus.

Workspace Manager (NeXTSTEP): ZUr Info-Anzeige klickt man Werkzeuge-> Inspektor und bekommt ein Info-Fenster. Wenn man Infos zu einer anderen Datei will, klickt man auf die Datei, worauf das entsprechende Objekt im Manager dem Inspektor-Objekt eine Nachricht darüber schickt, welche Datei jetzt markiert ist. Daraufhin stellt das Inspektor-Fenster die infos zu dieser Datei AUTOMATISCH dar. Ein erneutes Aufrufen ist durch die Objekt-Interkommunikation nicht notwendig.

Ich glaube nicht, dass das unter "its a feature, not a bug" fällt, da der NeXTSTEP Ansatz im Normalfall (es mag Ausnahmen geben) das bessere Verfahren ist. Vermutlich gibt es eine ganze Reihe weiterer Limitationen im Finder, die auf den Unterschied zwischen prozeduraler Programmierung (Carbon) und objektorientierter Programmierung (Cocoa) zurückzuführen sind, die nicht so auffällig sind. OO funktioniert einfach einen Zacken reibungsloser und zwanzig Stellen ohne Reibung lassen ein Programm besser flupschen.

Beispiel Cocoa/Carbon

Von: Thyl | Datum: 15.09.2003 | #26
Ich gebe Euch ein konkretes Beispiel, nämlich die Anzeige von Datei-Infos.

Finder (Carbon): Zur Anzeige klickt man auf Ablage->Informationen einblenden. Es erscheint ein Fenster mit den Infos. Wenn man zu einer anderen Datei Infos haben will, muss man die Befehlsfolge wiederholen, die entsprechende Routine im Finder wird neu gestartet, es erscheint ein zweites Fenster mit Infos u.s.w.. Nach zehn Dateien hat man entweder 10 Info-Fenster oder muss welche wegklicken. Das sieht sehr nach einem prozedurelen Problem aus.

Workspace Manager (NeXTSTEP): ZUr Info-Anzeige klickt man Werkzeuge-> Inspektor und bekommt ein Info-Fenster. Wenn man Infos zu einer anderen Datei will, klickt man auf die Datei, worauf das entsprechende Objekt im Manager dem Inspektor-Objekt eine Nachricht darüber schickt, welche Datei jetzt markiert ist. Daraufhin stellt das Inspektor-Fenster die infos zu dieser Datei AUTOMATISCH dar. Ein erneutes Aufrufen ist durch die Objekt-Interkommunikation nicht notwendig.

Ich glaube nicht, dass das unter "its a feature, not a bug" fällt, da der NeXTSTEP Ansatz im Normalfall (es mag Ausnahmen geben) das bessere Verfahren ist. Vermutlich gibt es eine ganze Reihe weiterer Limitationen im Finder, die auf den Unterschied zwischen prozeduraler Programmierung (Carbon) und objektorientierter Programmierung (Cocoa) zurückzuführen sind, die nicht so auffällig sind. OO funktioniert einfach einen Zacken reibungsloser und zwanzig Stellen ohne Reibung lassen ein Programm besser flupschen.

@Thyl

Von: GnOm | Datum: 15.09.2003 | #27
das war in 10.0 auch so, alle haben sich beschwert und jetzt (10.1 oder 10.2, weiss nicht mehr ab wann genau) ist das default Verhalten wieder wie früher. Um die (m.E. bessere) Variante zu bekommen muss man Befehl-Wahl-I drücken.
Zuviel Mitspracherecht kann auch Mist sein.


cheers

@thyl

Von: Cyrus Mobasheri | Datum: 15.09.2003 | #28
Ich sag nur Apfel+Alt+I im Finder nach dem eine Datei ausgewählt ist. Und selbst wenn das nicht ginge, ist die Begründung das auf Programmierparadigma zurückführen zu wollen lächerlich. Denn auch unter Carbon kann man durchausobjektorientiert programmieren. Schließlich kann man auch in C++ Objektorientiert programmieren. Außerdem hat das damit gar nichts zu tun.

Verdammt

Von: Thyl | Datum: 15.09.2003 | #29
I stand corrected. Das ist sehr peinlich, zumal ich 10.0 auch schon drauf hatte. Hab wohl zuviel um die Ohren und sollte besser meine Klappe halten.