ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 2433

Man spricht deutsh

Aber von nix kommt nix - Aufruf an die Community

Autor: flo - Datum: 07.10.2003

Die Kollegen von MacMotion rufen in ihrem Forum zu einer unterstützenswerten Sache auf: die deutsche Lokalisierung von Share- und Freeware. Diese kleinen Helferlein liegen oft nur in englischer Sprache vor, da die Entwickler sie oft in ihrer Freizeit schreiben und weder die Zeit noch das Wissen für eine Lokalisierung in andere Sprachen haben. Zwar erklären sich kleine Programme oft von selbst, aber ab und an kommt man sogar mit besseren Englisch-Kenntnissen ins Stolpern. Dass die kleinen Helferlein sich großer Beliebtheit erfreuen ist nicht zuletzt aufgrund der zahlreichen und konstruktiven Leser-Resonanz auf den ersten Teil unseres Reviews über die Notizzettel-Alternativen offensichtlich. Dem Appell von macmotion an "das legendäre Engagement der Macgemeinde" können wir uns daher nur anschließen, in unserem Forum haben wir dazu einen passenden Thread eingerichtet.

Kommentare

mehr lernen

Von: andi | Datum: 07.10.2003 | #1
englisch wörterbuch/dictionary oder app und los gehts.

andi

mehr english in den schulen

Von: ctopfel | Datum: 07.10.2003 | #2
ich fände eine petition besser, wo das english in der schule gefördert wird. heutzutage ist es sehr wichtig, mindestens ein bisschen englisch zu können.

ich denke eine solche petition wäre eine langfristige investition, wohingegen eine lokalisierung in x sprachen immer und immer wieder zeit braucht.

ich bin nicht für eine globalisierung der englishen sprache, aber dennoch ist sie wohl die wichtigste sprache, gerade im umgang mit internet.

ctopfel

englisch lernen?

Von: Klaus Major | Datum: 07.10.2003 | #3
es kann ja kaum noch jemand richtiges Deutsch... :-(

Schöne Woche noch... :-)

Regards

Klaus
(Mitglied einer Übersetzungs-Gruppe, ohne Scheiss ;-)

stimme ctopfel zu

Von: Bonobo | Datum: 07.10.2003 | #4
ich habe mit lokalisierter Software nur Probleme gehabt.

- erstmal kommen sie spaeter kommen (dito fuer bugfixes, patches, updates)

- dann sind sie wegen der Uebersetzung teurer

- dann sind sie oft SAUSCHLECHT uebersetzt. Beispiele:
• FreeHand hatte auf belichteten Filmen wohl mal Altrosa statt Magenta, Aquamarin (oder so) statt Cyan.
• Photoshop uebersetzt "Type" (Schrift) mit "Art", und "Screen" (Raster) mit "Monitor"! Sowas finde ich schlimm, weil die Benutzer mit schlechten (=falschen) Uebersetzungen weniger anfangen koennen als mit den Englischen Originalen.

Ausserdem: Englisch IST die Muttersprache des Computers. Nix dran zu ruetteln, und komme mir jetzt bitte niemand mit Konrad Zuse (sonst antworte ich mit Pascal und Leibniz -- nicht dem Keks;-)

Es denkt ja (hoffentlich) auch niemand ernsthaft daran, Programmiersprachen einzudeutschen.

Wer mit Computern arbeitet und sich nicht wenigstens Computerenglisch aneignet, ist dazu verdammt, ein "dummer User" zu bleiben. Ignorant ist er allemal.

Howgh.

Tom
kann natuerlich gut reden, da ich das Privileg hatte, vom vierten Lebensjahr dreisprachig aufzuwachsen Deutsch, (britisches/indisches/amerikanisches) Englisch, Malayalam). Und dann noch Latein ab dem Alter von 9 oder so.

ausserdem...

Von: Bonobo | Datum: 07.10.2003 | #5
ist sowohl mein English als auch mein Deutsch meist besser als das der meisten Uebersetzer... das merke ich immer wieder, wenn ich uebersetzte Buecher lese. Wenn ich denn noch mal zum lesen komme...

Kombjuder sollten eh' nur noch an Leute mit Eignungsnachweis abgegeben werden.

:-D

Tom

eine frage des geschmacks…

Von: iPress | Datum: 07.10.2003 | #6
englisch hin – englisch her! in den 90er jahren war es wohl total schick aber im moment nervt es eigentlich nur noch (vielleicht hat auch bush dran schuld – lol), wenn viele englische wörter im tägl. leben anwendung finden. so manch älterer mitbürger versteht mit sicherheit jede zweite tv-werbung nicht mehr wegen zu vielen anglozismen od. gar gleich kompletten sätzen in englisch. nicht zu vergessen sind die ganzen klitschen, welche sich einen eglischen firmennamen zulegen, um eindruck zu erwecken. manche namen sind so arg daneben, das der name selbst nichts mehr über deren produkte aussagt – schon traurig oder?

@Bonobo

Von: iMob | Datum: 07.10.2003 | #7
Du haust ja hier auf die Kacke, dass es nur so spritzt.
Wusste gar nicht, dass du so viel drauf hast. Hab dich bisher für ein bisschen blöde gehalten. Aber so kann man sich täuschen, gell Bonobo ;))

Ach je...

Von: Bonobo | Datum: 07.10.2003 | #8
Ach iMob. Horst M., ne?

Ich haue nicht auf die Kacke, ich erzaehle was von mir, und wie ich die Dinge sehe.

Du hingegen verspruehst hier staendig Guelle mit Zucker vermischt. Ich finde es meist ziemlich widerlich, *wie* Du hier schreibst. "Alle bloede ausser ich", ne?

Nicht das erste und auch sicher nicht das letzte Mal, dass Du dich taeuschst. Schade eigentlich. Klug genug scheinst Du zu sein, bloss Dein Herzl hat wohl irgendwo was abgekriegt. Wird noch ein langer Weg sein.

Na egal. Moegen alle Wesen Frieden finden.

Tom

Ja, liebe Leute...

Von: flo (MacGuardians) | Datum: 08.10.2003 | #9
...dass Übersetzungen oftmals nicht der Renner sind, ist uns sdchon auch klar. Aber deswegen muss man noch lange nicht auf eine Lokalisierung verzichten, "weil die Lokalisierung ja eh schlecht ist". Leute, gerade darum geht's ja. Adobe kann und will man nicht unter die Arme greifen, aber die lieben guten kleinen Helferlein, die der Produktivität oft dienlicher sind als Kolosse aus Redmond oder Kalifornien, denen sollte man eben zu einer fein lokalisierten Oberfläche verhelfen.

Im MacMotion-Forum hat es ein Entwickler schön auf den Punkt gebracht: Der User ist hier oft der König, der am liebsten alles umsonst haben will. Dieser Aufruf aber appelliert ja gerade daran, dass man sich nicht immer nur aufregt über schlechte Übersetzungen, sondern - wenn man dazu in der Lage ist - mal selbst Hand anlegt und für eine anständige Übersetzung sorgt.

Wer auf einen solchen Aufruf antwortet, dass Lokalisierungen immer schlecht sind - sorry, aber der hat was falsch verstanden.

ctopfel:

Von: flo (MacGuardians) | Datum: 08.10.2003 | #10
Keine Frage, Englisch-Kenntnisse halte ich auch für unabdingbar, und ich bin auch wahrlich kein Fan von Gewalteindeutschungen (wie Mutterbrett ;), manche spezifische Begriffe lässt man lieber so, wie sie sind. Die amerikanisierung der deutschen Sprache ist nichts, was man prinzipiell verteufeln muss (manchmal schon, wenn Leute was outsourcen und sich meeten und solch Schmarrn).

Aber gute Englisch-Kenntnisse zu fordern, gleichzeitig aber die Lokalisierung von Oberflächen zu fördern, ist für mich kein Widerspruch.

Und der Einwurf von wegen mangelnder Deutsch-Kenntnisse... wahr gesprochen ;)

@Bonobo

Von: flo (MacGuardians) | Datum: 08.10.2003 | #11
Computerenglisch schön und gut (bin ich dafür), aber deswegen darf man dennoch Oberflächen und Menüs eindeutschen, wo es sinnvoll ist. Denn "Quit" muss nicht dortstehen, es darf ruhig auch "Beenden" sein, auch wenn Quit wahrscheinlich jeder versteht (obwohl ich auch solche kenne, die das nicht verstehen). Um so etwas sprechen wir hier, nicht um die Eindeutschung von Programmiersprachen oder der Zwangsübersetzung von allem, was nicht deutschstämmig ist - das wäre Blödsinn. Nein, es geht um eine allen verständliche Bedienoberfläche - nicht mehr, nicht weniger.

Und hier kann nicht die Lösung sein zu fordern, dass wer mit einem Computer hantiert eben genügend Englisch können muss. "Quit, Print, Open, Preferences etc." ist einfach kein "Computer"englisch, das sind normale Begriffe, die man ruhig übersetzen darf, damit Oma Heidi auch noch was versteht.

@Flo

Von: Bonobo | Datum: 08.10.2003 | #12
Ich will ja Oma Heidi nicht ihre Lokalisierung vorenthalten.

Mir ging's hauptsaechlich um die Leute, die mit dem Rechner *arbeiten*, also die Profis. Und m.E. gibt's da keinen Weg um Englisch herum.

Soll halt keine/r denken, er/sie kaeme im professionellen Bereich um Computerenglisch herum. Also, ich unterscheide hier schon zwischen den "simplen" Anwendern und denen, die "power user" sein wollen.

Ansonsten: klar, ich bin ein elitaeres Arschloch ;-)

* * *

Gibt's denn schon irgendwo eine Liste von Share-/Freeware, die *nicht* deutsch lokalisiert vorliegt? Vielleicht vielleicht beteilige ich mich ja doch. Allerdings ist meine Zeit echt knapp...

Gruss,

Tom

Uebrigens...

Von: Bonobo | Datum: 08.10.2003 | #13
<spreiz spreiz> ;)

...ist GoLive in der deutschen Version billiger als in der englischen (deshalb ist dies eines der wenigen deutschen Programme, die ich "besitze") -- weil die Programmierer (IIRC;) immer noch in Hambuich sitzen.

Auf das englische Mac OS bin ich aus o.e. Gruenden vor ? Jahren gewechselt, aber was mich vorher wirklich kirre gemacht hat, war, dass ich im Systemordner immer die Aliase "Control Panels" und "Extensions" etc. und deren "(Disabled)" Pendants anlegen musste, aehnlich fuer "ColorSync Profiles" und "Printer Descriptions" u.ae., weil so viele nicht lokalisierte Softwares beim Installieren dachten: "Huch, das sieht hier ja ganz anders aus als zuhause. Chaiselongue will ich nicht, also stelle ich mein Sofa dazu."

* * *

Als ich vor Aeonen in Hambuich allgemeine Sprachwissenschaft studierte, stiessen meine KommilitonInnen und ich auf einen merkwuerdigen braeunlichen Verein zur Sprachpflege... der Typ hat tatsaechlich den Gebrauch von "Gesichtserker" (fuer Nase), "Ueberschlupf" (fuer Pullover) etc. zum Schutz der deutschen Sprache propagiert.


Herzlichst,

Tom