ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 244

Windows - jetzt auch für den Mac

Neues Microsoft Lizenzmodell Schulen/Unis

Autor: dd - Datum: 09.05.2002

Vor ungefähr einem Jahr machte unser allerliebster Softwarehersteller und Monopolist mit einem neuen Lizenzmodell für Firmen von sich reden. Wenn ich mich recht erinnere, sollten Firmen jährliche Gebühren für die eingesetzten Programme bezahlen und nicht eine unbefristete Lizenz für eine bestimmte Version. Wer nicht die neuste Software verwendet, hat auch kein Recht mehr auf Updates.

Wie The Register berichtet, hat Microsoft dieser Tage wieder mal eine nette Idee gehabt: Ein Lizenzmodell für Bildungseinrichtungen, bei dem Software ganz einfach nach der Anzahl vorhandener Computer bezogen wird. Ganz egal, ob Intel-Kisten oder Macs, man zählt einfach alle CPUs und kriegt entsprechend viele Lizenzen. Microsoft scheint dabei nicht wahrhaben zu wollen, dass eine Schule gar nicht alle Rechner mit Bloatware zumüllen will, oder, noch besser, auf manchen Computern die meiste Software gar nicht läuft.

Um die Sache zu vereinfachen, werden die Lizenzen in Bündeln verkauft: In Grossbritannien gibt's Office, Works, Windows, Encarta und VisualStudio zusammen. Eine Schule, die hauptsächlich mit Macs ausgestattet ist, kann 80 Prozent der lizensierten Programme direkt in die Tonne hauen und bezahlt trotzdem dafür.
In den USA ist es nicht ganz so schlimm, dort kauft man nur Office und Windows gebündelt. Dumm nur für einen Bundesstaat wie Maine, der gerade 36000 iBooks gekauft hat - jemand Interesse an 36000 Windows-Lizenzen?

Damit hat Microsoft dann wohl den Gipfel erreicht, oder? Nein, nicht ganz. Universitäten in Grossbritannien können Software auch für Leute kaufen, die gar keinen Computer haben: Beim Campus Agreement werden für die Berechnung der Lizenzkosten keine Computer, sondern Mitarbeiter gezählt. Dabei muss jedes Fakultätsmitglied, das mindestens für 200 Stunden pro Jahr angestellt ist, angegeben werden.

Es ist immer wieder erstaunlich, wie wenig Microsoft aus der Vergangenheit lernt. Bis Mitte der Neunziger mussten PC-Hersteller für jeden verkauften Rechner einen Lizenzbeitrag an Microsoft zahlen, auch wenn auf dem Computer gar kein Windows installiert war. Dieses Geschäftsgebaren wurde Microsoft 1994 von den Kartellbehörden verboten...

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