ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 2450

Blick zurück ohne Zorn, aber…

…leider auch ohne Visionen

Autor: roland - Datum: 10.10.2003

Amerikas HighTech Venture-Kapital traf sich am Dienstag bei der Silicon Valley 4.0, einem Ein-Tages-Symposium mitten in jenem malerischen Tal, in dem vor den Zeiten von HP, Apple und Sun vor allem Orangenbäume residierten. Anwesend neben vielen anderen John Sculley, Ex-Apple-CEO und Guy Kawasaki, Ex-Apple-Evangelist. Und worüber sprach man so? Nun, Guy Kawasaki äußerte sich zu Apples frühen Tagen und deren Philosophie: "Our emphasis wasn’t about making money. It was about changing the world." Während John Sculley mit seinem Hinweis auf Apples Entscheidung, nicht auf die Intel-Plattform umzuschwenken einmal mehr bewies, dass Visionen nicht sein Ding sind: "It was probably one of the biggest strategic mistakes Apple ever made." Stattdessen lobpreiste er zwei andere anerkannte Visionäre (hmpfl): "Michael Dell had the insight that innovation wasn't just about cool technology. It was also about innovating on logistics," und weiter: "Bill was a much better competitor and much smarter at understanding a sustainable business model." Tja, da war sie wieder, die gute alte PepsiCo-Denke. Und ich bin wirklich froh, dass wir uns heute redaktionell an einer Figur wie Steve Jobs reiben können und nicht verzweifelt nach den Ecken und Kanten eines John Sculley suchen müssen…

Kommentare

Wie waren zu seiner Zeit Keynotes?

Von: Cyrus Mobasheri | Datum: 10.10.2003 | #1
Er war definitiv vor meiner Zeit. Waren Keynotes zu seiner Zeit auch ein Ereignis, machten sich leute zu seiner Zeit auch schon gedanken, was wohl kommen würde. Oder war das genauso wenig beachtet wie jede andere Firmenpräsentation auch? Klärt doch mal einen noch recht Jungen Apple User auf.

Schoener Kommentar dazu:

Von: salco | Datum: 10.10.2003 | #2
auf The Register.co.uk

echt guter beitrag bei register......

Von: namepower | Datum: 10.10.2003 | #3
the register bringt es auf den Punkt!! Über Entscheidung der Vergangenheit zu diskutieren bringt wenig. Nach vorne schauen heißt die Devise. Die Situation wie jetzt ist gefällt mir sowieso. Lieber ein nischen Player als ein massen Betrieb.

intel-nölen:setzen

Von: Bert | Datum: 10.10.2003 | #4
Danke Roland, Du bringst es auf den Punkt. Sculley bitte schnell nach Hause und von innen Türe fest zusperren. Niemand hat auf den gewartet. Gruß, Bert

Sculley ist ein . . .

Von: Stefan | Datum: 10.10.2003 | #5
weiteres ferngelenktes Nachthemd im Dienste von M$!

Ausserdem hat er wohl seinen Rauswurf bei Apple nicht vertragen.

Aber das beste ist doch:
Wie auf einmal Alle, und Alles was unter irgendeinem Stein sitzt und das Wort "Computer" halbwegs buchstabieren kann auf einmal in das Horn "Intel/MS" bläst!
Ich denke in Redmond haben die Jungs mittlerweile richtig fracksausen!
Denn eine derartige, Sinnleere(!!!), Pro-MS-Stimmungsmache habe ich schon lange nicht mehr erlebt! (Ausser auf irgendwelchen Trollwiesen ;-)

roland

Von: mattin | Datum: 10.10.2003 | #6
"Und ich bin wirklich froh, dass wir uns heute redaktionell an einer Figur wie Steve Jobs reiben können und nicht verzweifelt nach den Ecken und Kanten eines John Sculley suchen müssen…"

vollste zustimmung. leiber klein sein als diese beschissenen kapitalisten-markt-spielregeln mitzumachen. think different!

Sind wir ein wenig ueberhitzt?

Von: Daniel Saxer | Datum: 10.10.2003 | #7
Hey Mattin, Apple ist genauso ein Big-Player wie andere Firmen mit einer Marktkapitalisierung von 8.5 Milliarden USD.

Vielleicht ein wenig mehr Think Different, aber genauso getrieben von der Idee Geld zu verdienen.

Gruss,
Daniel
[Link]

daniel

Von: mattin | Datum: 10.10.2003 | #8
"Vielleicht ein wenig mehr Think Different, aber genauso getrieben von der Idee Geld zu verdienen."

das könnten die aber einfacher haben, siehe dell. klar will apple auch kohle machen, aber die ticken weitaus anders als bill und einige andere.

Cyrus

Von: Cubist | Datum: 10.10.2003 | #9
bin auch erst seit 98 dabei, damals kam Jobs gerade wieder als Interims CEO zu Apple und es war Macworld Expo in Boston auf der ich zufälligerweise anwesend sein durfte. :-)
Kann dazu leider auch nichts 100%iges sagen, aber ich denke dass die Keynotes erst seit der Rückkehr von Jobs _so_ eine Rolle spielen. Aber nicht wegen Jobs, sondern weil das IN vorher kein Massenmedium war. Ich denke auch, dass vorher nichts gestreamt wurde. Damals gab es dann in der nächsten MacUP ein Special zur Macworld aber keine Liveberichterstattung :-)

STEVE for the Rest of us!

Von: Käpt'n Kabelbruch | Datum: 13.10.2003 | #10
Mein erster G3 ist unter der Fuchtel von Gilbert Amelio entstanden und was soll ich sagen? Er sieht scheisse aus! Das ist aber auch nicht weiter tragisch, denn er wurde 1997 gekauft, als man weder von einer Dose noch von einem Apple ein herausragendes optisches Design erwartet hat.

Das hat sich erst mit der (etappenweisen) Rückkehr von STEVE geändert. Auf einmal war bondi-blue erst sekretärinnen- und dann auch noch Art-Director-tauglich. Das die PC-Branche auf diesen Zug aufgesprungen ist, bedeutet für mich nicht unbedingt Plagiatismus sondern auch ein Stück weit Anerkennung für eine Firma, deren Aufgabe es nun mal ist, nicht die Massen zu befriedigen, sondern zu bestimmen, was die Massen demnächst befriedigen soll. Waren das früher mehr die inneren Werte, so gilt das seit STEVE auch für's Auge.

Nix dagegen...

Keynotes waren schon immer ein Ereignis!

Von: istefan | Datum: 13.10.2003 | #11
Ich muss Cyrus widersprechen! Ich kann mich an die einzige Keynote in Deutschland anlässlich einer Macworld erinnern. Micheal Spindler präsentierte 1994 stolz den Newton 130 und verschiedene andere Produkte. Es war sicherlich nicht so spektakulär wie bei Jobs aber trotzdem eine coole Show. Und ich war dabei :-)