ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 2478

Mac-Users Helferlein (2)

Die Inflation der Alternativen

Autor: wp - Datum: 19.10.2003

"Einst hat ein Schröder große Pein: Der Staatshaushalt musste fertig sein! ... Da kamen bei Nacht, eh man's gedacht ..."
Ach ja, wär das schön: Eine Truppe Heinzelmännchen, die über Nacht in Berlin einfallen und kurzerhand die verkorksten Staatsfinanzen in Ordnung bringen! Nun denn, Träume sind Schäume - aber es soll ja Leute geben, die daran glauben und meinen, das hätte nur deshalb nicht geklappt, weil Doris im Kanzleramt an der Treppe gelauert hat, weil der Gerd mal wieder im Regierungsviertel in den Kneipen versackt war, weil er sich mal wieder den Ärger mit Hans und Ulla mit dem einen oder anderen Bierchen runterspülen musste. Den Rest kennen wir ja schon: "Husch, husch, verschwinden all!"

Was das alles mit der Helferlein-Software zu tun hat, um die sich Roland Müller nach zahlreichen Leser-Anregungen nun noch intensiver als eigentlich schon geplant gekümmert hat, und von der nun bei MacReview wieder eine ganze Latte Exemplare beschrieben sind (im 2. Teil von dreien)? Hm, keine Ahnung. Aber hätte Gerhard S. aus H., der doch eigentlich ein echter Serienheld werden wollte ("Mein Name ist Kanzler, Bundes Kanzler!"), aber schon seit 5 Jahren mit total besch... Drehbüchern zu kämpfen hat, hätte der also schon vor 5 Jahren einen Mac mit den ganzen tollen Programmen zur Verwaltung und Pflege kreativer Einfälle gehabt, wäre ihm vielleicht ein letztes Bisschen an Konzept geblieben, und auch die Notizzettel mit den Wahlversprechen wären ihm nicht so gnadenlos abhanden gekommen.

Tja, so kann es gehen: Da macht man mal eine kleine Review zu einem eigentlich peripheren Thema, und plötzlich scheint's, als habe man eine Lawine losgetreten. Die Kollegen von MacMotion und von MacNews haben auf die Review hingewiesen. Und die zahlreichen Kommentare, Wünsche und Anregungen der letzten vierzehn Tage lieferten jede Menge zusätzlichen Denkstoff. Das nehme ich zum Anlass, das ganze Thema nun doch etwas ausführlicher zu behandeln als ursprünglich geplant. Zumal ich gestehen muss, dass einige dieser vermeintlich harmlosen Notizzettelverwalter es tatsächlich faustdick hinter den grünen Ohren haben! Bevor ich nun in den zweiten Teil unseres mittlerweile dreiteilig angelegten Testmarathons einsteige, hier ein paar Informationen für Euch, wie ich weiter vorgehen möchte ...

Kleine Programmänderung

Angeregt durch den vielfältigen Leser-Input sollen in diesem zweiten Teil die folgenden Programme etwas näher unter die Lupe genommen werden:

Circus Ponies Notebook
AquaMinds NoteTaker
Bruno Blondeaus iOrganize
DSD Notio
Dan Schimpfs MacJournal
Scrod Arsware Notational Velocity

Im Teil 3 (etwa in 14 Tagen) geht es dann um die Schwergewichter Boswell, Tinderbox und vielleicht Gekko, wenn die OS X Version bis dahin vorliegt, sowie um diverse "Spezialisten" wie beispielsweise den Notizen-Verschlüsseler LittleSecrets. Sollte bis dahin noch jemand spezielle Wünsche haben, dann immer her damit!

Was meine streng subjektive Bewertung angeht, vergaß ich im ersten Teil zu erwähnen, dass die Bestnote aus 6 Sternen, Äpfeln, Mäusen oder was auch immer besteht, wobei derer 3 als "noch gut und alltagstauglich", 4 als "gut bis sehr gut", 5 als "exzellent" und 6 als "wegweisend" zu verstehen sind. Was 1 oder 2 bedeuten mag, da möchte ich lieber den dezenten Mantel des Schweigens darüberbreiten. Dateigröße beim Download, Systemvoraussetzungen und Preise gibt's im Anschluss an den heutigen Test sowie alle Bewertungen im Überblick plus meine Empfehlungen zusammengefasst am Ende des noch kommenden dritten Teils.

So, und nachdem das Notebook der Zirkuspferdchen offenbar besonderes Wohlwollen unter unseren Lesern genießt, werde ich damit den heutigen Rundritt starten.

Manege frei für Circus Ponies Notebook

Hm, ich bin ja nicht unbedingt ein großer Freund von Software, die im Look einer Kladde aus frühen Schultagen daherkommt, aber... ich muss zugeben, dieses Notebook hat tatsächlich etwas. Denn die Schreibheft-Metapher macht hier wirklich Sinn! Circus Ponies Notebook kommt in der aktuellen Version 1.1 (die ein paar Bugs der 1.0 behebt, so weit ich höre) dadurch schlicht, einfach und hoch intuitiv daher. Obwohl sich hinter den Kulissen einiges an Potenzial verbirgt. Ein Notizzettelprogramm ist ja prinzipiell nichts weiter als ein in den Möglichkeiten eingedampfter Outliner, ergänzt um allenfalls eine Such- und Sortierfunktion. Dieses Notebook geht den umgekehrten Weg. Und peppt einen ausgewachsenen hierarchischen Outliner mit intelligenten Zusatzfunktionen auf: Sektionen, Subsektionen, Seiten, die alle automatisch indiziert werden. Dateien fast jeder Art können eingebettet oder verlinkt werden, Programmlinks und Aliasse inklusive!

Circus Ponies Notebook

Alle Daten, alle Formate

Word, PDF, HTML, XML, RTF, RTFD, txt, es scheint fast kein Format zu geben, das Notebook nicht beherrscht. Ach ja, mit der Media Capture Funktion lassen sich außerdem Fotos, Filmclips und Audiofiles ins Notebook übernehmen. Multimedia durchs Hintertürchen gewissermaßen. Kompliment! Alle Daten behalten übrigens ihr natives Format. Und selbst bei nicht aktiviertem Notebook funktioniert der Clipping Service, also das Ausschneiden einer Information, perfekt. Beim Einsetzen werden automatisch ein Sticker und ein Schlüsselwort generiert, damit man wieder findet, was man ausgeschnitten hat. Was ich außerdem bemerkenswert finde: Über jeden Eintrag, den man macht, wird Buch geführt, sprich: der Zeitpunkt des Eintrags und seiner Änderungen wird festgehalten. Wenn ich mir das so anschaue, ist Circus Ponies Notebook damit sogar in der Lage, Profischreiber glücklich zu machen! Denn im Package ist eigentlich alles enthalten, was ein angehender Autor benötigt, um sauber strukturiert ein Essay oder eine Novelle zu schreiben. Puh! Das ist deutlich mehr, als ich bisher einem Notizzettelersatz zugetraut hätte. Interessant übrigens in dem Zusammenhang ein Tipp, den ich in den Kommentaren bei Versiontracker gefunden habe: Circus Ponies Notebook in Kombination mit der Datenbank DEVONthink muss wohl eine Traumkombination für Autoren und Texter sein. Da das zufällig meine eigene Profession ist, werde ich mich wohl mit beiden auch beruflich mal intensiver bschäftigen. Insofern noch mal schönen Dank für den Tipp an die Leser macixus und Dirk, die mich hierher in die Manege geführt haben. ;-)

Circus Ponies Notebook

Schade, dass wir bei unserem Testprogramm von diesmal sechs Kandidaten nicht mehr Zeit und Platz haben, um tiefer in Notebook einzusteigen. es gäbe noch einiges mehr hervorzuheben. Kompliment an Jayson Adams, den Programmierer dieses Sahneteils. Der auch immer wieder mal im NoteBook Forum der Circus Ponies anzutreffen ist. Und was kostet nun der Spaß? Nun, immerhin 49.95 US$. Also deutlich mehr als die Leichtgewichte des Genres. Nichtdestotrotz ist das wirklich gut angelegtes Geld. Deshalb meine Wertung: ***** (von, ich sagte es eingangs, 6 möglichen Sternchen).

Kann AquaMinds NoteTaker da mithalten?

Zweiter Kandidat beim heutigen Notizzettel-Rodeo ist AquaMinds NoteTaker in der aktuellen Version 1.6. Dem ja ebenfalls der Ruf vorauseilt, ein echter Alleskönner zu sein. Auch bei NoteTaker ist der Anspruch höher gesteckt als bei einem normalen kleinen Notizzettel-Ersatz, wie wir sie im ersten Teil der Review bewundern konnten. Auch hier ist die Zielgruppe eher bei Redakteuren, Autoren und Wissenschaftlern zu finden. Also bei all jenen Berufspublizierern, die das Sammeln, Suchen und Organisieren perfektionieren müssen. Das bedeutet natürlich zuerst einmal: uneingeschränkter Umgang mit allen denkbaren Dateiformaten!

Note Taker 1

Auch bei NoteTaker finden wir wieder als Basis einen mächtigen hierarchischen Outliner, wie bei den Ponies umgesetzt in einer Schreibkladden-/Collegeblock-Metapher. Wobei der Hintergrund (das "Papier") nach eigenem Geschmack variiert werden kann und dann auch beim Export zum festen Designbestandteil wird. Ich erspare mir das ansonsten übliche Herunterbeten der Features. Und auch die in dieser Gewichtsklasse üblichen ausgefeilten Suchfunktionen brauche ich, glaube ich, nicht zu kommentieren. All das findet sich auf AquaMinds Homepage sehr übersichtlich aufgelistet.

Note Taker 2

Features, die es nicht an jeder Ecke gibt

Stattdessen picke ich mal jene Dinge heraus, die mir besonders auffallen. Unter den zahlreichen Exportoptionen sticht zum Beispiel neben XML vor allem PDF ins Auge. Das ist für einen professionellen Outliner eher ungewöhnlich, aber sehr positiv. Dass AppleScript und QuickTime als Standards unterstützt werden, war zu erwarten. Aber auch das Abspielen von Flash-Movies geht! Schau an. Und dass NoteTaker mit der Möglichkeit aufwartet, seine Notes in eine Slideshow zusammenzufassen und abzuspielen, ist auch nicht gerade die Norm. Ebenso ungewöhnlich ist die Option "Create Web Notebook". Dahinter verbirgt sich eine raffinierte Notes-Exportfunktion als Webcontent bspw. für die eigene Homepage. Interessant speziell (aber nicht nur) für .Mac-Abonnenten. Überhaupt scheint eine der Stärken von NoteTaker in seiner Webfreundlichkeit zu liegen. Sei es als eine Art Frontend fürs eigene Weblog oder für Jäger und Sammler von beispielhaften Websites - die mit einem einzigen Klick direkt in eine Note hinein gerendert werden können!

Note Taker 3

Wer solche Features nicht unbedingt benötigt, der ist allerdings bei den Ponies mindestens genau so gut aufgehoben, zumal die Ähnlichkeiten zwischen beiden Programmen eh recht groß sind. Inwieweit die Unterschiede den Mehrpreis von runden 20 US$ wert sind, mag jeder selbst entscheiden. Die Lernkurve bei NoteTaker scheint mir jedenfalls ein wenig langwieriger zu sein als bei Notebook von Circus Ponies. Fazit also: ebenfalls *****.

I organize, You organize, he, she, it organizes ...

Mit iOrganizeX 5.0.1 von Bruno Blondeau haben wir wieder einen Notizenorganisator vor uns, der dem bewährten Schubladenprinzip folgt, das wir auch schon bei den einfacheren Kandidaten im ersten Teil unseres Reviews schätzen gelernt haben. Der Name des Programmes ist hier allerdings Konzept! Denn speziell in seinen Möglichkeiten der Datenverwaltung geht iOrganize über seine kleinen Brüder deutlich hinaus: In einer dafür vorgesehenen eigenen Menüleiste lassen sich sehr übersichtlich alle nur denkbaren Themenkategorien eintragen, unter denen dann die Notes angelegt und organisiert werden. In einem Ausklapper links lassen sich Favoriten für den schnellen Zugriff eintragen, während sich unter dem Pfeil rechts ein Ausklapper verbirgt, der alle Ordungskategorien auf einen Blick abbildet, die im Menü selbst bei größerer Zahl nur per horizontalem Scrollbalken zu erreichen sind.

iOrganizeX 1

Notes können einfach in eine andere Kategorie verschoben werden. Datum- und Zeitstempel gehören ebenso zum Repertoire wie Sortier- und Suchfunktion sowie ein Schnellexport einer Note als E-Mail. Bilder via Safari können per Drag und Drop direkt in eine Note gezogen werden. Auch ein direkter Download von HTTP- und FTP-Servern ist möglich. Eine sehr übersichtliche und schnelle Struktur also. Die üblichen Standards eines kompakten Textprogrammes sind natürlich ebenfalls enthalten: Schriftmenü und Farbwahl. Und als Plus: Kerning und Ligaturen sind ebenfalls möglich, was über das normale Textformatierungsangebot eines solchen Programms hinausgeht. Nachteil allenfalls: Die Exportformate beschränken sich auf .txt, .rtf und .rtfd. Insgesamt aber eine feine, saubere Sache.

iOrganize X 2

Sehr hilfreich übrigens für Ästheten: In den Präferenzen kann ein Standard-Font für die Notes vorgegeben werden. iOrganizeX scheint übrigens auch Apple selbst beeindruckt zu haben. Denn das Programm wird auch auf der Apple Homepage beschrieben! Einziges mögliches Manko: Es gibt vereinzelte Hinweise, dass iOrganize Probleme hat, wenn der Mac einmal aus dem Tiefschlaf-Modus nicht aufwacht und neu gestartet werden muss. iOrganize reagiert darauf - wie gesagt im Einzelfall - verschnupft, sprich: wird korrumpiert. Nichtdestotrotz vergebe ich saubere ****. iOrganizeX ist Shareware und kostet 19.95 US$.

Licht im Dunkel mit DSD Notio?

Entschuldigung für die kleine textliche Entgleisung, aber nachdem DSD das Kürzel für Dunkel Software Distribution ist, das Softwarehaus in Löningen (jawoll, ein deutsches Produkt!), das Notio herausgebracht hat, ist das zu entschuldigen ;-) Zur Sache! Notio 1.10 wird von seinen Programmierern nicht als reiner Notizzettelersatz ausgelobt, sondern als Text-Tool. Im Prinzip handelt es sich dabei um ein aufgepepptes TextEdit plus eine leistungsfähige Suchfunktion.

Notio 1

Ob das schon genügt, um dem DSD-Anspruch von "Software jenseits des Mainstream" zu genügen? Nun, sehen wir's uns mal an. Unterstützt werden .rtf und Unicode-Text. Die kategorieüblichen Such- und Sortierfunktionen sind vorhanden, klar, und auch Apples Services werden unterstützt. Die Notes werden im Library-Verzeichnis des Anwenders abgelegt und können deshalb sehr einfach auf einen anderen Mac kopiert werden. Gut! Ebenfalls erfreulich: Es gibt eine Autosave-Funktion. Wenn man eine beliebige Textdatei auf das Notio-Icon im Dock zieht, wird diese automatisch in eine Notio-Notiz verwandelt. Links in Notizen sind möglich. Bilder auch (was .rtf dann zu .rtfd macht). So weit, so gut. Und weiter? Nun, nix weiter! Und genau das ist mein Problem. Für die verlangten 19 Euro dürften durchaus noch ein paar Features mehr drin sein. Deshalb gibt's hier nur ***, verbunden mit dem freundlichen grünen Aufruf, bei der nächsten Version einfach noch ein wenig nachzulegen. Allein schon aus Lokalpatriotismus...

Nichts zu schimpfen über MacJournal

Dass es auch anders geht, beweist MacJournal in seiner aktuellen Version 2.1.1! Dan Schimpf hat da in der Tat saubere Arbeit abgeliefert (womit die schwachsinnige Headline dieses Tests ausreichend erklärt ist, oder?) und nicht von ungefähr einen Apple Design Award bei der Entwicklerkonferenz 2002 abgestaubt. Mit einer Software, die zudem in zig lokalisierten Versionen vorliegt - unter anderem auch in Deutsch. Applaus! Der Look des Programms entspricht weitgehend dem, was wir bereits im ersten Teil unserer Review als Quasi-Standard gesehen haben: Eine OS X Menüleiste, nach eigenenem Geschmack konfigurierbar, ein Hauptfenster mit Ausklappern nach links (= Journals) und rechts (= Einträge). Wie der Programmname schon andeutet, produziert MacJournal nicht einfach Notes (die als "Einträge" bezeichnet werden) sondern außerdem "Journale". Wobei ein Journal schlicht eine Art Themendach für eine beliebige Zahl von Einträgen darstellt. So weit kommt uns das alles sehr bekannt vor.

MacJournal

Paranoiker werden MacJournal lieben!

Spannend wird es jedoch in dem Moment, wo man sich mal anschaut, was man mit einem Journal so alles anstellen kann: erstens kann jedes einzelne Journal mit einem eigenen Passwort versehen werden, um den Inhalt vor neugierigen Augen zu verbergen. Und zweitens werden die Journal-Inhalte mit dem nahezu unknackbaren Blowfish-Algorithmus verschlüsselt. Hoppla, Dan, da hast Du ja eine wirklich klasse Idee gehabt! Dieses Feature allein ist fast schon das Programm wert. Das übrigens Freeware ist! Dagegen verblassen fast die sonstigen Funktionen wie PDF-Export, der einfache Drag und Drop von Bildern oder auch der Export kompletter Journale in .rtf oder HTML(!).

Mac Journal 2

Hätte ich einen Wunsch frei, würde ich VoodooPad (mit seinen cleveren Wiki-artigen Links) aus dem ersten Teil meiner Review mit Dan Schimpfs MacJournal kreuzen. Das Ergebnis wäre eine echte Killer-App! Aber auch so kann ich nicht umhin, MacJournal mit glatten ***** zu beglücken. Und wer weiß, vielleicht ist für die bevorstehende Version 2.5 sogar noch ein halbes Pünktchen mehr drin? Lassen wir uns überraschen.

Speedy Gonzales Notational Velocity

Scrod Arsware heißt die Softwareschmiede, die Notational Velocity herausgebracht hat. Nun ja, Softwareschmiede ist vielleicht zuviel gesagt, es handelt sich um ein klassisches Ein-Mann-Unternehmen. Und Zachary Schneirov ist der Entwickler. Ich verkneife mir mal alle deutschen Verballhornungen dieser Namen und komme direkt zum Kernpunkt des Programms: Alle wichtigen Funktionen von Notational Velocity können auch ausschließlich via Tastatur benutzt werden! Zum Glück sind auch alle Shortcuts im Help-Menü dokumentiert. Was natürlich ein Quell der Freude ist für jeden Shortcut-Jongleur. Womit zugleich das "Velocity" von Notational Velocity ausreichend erklärt ist, denn zugegebenermaßen arbeitet man mit der Tastatur schneller als mit Maus oder Trackball. Einer von vielen Vorzügen, die Scrod Arsware uns auf der Homepage sehr selbstbewusst als Überlegenheit des Programms beschreibt und begründet.

Notational 1

NV brilliert mit Tempo und schnellem Arbeitsfluss, beides offenbar ein Grundziel des mit nicht mal 150 Kilobyte extrem schlanken Programms. Auch die Suchfunktion von NV ist überaus flott: Noch während man im Search-Feld einen Text eingibt, wird dieser bereits in Echtzeit Stück für Stück ("incremental search") als Suchfilter abgearbeitet. Und zwar sowohl auf der Ebene der Notiznamen wie der Volltextinhalte.

Geschwindigkeit ist alles

Überhaupt scheint Zachary Schneirov (ich liebe diesen Namen!) sein Handwerk zu verstehen. Denn er hat alles weggelassen, was unnötiges Designwischiwaschi wäre. NV ist tatsächlich eine Notizverwaltung in perfekter Stromlinienform. Puristisch und sauschnell. Selbst das Fenster für Notizeingabe ist identisch mit dem Suchfenster. Klar, warum zwei Fenster vorsehen, wenn eines genügt.

Notational 2

Diese knallharte Effizienzdenke zieht sich durch bis in die Empfehlungen auf der Homepage, wenn Zachary dort darauf hinweist, dass Name bzw. Beschreibung einer Notiz dem Inhalt entsprechen sollte. Wie wahr! Ein echter Performance-Fanatiker war da am Werk. Und einer, der auch an die Sicherheit gedacht hat. Denn auch Notational Velocity beglückt uns Sicherheitsfanatiker mit einer Verschlüsselung seiner Daten, und zwar mit Hilfe des 128-Bit IDEA-Algorythmus. Nun, das ist immerhin besser als nichts, wenn damit auch nicht das von MacJournal vorgelegte Level erreicht wird. Insgesamt kann ich nicht umhin, NV mit **** zu bewerten und sogar noch einen halben Punkt draufzulegen für die konsequent schlanke Programmierung.

Zum Abschluss unserer heutigen Rundreise durch den Dschungel der Notiz-Applikationen noch ein paar generelle Gedanken zur Sache. Der Hauptknackpunkt bei einem Programm dieser Kategorie liegt wohl darin, jedes nur denkbare Datenformat nutzen und organisieren zu können. Genau das ist auch der hauptsächliche Unterschied zu allerlei konkurrierenden Programmen aus den Bereichen Textverarbeitung, Datenbank oder auch Präsentationsprogramm, die oft ihr eigenes proprietäres Format bevorzugen. Ein optimaler Notizzettel-Ersatz hingegen muss so eine Art Schweizermesser sowohl für ganz normale Anwender wie auch professioneller für Texter, Autoren und Internetrechercheure sein. Flexibel, nicht mit Features überfrachtet, intuitiv erlern- und bedienbar, schnell und natürlich nahtlos in Apples Mac OS X eingebunden. Diesem Anspruch ist jedes der hier heute vorgestellten Programme gewachsen, mit natürlich unterschiedlichen Schwerpunkten. Wieviel zu viel ist und wie wenig zu wenig, das muss jeder Anwender für sich selbst entscheiden. Und vielleicht ist ja noch mehr noch besser? Seien wir also gespannt, ob die Software-Schwergewichte im demnächst folgenden 3. Teil dieser Reviewserie noch eins draufsetzen können. CU!

Die Helferlein aus Teil 2 auf einen Blick

Circus Ponies Notebook 1.1: 8,5 MB; Mac OS X 10.1; 49.95 US$
AquaMind NoteTaker 1.6.2: 14,5 MB; Mac OS X 10.1; 69.95 US$
Bruno Blondeau iOrganizeX 5.0.1: 1,3 MB; Mac OS X 10.2; 19.95 US$
DSD Notio 1.1: 0,9 MB; Mac OS X 10.1; Shareware 19 Euro
Dan Schimpf MacJournal 2.1.1: 0,6 MB; Mac OS X 10.1, Freeware!
Scrod Arsware Notational Velocity 1.1.1: 0,14 MB!; Mac OS X 10.2; Freeware!

Außer Notio (Link siehe zu Anfang) können alle Programme über Versiontracker heruntergeladen werden.

Kommentare

Vielen Dank!

Von: Paso | Datum: 20.10.2003 | #1
Auch wieder für diesen schönen zweiten Teil!

--
Read fscklog
[Link]

Sticky Brain

Von: Nr17 | Datum: 20.10.2003 | #2
Klasse Test - genau wie Teil 1. Der hat mich so heiss gemacht, dass ich täglich auf die Fortsetzung gewratet habe. Insbesonere weil dort der Test zu Sticky Brain versprochen wurde. Der scheint jetzt aber ganz herausgefallen zu sein. Gibt es dafür einen Grund? Zumal man als .Mac User dieses Programm kostenlos bekommt.

littlesecrets

Von: m | Datum: 20.10.2003 | #3
ich verwende "littlesecrets", und hätt nicht gedacht, das es soviele programme dieser art gibt. nicht schlecht...

@Nr17

Von: Roland | Datum: 20.10.2003 | #4
Sticky Brain kann ich gerne noch in den dritten Teil mit reinzwängen. Die für Teil 2 getroffene Auswahl schien mir einfach spannender. Sticky überschneidet sich recht stark mit einigen der bereits vorgestellten Helferlein, und mir lag daran, möglichst viele verschiedenartige Lösungen zu besprechen... ;-)

@roland

Von: cyrus | Datum: 20.10.2003 | #5
wenn es noch soviele Unbesprochene Helferlein gibt, was hält dich von einem vierten Teil ab in ca. 1 Monat. Dann kannst du im 5. Teil schon wieder die Applikationen des ersten Teils in 2 Monaten besprechen, die bis dahin sicherlich in einer neuen Version erschienen sind. Hehe. Nee wirklich finde ich gut, das du hierzu einen Test machst, weil sowas sonst niergends getestet wird. Ich denke es wäre zudem sehr interesant, welches dieser Programme sich gut mit den über das neue Mikrofon des iPods aufgenommenen Sprachdateien zurecht kommt. Ich denke die Organisation dieser Sprachdateien ist für jeden iPod nutzer von starkem Interesse.

@cyrus

Von: Roland | Datum: 20.10.2003 | #6
Anregung angekommen ;-))

Übersehene Features in MacJournal

Von: Chris | Datum: 20.10.2003 | #7
Zwei Features, auf die bei MacJournal nicht eingegangen wurde:

Es bietet eine Anbindung an LiveJournal und Blogger!

Es hat einen eingebauten HMTL-Export mit frei konfigurierbaren Templates, mit denen es sich im Prinzip auch als einfaches Stand-alone-Blog-tool nutzen lässt!

Und Version 2.5 (fc5) rockt ...! :-)

Toll, klasse - prima !-)

Von: RoB*-) | Datum: 20.10.2003 | #8
Hab' gleich mal MacJournal 'runtergeladen und siehe : Man(n) spricht (tatsächlich;) Deutsch : "Verwenden Sie das Element Journale in der Symbolleiste um Ihre Journale anzuzeigen, und verwenden Sie das Element Einträge um Ihre Einträge anzuzeigen. Sie können für den Anfang diesen Eintrag löschen (oder einfach einen neuen anlegen).
Ich hoffen Sie arbeiten gern mit MacJournal!"
Die Passwort-Paranoia hab ich zwar nicht - aber trotzdem gut zu wissen - es geht, wenn unbedingt nötig !
Und dat als Freeware! :))
Danke Roland {& Dan} !

Noch ein Tip: Idea Knot

Von: macbeth | Datum: 20.10.2003 | #9
Danke für die Übersicht! Falls du noch Vorschläge für die nächste Folge brauchst: Ein ziemlich einzigartiges Programm zum Sammeln und Arrangieren von Texten ist Idea Knot (siehe Link unten). Ist zwar noch im frühen Beta-Stadium, aber völlig stabil und alltagstauglich - es fehlt nur ein bisschen Oberflächenschliff. Die Besonderheiten:
- Man kann beliebig viele Datenbanken anlegen.
- Man trägt in jeder Datenbank seine Fragmente, Ideen, Zitate und Texte zusammen, die man dann bestimmten Themengruppen (auch mehreren zugleich) zuweisen kann.
- Die Reihenfolge, die Gruppenzugehörigkeit etc. sind ganz flexibel per Drag'n'Drop veränderbar - einfach genial, um aus vielen Einzelideen einen durchgehenden, folgerichtigen Text zu basteln. Man sich jederzeit eine Gesamtansicht anzeigen lassen und überprüfen, ob Übergänge und Logik stimmen.
- Idea Knot ist nur für reinen Text geeignet, nicht für Bilder und anderen Multimedia-Kram - für andere vielleicht ein Nachteil, aber ich finde diese Konzentration aufs Wesentliche sehr angenehm.
Es fehlt noch alles Mögliche bis zur Finalversion, z.B. ein besseres Interface, ein paar Voreinstellungen und mehr Exportmöglichkeiten (im Augenblick gibt's "nur" XML-Export), aber das Grundkonzept ist so gut, dass ich lieber mit diesen Nachteilen lebe, als die ausgereifteren Programme zu nutzen.

Download, Source Code und ein paar Tips und Tricks gibts hier:

[Link]

m.

MacJournal kann Querlinking

Von: Martin | Datum: 20.10.2003 | #10
Der Author sähe ja gerne die Kreuzung zwischen MJ und VoodooPad. Nun das Querlinking geht schon. Einfach per Apfel-K den Linkdialog oeffen und einen anderen Journalentry reindraggen und schon hat man einen Querlink :-))

littlesecrets ist toll

Von: Jerry | Datum: 20.10.2003 | #11
littlesecrets kostet nur 7 € (der Autor verschickt die Seriennummer sogar gegen Rechnung).
Es ist klein, schnell und hat eine mörder Verschlüsselung, falls man seine Sachen sichern will.
Es gibt Kategorien und vor allem ist das Programm nicht mit tausend Funktionen überfrachtet.
Mein kleiner Liebling ;-)

Vorankündigung

Von: Roland | Datum: 25.10.2003 | #12
Meine drei Kandidaten für den 3. Teil mit den Schwergewichten unter den Helferlein stehen nun fest: Boswell, Tinderbox und Grokker (den ich neulich versehentlich als "Gekko" bezeichnet hatte, wieso eigentlich?). Hat darüber hinaus noch jemand Sonderwünsche? (Ja, LittleSecrets wird auch zur Sprache kommen ;-)...

Import Export der Infos

Von: jochen | Datum: 25.10.2003 | #13
Mich würde mal ineressieren ob und wie evtl. sich der Nozizzettelinhalt mit evtl anderen Programmenaustauschen lässt.
Konkret teste ich grad NoteBook. Was ist wenn dieses Programm eingestellt würde????
Wenn ich mich ein Thema eingearbeitet und dementsprechend Verküpfungen, Indexe usw. erstellt habe. Wie kann ich das dann nutzen in einem anderen Programm, falls was ich ja nicht hoffe NoteBook nicht mehr existiert oder ich was anderes nutzen möchte!!

Jochen

Zwangsregistrierung bei Circus Ponis Notebook

Von: victor | Datum: 25.11.2003 | #14
Ich fand den Bericht über Circus Ponies Notebook erst einmal sehr interessant und wollte mir die Demo mal ansehen ... und dann soll ich mich bei denen registrieren? Sorry, aber so nicht.
BTW es scheint sich jetzt sowieso eine Unsitte breit zu machen, für eine einfache zeitbegrenzte Demo eine Registrierung mit gültiger eMail zu verlangen. Das kann ich nicht einsehen, nicht im Zeitalter von Spam und Datenmißbrauc. Also, dumm gelaufen Circus Ponie, einen potentiellen Kunden vergnazt

MacJournal unterschätzt ..

Von: chris | Datum: 20.12.2003 | #15
Erstmal vielen Dank für den gut recherchierten Artikel - hat mir bei meiner Entscheidung sehr weitergeholfen.
Übersehen wurde aber, dass MacJournal auch eine Verlinkung zwischen einzelnen Einträgen eingebaut hat: Einfach im "Link bearbeiten"-Dialog eine Notiz aus dem Schubfach in das URL-Feld ziehen und siehe da, es erscheint ein macjournal:// - Link!

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Von: webcam girl teen sluts | Datum: 30.12.2005 | #16
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probleme in iOrgaize 6.x

Von: manfred schindler | Datum: 03.06.2006 | #20
hallo!

ich muss vorrausschicken dass ich mir noch nicht sicher bin ob ich nicht eine denk- bzw bedienfehler mache...


ich hab bis vor kurzem zur vollsten zufriedenheit mit der iOrganize version 5.x gearbeitet. habe mir jetzt doch die 6.x runtergeladen, weniger wegen dem look sondern wegen der möglichkeit subkategorien anzulegen.

allerdings habe ich probleme mit links zu files (egal ob pdf, word, wexcel, html...)in dieser version:
1) die alten links aus den importierten notes funktionieren nicht mehr
2) viel schlimmer: wenn ich in eine notiz ordner, oder dokumente reinkopiere geht das mit drag und drop überhaupt nur bei pdfs. wenn ich es mit copy und paste mache, verschwinden die links immer wieder von zeit zu zeit, oft schon nachdem ich nur eine andere note angeschaut habe. die note ist ganz einfach leer. und das auch wenn ich dazwischen save gedrückt habe.

kennst jemand das problem?


bruno blondeau hab ich schon geschrieben, warte aber noch auf antwort.

gibts eigentlich irgendwo ein helpfile, ein FAQ oder ein forum für dieses progi?

liebe grüsse
manfred

[Link]

Von: Carribean-Caribbean-Carnival-Royal-Alaska | Datum: 29.08.2006 | #21
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