ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 250

Telekom im Frühling: muß Sommer gehen?

Der rosa Riese verliert vielleicht seinen Chef

Autor: bh - Datum: 07.05.2002

Ein Lieblingsthema der Journalisten hat immer Saison: die Deutsche Telekom. Der Mann mit der randlosesten Brille und den markigen Sprüchen hat gerne für die Illustrierten posiert - nun sind ihm Medienkontakte eher unangenehm. Die Süddeutsche Zeitung flüstert bereits von seiner Ablöse, da der Bund ja schließlich Hauptaktionär der DT mit fast 44% ist. Der Aktienkurs ist mit 12,53 Euro auf einem neuen Tief angelangt - auch weit unter dem Ausgabekurs von 14,57 Euro. Seit sieben Jahren führt Ron Sommer die Deutsche Telekom und hat vor allem Aquisitionen vorzuweisen. "Ich kann jedes Unternehmen kaufen, das ich will", war einer seiner besten Sprüche - der ihn prompt Medienschelte einbrachte. Wer in den US-Markt für Mobiltelefonie einsteigen will, macht besser nicht einen auf unsympathischer Deutscher mit dicker Brieftasche. Ron Sommer: zwischen Genie und Wahnsinn ist ein schmaler Grat, auf dem die Top-Manager tanzen. Sollte die politische Führung in Berlin Sommer tatsächlich die Unterstützung entziehen, geht es weiter abwärts mit dem Unternehmen - aber das tut es ohnedies, und zum Thema DSL hat wohl jeder Leser was zu erzählen. Wenn Ron Sommer wirklich gehen muß, werden wir uns mit einer eigenen Story der Telekom widmen - frei nach dem alten Sprichwort: "was fällt, das soll man stossen"...

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