ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 2528

SCO überspannt den Bogen

Gebt den Frottern die Peitsche - irgendwann reichts dann!

Autor: bh - Datum: 07.11.2003

SCO will vor Gericht nun Einblick in ALLE von IBM je fertiggestellten Versionen von AIX (IBMs Haus-Unix) bekommen. Weiters soll IBM Auskunft über mehr als 7000 Entwickler geben, die an diesen Millionen Codezeilen gearbeitet haben. Das alles soll nun vorgelegt werden, damit SCO endlich klar sagen kann, in welcher Hinsicht seine Rechte verletzt worden sind. Das Unternehmen bemüht sich nicht mehr, die Verzögerungstaktik zu verschleiern. In diversen Interviews wurde bereits festgehalten, daß die SCO-Granden sich eine Übernahme durch IBM wünschen. Mit dem amerikanischen Rechtssystem ("Und willst Du nicht mein Bruder sein, dann klag ich meine Rechte ein") als Nebelwerfer geht hier ein relativ substanzloses Unternehmen gegen einen Branchenriesen vor. Man ist geneigt, für den kleinen David mit der Steinschleuder Sympathie zu empfinden. DIESER David allerdings ist ein kleiner Rotzlöffel und es steht zu hoffen, dass demnächst ein gefinkelter Gegenanwalt, entschlossener CEO oder entscheidungsfreudiger Richter endlich SCO das Genick bricht. Wenn die Softwarebranche etwas nicht braucht, dann Rechtsunsicherheit wegen anwaltlicher Beutegier. Die Kanzlei Boies, Schiller & Flexner, die SCO vertritt, ist bereits mit 20% bei diesem guten Kunden eingestiegen - bekäme also anteilsmässig fette Golddukaten auf die Kralle, wenn SCO gegen IBM obsiegt. (Einen Anwalt durch Überlassung einer Quote der erstrittenen Summe zu entlohnen ist zumindest hierzulande sittenwidrig.) Wenn SCO den Weg der Tamagotchis gegangen ist, werde ich das Glas auf Lou Gerstner erheben. We shall prevail... ;-)

Kommentare

War da nicht mal . . .

Von: Stefan | Datum: 07.11.2003 | #1
vor einiger Zeit ein Bericht das sich M$ irgenwie ans SCO beteiligt hat?
So in der Reihenfolge: SCO verklagt IBM und Linux, M$ (findet endlich eine Möglichkeit gegen das verhasste Linux und auch gleich gegen andere, unliebsame Konkurrenten (IBM mit AIX im Serverbereich, mit Linux im kleinen Serverbereich etc.) vorzugehen und) kauft sich bei SCO ein. Der Text in der großen Klammer ist meine Interpretation.

Nö, nicht beteiligt...

Von: Kai (MacGuardians) | Datum: 07.11.2003 | #2
...zumindest nicht OFFIZIELL und DIREKT! ;-)

Sie waren allerdings die ersten, die eine von SCOs tollen "Lizenzen" gekauft haben! Also im Prinzip eine indirekte Bezahlung dafür, dass SCO im Unixland Terz ohne Ende macht!..

Meiner Meinung nach (und nicht nur meiner!) steckt hinter der ganzen Sache sowieso M$...

"Beteiligung" von M$

Von: Styx | Datum: 07.11.2003 | #3
Sogar mehr als das:

M$ ist einer der Hauptinvestoren von BayStar Capital, der Bank, die SCO gerade die 50Mio.$-Finanzspritze zukommen hat lassen. Ohne diese wäre SCO bäldigst pleite gewesen...

[Link]

Viel Spaß beim Verschwörungstheorien basteln!

Es wird Zeit, dass die Gerichte endlich reagieren...

Von: Kabe | Datum: 08.11.2003 | #4
... auch ein amerikanisches Gericht kann sich dieses Affentheater nicht länger bieten lassen.

Da kommt der *Kläger* und kann seine Klage in keiner Weise belegen. Nun soll die angeklagte Firma allen Code von Jahrzehnten auf den Tisch des Hauses legen, damit man dort nach Beweisen suchen kann?

Hier liegt eine gute Flasche Champagner, die nur auf den Tag wartet, wo diese Ratten den Löffel abgeben.

Kabe