ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 2538

Mac-Users Helferlein (3)

Die Sumo-Ringer kommen!

Autor: wp - Datum: 10.11.2003

Montag morgen - uaahhh. Einfach nicht die richtige Zeit für ausschweifende Metaphorik bei der Ankündigung neuer MacGuardians-Reviews. Bleiben wir also nüchtern - wo wir es doch endlich wieder sind.
Roland Müller ist es leider nicht mehr: nach dem dritten Teil seines Helferlein-Reviews, den wir uns heute genussvoll zu Gemüte führen dürfen, ist er hochgradig servilitätssüchtig und in diesem Sinne dermaßen auf dem Trip, dass noch ein vierter Teil folgen wird. Aber es ist ja nachvollziehbar, wo der Gute als Dr. Frankenmac mit einer einzigen OP-Schwester auskommen muss, dass ihn der Schwarm der virtuellen Assistenten in die Verzückung treibt. Und bei den in diesem dritten Teil beschriebenen Dingen handelt es sich ja auch um ziemlich starken Tobak, wie dem Untertitel zu entnehmen ist. Da kann am Wochenende noch so viel Rausch gewesen sein: Dieses grüne Kraut der Extraklasse sollte wohl jeder probiert haben.

Der Testmarathon geht weiter, und noch immer ist kein Ende abzusehen. Geschieht mir recht. Ich hätte ja ein harmloseres Thema aussuchen können. Nun müssen wir da halt durch. Gemeinsam. Jaja, solche Helferlein können schon süchtig machen. Und nachdem wir in den ersten beiden Folgen dieser ausufernden Review nun schon neun verschiedene Programme mit zum Teil recht unterschiedlichen Konzepten unter die Lupe genommen haben, sollen heute die Hechte im Karpfenteich der Ideen-, Daten- und Notizenorganisierer ins Visier genommen werden. Es sind diese:

Boswell 3.1
Eastgate Tinderbox 2
Groxis Grokker 1.0

Alle natürlich in der jeweils neuesten Version für Mac OS X. Wobei Grokker lediglich als Preview-Version der kommenden finalen v1.0 vorlag. Was das bedeutete, dazu später mehr. Und falls jemand im Internet nach Tinderbox 2 googelt - bitte nicht verwechseln mit den gleichnamigen Visual Effects Filtern von The Foundry für Adobe After Effects!

Im Teil 4 (wiederum in etwa 14 Tagen) nehme ich mir dann abschließend diverse Beta-Software vor, die zu beobachten sich lohnt, sowie ein paar eher exotische Spezialisten. Und ich gebe meine ganz persönliche Empfehlung ab, was sich für wen warum empfiehlt. Und welche Helferlein-Kombination ich für meine eigenen beruflichen Zwecke in Zukunft einsetzen werde.

So, damit genug der Vorrede. Jetzt geht es ans Eingemachte. Beginnen möchte ich mit Boswell 3.1, der ersten nativen für Mac OS X entwickelten Version des bekannten (?) Privatarchiverwalters...

Boswell 3.1 – Your Personal Archive Librarian

Und gleich zu Anfang möchte ich darauf hinweisen, dass Boswell auch in dieser aktuellsten Inkarnation ausschließlich auf die Verwaltung, Organisation, Archivierung und Durchsuchung von Texten spezialisiert ist. Sorry, Leute, keine Audiofiles, keine Bilder und schon gar keine QucikTime-Movies. Nur und ausschließlich Text. Das aber nach wirklich allen Regeln der Kunst. Bevor wir uns in die Tiefen dieses komplexen Archivars stürzen, ein Wort zur Warnung: Wenn mir je ein Helfer(lein) untergekommen ist, bei dem das intensive Studium des umfangreichen Tutorials - das man dankenswerterweise hier herunterladen kann - ein absolutes Muss ist, dann ist das Boswell! Ich gestehe hier ganz öffentlich, dass ich zu Anfang ein paar Schwierigkeiten hatte zu verstehen, wofür Boswell eigentlich gut ist. Doch nach einer Weile Studium des besagten Tutorials begann es mir dann zu dämmern.

Kein Programm im üblichen Sinn

Boswell ist eigentlich weniger ein Programm im herkömmlichen Sinne (wie etwa eine Textverarbeitung), sondern eher eine Art Finder- oder Browser-Umgebung für Textdateien. Oder ein Privat-Bibliothekar, der E-Mails, aus dem Web kopierte Textpassagen, Telefonnotizen, Recherchetexte, spontane Ideen und Einfälle, Adressen und ganze Romane archiviert, organisiert, (zeitlich) katalogisiert, strukturiert, sortiert und jederzeit wieder abrufbar macht. Dummerweise ist das verbunden mit allerlei neuen und ungewohnten Begrifflichkeiten wie Zapping, Zipping, Put-Zapping sowie von unseren sonstigen Notizzettel-Varianten bereits bekannten wie Entries, Notebooks, Libraries und Journals.

Willkommen in der (fast) unendlichen Bibliothek

Was tut man also konkret? 1.) Man sammelt Textdaten in einem Journal. 2.) In beliebigen Abständen lädt (zapped) man diese dann in die Library und legt sie dort in einem thematisch passenden Notebook ab. Millionen solcher Einträge in maximal 4000 verschiedenen Notebooks sind möglich. 3.) Alles, was sich im Journal befindet, kann noch verändert werden. Hingegen kann alles, was sich mal in der Library befindet, nicht mehr verändert oder gelöscht werden. Richtig gelesen! Editieren oder löschen ist nicht mehr möglich! Was den Vorteil hat, dass keine Informationen verschwinden können. Und den Nachteil, dass man im Nachhinein nicht mehr umformulieren kann. 4.) Alles, was sich in der Library befindet, kann natürlich jederzeit wiedergefunden, erneut herauskopiert und dann verarbeitet werden. Im Prinzip so, als würde man sich in einer richtigen Bibliothek befinden. Wo man ja auch die vorgefundenen Bücher nicht fleddert, Seiten herausreißt, reinkritzelt etc. Sondern allenfalls kopiert. Was gemäß diesem Bild denn auch geht, ist zum einen das besagte Herauskopieren eines Textes (zur Weiterverarbeitung) sowie eine ziemlich raffinierte Suche mit Hilfe von „Clues“, Schlüsselformulierungen bzw. einer Headline, die man jedem Texteintrag beim Archivieren gibt, anhand derer dann der abgelegte Text charakterisiert wird und damit im zunehmenden Volumen der abgelegten Dateien jederzeit und überaus schnell wiedergefunden werden kann.

MWW statt WWW

Wem diese Metapher der Bibliothek zu tröge ist, der kann sich Boswell auch wie ein lokales WWW auf dem eigenen Mac vorstellen - ein Mac Wide Web gewissermaßen. Dieses Web verfügt über Suchmaschinen (wie Boswell). In diesem Web gibt es zahllose Websites (Boswells "Notebooks"). Jede Website ist in einzelne Webpages gegliedert (Boswells "Entries"). In diesem Zusammenhang und an dieser Stelle verweise ich auf den überaus lesenswerten und wesentlich ausführlicheren Boswell-Testbericht von Charles Moore in AppleLinks.

Soviel ist jedenfalls klar: Mit diesen Eigenschaften richtet sich Boswell eindeutig und ausschließlich an Berufsschreiber wie Texter, Autoren, Journalisten, Wissenschaftsredakteure etc. Eben an all jene, die in kurzer Zeit und oft ein Leben lang große Mengen Text recherchieren und generieren und jederzeit ihre Quellen belegen und benutzen können müssen. Und die naturgemäß ein Faible für eine ausführliche Programmsteuerung per Shortcuts haben...

Schade, dass Boswell eines nicht kann: für Augenmenschen die verknüpften Einträge und Texte auch visuell in einen Zusammenhang setzen. Kann man darauf verzichten, ist Boswell, in dem was es tut, nahezu perfekt und damit allemal **** wert.

Tinderbox 2 von Eastgate - sehen, wie die Dinge zusammenhängen

Wer sich für die Arbeit in einer Bibliothek nicht so recht begeistern vermag, der wird vielleicht mit meinem zweiten Testkandidaten eher warm werden: Tinderbox 2. O-Ton Eastgate: "Tinderbox is a personal content management assistant. It stores your notes, ideas, and plans. It can help you organize and understand them. And Tinderbox helps you share ideas through Web journals and web logs." Okay, so weit, so eindrucksvoll. Was tut Tinderbox also? In einem Satz: Es verbindet die visuelle und hierarchische Organisation von Notizen mit einem Publishing-Ansatz. Recht spannend ist, wie Tinderbox dies erreicht - nämlich als eine Art Mindmapping-Schweizermesser!

Kopfarbeitern geht das Herz auf

Tinderbox legt Mindmaps an, die (mit einem Klick umschaltbar) in den Darstellungsformen Outline, Map oder Tree dargestellt werden können, im Doppelfenster (wie von einigen der in Teil 1 und 2 dieser Review vorgestellten Notizzettelprogrammen bereits bekannt) mit Notizen oder auch längeren Texten ergänzt, vernetzt, miteinander verlinkt, umarrangiert, in Farbe und Form gebracht und mit Themenfeldern unterlegt werden. Hoch komplex und entsprechend erklärungsbedürftig erscheinen mir die Beziehungen, die man aus einem Submenü zwischen den einzelnen Einträge der Mindmap herstellen kann. Hier empfiehlt es sich, die Doku auf der Tinderbox-Website sehr genau durchzulesen!

Tinderbox bietet darüber hinaus die Möglichkeit, eigene Agenten (smart agents) zu definieren, die nach den Vorgaben des Anwenders Verbindungen zwischen Notizen "entdecken" bzw. herstellen, an die man beim Niederschreiben vielleicht selbst noch gar nicht gedacht hat. Diese selbst definierten Agenten können die gesamte Struktur permanent durchforsten und aktualisieren.

Tinderbox 2 unterstützt natürlich echte Hyperlinks und auch Links im Wiki-Stil. Gegenüber der Vorversion wurde die Verarbeitungs-Geschwindigkeit deutlich erhöht und die Benutzeroberfläche optimiert. Es gibt nun Assistenten zum Einrichten eines persönliches Weblogs. Notizen in Tinderbox 2 können als Weblog-Einträge direkt an gängige Weblogprogramme übergeben werden.

Ein Bloggertraum

Und die vielleicht größte Stärke von Tinderbox: Es ist ein Traum für Weblogger! Und ein spannendes Tool fürs Personal Publishing. Denn es dient zugleich als Frontend zur Organisierung des eigenen Blogs (inklusive vorgefertigter Weblog-Templates!) und verträgt sich zudem bestens mit den gängigen Blogging-Scripts und -Tools auf dem Server wie Blogger, GreyMatter, Radio Userland, Movable Type etc. Dies geht so weit, dass man bspw. die eigene Webpage zu einem Tinderbox-Template verarbeiten kann. Auf dem man dann eine Stelle definiert, an der neue (Tinderbox-) Einträge auftauchen sollen. Platzhalter setzen. Und fröhlich in Tinderbox die Einträge schreiben.

Für Blogger ohne Zweifel eine feine Sache. Zumal sich dadurch auch für die Archivierung alter Einträge neue Möglichkeiten eröffnen über die übliche datumsabhängige Sortierung hinaus. Wenn man zudem ein RSS-Feed wünscht, dann kann auch da Tinderbox dienen: RSS 0.91, RSS 0.92 und RSS 1.0 Feeds sind vorgesehen und jedes andere zukünftige XML-Format kann implementiert werden. Speziell Wiki-Fans werden von einer weiteren Eigenschaft Tinderbox’ angetan sein: Wer mit einem Wiki arbeitet, das native Seiten abspeichert, kann deren Inhalte ganz einfach updaten, indem er die Wikifiles auf Tinderbox zieht oder Tinderbox in das Wiki exportiert. Ein Beispiel für ein Wiki, das komplett auf Tinderbox basiert, findet sich hier.

Der Fluch des Alleskönners?

Aber intuitiv? Nein, intuitiv zu bedienen ist Tinderbox 2 dann leider doch nicht. Jedenfalls nicht "aus dem Stand" und nicht genug, um die eigene Produktivität sofort gravierend zu erhöhen. Oder, wie ein Kommentar in einer der Online-Bewertungen so schön formuliert: "(...)Tinderbox is clearly the work of someone who thinks with a programmer's brain and never even tried to step back and take the average user's perspective."

Um hier nicht missverstanden zu werden: Ich halte Tinderbox gerade in der aktuellen Version für ein ziemlich brillantes Stück Software zum Organisieren von Projekten. Die schnelle Umschaltung von der Mindmap zur Exploreransicht ist höchst praktisch. Das visuelle Outlining, Mindmapping und Strukturieren der Daten könnte ein wunderbar intuitives Arbeiten bedingen. Wenn nur nicht permanent irgendwelche Boxen auszufüllen, herumzuschieben und zu verlinken wären. Für mein Gefühl hat sich Eastgate da ein wenig in der klassischen Programmiererfalle gefangen: Zuviel Funktionalität und Features in einem Programm bremsen den flüssigen Arbeitsablauf aus!

Sehr positiv zu bewerten ist hingegen Eastgates Idee, alles Wissenswerte zu Tinderbox 2 in einem eigenen TinderboxWiki zusammenzufassen. Das ist zusammen mit einer sehr ordentlichen Dokumentation eine gute Einstiegshilfe, vor allem aber eine sehr praktikable. Schade, dass diese nicht durch eine umfangreiche Auswahl von konkreten Anwendungsbeispielen ergänzt wird. Das würde die Möglichkeiten wesentlich plastischer aufzeigen. Wer sich also mit diesem, sagen wir mal, coolen Geek-Tool intensiver beschäftigen möchte, der hat ausreichend Gelegenheit, sich einzuarbeiten. Auch wenn das unter Umständen Tage oder sogar Wochen dauern kann... ;-) Geduldig, wie ich bin, vergebe ich nichtdestotrotz stabile ****.

Grokker 1.0 von Groxis - Information-Mapping für Ästheten

Ab einer bestimmten Größenordnung und Menge der Informationen führt kein Weg mehr an einer visuellen Darstellung vorbei, die zudem möglichst mit einem durchdachten und sinnvollen System von Links und Hyperlinks die Daten zu logischen Einheiten zusammenfasst. Genau das ist Sinn und Zweck und - ich nehme es vorweg - die große Stärke von Grokker. Selbst in der mir vorliegenden frühen Preview der Version 1.0 für Mac OS X. Grokker vermag Inhalte jeglicher Art grafisch darzustellen: Textdokumente, Bilddateien und QuickTime-Filme ebenso wie alle nur denkbaren Suchergebnisse aus dem Web. Alle Daten werden in eine überaus ästhetische und zugleich verblüffend sinnvolle grafische Ansicht namens "Map" verpackt: Darin wiederum in sogenannten "Nodes" - verschachtelte und Content-Schnittmengen bildende Kreise - in die man mit einem Klick hinein- und wieder herauszoomen kann. Der generelle Vorteil dieses Systems: Grokker gibt dem Anwender ein Gefühl für die Struktur seiner Daten und Suchergebnisse, lässt ihn niemals die Orientierung verlieren und minimiert mit einer wirklich genialen Optik die Gefahr, ein Dokument zu übersehen. Data mining at its best! Schauen wir uns also mal die Details an...

Schreck in der Downloadstunde!

Dazu vorab jedoch noch eine Warnung: Wie es sich gleich zu Anfang des Tests herausstellte, kann die von Groxis heruntergeladene Grokker (Preview) 1.0 Installationsdatei Grokinst.zip nur und ausschließlich mit Stuffit 8.0.1 ausgepackt und installationsfähig dargestellt werden! StuffIt Deluxe 8.0 ist dazu auf Grund eines Bugs nicht in der Lage. Also vorher bitte (kostenlos) auf 8.0.1 aktualisieren!

Es darf "gegrokkt" werden

Starten wir nach erfolgreicher Installation Grokker, öffnet sich ein Doppelfenster. Links finden wir nach dem Tab-Prinzip organisiert diverse Einstelloptionen. Rechts das Zoomfenster, in dem eine Map mit ihren Nodes hierarchisch organisiert abgebildet wird, sobald wir "gegrokkt" haben ;-) Jaja, diese proprietären Begrifflichkeiten...

Tabula rasa - Tabs machen mich rasend? Aber nein!

Die Tabs im linken Fenster geben mir folgende Optionen: "Grok" benötige ich zur eigentlichen Benutzung des Programms, zum Daten sammeln und darstellen aka "grokken". Unter "Filter" stelle ich die diversen Filteroptionen ein, nach denen ich die gesammelten Daten weiter durchsuchen will. "Browse" stellt im OS X Finder-Stil horizontal die Qualität der Information nach Kategorie, Fokus und Content dar. Ein Doppelklick hier (oder im rechten Fenster in einen Node) öffnet in Safari die jeweilige Quelle. "Detail" liefert von einer angewählten Information alle Key-Daten auf einen Blick und unter "Adjust" finde ich schließlich die Variablen für Look und Feel der Datendarstellung.

Bevor wir grokken ist wichtig zu wissen: In der Grundausstattung kommt Grokker 1.0 lediglich mit folgenden vier Information Source Plug-ins (= Zugriffsmöglichkeiten auf spezifische Locations, Suchmaschinen etc.):

Teoma, eine der innovativsten Suchmaschinen im Web
Enhanced Open Directory ProjectODP
Amazon.com
My Files

Letzteres ist das Plug-in, um auf alle Daten der eigenen Festplatte sowie aller im Netzwerk erreichbaren Platten zugreifen zu können. Weitere Plug-ins sollen in Zukunft folgen. Was ich doch sehr hoffe! Denn mit einer größeren Vielfalt von Plug-ins nehmen auch die Möglichkeiten des Programms zu und es lässt sich besser für individuelle Vorstellungen feintunen.

Klick - Tipp - Grok!

Das "Grokken" selbst geht nun ganz einfach: Gewünschtes Such-Plug-in unter dem Tab "Grok" anwählen (z. B. Teoma), in "keywords" einen Suchbegriff oder eine Verkettung von Begriffen eintippen. Dann auf "Grok" klicken. Ergebnis: Grokker fischt alle auffindbaren Informationen aus dem Web (oder aus dem angewählten Ordner auf der Festplatte, wenn man das plug-in "My Files" gewählt hatte) und bildet sie im Zoomfenster rechts als in sogenannte Nodes strukturierte und zueinander in Beziehung gesetzte Map ab. Dabei gilt: Je größer ein Node in der Map, desto mehr Information enthält er. Je weiter seine Farbe im Blaugrünbereich liegt, desto älter ist diese Information und je roter, desto aktueller ist sie. Das Color-Coding ist selbstverständlich veränderbar. Ebenso wie die Formen der Nodes, die je nach Voreinstellung als Filter dienen können, um spezifische Informationsaspekte darzustellen. Dazu später mehr.

Ein Node, der wie eine plastische Kugel oder ein Wurmloch aussieht, zeigt an, dass die beinhaltete Informationsmenge größer ist als sich bei der eingestellten Auflösung des Zoomfensters darstellen lässt. Nodes können beliebig umbenannt, vergrößert, verkleinert oder verschoben werden. Informationen kann man aus einer Map (also der Gesamtheit der im Zoomfenster dargestellten Nodes) per Drag-and-Drop beliebig in andere Maps hinübergezogen werden. Maps lassen sich abspeichern, um sie zur späteren Verwendung (inklusive aller Informationsinhalte/Links) wieder öffnen zu können. Jeder per Drag-and-Drop verlagerte Node nimmt alle enthaltenen Informationen mit. Nutzlose oder uninteressante Nodes kann man löschen. Nodes können außerdem markiert werden zwecks Hervorhebung (per Check-Mark).

Nächste Station: Filtern

Auf den Inhalt der so entstandenen Map können nun Filter angewandt werden. Und diese variablen Filter fürs data mining sind in der Tat ein weiteres Glanzstück von Grokker. Zumal das jeweilige Filterset in seinen Eingabemöglichkeiten an das Plug-in angepasst ist, auf dem es aufsetzt: Amazon.com kann so u.a. nach Preisen gefiltert werden, die Suchmaschine Teoma nach Name, Beschreibung, Relevanz (Score) und Quelle der Information (kommerzielle Site, universitäre Site, etc.), ODP auch nach dessen Ranking; direkt auf der Festplatte sind die Filter Name, Dateigröße, Dateiart, Beschreibung, Datum anwendbar. Eine Vielzahl von Möglichkeiten also, um die gesuchten Informationen einzugrenzen. In einem weiteren Schritt hat man dann die Möglichkeit, mit den Funktionen "Dim", "Hide" oder "Compact" die Ergebnisse in eine optimierte Darstellung zu bringen. "Dim" färbt irrelevante Infos neutralgrau ein. "Hide" blendet irrelevante Infos ganz aus. "Compact" blendet irrelevante Infos aus und gruppiert die verbleibenden relevanten Daten fensterfüllend neu.

Das Ergebnis sieht nicht nur gut aus, es macht auch alle Verknüpfungen und Beziehungen zwischen den Daten klar. Fazit - mit allen Vorbehalten für eine Preview-Version (von der man kostenlos auf die finale, nach Aussage von Groxis noch einmal mit deutlich verbesserter Performance unter Mac OS X gesegnete Version aktualisieren kann, sobald diese verfügbar ist): ***** und ein halber *. Weil Grokker etwas völlig Neues ist, zeitgemäß und Mac-adäquat intuitiv bedienbar. Da kann ich es leicht verschmerzen, dass Grokker eigentlich kein Notizzettel-Organisator ist mit Textverarbeitungsmöglichkeiten wie viele andere der getesteten Programme. Insofern: Chapeau!

Die Helferlein aus Teil 3 auf einen Blick

Boswell 3.1: 2,9 MB; Mac OS X 10.1; 99.95 US$,
Eastgate Tinderbox 2: 2,0 MB; Mac OS X 10.2; OS 9.2.x; 145.- US$
Groxis Grokker 1.0 Preview: 3,4 MB; Mac OS X 10.2.6; 99.- US$

Wie üblich können alle Programme (außer Boswell) direkt über Versiontracker heruntergeladen werden. Oder von der jeweiligen Homepage des Herstellers.

Und noch ein Nachsatz nebst Ausblick: Nachdem dieser Dreiertest nun auch wieder arg lang geraten ist, gibt's einen Teil 4 unserer Helferlein-Serie, klar doch. Dieser beschäftigt sich dann mit diverser interessanter Beta-Software, die zu beobachten sich lohnt, mit dem Verschlüsseler LittleSecrets und der Killer-Kombination aus DEVONthink und DEVONagent. CU!

Kommentare

Stranger in a Strange Land

Von: Troy | Datum: 10.11.2003 | #1
" Jaja, diese proprietären Begrifflichkeiten... "

Grokken (oder groken) ist ja eigentlich eine Wortschöpfung von Robert A. Heinlein, die er den Marsianern und ihrem menschlichen Findling in den Mund legt ...
[Link]

Gute Programme...

Von: conjoint | Datum: 10.11.2003 | #2
Danke, für diesen guten Artikel. So muss es sein. Schöne Programme nett nahegebracht.

Und diese Sachen sind wirklich nützlich.

Das ist es was ein gutes Betriebssystem ausmacht. Was zählen das Benchmarks... :-))

Boswell minus **

Von: Robert | Datum: 10.11.2003 | #3
So leistungsfähig Boswell auch sein mag, würde ich glatt 2 Sterne für das visuelle Erscheinungsbild abziehen. Das Design ist so altbacken, die Schriften nicht geglättet, die Icons popelig, etc. So ist das eben, wenn man nur carbonisiert, aber nicht aquaisiert.
Mag sein, dass einem Text-Worker das egal ist, mir sticht das Äußere aber regelrecht ins Auge.

Tinderbox ...

Von: macbeth | Datum: 10.11.2003 | #4
Schön, dass du ein Zitat aus meinem Tinderbox-Review bei Macupdate gebracht hast (jaja, mein nom de guerre ist dort "gradus") :-) Es ist wirklich ein sehr faszinierendes Programm - und ein ungeheuer frustrierendes. Tinderbox gehört für mich zu einer ganz erlesenen Software-Kategorie: es ist so genial, dass es nicht mehr alltagstauglich ist. Aber genau deshalb sollte jeder, der sich für einen Denker und Schreiber hält (und das tun wir ja alle), sich dieses Programm unbedingt ansehen.
Ich bin gespannt auf die nächste Folge! Bei den Beta-Programmen (wie schon gewünscht) bitte Idea Knot nicht vergessen - die Entwickler haben seit Monaten kein Update mehr gebracht und könnten einen freundlichen Arschtritt in Form eines lobenden Reviews gebrauchen ...

m.

@macbeth

Von: Roland | Datum: 10.11.2003 | #5
Idea Knot ist bereits vorgemerkt und testbereit auf meinem Mac installiert ;-) Und das Zitat machte halt Sinn, weil es exakt auf dem Punkt ist...

w/kind regs (Roland)

Kollege kommt sofort

Von: Nemo | Datum: 10.11.2003 | #6
Kennste wahrscheinlich schon, nichtsdedotrotz:

[Link]

Diese Serie

Von: Thyrfing | Datum: 10.11.2003 | #7
will ich nicht mehr missen, los ran, ist Folge 5 schon in Planung? ...... :-)))

Thyr

@troy

Von: Roland | Datum: 10.11.2003 | #8
...selbst gefunden oder auch SF-Leser? Nur mal so aus Neugierde...

@Roland

Von: Troy | Datum: 10.11.2003 | #9
Gelegentlicher SF-Leser. "Fremder in einer fremden Welt" ist aber sicher eines meiner Lieblingsbücher.

grokker downloaden...

Von: m | Datum: 10.11.2003 | #10
... funzt nicht. :-(

@m

Von: Roland | Datum: 10.11.2003 | #11
Funzt schon. Du musst allerdings 99 US$ löhnen. Vorher. ;-)

Von: m | Datum: 11.11.2003 | #12
:-(

und nu?

Von: crashcoder | Datum: 10.01.2004 | #13
Was ist denn nun mit Teil 4??

hilfe!

Von: MJ | Datum: 27.06.2004 | #14
Wo steht Teil 4???????????? Muss zügig n Resumée ziehen und brauche dazu den 4ten Teil. Please....

Oh Notes

Von: radneuerfinder | Datum: 01.12.2004 | #15
Wo's mir gerade über den Weg läuft (ohne irgendwas von dem Programm zu wissen) Oh Notes:
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