ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 2585

Daten über den Feuerdraht

"IP over FireWire" in 10.3 Panther

Autor: flo - Datum: 25.11.2003

Mittlerweile sollte sich herumgesprochen haben, dass Apple das lange in der Betaphase hängen gebliebene "IP over FireWire" in 10.3 integriert hat. In der Netzwerk-Einstellung kann man den FireWire-Port als zusätzliche Netzwerk-Schnittstelle auswählen und ganz normal mit einer IP-Adresse versehen. Nachdem hier nun nach hartknäckigen Rückversicherungen zur Panther-Kompatibilität einiger Programme auch ein iMac dem Versuchskarnickel PowerBook auf die Pfade der schwarzen Katze gefolgt ist, haben wir - todesmutig wie die MacGuardians sind - die beiden gleich einmal per FireWire aufeinander losgelassen. Die "Testumgebung": Ein iMac stellt per FileSharing seine Platte einem PowerBook zur Verfügung, auf beiden Rechnern läuft 10.3.1, AppleTalk ist bei beiden ausgeschaltet. Der iMac ist zusätzlich per Ethernet mit dem restlichen Netz verbunden. Zuerst erfolgten einige Referenzübertragungen über Ethernet:

Ein 5,5GB großer Ordner (zwei Dateien) marschierte in zehn Minuten über das Netz, was einer Rate von ca. 9,4 MB/sec entspricht. Angesichts der 100MBit-Schnittstelle des iMac also nahe am Maximum. Bei der Übertragung eines rund 147 MB großen Ordners mit 93 Dateien blieb die Rate in etwa konstant (9,2 MB/s). Helios LANTest bestätigte diese Ergebnisse. Dieses nützliche (und kostenfreie) Tool misst zudem einige weitere Netzwerk-Aktionen, etwa das Erstellen, Öffnen und Schließen, Schützen und Entschützen von Dateien oder das Auslesen eines Directorys.

Nun der Parcours unter Verwendung des Feuerdrahtes. Statt Feuerwerk und Explosion mindestens eines beteiligten Rechners passiert beim Einstecken des FireWire-Kabels eigentlich nichts Aufregendes. Nach kurzem Zögern ist am PowerBook der iMac sichtbar (im Finder), beim Kopieren von Dateien gab es keine Auffälligkeiten - kein Stocken, kein Verlust der Verbindung, ein Unterschied zu einer normalen Ethernet-Verbindung ist nicht zu erkennen.

Der zeigt sich beim Kopieren des großen Ordners: Für die 5,5 GB benötigte die FireWire-Verbindung nur etwas über sieben Minuten, was einer Transferrate von ca. 13 MB/s entspricht. Von den theoretisch möglichen 50 MB ist das natürlich weit entfernt, auch die Durchsatzraten der beteiligten Festplatten können hier nicht der beschränkende Faktor sein. Trotzdem ist ein Zugewinn von rund 30% nicht von schlechten Eltern. Enttäuschend aber die Leistung beim Kopieren des 147 MB großen Ordners mit 93 Dateien. Hier war die Übertragung nur minimal schneller als via Ethernet (15 vs. 16 Sekunden).

LanTest bringt ein etwas überraschendes Ergebnis. Zuerst bestätigt es den Durchsatz von ca. 13 MB/sec (LANTest kopiert dazu 30 MB große Dateien). Allerdings bescheinigt das Tool der FireWire-Verbindung bei allen zusätzlichen Aktionen durchgehend etwa 30% schwächere Ergebnisse. Möglicherweise gibt es bei IP over FireWire also einen Overhead, der sich umso stärker bemerkbar macht, je kleiner die Datei ist und der auch alle Steuerbefehle (Auflisten, Öffnen, Schließen etc.) beeinträchtigt.

Als letztes noch eine Steigerung der Testumgebung: Zwischen den beiden Rechnern wurde eine FireWire-Festplatte geschaltet (IceCube, FW400). Auch so explodiert nichts, die Platte ist jedoch (logischerweise) nur an einem Rechner sichtbar - anscheinend an dem, der schneller ist und sich die Platte zuerst unter den Nagel reißt. Ob also IP over FireWire nun der Brüller ist sei dahingestellt. Immerhin funktioniert es und ist allemal bequemer als der Target-Mode.

Kommentare

target modus

Von: pal05 | Datum: 25.11.2003 | #1
rein um daten zu kopieren kommt mir nichts über den target modus! ein echter lebensretter

=)

Ich bin zufrieden mit der Performance

Von: Maxefaxe | Datum: 25.11.2003 | #2
Ist doch super. Die Beta-Version war ja oft sehr laahm. Ein Firwire-Kabel hat man leichter zur Hand, und zudem kann man Internetsharing jetzt auch per Firewire bekommen, da der Ethernetport frei fürs DSL bleibt und ich nicht immer umstöpseln muss wenn das Notebook vernetzt werden soll.

Internet-Sharing

Von: flo (MacGuardians) | Datum: 25.11.2003 | #3
Internet-Sharing, habe ich vergessen zu erwähnen, wollte zwischen PowerBook und iMac nicht funktionieren :(

Powerbook Festplatte

Von: Gunnar | Datum: 25.11.2003 | #4
"auch die Durchsatzraten der beteiligten Festplatten können hier nicht der beschränkende Faktor sein." - Ich finde das man das nicht einfach so sagen kann. Ich kann zwar nicht sehen, was für ein Powerbook Ihr verwendet habt aber 13 MB pro sec. kann bei so mancher Powerbookplatte schon der Anschlag sein.

Internetsharing geht..

Von: Maxefaxe | Datum: 25.11.2003 | #5
Der DSL-Rechner muss den Ethernet-Port zum Sharen auswählen, der Firewire-Mac muss auf den Firewire-Port für Internetsharing eingestellt werden. Zwischen Powermac und iBook hab ich das so schon hinbekommen.

Internet-Sharing

Von: Eric.p | Datum: 25.11.2003 | #6
Also ich habe das Problem des Internet-Sharings ziwschen Quicksilver und iBook gelöst, indem ich einfach eine günstige (15,- Eur) zweite Ethernet-Karte bei Conrad erworben habe. Den OS X Treiber für den RealTek Chipsatz runtergeladen, Karte installiert, Internet-Sharing aktiviert und das iBook per X-Link-Kabel drangeklemmt. Funktioniert wunderbar :-)))

@maxafaxa

Von: Don Del Aqua | Datum: 25.11.2003 | #7
dafür gibts doch die bessere lösung an jeder ecke und die heißt switch ( zur not auch hub, aus der grabbelkiste ). dann ist auch noch zu allem luxus der firewire-port für andere devices frei . . . :-)))

PowerBook-Festplatte

Von: flo (MacGuardians) | Datum: 25.11.2003 | #8
Im PowerBook steckt ne 5400 rpm IBM, die gegen das Original ausgetascuht wurde. Laut benchmarks liegt die Platte im Dauertransfer bei gut über 20 MB. Gerade bei den großen Files kann diese Platte also nicht bremsen.

Internet-Sharing

Von: flo (MacGuardians) | Datum: 25.11.2003 | #9
Dass es geht glaube ich gerne. Nur hier wollte es auf Anhieb nicht klappen. Internet-Sharing am iMac ist an, die Verbindung vom Ethernet wird von Rechnern via FireWire genutzt, steht da ;) Tut es aber nicht. Aber schon als ich mal das PowerBook via Airport an den iMac hängen hatte und Internet-Sharing einrichtete, ging es nicht auf Anhieb - whysoever.

Don Del Aqua

Von: Maxefaxe | Datum: 25.11.2003 | #10
Wozu soll ich Geld für ein Switch oder eine Ethernetkarte ausgeben wenn ich 2 Firewireports und ein Kabel kostenlos schon da hab? Versteh ich nicht.

@maxefaxe

Von: se_wi | Datum: 25.11.2003 | #11
mein Reden, hab immer ein Firewire Kabel rumliegen, und wenn nicht, wird das Kabel vom Brenner genommen, ran ans iBook und große Datenmengen schaufeln. Nur der Speed kommt bei mir nie auf eure Werte, mit Ethernet 5-6MB, per FW 7,5MB. Liegt aber sicher am lahmen G4 400, der bei Netzwerktransfers CPU mässig schon ziemlich gefordert wird.
P.S. Ethernet zwischen zwei G4 400s, FW Test zwischen G4 und iBook.
Ansonsten keine Konkurrenz für Ethernet sondern eine feine schnelle Ergänzung! ;-)

ip over firewire over ip

Von: mattik | Datum: 25.11.2003 | #12
Ich will ja nicht kleinlich sein, aber eigentlich sollte es im Titel doch "ip over firewire" heissen, oder? (am Ende steht's ja auch so). Andersherum wär's aber sicherlich auch interessant - für was auch immer...

Ich habe es nicht...

Von: AppleKing | Datum: 25.11.2003 | #13
Sehr komisch, aber mein dual G5 kann das unter Panther nicht.. :-(

AppleKing: Shame on You!

Von: AppleKing | Datum: 25.11.2003 | #14
okay, ich habe es doch.. :-)

super

Von: Bert | Datum: 25.11.2003 | #15
Na dann lieber AppleKing: GROUSOATIG! (so schreibt man das nämlich, falls es wirklich steirisch sein soll.) ;-) Gruß, Bert

Toll, aber was ist "6 zu 4"?

Von: Jörn (der andere) | Datum: 25.11.2003 | #16
…diesen Eintrag finde ich nämlich an meinem G4/733 Quicksilber (mit 10.3), wenn ich im Netzwerk-Panel die verfügbaren Ports aufklappe.

das ist so ein Netzwerkprotokoll der Zukunft...

Von: mcpic | Datum: 25.11.2003 | #17
braucht dich aber glaube ich jetzt noch nicht zu kümmern.

Apple hat halt schon einmal vorgesorgt.

Also ich habs gerade verscucht - aber ich kriegs nicht hin!

Von: mcpic | Datum: 26.11.2003 | #18
Beide Rechner (DualMac G4, imac) laufen unter Panther. Firewirekabel angestöpselt. Internet kommt über ADSL auf Ethernetkarte auf DualMac.

Dann zusätzlichen Firewire-Port auf beiden Rechnern angelegt.

Auf DualMac (sozusagen Router-Rechner) PPTP, Ethernet und Firewire-Port Konfiguration
auf imac nur FireWire (oder brauche ich dort auch Ethernet um z.B. Apple Talk zu aktivieren) - oder braucht man dort mehr.

Dann unter DualMac bei Sharing Internet Sharing aktiviert, Verbindung gemeinsam nutzen "Ethernet" - (stimmt das) und "mit Computern, die Folgendes verwende: FireWire ausgewählt".

Auf dem Imac so wie auf DualMac DHCP bei FireWire ausgewählt. Bei imac Internet-Sharing nicht aktiviert, da er ja nur holt.

... aber es funktioniert nicht.

Weiß nicht, ob mir jemand folgen kann, aber über etwaige Hilfe würde ich mich natürlich sehr freuen.

viele Grüße, macvolk

6 zu 4

Von: flo (MacGuardians) | Datum: 26.11.2003 | #19
Ich mag falsch liegen, aber ich dachte, das ist für den Fall gedacht, dass man einen Mac (mit 6-poligem FireWire) an einen PC (Sony etwa, mit 4-poligen FireWire aka i.Link) hängt...?

mattik:

Von: flo (MacGuardians) | Datum: 26.11.2003 | #20
Du hast natürlich recht mit der Überschrift - ist auch korrigiert.

6 zu 4

Von: solaris | Datum: 26.11.2003 | #21
Kurze Hintergrund-Info zu 6 zu 4:

Es gibt 6-polige FW Anschlüsse und 4-polige FW Anschlüsse.
Die 6-poligen sind in der Lage auch noch ein Gerät mit Strom zu versorgen, z.B. eine ext. 2.5'' HD im FW-Gehäuse kann ohne ext. Netzteil betrieben werden.
Die 4-poligen Anschlüsse liefern keinen Strom sondern nur die Daten. Die meisten PC-Card FW-Adapter haben nur einen 4-poligen Anschluss, da der PC-Card-Slot nicht genug Saft zum Betrieb eines Gerätes liefern.

solaris

Korrigenda: 6 zu 4

Von: solaris | Datum: 26.11.2003 | #22
...da der PC-Card-Slot nicht genug Saft zum Betrieb eines Gerätes liefern kann.

solaris

nochmal 6 zu 4

Von: Klugscheißer | Datum: 26.11.2003 | #23
Also laut Apple Hilfe kann man damit Verbindung zu einem IPv6-Netz herstellen, wie es z.B. in Forschungseinrichtungen verwendet wird. Das gegenwärtige Internet basiert auf dem IPv4-Protokoll (IP-Protokoll).

Aha.

Von: flo (MacGuardians) | Datum: 26.11.2003 | #24
Erwischt, Klugscheißer, ein Hilfe-Leser! Ts, dann kann's ja jeder :) Echte Männer schauen _nie_ in die Hilfe/Anleitung, sondern bohren erstmal drauf los :) Jawoll das.

old jokes

Von: grmpf | Datum: 26.11.2003 | #25
Read the fucking manual.
Why? I know how to fuck.

IPoFW

Von: neon | Datum: 27.11.2003 | #26
Im Artikel heißt es fälschlicherweise "FireWire over IP".