ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 2599

Was wurde aus der Spielkonsole „Pippin“?

Heute wollen wir innerhalb der Serie „Was wurde aus...?“ der Frage nachgehen, was denn aus „Pippin“ geworden ist und warum das Konzept nicht mehr weiterverfolgt wurde.

Autor: tj - Datum: 30.11.2003




Apple entwickelte Anfang der 90er Jahre eine Multimedia-Plattform, die in unterschiedlichen Bereichen eingesetzt werden konnte.
Pippin basierte auf einem Power-PC-Prozessor (603/66MHz) und einem CD-Laufwerk (4fach Speed). Apple erkannte recht schnell, dass sie mit einer reinen Spielkonsole gegen die etablierten Markteilnehmer (Nintendo und Sega) keinen Erfolg haben würden und versuchten aus diesem Grund „Pippin“ als Multimediasystem zu positionieren. Anhand der vielfältigen Anwendungsbereiche eignete sich die „Pippin“ als CD-Spielkonsole, als intelligentes Internet-Terminal, als Lernstation in Unternehmen sowie als POS- oder Info-Terminal.

Die Technischen Daten muten heute zwar etwas antiquiert an, für die damalige Zeit waren sie aber durchaus zeitgemäß. Die Grundausstattung umfasste einen 66-MHz PowerPC 603 Prozessor, 6MB DRAM Arbeitsspeicher und 1MB VRAM. Die Bildausgabe erfolgte wahlweise in PAL, NTSC, S-VHS oder im VGA-Modus. Die Tonausgabe bot mit 16 Bit Stereo nahezu CD-Qualität. Pippin war außerdem mit einem 14.4kbps Modem sowie einem 4X CD-ROM Laufwerk aber keiner Festplatte ausgestattet. Das Betriebssystem wurde von CD-ROM geladen. An das Gerät konnten bis zu vier Eingabegeräte für vier Spieler angeschlossen werden.

Apple lizenzierte die Pippin-Technologie 1996 an Bandai. Der Spiele- und Edutainment-Spezialist wollte das Gerät unter dem Namen "Atmark" auf den japanischen Markt bringen.
Bandai ging von einem Verkaufsvolumen von 500 000 Einheiten aus, welche jeweils zu einem Stückpreis von ca. 600 Dollar angeboten wurden.
Apple selber präsentierte „Atmark“ 1996 auf der Cebit, wo sie durchaus interessiert wahrgenommen wurde. Da sich „Atmark“ aber äußerst schlecht absetzen ließ, wurde das Projekt 1997 eingestellt, bevor der geplante Pippin 2 vorgestellt wurde.

Rückblickend lässt konstatieren, dass Apple mit seiner Vision der Multimedia-Konsole richtig gelegen hatte, aber wieder einmal einige Jahre zu früh dran waren.
Ein großes Manko war sicherlich, die geringe Anzahl an verfügbarer Anwendungen (Spiele), zum Scheitern führte aber wahrscheinlich das geringe Interesse der potentiellen Kunden an Multimedia- und Internettauglichkeit der Konsolen.

Haben Sie Anregungen für diese Reihe oder möchten Sie, dass wir herausfinden was mit einem bestimmten Produkt geschehen ist? Dann teilen Sie uns einfach Ihre Anregungen per E-Mail mit.

Kommentare

Markt zu gross/unübersichtlich usw.

Von: Sven Janssen | Datum: 30.11.2003 | #1
ich sage nur
- Jaguar Konsole von Atari
- Dreamcast von Sega
- Saturn von Sega

alles super Konsolen und alle den Bach runtergegangen.
Nur Sony konnte sich mit der Pixel Station 1 behaupten.
Dabei waren die Dreamcast wie auch auch der Jaguar von Atari der PS1 weit überlegen.
Nun schaut man sich PS2 vs XBox an.
die XBox der PS2 technisch gesehen weit überlegen. Aber für die PS2 gibt es mehr Spiele.

Apple könnte Erfolg haben, da die Japaner (und das ist der Markt Nummer Eins im Konsolen Bereich) auf Apple Produkte fliegen. Aber Apple sollte sich auf das Konzentrieren was sie können.
Und nicht in alle Bereiche einsteigen.
Wenn sie nach dem ganzen Rumors Seiten gehen würden, dann müssten Sie ein Handy, ne Konsole, PDA usw auf den Markt bringen.

Sven

Pippin spielt in der Herr der Ringe :-) n/t

Von: MacZeit lebt | Datum: 30.11.2003 | #2
kein Text

AMIGA CDTV

Von: squid | Datum: 30.11.2003 | #3
da war commodore mit dem amiga CDTV Apple aber voraus, das gabs nämlich schon 1990 - und 1993 folgte das CD32. leider gings da mit commodore ziemlich bergab... das war auch noch vor 3DO und CD-i!

schauts amal:
[Link]

Das CD32

Von: RollingFlo | Datum: 30.11.2003 | #4
War nicht wirklich sinnvoll. Erstens war der Preisabstand zu den kleinen Amigas nicht groß genug, zweitens gab es kaum gute Spiele.


Leider, leider, hier hätten sich vielleicht die Gelder einspielen lassen, um Commodore zu retten. Naja, glaube ich natürlich nicht wirklich. Aber schade ist es allemal.

Der Amiga selbst war ja eigentlich mal als Konsole konzipiert worden.
Man erinnere sich auch an das "We made Amiga, They fucked it up." easter egg in der Workbench. :)

Offtopic: Saturn vs PSX1

Von: Mauti | Datum: 30.11.2003 | #5
Möchte nur kurz hinzufügen daß die PSX1 dem Saturn hardware mäßig nicht unterlegen war bzw ist. Ganz im Gegenteil der Saturn hatte große Probleme Transparenzen und MPGs/FMVs abzuspielen auch der Soundchip war wesentlich schwächer.

Das Saturn Start Lineup war der PSX1 meilenweit überlegen allerdings hat sich das relativ schnell geändert und SEGA hat es wieder einmal leider nicht geschafft. Ist ihnen schon mit dem Mega Drive und Super Mega Drive passiert die dem NES bzw SNES eigentlich überlegen waren. Naja Marketing ist bekanntlich alles.(In vielen alten Mickey Mouse Comics gab es Mega Drive Werbung ;)

Und einer der coolsten Sachen war definitiv der Lynx Handheld mit dem Spiel Rampage. WAHNSINN.

Ach, ich komm ins Schwelgen...

Zum Pippin - seiner Zeit voraus??? Würde ich nicht sagen, denn bis heute haben es eigentlich keine Geräte geschafft, die als "Multimedia" Gerät verkauft wurden, Erfolg zu haben, auch wenn natürlich vieles in diese Richtung geht, aber ein Computer, der kein Computer und keine reine Spielkonsole ist, hat sich nocht nicht etablieren können.

Schönen Sonntag noch,

Mauti

@Mauti

Von: Olli | Datum: 01.12.2003 | #6
Wollte nur anmerken, dass die SEGA Geräte meiner Erinnerung "Master System" und "Mega Drive" hiessen und nicht Mega Drive und Super Mega Drive.

Und weiterhin wollte ich (fragend) anmerken, dass Saturn in der Zeit vor der PS1 rauskam, die Konkurrenz zur PS1 war dann die Dreamcast.

Bin mir aber nicht sicher, also nicht hauen, wenns nicht stimmt.

Timeline

Von: Falko | Datum: 01.12.2003 | #7
@Olli

Richtig, "Sega Master System" und "Sega Mega Drive" (in USA als "Genesis"). Allerdings konnte das Mega Drive mit einer Erweiterung zu "Sega Mega CD" ausgebaut werden. Wer's genauer wissen will, sollte am Kiosk einen Blick in die aktuelle "GamePro" werfen, da ist ein Rückblick aufs Mega Drive drin.

Saturn erschien in JP nur einige Monate vor der PlayStation und hat sich in dieser Zeit gewaltig verkauft - Playstation dann aber noch gewaltiger, vor allem dank Sonys Marketing. Und "Ridge Racer". Saturn war, wie richtig bemerkt, wie der Atari Jaguar nur eine halbherzige 3D-Konsole. Technisch ging erst Nintendo mit dem N64 richtig auf die Polygone los, Saturn und Jaguar waren ursprünglich als 2D-Konsolen-Evolution konzipiert. Dreamcast machte dann alles richtig - bis aufs Marketing.

Yep Master System

Von: Mauti | Datum: 01.12.2003 | #8
Ja mein Fehler. Das Ding hieß Master System. Ui dieses furchtbare CD AddOn war vielleicht sündhaft teuer und für nix zu gebrauchen. Dreamcast war definitiv später, auch wenn da die PSX noch aktiv verkauft wurde.

Ich besitze meine seit Dezember 95. 8 Jahre ist dieses Ding schon alt und so gesehen hat man wirklich viel aus dem Graphikchip herausgeholt.

Der N64 war technisch das ausgereifteste Gerät mit dem ältesten und teuersten Medium... Wer kennt nicht die 007 Goldeneye Shootouts zu viert bis in die frühen Morgenstunden bei Freunden!?

Mauti