ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 261

Verdrängung a la Internet Explorer

Wie Microsoft den Konkurrenten REAL Networks erledigen wollte

Autor: bh - Datum: 03.05.2002

Kartellverfahren gegen Microsoft: irgendwie ist es eine Soap Opera des IT-Zeitalters, eine Telenovela für die Generation @. Nachdem wir alle wissen, wie Microsofts Unterhändler über Quicktime dachten - ihre Forderung war "knife the baby" - kommt nun heraus, wie ernst es Microsoft mit der Verdrängung des REALPlayer war. Die Integration des Windows Media Player in das Betriebssystem Windows selbst war eindeutig ein Schritt zur Verdrängung von Konkurrenzprodukten. Verschweißt man überhaupt alle Software-Bestandteile miteiander, ist man den lästigen Wettbewerb los, der kostet schließlich nur Geld. Der arme Microsoft-Angestellte Will Poole, der für Windows New Media verantwortlich ist, gab nach Vorhaltung einiger eindeutiger eMails zu, daß man hier der Strategie mit dem Internet Explorer folgen wollte. Zur Verteidigung fiel ihm lediglich ein, daß REAL ja immer noch Marktführer sei (ja, Herr Richter, ich hab ihm auf den Kopf gehauen, aber er lebt ja noch - wieso Mordversuch?). Im übrigen sei die Stabilität von Windows gefährdet, wenn man integrative Bestandteile wie den MediaPlayer wieder entferne. Wovon redet der Mann? Stabilität von Windows - demnächst faselt irgendwer etwas von "intuitiver Benutzerführung in XP", offenbar fallen die letzten Hemmungen. Doch es gibt Grenzen - dort wo Geld nicht alles kaufen kann, dort wo Charakter und Grundsätze aufrecht sind: bei unseren Lesern und der Redaktion. We don¥t link to microsoft.com

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