ARCHIV 1999-2006

ARCHIV :: # 2700

Apple und HP im Team für iTMS

Und wir dachten, daß Safari eine Kampfansage war...

Autor: bh - Datum: 08.01.2004

Heute gab es einen feinen Knalleffekt auf der CES und hier gibt es die Presseaussendung dazu. Apple zeigt Hewlett-Packard, wie man kleinen Festplatten das Singen beibringt - hilft also mit, einen HP-mp3-Player auf Basis des iPod herzustellen. Sie grinsen jetzt schon? Go for the original - natürlich, aber damit ist der Deal nicht zu Ende. Im Gegenzug werden ALLE Computer von HP künftig mit vorinstalliertem iTunes ausgliefert, und einer simplen Desktop-Verbindung zum iTunes Music Store. HP-Chefin Carly Fiorina würdigte den Erfolg des iPod: immerhin 2 Millionen Stück verkauft und der iTMS hinkt mit 30 Millionen Songs auch nicht gerade hinterher.
Ein wichtiger und offensiver Schritt von Apple, um nach den Anfangs- und Achtungserfolgen im Geschäft mit legal über das Web erworbener Musik weiter vorne zu bleiben. Egal, was Microsoft, Sun, Real oder der Reifenhändler ums Eck demnächst für tolle Services anbieten werden: Apple ist JETZT schon da und hat einiges vorzuzeigen. Einen benutzerfreundlichen Store zum herunterladen von Musik, ein ansprechendes Gerät zum abspielen und Design, für das Bill Gates seine Krankenkassenbrille geben würde. Ja, irgendwo war auch dieser Chefideologe von Microsoft auf der CES und erzählte dieselben Märchen über das Zusammenwachsen von Geräten wie letztes Jahr auch schon. Selbst wenn er von Photosynthese gesprochen hätte, wäre es nicht spannender geworden - der Deal von Apple und HP zeigt in die Zukunft. You´re either part of the steamroller or part of the pavement. Roll on, Apple!

Kommentare

Das ist ja wohl *richtig geil*

Von: Kabe | Datum: 08.01.2004 | #1
... allmählich muss man ja Angst bekommen, dass Apple zuviel Musik macht :-)

Eine sehr logische Nummer und für beide Beteiligten ein wirklich guter Deal! Bravo!

Billy wird *rasen* vor Neid :-)

Kabe

Strategisch geschickt, aber...

Von: Lorenz* | Datum: 08.01.2004 | #2
...die Meldung hat einen etwas schalen Nachgeschmack, weil ich beim iTunes-Alias ein wenig an den vorinstallierten Internet Explorer erinnert wurde. Aber es hat ja niemand HP gezwungen! :)

steve hat seine Lexion gelernt

Von: rex | Datum: 08.01.2004 | #3
aber wie, jetzt noch geile Euro Preise
für divere Producte und den ITM für Europa

Genau so isses Lorenz!

Von: Olli S. | Datum: 08.01.2004 | #4
Errinnert mich auch daran! Aber schön isses trotzdem, gerade in Bezug auf den WMA-Kram, dessem Verbreitung damit etwas gehemmt werden könnte! Also hat's auch was gutes :-)

Grüße, Olli

Das ich das nochmal erlebe :-)

Von: StevesBaby | Datum: 08.01.2004 | #5
Apple hat wirklich gelernt. Alleine bekommt man zwar eine Innvation hin, aber den Weg muß man mit anderen zusammen gehen. 100 Punkte für Apple! :-)

Wie verhindert Apple eine Kannibalisierung des eigenen Marktes?

Von: Marcus | Datum: 08.01.2004 | #6
Nachdem bei macrumors.com dies steht:
"Apple will manufacture the player, which will not have the iPod name, but will have the same design and features as Apple's third-generation iPod players, Phil Schiller, senior vice president at Apple, said in an interview. Also, the HP music player will come in 'HP Blue,' he said"
fragt sich natürlich, warum dann jemand den identischen Player von Apple kaufen sollte, bzw. was HP von dem Deal hätte, wäre deren Player identisch mit und gleich teuer wie der iPod.
Meines Erachtens könnte die Lösung darin liegen, daß Apple zu dem Zeitpunkt bereits die vierte Generation anbietet als normale Fortführung der iPod-Reihe anbietet. Im April ist die 3G ein Jahr alt, die Minis kommen weltweit raus, vielleicht gibt es genauso weltweit News zum Thema iTMS, warum nicht spontan mal wieder ein Musicevent machen, wo man nebenbei (one more thing) die 4G vorstellt - wenn's nach mir ginge im iPod mini Design. Dann sind die iPods alle aus edlem Alu und die 3G kann als "Low-Cost"-Produkt an andere Hersteller lizensiert werden, ohne sich ins eigene Fleisch zu schneiden.
Ich bin gespannt und harre der Dinge die da kommen.

HP war mal besser..

Von: Oliver | Datum: 08.01.2004 | #7
Ich in der letzten Zeit keine so guten Erfahrungen mit HP-Hardware gemacht: 10% defekt...
Noch Krasser fand ich unsere XP-Odysee:
20 Labtops mit 20 Recovery XP bzw. W2k CD's. Leider haben wir erst sehr spät gemerkt, das es immer genau die richtige CD zum Labtop sein muss (Auspacken, alle CD's einfach in eine Kiste) ...
Und dann noch das Galama beim Registrieren der Kisten zwecks Garantieverlängerung...

Will sagen der Punkt ist die Qualität und das Ease of Use für den Nutzer. Das hat Apple bislang relativ perfekt hinbekommen. OK, ich zahl gerne auch etwas mehr dafür, wesentlich weniger Ärger zu haben.

Ich hab zur Zeit keine Lust mehr auf HP, hat mich zu sehr geärgert..

@Marcus:

Von: RollingFlo | Datum: 08.01.2004 | #8
Weil HP, soviel ich weiß, keine fremden Marken verkauft. Deshalb wird halt ein anderes Gehäsue drumrumgebastelt. Auch könnte HP dann leicht unter Apples Preisen anbieten, ohne das Apple befürchten muss, die Leute wandern gleich scharenweise ab.
Da würde ich nicht allzu viel hineingeheimsen. Allerdings könnte es schon sein das in diesem Jahr noch eine 4.Generation (bzw. 5., zählt man die minis mit) der iPods kommt, nur hat das hiermit wahrscheinlich nichts zu tun.

@RollingFlo

Von: Marcus | Datum: 08.01.2004 | #9
Dachte ich erst auch, aber in obigem Zitat sagt Phil Schiller ja:
"...will have the same design and features as Apple's third-generation iPod players..."
Was für mich auch erst überraschend war, andererseits ist das Design (im Sinne von einheitlicher Schnörkellosigkeit sowohl des Äußeren als auch des UI) ja genau das besondere am iPod, ein kleines OS mit Plattentreiber und mp3-Routinen hätte HP ja praktisch an jeder Straßenecke bekommen. Aber halt nicht *das*.

Panther

Von: panther | Datum: 09.01.2004 | #10
Wenn HP schon iTunes vorinstalliert, damit man hauseigene (HP) iPod´s leicht unter Apples Preisen anbieten kann. Warum gehen die dann nicht noch einen schritt weiter und installieren Panther auf den HP Kisten, welche dann ebenfalls etwas unter Apples Preisen angeboten werden.

Ein billig (HP) Mac für all diejenigen die aus Imagegründen sich nie einen Apple kaufen würden.

@Marcus, @panther

Von: RollingFlo | Datum: 09.01.2004 | #11
@Marcus:
Ja, aber "Design" bezieht sich, so glaube ich, nur auf Drehrad und Dock-Verbindung usw. Der HP wird ja angeblich blau... man wird sehen.

@panther:
Ja, genau, genialer Plan! ;)
Der Unterschied liegt doch hier: Um gegen die vielen Copycats zu bestehen, muss Apple die Verbreitung seines MusicStores sowie des AAC-Formats schnell forcieren.
Ein Mac aber ist ein Mac, und mit den Clones ist Apple schon mal auf die Schnauze geflogen. Der Zug ist abgefahren, schon vor 10 oder mehr Jahren.
Und warum sollte HP einen Billig-Mac produzieren wollen?
Aber guter Witz. :)

sehe ich nicht so

Von: macneo | Datum: 09.01.2004 | #12
ich habs ja schon mehrfach hier in den kommentaren geschrieben, apple braucht partner, nicht nur beim iPod.

Ich fände es absolut genial, wenn HP anfangen würde Macs zu bauen, mit Apples unterstützung.

Apple sollte viel weiter gehen. Jeder sollte Boards, Chipsätze, alles Mögliche Herstellen können, worauf dann Panther läuft. Egal ob mit nem G3 oder G5 von IBM oder mit nem G4 von Motorola oder mit nem XY von Intel, nein keinen X86 Prozessor, schon nen PPC.

Das würde den Markt so richtig beleben und wäre lange nicht so verkorkst wie die Clone Geschichte "damals". Diese Aktion damals war auf jeden Fall zum scheitern verurteilt.

Apple kann kein völliger Monopolist der Mac Plattform bleiben und denken, sie erreichen somit 10, 20 oder mehr % Marktanteil. Das geht nur mit einem liberalen Markt und vielen Anbietern.

Trau Dich Apple, das klappt schon. Die Leute sind heiß auf Panther und haben Angst vor Longhorn und Trusted Gedöns, das ist die Chance!

MacOSX auf HP -schon dagewesen

Von: Thyl (MacGuardians) | Datum: 09.01.2004 | #13
Die meisten hier werden es vielleicht nicht mitgekriegt haben, aber tatsächlich hat HP mal den MacOSX Vorläufer OPENSTEP auf HP Workstations der Serie 700 angeboten. Die Verkaufszahlen waren eher enttäuschend und das Produkt ist still und heimlich eingeschlafen, d.h. es wurden keine Treiber für neuere Workstations mehr entwickelt.

HP hat derzeit einen extrem schwierigen Übergang hinzukriegen. Sie wollen alle Kunden mit HP-RISC und alpha-Rechnern davon überzeugen, mittelfristig auf Itanium zu wechseln (an dessen Entwicklung HP so maßgeblich beteiligt ist, vor allem an den neuen, schnelleren Versionen, dass man ihn auch als HP Prozessor bezeichnen könnte). Zudem versucht HP, die Betriebssysteme zu konsolidieren, True64 und OPEN-VMS nach HP-UX und evtl Linux zu bringen. Die renitenten Kunden ziehen aber wohl nicht richtig mit, wie man an den Itanium-Verkäufen sieht. Ich kann mir wirklich nicht vorstellen, dass HP sich den Tort antut und entweder noch eine CPU-Linie ins Programm nimmt oder noch einen Port auf was auch immer, obwohl es sicher problemlos möglich wäre, MAcOSX auf HP-RISC oder Itanium zu portieren.

Und daß klein Fiona ...

Von: yup | Datum: 09.01.2004 | #14
... angekündigt hat, zukünftig werden alle HP-Produkte hochgradig DRM-Verseucht sein (na gut, sie hat es anders ausgedrückt :) ) - sollte man nicht unerwähnt lassen - da ist mir die Nähe zu Apple schon wieder arg unsymphatisch.

Genialer Masterplan!

Von: RollingFlo | Datum: 09.01.2004 | #15
Das ist ja wirklich total einfach! Dass sind offensichtlich total verbohrte Leute bei Apple, die haben ja vom Geschäft nicht die geringste Ahnung. Wie die über die Jahrzehnte kamen - ein Wunder!
Hört endlich auf die Stimmen der wahren Geschäftsmänner! Es ist nun wirklich alles offensichtlich und einfacher geht es nicht, die Milliarden zu scheffeln! Der Erfolgplan passt in einen Satz:
OS X für x86!

Apple ist wirklich sowas von blöd, dass die das nicht machen, wo doch alle, die etwas davon verstehen, sich einig sind! Eine Schande!

;-)

Nur weil Investoren keinen Einfluss in die ...

Von: johngo | Datum: 09.01.2004 | #16
... Führungsriege der Apple-Company haben, liegen sie trotzdem nicht automatisch falsch. Die Investitonsbereitschaft in Apple war schon niedriger. Und die Angebote sind da!

Mit Apple könnte man viel Geld verdienen ... aber Jobs will halt nicht teilen*! ;)

Gruss


* Kein Lizenzgeschäft, Rückzug aus den klassischen Vertriebswegen zugunsten von eigenem Storegeschäft. Wieso sollten Investoren das akzeptieren bzw. dafür Geld geben?

@Johngo

Von: RollingFlo | Datum: 09.01.2004 | #17
Sei mir nicht böse, ich lese nur immer wieder von Fans, wie einfach es doch wäre ihren Liebling erfolgreicher zu machen.
Ob es sich da nun um Musik handelt oder Rollenspiele oder eben Computer - es ist immer wieder zu lesen.
Wenn es nach den Fans gehen würde, wären Commodore und Atari ja auch nie Pleite gegangen... die hätten nur zuhören müssen... ihren weisen Fans.
Sicher machen Manager auch Fehler, aber das ausgrechnet Leute, die in die konkreten Zahlen gar keinen Einblick haben es so viel besser könnten, dass fällt mir schwer zu glauben.

Und wieviele solcher Threads wird es wohl in den Apple-Foren dieser Welt wohl geben? Meinst Du Apple (und die Aktionäre!) verzichteten auf Milliarden, wenn das alles so einfach wäre?
Und wenn es an einer Profilneurose von Steve Jobs liegt, warum hat man dann in den langen Jahren seiner Abwesenheit nie eine offizielle Portierung gemacht? Technisch schwieriger als heute wäre es gewesen, aber sicher nicht unmöglich.

Denke auch mal an OS/2 und BeOS, aber das nur am Rande.

@ salco + rolling flo

Von: johngo | Datum: 09.01.2004 | #18
Man muss sein Wissen nicht immer aus dem Netz ziehen. Es gibt andere und - zu diesem Thema - meist seriösere Quellen für Wirtschaftsthemen. Ich hatte die letzten 3 Jahre (beruflich) immer viele Investment- und Bankenbriefe auf dem Tisch. Da ist (zugegebenermassen zur Zeit des Börsenbooms) Apple viel Geld entgangen. Viele Milliarden haben nach einem Unterschlupf im Computer-, Kommunikations- und Internetbusiness gesucht. Ein Analyst sagte einmal in der ARD, das Apple mit 5 Milliarden im ersten Schub rechnen könnte, wenn es das Betriebssystem lizenziert. Und er hat es begründet. Ebenso hat er aufgezeigt, wo das Geld stattdessen hingewandert ist. In die vielen Technoblasen, die jetzt - nach 3 Jahren - wieder alle am Ende sind. Apple aber hätte aus dem Geld etwas gemacht. Keine Luftschlösser, sondern die bestehende Technik verbreitet der Öffentlichkeit zugängig gemacht.

Und warum hat Apple das Geld nicht bekommen? Weil Investoren Fabriken laufen lassen wollen! Und zwar irgendwelche anderen (ausser von Apple vorgegebene) oder vielleicht sogar ihre Eigenen. Nur Apple macht da nicht mit!

Praktisch jeder Händler wird Dir bestätigen können, das Apple mehr verkaufen könnte, wenn sie mehr und schnellere Produkte auf dem Markt hätten.

Nun stehen wir mitten in einem erneuten Anziehen der Investitionstätigkeiten. Bei Apple geht's ja auch aufwärts. Aber habt Ihr schon einmal geschaut, wie es bei den Anderen aufwärts geht? Ich sehe bei Apple eigentlich keine Strategie für neue Märkte (klassische Computermärkte).

Beispiel China: Jede DRITTE geschriebene SMS weltweit entsteht Heute schon in China. China ist Heute schon der grösste Handymarkt der Welt. Und auch das Mailaufkommen hat phantastische Wachstumsraten.. Und selbst wenn die weiterhin voll auf Linux abfahren sollten. Sie sitzen an Computersystemen, die von den Big Playern der Branche entwickelt werden. Welchen Fuss hat Apple in dem Land?

Beispel 2: Indien hat vor zwei Jahren in die Welt hinausgerufen: Wer baut uns einen kostengünstigen und einfach zu bedienenden Computer für unser - überwiegend auf einfache Verhältnisse fussendes - Land? Ein OS für Bauern. Keine Hightec, sondern täglich easy nutzbare Systeme. Quasi Think different.


----

@ salco

Zu den Margen: Du bist schlecht informiert: Apples Margen sind trotz der Hochpreisigkeit überraschend niedrig. Weit niedriger, als in vergleichbaren Segmenten der Konkurrenz.

Und der von mir vorgeschlagene (nicht nur von mir :) ) Weg hat aber auch gar nichts mit dem damaligen Clonemodell zu tun. Da sind aber Welten dazwischen.

Zusätzlich ist Apples damalige Situation auch mit der heutigen gar nicht mehr vergleichbar. Wie hoch war damals der Anteil an Macs Made in USA und wie ist der Anteil Heute? Die Produktion ist Heute ganz anders aufgestellt. Outsourcing findet man überall und es werden viel mehr standardisierte Komponenten einsetzt, als früher.

Gruss

@ nochmal salco

Von: johngo | Datum: 09.01.2004 | #19
" ...wenn Apple auf x86 verfügbar wäre, würde die Bereitschaft zum Wechsel nicht schlagartig steigen ..."

So? Ich würde ein standardisiertes System, auf welchem XP und OSX nativ laufen würden sofort bestellen und dafür auch eine Aufpreis zahlen. Die Ersparniss wäre denn auch die Investition deutlich wert. Was glaubst Du, wieviele Mac Studios allein "gezwungendermassen" zusätzlich PCs einsetzen? So ein Rechner wäre der Renner!

Gruss

Wenn wir das Gespräch einmal geistig auf die Strasse ...

Von: johngo | Datum: 09.01.2004 | #20
... transportiert, dann hast Du mich dort angesprochen. Und ich habe (man benimmt sich ja gut) freundlich geantwortet.

Dann mit "ich hab's satt" und "sinnloses Gerede" zu antworten ist kein feiner Stil.

Gruss

johngo

Real nimmt auch AAC als Format an!

Von: mitleser | Datum: 10.01.2004 | #21
[Link]

denke das gehoert hier ind en Thread mit HP so als Beiwerk dazu

So war das nicht gemeint...

Von: RollingFlo | Datum: 10.01.2004 | #22
Checke ich vor dem Bett gehen nochmal eben nach einer Antwort und dann das... und Du hast nicht unrecht, denn ich habe mich wirklich missverständlich ausgedrückt.

Mit "sinnloses Gerede" meinte ich diese Diskussionen im allgemeinen, _denn sie bewirken nichts_. Es gibt sie schon ewig, und nie haben sie was bewirkt. Also sind sie sinnlos, was aber an der Richtigkeit oder Falschheit de Agumente nichts ändert.
Darum bin ich diese diskussionen auch _ganz perösnlich_ "satt", weil ich sie immer wieder führe: in Amiga Foren (da wollen auch immer wieder eine Portierung auf x86), im Alltag (z.B. Musik: so, und zwar ganz einfach, werdet ihr erfolgreich!) oder bzgl. meiner anderen Hobbys. Ich hatte auch mal geschäftlich mit solchen Fans zu tun, d.h. habe massenhaft gute Ratschläge bekommen. Nur war keiner praktikabel... es ist ja nicht so, dass man sich nicht selbst Gedanken macht.

Allein darum bin ich dieser Diskussionen satt und es stimmt: ich hätte nicht einsteigen sollen, das war Gewohneit und dumm. Ich wollte Dich nicht abqualifizieren.

So, entschuldigt das WirrWarr usw., ich bin etwas betüdelt nach hause gekommen (ohne Auto); aber das war mir noch ein Bedürfnis, bevor ich es vergesse. Nix für ungut.

Falls Du es noch liest:

Von: johngo | Datum: 10.01.2004 | #23
Dann wünsche ich Dir eine gute Nacht und Danke für die Klarstellung. Ich hatte es wohl zu persönlich genommen!

Aber Du hast vollkommen Recht. Sie (die Diskussionen und Ratschläge) bewirken eigentlich nichts. Wir sind halt sehr mit dem Mac (Amiga etc.) liiert ... eben mehr als "nur User".

Grüsse

Ich will dann auch nochmal

Von: salco | Datum: 10.01.2004 | #24
Man muss sein Wissen nicht immer aus dem Netz ziehen. Es gibt andere und - zu diesem Thema - meist seriösere Quellen für Wirtschaftsthemen. Ich hatte die letzten 3 Jahre (beruflich) immer viele Investment- und Bankenbriefe auf dem Tisch. Da ist (zugegebenermassen zur Zeit des Börsenbooms) Apple viel Geld entgangen. Viele Milliarden haben nach einem Unterschlupf im Computer-, Kommunikations- und Internetbusiness gesucht. Ein Analyst sagte einmal in der ARD, das Apple mit 5 Milliarden im ersten Schub rechnen könnte, wenn es das Betriebssystem lizenziert. Und er hat es begründet. Ebenso hat er aufgezeigt, wo das Geld stattdessen hingewandert ist. In die vielen Technoblasen, die jetzt - nach 3 Jahren - wieder alle am Ende sind. Apple aber hätte aus dem Geld etwas gemacht. Keine Luftschlösser, sondern die bestehende Technik verbreitet der Öffentlichkeit zugängig gemacht.

Ob jetzt Investment- oder Börsenbriefe tatsächlich seriösere Wirtschaftsinformationen darstellen, wäre ein eigenes recht interessantes und streitbares Thema ;-) Man bekommt im Netz aber durchaus eine der seriösesten Quellen für Finanzinformationen, nämlich die Geschäftsberichte der Unternehmen.
Auf jeden Fall ist mir eine Deiner Meinung entsprechende Analystenmeinung noch nicht untergekommen, daher mein spontanes Interesse. Wenn ich aber dann diese Phantasiezahl à la 5 Mill höre, dann erlischt dieses Interesse doch schlagartig. Wie zur Hölle kommt man auf so eine lächerliche (nicht im Sinne von niedrige) Zahl. Sorry aber das entbehrt jeglicher Grundlage, Apple hat für Next 430 Mio $ gezahlt und damit für die komplette Übernahme der Technologie auf der OS X basiert, inklusive einem Großteil der Personen, die diese entwickelt haben. Nicht für eine lächerliche Lizensierung, dieses Betriebssystem nutzen zu dürfen. Und dann kommt da ein Analyst wohl auf dem Höhepunkt der Internet- und Techboomblase daher und hat anscheinend eine Line Koks zuviel erwischt und bringt so eine Summe für eine Lizensierung. Wahrscheinlich hat er Yen gemeint, oder Transistoren. Das nenne ich ja mal richtig seriös.

Und warum hat Apple das Geld nicht bekommen? Weil Investoren Fabriken laufen lassen wollen! Und zwar irgendwelche anderen (ausser von Apple vorgegebene) oder vielleicht sogar ihre Eigenen. Nur Apple macht da nicht mit!

Nö Apple hat das Geld nicht bekommen, weil in der Zeit reale Produkte nicht gefragt waren, sondern "Ideen" der "Storys" und jede menge Phantasie. Aber Apple hat glaube ich trotzdem in der Zeit ihren Schnitt gemacht. Warst du mal auf der Versteigerung der Überreste von so geplatzten Bubble-Firmen wie Kabel oder WWL Internet? Da wurden tonnenweise Macs angeboten. Die sind ja sicher auch irgendwann bei Apple gekauft worden.

Praktisch jeder Händler wird Dir bestätigen können, das Apple mehr verkaufen könnte, wenn sie mehr und schnellere Produkte auf dem Markt hätten.

Jede Technologiefirma könnte mehr verkaufen, wenn sie schnellere Produkte (zu vergleichbaren Preisen) auf dem Markt hätte. Das ist eine Tautologie. Dagegen ist die Vielfalt des Produktangebots nicht unbedingt förderlich, da sie die Kosten steigert.

Nun stehen wir mitten in einem erneuten Anziehen der Investitionstätigkeiten. Bei Apple geht's ja auch aufwärts. Aber habt Ihr schon einmal geschaut, wie es bei den Anderen aufwärts geht? Ich sehe bei Apple eigentlich keine Strategie für neue Märkte (klassische Computermärkte).

Beispiel China
Beispel Indien


Apple wird sich in diesen Ländern wahrscheinlich die gut betuchte Bevölkerungsschicht in den Großstädten ansprechen, für die ein Computer auch ein modisches Accessoir ist, da eine breite Mittelschicht in diesen Ländern fehlt. Apple ist nicht der Hersteller für Lowtech-Computer, die sich des Massengeschäftes mit niedrigen Margen annimmt. Und wird es auch nicht werden. Details weiß ich aber auch nicht, da ich kein Experte für diese Länder bin. Rußland ist ein ähnlicher Markt, ein kleiner Prozentsatz der Bevölkerung, die sich alles leisten können, und das Modische kaufen. Der Großteil der Bevölkerung dagegen wird sich kaum einen eigenen Rechner leisten können und wenn dann keinen Apple. Den Massenmart in diesen Ländern zu bedienen, ist keine Strategie die Apple weiterbringt.

Zu den Margen: Du bist schlecht informiert: Apples Margen sind trotz der Hochpreisigkeit überraschend niedrig. Weit niedriger, als in vergleichbaren Segmenten der Konkurrenz.

Das Kompliment kann ich zurückgeben:
Die Bruttomarge von Apple in den letzten drei Geschäftsjahren betrug im Durchschnitt 26,3%, früher waren die Margen noch höher.
Zum Vergleich, HP/Compaq hatte in den letzten drei Geschäftsjahren eine durchschnittliche Bruttomarge von 25,3%, Bei Dell lag die durchschnittliche Produktmarge bei 18,6%. IBM hatte eine deutlich höhere Produktmarge von über 30%, deren Geschäftsmodell unter scheidet sich aber deutlicher von Apple, bei der Hardware lag die IBM-Marge bei etwa 27%.

Und der von mir vorgeschlagene (nicht nur von mir :) ) Weg hat aber auch gar nichts mit dem damaligen Clonemodell zu tun. Da sind aber Welten dazwischen.

Dann zeige sich mal bitte die Hauptunterschiede auf. Für jemand so schlecht Informierten wie mich sind sie leider nicht so deutlich erkennbar.

Zusätzlich ist Apples damalige Situation auch mit der heutigen gar nicht mehr vergleichbar. Wie hoch war damals der Anteil an Macs Made in USA und wie ist der Anteil Heute? Die Produktion ist Heute ganz anders aufgestellt. Outsourcing findet man überall und es werden viel mehr standardisierte Komponenten einsetzt, als früher.

Inwiefern führt dies zu unterschiedlichen Erfolgsaussichten bezüglich eines von Dir propagierten Geschäftsmodells?

Viele Grüße

jaja kai

Von: Bert | Datum: 10.01.2004 | #25
Lieber Kollege, der "militanten Liga gegen Subject-Zwang" bist Du aber deutlich nach mir beigetreten.

;-)

Herzliche Grüße, Bert

@johngo, @kai

Von: RollingFlo | Datum: 10.01.2004 | #26
johngo: alles klar! Schönes Wochenende!

kai:
1. Atari! LOL! War nie pleite... super! Du meinst das wohl nicht ernst, aber trotzdem:
Ich glaube, Du siehst das etwas zu theoretisch, oder? Tatsache ist: Atari ist nur noch ein Name, den Infogrames gekauft hat und nun nutzt. Das da offensichtlich ein paar Leute noch/wieder dabei sind: was sagt das schon? Das ist doch nur Show.
Wenn Tulip jetzt mal Ernst macht, PCs mit C=Logo baut und dann noch ein paar Ex-Commodore-Leute einstellt - hat Commdore dann "überlebt"?

2. Commodore:
Ja, da lief vieles schief, dass habe ich ja nicht bestritten, oder?
Lustig finde ich es nur, wenn immer irgendjemand kommt und sagt: "das lag an a)" oder, etwas besser, aber nicht viel: "das lag an a) und b) und c)".
Ja, dass sind alles Faktoren, aber das der Zug einfach massiv für die IBM-Clones abfuhr, dass will keiner wahrhaben. Ob Commodore überlebt hätte, wenn sie alles anders gemacht hätten? Atari hat es ja geschafft! ;) Genauso wie Sinclair, Acorn (ja, ja: ARM, ich weiß), Amstrad und die Heimcomputer-Sparte von TI und die zig dutzend anderen.
Und das mit den Experten: Ja, das sagen heute alle. _Hinterher!_ Ich trau' mich wetten, dass es damals viele gab, die behaupteten Commodore sei gut aufgestellt mit ihren Homecomputern und der Business-x86-Linie und der Amiga-Fortentwicklung. Wer hat *frühzeitig* vorausgesagt, dass die IBM-Kompatiblen die Privathaushalte erobern?

Hier mein Abschlussstatement! ;)

Von: johngo | Datum: 11.01.2004 | #27
Vieles, von dem wir hier reden fusst ja auch auf psycholgischen Faktoren und Absichten. Der Eine ist mit dem, was die Welt so hergibt zufrieden und der Andere möchte Weiterentwicklung und Entdeckung um jeden Preis. Jedes Modell hat seine Vorteile.

Apple wird - richtig geführt - Vorteile generieren, wenn es sich auf seine Basis konzentriert und nicht expandiert. Und Appel würde Vorteile generieren, wenn es den ganz grossen Markt in Angriff nimmt.

Vielleicht ist es wirklich mehr eine Sache der Absichten, als der Möglichkeiten. Sollte Apple in 10 Jahren mit dem gleichen Modell noch genauso munter umherschwimmen, wie Heute, dann ist natürlich vieles von dem was ich sagte hinfällig.

Wir werden sehen!

Gruss

Threatende! ;)

@johngo falls du das noch liest

Von: kaos | Datum: 11.01.2004 | #28
klar ist das fuer apple schwierig. da 100 prozent investements in den meisten dieser laender aber sowieso verboten sind, waere es vermutlich sinnvoll die bestehenden laeden einzubinden und bei 49 prozent beteiligung in apple stores umzuwandeln, wobei apple amerika einen bestimmten geldbetrag bezahlt und service absicherung bi ihrer tochterfirma sozusagen einkauft. wenn apple das nicht kann, sind sie in diesen maerkten tot, bzw. sie bleiben so tot wie sie es bereits sind. (wobei man anmerken muss, dass man mit ein bisschen engagement die bestehenden mackunden durchaus gut binden koennte um sich weiter auszudehnen. auch hier haben filmemacher, grafiker und zum teil architekten macs.)

Hab's doch noch gelesen! ;)

Von: johngo | Datum: 14.01.2004 | #29
Ich bin mir nicht sicher, ob das Store-Konzept für mehr, als die bisherigen Umsätze taugt. Ich würde die Marke mehr dem freien Markt übergeben. Sollen doch andere auch ihren Anteil daran verdienen. Denn so wird deren Interesse am gemeinsamen Markt grösser.

Meiner Meinung nach ist es nicht sonderlich wichtig,wie sehr eine Firma ihren Kunden bindet, sondern wie gut ihre Produkte sind. Sollten in einem grösseren Markt die Kunden stärker rotieren, dann ist dies eigentlich kein Problem. Nicht für Apple und nicht für die Kunden.

Denn ein Lizenzmarkt würde ja eh automatisch zu einer noch höheren Kompatiblität zu den anderen Systemen führen.

Gruss